NDR-Visite berichtet über Hormonspirale

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dieBeate
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NDR-Visite berichtet über Hormonspirale

Beitragvon dieBeate » 07.11.2017, 07:35

Liebe Frauen,

die "Visite" im NDR-Fernsehen wird voraussichtlich heute abend in der Sendung ab 20:15 Uhr über die Hormonspirale berichten. Zumindest wurde das heute in der Tageszeitung unter Fernsehprogramm angekündigt...ich hoffe sehr, es bleibt dabei. Und hoffentlich ist der Bericht kritisch.

Liebe Grüße

Beate

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Kooper
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Re: NDR-Visite berichtet über Hormonspirale

Beitragvon Kooper » 08.11.2017, 11:27

Liebe Beate,

vielen Dank für den Hinweis, ich hätte es sonst nicht mitbekommen.

Ich habe es gesehen und habe mich gefreut, dass es auch um die psychischen Nebenwirkungen ging. Ich habe meine Beschwerden zahlreich wiedererkannt.

Interessant auch der Hinweis, dass bei manchen Frauen (natürlich "extrem selten") das Östrogen unter der Anwendung der HS in den Keller gehen kann.

Dann bin ich (wie bei der Nebennierenschwäche, dem Progesteronmangel, der SD-Unterfunktion, den eklatanten Vitamin- und Mineralienmängel, den Darmstörungen, Depressionen, Ängsten, Schlafstörungen etc. etc.) erneut ein "extrem seltener Fall" - bei mir war nach dem Ziehen quasi kein Östrogen mehr vorhanden.

Die Dame, die von "extrem selten" sprach, ist mir bei meinen Recherchen schon vor einiger Zeit begegnet, ich würde sie eher als Hormonbefürworterin bezeichnen:

http://scienceblogs.de/neurons/2010/06/ ... menopause/

https://www.brigitte.de/woman/gesundhei ... 29116.html

Beim 2. Artikel fiel mir besonders diese Aussage ins Auge:

Wechseljahre: Wie hilft eine Hormontherapie?

Mit allen Vorbehalten würde ich sagen: Ja. Das beobachte ich einfach in meiner Praxis. Wobei meine Wahrnehmung natürlich auch dadurch beeinflusst ist, dass Hormonanwenderinnen häufig auch sonst sehr viel für ihr Erscheinungsbild tun: Sie gehen oft zum Friseur, sind gepflegt und schick angezogen. Dennoch, und ich sage das eigentlich nicht gern: Frauen, die lange Hormone nehmen, wirken irgendwie vitaler und auch ein bisschen fitter...


Wenn ich mir das alles so ansehe und durchlese, werde ich wieder so richtig stinkewütend. Es geht ja nicht nur um uns! Die Hormonspiralen werden auch weiter Frauen ohne Aufklärung eingesetzt, niemand tut etwas dagegen, die Gyns füllen sich die Taschen, und ich bin mir sicher, dass es Todesfälle mit HS gab und gibt ! Nur zu gut erinnere ich mich an meine eigenen diesbezüglichen Gedanken. Und es prüft doch keiner nach, ob die betroffene Frau eine HS trug - wie auch, nachdem ein Zusammenhang bis heute kategorisch abgestritten wird!

Liebe Grüße
Kooper
Kooper, Baujahr 1970, in Partnerschaft, keine Kinder
1. Mirena 2003 - 2009, 2. Mirena 2009 - 2013


Was bringt den Doktor um sein Brot ?
a) die Gesundheit b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß ER lebe,
Uns zwischen beiden in der Schwebe.
Eugen Roth

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dieBeate
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Re: NDR-Visite berichtet über Hormonspirale

Beitragvon dieBeate » 08.11.2017, 22:07

Liebe Kooper,

es waren einige Fehler in dem NDR-Bericht.

