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Depressionen als Nebenwirkung der Hormonspirale

Depressionen und Angststörungen durch Hormonspirale Mirena

Schon 2009 warnte das Ärzteblatt vor psychiatrischen Nebenwirkungen der Hormonspirale

Leider gibt es noch immer viel zu wenig Aufklärung in den Arztpraxen. Es gibt unzählige Erfahrungsberichte von Frauen, die viele Arztbesuche hinter sich haben und viele Jahre leiden müssen, bevor die Hormonspirale als möglicher Auslöser in Betracht gezogen wird.



 Anonymer Fallbericht eines Arztes von einer 48-jährige Patientin, die an Depressionen leidet.

Eine 48-jährige Patientin klagt über Stimmungsschwankungen und Depressionen. Bei der für ihr sonniges Gemüt bekannten Frau würde man zunächst an eine Lebenskrise, die Wechseljahre oder eine Veranlagung für depressive Verstimmungen denken. Verschiedene Behandlungsansätze scheitern. Erst nachdem sie sich ihre „Mirena“ Hormonspirale entfernen lässt, geht es ihr besser. Diese hatte sie im Alter von 44 Jahren zur Empfängnisverhütung und aufgrund starker Schmerzen und Blutungen während der Menstruation von ihrer Gynäkologin eingesetzt bekommen.


 "Lokale" Wirkung des Gestagens Levonogestrel

Entgegen der Kupferspirale beruht die Wirkung der empfängnisverhütenden Hormonspirale Mirena auf der Freisetzung des Gestagens „Levonogestrel“. Dieses wird aus dem Hormonzylinder der Hormonspirale in die Gebärmutterhöhle abgegeben. Das Gestagen sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht ausreichend aufbaut, um ein befruchtetes Ei aufzunehmen. Die schwach aufgebaute Gebärmutterschleimhaut soll zudem zu weniger Schmerzen bei der Menstruation führen, bei vielen Frauen bleibt die Regelblutung ganz aus. Deshalb wird diese Spirale häufig von Frauen bevorzugt, die starke Blutungen und/oder Schmerzen während der Menstruation haben.

Frauen, die bei der Verhütung mit der Pille einen zu starken Eingriff in ihren Hormonhaushalt befürchten, sehen in der Hormonspirale insofern einen weiteren Vorteil, da ein reines Gestagenpräparat den Eisprung nicht direkt verhindert. Die Hormone wirken nicht systemisch sondern lokal in der Gebärmutter. Somit wird von einem geringeren Eingriff in den natürlichen Hormonhaushalt ausgegangen. Da das Einsetzen der Spirale von den meisten Patientinnen als sehr schmerzhaft empfunden wird, bieten mittlerweile viele gynäkologische Praxen das Einsetzen der Spirale unter Propofol (Narkose) an. Dafür erhoffen sich viele Frauen danach 5 Jahre ‚Ruhe’. Sowohl was den Aspekt der Verhütung anbelangt als auch keine (oder sehr geringe) Regelblutungen und die damit verbundenen Schmerzen. Soweit funktioniert das bei vielen Frauen.


 Nebenwirkungen trotz angeblich lokaler Wirkung

Jedoch erfahren einige Frauen im Laufe der Zeit die ganze Bandbreite der Nebenwirkungen, die ein Eingriff in den Hormonhaushalt mit sich bringen kann. Zwar werden die Hormone nicht systemisch appliziert – sondern nur lokal. Dennoch werden Hormone als endokrine Botenstoffe bekanntermaßen auf dem Blutweg transportiert und entfalten so ihre Wirkung auf das ganze menschliche System. Und diese Wirkungen sind dann nicht nur körperlich, sondern auch psychisch spürbar.

Nach drei Jahren beginnen Stimmungsschwankungen

Im Falle der betroffenen Patientin zeigen sich ca. drei Jahre nach Einsetzen der Spirale zuerst leichte, später stärkere Stimmungsschwankungen, die ihr nach eigener Aussage einfach fremd sind. Weder hatte sie früher Stimmungsschwankungen, noch sind im familiären Umfeld psychische Erkrankungen wie Depressionen bekannt. Auf die Frage, wie beste Freunde und ihre Familie sie beschreiben würden, antwortet sie: „Sie ist ein fröhlicher Mensch, die Krisen immer irgendwie meistert – aber depressiv ist sie nie“.


