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Die Werbeversprechen unter der Lupe


 1. Die Hormonspirale nimmt Menstruationsprobleme ab (kürzere, schwächere, schmerzfreie Blutung)

Für viele Frauen mag das zutreffen, es gibt aber zahlreiche Berichte von Frauen, deren Blutung – nicht nur in der Eingewöhnungszeit, sondern darüber hinaus – stärker und länger wurde, bis hin zu wochenlangen Blutungen.


 2. Keine Blutung zu haben sei medizinisch unbedenklich und habe keinen Einfluss auf einen späteren Kinderwunsch

Ein Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe) ist gynäkologisch grundsätzlich behandlungsbedürftig und als Nebenwirkung im Beipackzettel aufgeführt.


 3. Eine Schwangerschaft sei schon im ersten Zyklus nach der Hormonspirale wieder möglich

Zahlreiche Frauen berichten, dass sie erst nach Monaten schwanger werden konnten, was an ausbleibenden Eisprüngen liegen kann (siehe Punkt 8). Einige kamen verfrüht in die Wechseljahre oder konnten überhaupt nicht mehr schwanger werden. Aus diesen Gründen war die Hormonspirale ursprünglich für Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch konzipiert.


 4. Die Hormonspirale wirkt „lokal“

Eine lokale Wirkung ist anatomisch nicht möglich, weil die Gebärmutter eines der am besten durchbluteten Organe ist. Der Wirkstoff geht sofort in den Blutkreislauf und ist bereits eine Stunde nach Einlage im Blut nachweisbar (Seite 8) Der Hersteller weiß offensichtlich, warum er den Begriff „lokal“ in Anführungszeichen setzt. Durch den Begriff "lokal" und durch eine entsprechende schematische Darstellung wird suggeriert, dass andere Körperbereiche nicht beeinträchtigt würden, was anatomisch aber nicht möglich ist.


 5. Das Gestagen in der Hormonspirale ist niedrig dosiert

Das Gegenteil ist der Fall: die Hormonspirale Mirena gibt täglich soviel Levonorgestrel ab wie zwei Minipillen. Bei Frauen mit verlangsamtem Stoffwechsel (z.B. bei Schilddrüsen-Unterfunktion) kann die tägliche Menge sogar das 6-fache einer Minipille betragen.

Jaydess als Alternative?

2012 kam eine neue, kleinere und niedrig dosiertere Hormonspirale auf den Markt, zugeschnitten auf junge Frauen, die noch nicht geboren haben. Die Jaydess soll nur 3 Jahre getragen werden und enthält 13,5 mg Levonorgestrel, im Gegensatz zu ihrer „großen Schwester“ Mirena, die 52 mg Levonorgestrel enthält und 5 Jahre getragen wird. Hochgerechnet bedeutet dies, dass die Mirena viel zu hoch dosiert ist. Theoretisch würden 22,5 mg des Gestagens – also weniger als die Hälfte – ausreichen, um für 5 Jahre verhütend zu wirken. Die täglich abgegebene Menge reicht bei Jaydess aber dennoch aus, um genau die gleichen gravierenden Nebenwirkungen wie bei der Mirena auszulösen.


 6. Die Hormonspirale kommt ohne Östrogene aus

Die Schädlichkeit von östrogenhaltigen Kontrazeptiva ist bereits nachgewiesen, doch über die Schädlichkeit und die Langzeitnebenwirkungen von gestagenhaltigen Kontrazeptiva ist noch wenig bekannt.


 7.Es sind 96 % der Anwenderinnen mit der Hormonspirale zufrieden

Die 96-prozentige Zufriedenheit stammt aus einer Studie von 1994, also noch vor der Einführung der Hormonspirale auf dem deutschen Markt. Langzeitbeobachtungen können also nicht eingeflossen sein. In einer britischen Untersuchung aus 2007 ließen sich 46 % die Hormonspirale Mirena wegen Nebenwirkungen vorzeitig ziehen. Eine britische Studie zu Jaydess von 2015 kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Dort hielten nur 57 % der Jaydess-Anwenderinnen die vollen drei Jahre durch.


 8. Da der Eisprung nicht gehemmt würde, bliebe der natürliche Zyklus und der Hormonhaushalt unbeeinflusst

In einer Mitteilung des Arzneitelegramms von 1997 wurde eine Studie zitiert, bei der festgestellt wurde, dass nur 50 % der Frauen im ersten Jahr der Anwendung das Hormonprofil eines ovulatorischen Zyklus aufwiesen. In dieser Fallstudie kam es bei einer jungen Frau auch zur massiven Hemmung der Ovulation und stark sinkendem Östrogenspiegel. Dadurch wurde Osteoporose ausgelöst.


 9. Hormone der Spirale hätten keine Auswirkung auf die Muttermilch

Die Hormone der Spirale gehen selbstverständlich in die Muttermilch. Der Hersteller behauptet, dass die Menge, nämlich 0,1 % der Dosis unbedenklich sei. Wenn man davon ausgeht, dass tatsächlich sehr viel höhere Mengen des Gestagens ins Blut gelangen (siehe Punkt 5), werden diese 0,1 % nicht stimmen. Einen Nachweis über die Unbedenklichkeit bleibt der Hersteller schuldig. Hingegen wurde in einer Studie aus Chile von 2002 bei Kindern, die unter dem Hormon Levonorgestrel (wie in der Hormonspirale) gestillt wurden eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfekte und Augenentzündungen festgestellt.


 10. Mirena böte vermutlich Schutz vor bestimmten Infektionen

Darüber gibt es keine Nachweise. Deshalb formuliert es der Hersteller auch schwammig mit „Es wird vermutet, dass Mirena einen gewissen Schutz vor bestimmten Infektionen bietet“. In dieser Dissertation von 2011 wird ein Zusammenhang zwischen der Hormonspirale und einem erhöhten Risiko für chronische Infektionen festgestellt.