1. geht vor allem der Progesteronspiegel runter, nicht der Östrogenspiegel - zumindest mein Kenntnisstand bisher. Dass der Östrogenspiegel auch runtergeht, könnte ich mir nur in Verbindung mit einem niedrigeren Progesteronspiegel vorstellen - die beiden Hormone stehen ja in Wechselwirkung und können ineinander umgewandelt werden. Wie das die Gyn gemeint hat - ich weiß es nicht.

2. keine Aushändigung der Patientenbroschüre an die Patienten: die Jenapharm-"Info"-Broschüre ist nicht so wichtig (Papier ist geduldig) und nicht verbindlich, es geht um den BEIPACKZETTEL, der nach dem Arzneimittelgesetz erstellt werden muss und alle der Vertriebsfirma bekannten KontraIndikationen und Nebenwirkungen enthalten sollte. Das ist zumindest mein Kenntnisstand.

3. Es sind natürlich nicht nur wenige Frauen betroffen - extrem hohe Dunkelziffer, wahrscheinlich auch Todesfälle infolge erhöhter Suizidalität (meine Vermutung).

Die "Visite" ist nicht gerade eine sehr kritische Sendung. Die Ärzte werden immer als bemüht und allwissend dargestellt usw.
Aber: super, dass überhaupt berichtet wurde. Je mehr über "Verhütungsschirmchen" geredet wird, desto besser.
Eine Stellungnahme seitens der Fa. Jenapharm habe ich vermisst, insbesondere, als es um die "lokale" Wirkung ging. Da hätte der NDR mal bei Bayer nachfragen können.

LG Beate

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Kooper
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Re: NDR-Visite berichtet über Hormonspirale

Beitragvon Kooper » 09.11.2017, 15:14

Ehrlich gesagt geht es mir persönlich gar nicht darum, dass die Berichte in den Medien bis ins kleinste Detail korrekt sind. Die Reporter sind keine Ärzte und sie müssen sich ihr Wissen wahrscheinlich ebenso mühsam zusammensuchen wie wir.

Ich finde es super, DASS berichtet wird - vor allem über die psychischen Nebenwirkungen. Egal, wie "kritisch" das jeweilige Format ist (auch das ist mir eigentlich relativ egal): es besteht eine Chance, dass es eine HS-Trägerin sieht und ins Grübeln kommt, Und wenn nicht sie, dann vielleicht Eltern, Freunde, Lebenspartner.

Als ich auf die Mirena als Verursacher gekommen bin, gab es so etwas noch nicht. Die Ärzte wiederholten gebetsmühlenartig "alles psychisch" und wenn ich nicht die richtigen 3 Begriffe bei "Dr. Google" eingegeben hätte, würde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hier heute nicht schreiben.

Due Dunkelziffer ist also zwangsläufig hoch ! Ich habe jahrelang gesucht, was mit mir nicht stimmt (vorher war ich gesund & leistungsfähig), und wenn frau nicht zufällig die richtige Begriffskombi eingibt, kann frau suchen bis sie schwarz wird. Und selbst wenn frau die Ärzte mit dem Ergebnis konfrontiert, wissen wir alle, was es da zu hören gibt....

Hier habe ich ein paar Links zum Östrogenmangel unter/nach Mirena. Leider ist TomDoc im lifeline-Forum nicht mehr aktiv - seine Beiträge haben mir sehr oft sehr geholfen:

was heißt Angstmachen -mit 46 können die WJ durchaus normal beginnen. Ich meine, es wäre möglich, dass die Eierstöcke ihre Funktion auch nicht mehr aufnehmen können (oder müssen) aufgrund des biologischen Lebensalters.
Die Hormonwerte unter MIRENA interessieren mich wirklich.
Da Mirena komplett Ovulationshemmend wirkt, dürften tatsäcghlich FSH und LH-Werte normal sein. Auch der Östrogenwert kann durchaus normal erscheinen - jedenfalls wird dies vom Hersteller so angegeben. Ich selber habe -möglicherweise aufgrund der Negativauswahl der vielen Mirena-Problem-Fälle, die sich in meiner Praxis eingefunden haben zwecks Hormonbestimmung und adäquater Weiterhilfe, nur eine einzige Patientin erlebt mit normalem Hormonstatus unter Mirena. Bei allen anderen waren die Östrogenwerte deutlich, zum Teil auf fast menopausale Werte, abgesunken
.
https://www.lifeline.de/expertenrat/fra ... dId=143301