 Suche nach den Ursachen der Depression

Es gibt also keine Hinweise auf eine familiäre Veranlagung zu Depressionen. Außer einer Phase des Liebeskummers die sie durchstanden hatte, gibt es vor allem sehr viele positive Aspekte in ihrem Leben. Die Patientin versucht sich zunächst ihre depressiven Gefühle mit einem frühzeitigen Einsetzen der Wechseljahre – sie ist mittlerweile 48 Jahre alt – zu erklären.

Ganzheitliche Diagnostik deutet auf die Hormonspirale

Nachdem eine familiäre Disposition ausgeschlossen werden kann, schließt sich eine systematische Anamnese der Patientin an. Neben der Erstellung eines umfassenden Blutbildes inklusive einer Analyse von Nahrungsunverträglichkeiten wird der hormonelle Status hinterfragt. Auffallend sind die verminderten Werte von LH und FSH. Das sind die hypophysären Steuerungshormone der Geschlechtshormone. Hierdurch wird der Verdacht auf die Hormonspirale gelenkt.

Betrachtet man sich die neuroendokrine Achse aus Hypothalamus, vegetativen Nervensystem und limbischen System im Gehirn, so wird deutlich wie unmittelbar Hormone mit der Psyche und dem emotionalen Erleben interagieren.

Spürbare Nebenwirkungen von Levonogestrel oft erst nach Jahren

Die Analyse führt also zu der Hormonspirale Mirena, die von der Patientin mittlerweile 4,5 Jahre getragen wird. Die Beschwerden traten vor 8-12 Monaten schleichend auf und haben sich innerhalb des letzten Jahres verstärkt und manifestiert. Da zwischen dem Einsetzen der Spirale und dem Auftreten spürbarer Nebenwirkungen drei Jahre vergangen sind, ergibt sich zunächst nicht der Gedanke dass die Beschwerden mit der Spirale in Verbindung zu bringen sind.


 4-5 Monate nach Entfernen der Mirena endlich Besserungen

Obwohl eigentlich ein Wechsel der Spirale ansteht, entscheidet sich die Patientin die Hormonspirale zuerst einmal zu entfernen – und im Gegenzug keine neue Spirale einsetzen zu lassen. Nach 4-5 Monaten zeigen sich erste Verbesserungen in den Stimmungsschwankungen. Die depressiven Phasen werden deutlich schwächer, das Gefühl der Dünnhäutigkeit und der zum Teil plötzlich auftretenden Weinerlichkeit verschwindet komplett. Leichte Stimmungsschwankungen treten zwar noch auf, aber die tiefe Traurigkeit und Perspektivenlosigkeit ist gewichen. Der Genesungsprozess wird homöopathisch begleitet. Nachdem die Arznei (Konstitutionsmittel) gefunden wird, bessert sich der psychische Zustand der Patientin weiterhin zunehmend. Die homöopathische Begleitung dauert an und hat sich von einem monatlichen Zyklus in der Anfangszeit zu einem 6-9-monatigen Zyklus ausgedehnt.

Die Aussagen der letzten Wochen der Patientin sind: „Freunde sagen: Du bist wieder wie früher“, „das ist ein Zugewinn an Lebensqualität“ oder „ich bin glücklich“.


 Bayer spielt Nebenwirkungen herunter

In einem weiteren unabhängigen Forum zum Austausch von Erfahrungen mit Medikamenten (meamedica.de) schildern etwa 556 Frauen ihre Erfahrungen (Stand 10.09.15). Jede Dritte von ihnen (182 Frauen) gibt starke bis sehr starke Nebenwirkungen an. Etwa jede Zweite Frau (277) berichtet von leichten bis keinen Nebenwirkungen. Die restlichen 97 Frauen sprechen lediglich von geringen Nebenwirkungen. Insgesamt gibt also die Hälfte der Frauen (279) Nebenwirkungen an, die in vielen Fällen erheblich sind.

Zu der Frage nach der Anzahl der Nebenwirkungen geben auf meamedica.de 37% der Frauen (207 von 556) viele bis sehr viele Nebenwirkungen an. In einer Gebrauchsinformation für Anwender der Mirena des Pharmakonzerns Bayer, die man als Pdf aus dem Netz runter laden kann (bayerhealthcare.at) findet man zwar eine ausführliche Liste möglicher Nebenwirkungen aber auch die Behauptung „Nebenwirkungen treten häufiger während der ersten Monate nach dem Einlegen von Mirena auf und klingen bei längerer Anwendung ab.“ Das widerspricht offenbar den Erfahrungen vieler Frauen.

Auch auf einer werbewirksamen Webseite auf die man von der Konzernseite weitergeleitet wird, werden die möglichen Nebenwirkungen heruntergespielt: „Nebenwirkungen, wie z.B. Zwischenblutungen und Spannungsgefühle, treten häufig während der ersten Monate nach dem Einlegen auf und klingen bei längerer Anwendung meist ab. In seltenen Fällen kann es zur Expulsion (Ausstoßung) des Verhütungsschirmchens kommen. Zur ausführlichen Erklärung von Risiken und Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihren Frauenarzt/Ihre Frauenärztin“.


 Ganzheitlichen Anamnese

Seit der Erfahrung mit der Patientin deren Fallbericht ausführlich dargestellt wurde, gehört für mich die Frage nach Eingriffen in den Hormonhaushalt – durch was auch immer – inzwischen zu einer Selbstverständlichkeit in meiner Anamnese. Die nachhaltige Wirkung des Hormonsystems auf unsere Psyche und auf unseren Körper wird häufig unterschätzt. Das heimtückische dabei ist, dass hormonelle Eingriffe selten mit Jahre später auftretenden körperlichen oder psychischen Beschwerden in Zusammenhang gebracht werden. Dafür liegen sie zu weit auseinander.

Eingriffe in den Hormonhaushalt sind leider alltäglich

Hormonelle Antikonzeptiva sind längst nicht das einzige Problem. Hormonell wirksame Chemikalien finden sich in Kosmetika, der Landwirtschaft und in der Herstellung von Textilien und können über die Kleidung so schon die Gesundheit unserer Kinder gefährden (br.de). Rückstände von Hormonen belasten unser Trinkwasser, weshalb man zu Hause unbedingt einen wirksamen Wasserfilter verwenden sollte.

Wenn Ärzte keine Ursachen für eine Erkrankung finden

Viele Patienten laufen von „Pontius zu Pilatus“, werden von einem Facharzt zum nächsten überwiesen und machen einen ganzen Marathon unterschiedlicher Diagnostiken durch. Das Problem ist, dass die verschiedenen Fachärzte kaum miteinander kommunizieren. Jeder ist Spezialist auf seinem Gebiet und behandelt jeweils nur die Symptome des entsprechenden Organsystems.

Wechselwirkung der verschiedenen Organsysteme

Die Wechselwirkungen verschiedener Organsysteme werden häufig außer acht gelassen. Bei Herz-Kreislauf-Problemen gibt es dann Blutdrucksenker, bei Magenproblemen Säureblocker und bei Depressionen Antidepressiva. Im vorliegenden Fall gab es jedoch kein neurologisches oder seelisches Problem, [b]sondern ein Hormonpräparat das für die Depressionen verantwortlich war[/b]. Diese Zusammenhänge wurden von ärztlicher Seite leider nicht erkannt oder ernst genommen.

Heilpraktiker füllen die Lücke im Gesundheitssystem

Diese Lücke im System füllen Heilpraktiker aus, die sich mit ganzheitlicher Labordiagnostik befassen. Sie betrachten die Wechselwirkungen der verschiedenen Organsysteme sowie das Zusammenspiel von körperlicher und psychischer Symptomatik und leiten daraufhin ursächliche Behandlungsmethoden ein.

Störungen im Hormonhaushalt aufdecken

Zur erweiterten Labordiagnostik die vom Heilpraktiker durchgeführt werden kann, gehört die Bestimmung der hypophysären Steuerungshormone, der Schilddrüsenhormone, der Geschlechtshormone, der Nebennierenhormone, Hormonprofile für Mann und Frau (inklusive Anti Aging Profile), sowie ein Diabetes Screening (BZ-Wert, Insulin, etc.) Daneben können Neurostressprofile das Zusammenspiel von Neurotransmittern und Hormonen aufdecken. Nicht zuletzt können chemische Gifte und Belastungen mit Schwermetallen nachgewiesen werden, die den Hormonhaushalt und Stoffwechsel durcheinander bringen.

Und manchmal reicht es einfach ein hormonelles Kontrazeptivum abzusetzen, damit der Körper wieder in sein Gleichgewicht zurück findet.