lassen Sie sich sofort und ohne jede weitere Diskussion als allererstes die MIRENA ziehen!!!
Ich bin ganz sicher, dass das der Kern Ihres Übels ist!
Die dauerhafte reine Gelbkörperhormontherapie (hier LEVONORGESTREL) führt bei manchen Frauen zu einem völligen Verlust der Östrogenbildung und das kann sich an den Schleimhäuten bemerkbar machen!
Könnte mir vorstellen, dass sich die Probleme nach ca 3 Monaten deutlich (wenn nicht sogar völlig) gebessert haben! Solange wird es aber mindestens dauern, bis sich die Eierstöcke wieder einigermassen erholt haben!

https://www.lifeline.de/expertenrat/fra ... dId=144026

Aber, dass es in manchen Fällen unter und durch die Mirena dazu kommen kann, dass die ovarielle Funktion vollkommen blockiert wird (der Eisprung bleibt aus), wodurch der Östrogenspiegel bis in Wertbereiche nach den Wechseljahren absinken kann, ist bekannt - nicht allzu häufig, aber doch häufig genug, als dass es weiterhin Frauenärzten nicht beachtet werden sollte.
https://www.lifeline.de/expertenrat/fra ... dId=137569

die Aussage Ihres Frauenarztes macht mich richtig wütend:
bitte machen Sie sich die Mühe (ich glaube, es lohnt sich für Sie - Sie werden meine Wut teilen!), die intensiven Briefwechsel zum Thema MIRENA hier im Forum durchzulesen!
Bei vielen Frauen unterdrückt Mirena durch die ständige Abgabe eines der potentesten Gelbkörperhormone im Handel komplett die gesamte Eierstockfunktion! Selbst bei sehr jungen Frauen geht die Östrogenproduktion unter Umständen hin zum Nullpunkt! Das Progesteron brauchen Sie garnicht zu messen - es ist am Nullpunkt als Zeichen der sicheren Ovulationshemmung - das zumindest ist gewünscht und ein Zeichen, dass MIRENA eine sichere Art der Empfängnisverhütung ist.
Wenn Sie diese Beschwerden haben, die Sie angeben, dann lassen Sie sich als erstes die Spirale ziehen! Und noch eine Bitte: lesen Sie sich noch einmal intensiv den Beipackzettel durch!
Und dann lassen Sie sich noch einmal alle ärztlichen Schilderungen der Vorzüge dieser Methode durch den Kopf gehen.
Eines ist sicher: wenn Sie nicht das Alter der WJ erreicht habenm, dann wird sich Ihr Zustand hoffentlich allein durch das Ziehen der Spirale rasch ändern.
Sie werden sicher noch Rückfragen haben - bis dahin
https://www.lifeline.de/expertenrat/fra ... dId=143453

Ihre *Mirena-Erfahrung* ist -bitte entschuldigen Sie meine jetzt folgende verbale Entgleisung- einfach eine scheinbar sehr häufig sich wiederholende Sauerei!
Hätten Sie vor der Einlage der Mirena den Beipackzettel lesen können (ich hoffe, sie haben ihn zumindest jetzt noch zur Hand), dann hätten Sie ALLE Nebenwirkungen nachlesen können und hätten nicht 350,-Euro aus dem Fenster geschmissen (bzw. nicht Ihrem FA an Privathonorar bezahlt!).
So leid mir das tut, dass ich Ihnen jetzt keine *Schnellhilfe* anbieten kann und auch noch in die schmerzhafte Wunde, die die MIRENA in Ihrem Leben verursacht hat, mit meiner Wut hineinhaue.
Ihr Körper steht möglicherweise noch ein paar Monate unter dem Einfluß der Dauerhormontherapie der Mirena. Auch wenn das Ding gezogen ist, bleibt der endokrine Urknall auf Ihr gesamtes Hormongeschehen noch einige Zeit zu hören.
Ihre Zuflucht zur Homöopathie ist sicher Gold wert (leider verstehe ich selber zu wenig davon, weil ich nie Gelegenheit hatte, trotz meiner naturheilkundlichen Vorlieben, Homöopathie selber zu lernen). Das wird Ihr hormonales Mobile auch wieder in ruhige Bahnen bringen. Eine andere sehr gute Möglichkeit, um Ihr hormonelles Gleichgewicht rasch wieder zu erlangen, ist die *Hormon-Yoga* nach Dinah Rodriguez (gibt es auch als Buch, falls in Ihrer Nähe kein Kurs angeboten wird).
Aber etwas kriegen Sie nicht aus sich raus, und das wird Sie noch lange beschäftigen: Ihren Ärger und Ihre hilflose Wut, sich etwas aufgeschwätzt haben zu lassen, das Sie wahrscheinlich bei genauerer Kenntnis von keinem in Ihren Körper hätten einbringen lassen: die Wut über das *Hormonsystem MIRENA*.
Das Ganze war eine Demütigung und Vergewaltigung Ihres Körpers, für die Sie auch noch viel Geld bezahlten mussten.
So - jetzt werden Sie vielleicht nie mehr einen Brief von mir lesen wollen, weil ich Ihnen gar keine Hilfe anbieten konnte.
Oder?
Aber lesen Sie die hunderte von Briefen, die an mich geschickt worden sind zum Thema MIRENA, das wird Ihnen helfen, Ihre ohnmächtige Wut, die Sie zur Zeit so fertig macht, in die richtigen Wege zu lenken.

https://www.lifeline.de/expertenrat/fra ... dId=142262

Und hier noch was zum Östrogenmangel und vorzeitigen Wechseljahren: https://www.lifeline.de/expertenrat/fra ... dId=137917


Ich denke, damit dürfte der angeblich "extrem selten vorkommende Östrogenmangel" erklärt sein. Ich selbst war übrigens auch betroffen. Mein Hormonsystem nach dem Ziehen kann ich mit einem einzigen Wort beschreiben: ruiniert.

LG Kooper
Kooper, Baujahr 1970, in Partnerschaft, keine Kinder
1. Mirena 2003 - 2009, 2. Mirena 2009 - 2013


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Re: NDR-Visite berichtet über Hormonspirale

Beitragvon dieBeate » 09.11.2017, 17:51

Danke, Kooper, für die Infos.

Also hat die Gyn im Visite-Bericht doch recht? Der Östrogenspiegel geht runter? Und was ist mit "Östrogendominanz"? Ich blick da nicht mehr durch. Zur Zeit erhalte ich bioident. Progesteron und bioid. Östradiol. Über Östriol wurde ebenfalls nachgedacht. Da meine jetzige Gyn gut informiert ist, wußte sie, dass sich Östradiol zum Teil in Östriol umwandelt. Für mich war das neu. Da ich auch einen leichten Östriolmangel habe, wurde die Dosierung von Östradiol erhöht (2 Hübe Gynokadin-Gel statt bisher 1 Hub). Mal sehen....Mit den bioid. Hormonen geht es mir sehr viel besser. Aber: ich bin 55, also in den Wechseljahren. Ob das für jede Frau was bringt, weiß ich daher nicht. Lange habe ich übrigens versucht, ohne Hormonsubstitution auszukommen, aber mein Körper schafft es ncht aus eigener Kraft.

LG Beate

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