9 Monate nach Mirena

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Phoebe
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9 Monate nach Mirena

Beitragvon Phoebe » 05.08.2018, 21:13

Aktualisierung vom 5. August 2018
Nach einem Jahr und einem Abort haben wir es endlich geschafft wieder schwanger zu werden :smile_inlove: . Mit der Schwangerschaft haben sich alle Beschwerden in Luft aufgelöst :smile_rofl: . Spannend wird es nach der Geburt. Kehrt diese Scheisse wieder zurück oder darf ich endlich wieder normal leben?


31.12.2017
Liebe Leidensgenossinnen

Lange habe ich mitgelesen und Fragen gestellt, nun habe auch ich einen (etwas langen) Erfahrungsbericht verfasst.
Ich hatte 10 Jahre mit Pille verhütet. Alle merkwürdigen Sachen (Schilddrüsenüberfunktion, Hyperventilation, Stechen in linker Brust, allgemeines Unwohlsein) wurden stets auf meinen Schichtdienst abgeschoben (bin Polizistin). Hatte die Pille dann abgesetzt und bin sofort schwanger geworden. Im Juni 2014 kam unser Sohn zur Welt. Während der Stillzeit verhütete ich mit Minipille (ca. ½ Jahr), anschliessend wieder mit vorheriger Pille. Ich war froh um den Wechsel, da ich das Gefühl hatte die Minipille nicht gut zu vertragen. Im Mai 2015 setzte ich die Pille wieder ab. 9 Monate versuchten wir erfolglos schwanger zu werden. Dank Progesteron-Einnahme klappte dann die Schwangerschaft. Im Oktober 2016 kam unsere Tochter zur Welt. Im Dezember 2016 liess ich mir die Mirena setzen, da meine Kolleginnen so unglaublich davon geschwärmt hatten und ich nicht wirklich viel studiert hatte. Dieses Forum kannte ich zu diesem Zeitpunkt bereits und dachte mir, dass mir sowas nie passieren würde. Das Einsetzen war kaum spürbar, war aber auch keine zwei Monate nach der Geburt. Ich hatte dann ein paar Tagen Blutungen, was danach war weiss ich nicht mehr. Nach ca. 2 Monaten hatte ich das Gefühl dass mir die Spirale nicht gut tut und erinnerte mich an die Erfahrungsberichte die ich im Internet gelesen hatte. Somit liess ich mir Anfang April 2017 die Spirale wieder entfernen. Die Entfernung war kaum spürbar. Ich hatte danach noch 3 Tage Schmierblutungen und einen Monat später begann mein Zyklus wieder. Leider hatte ich wieder den Zyklus wie vor meiner Tochter. Am Tag 21 den ES und 6 – 9 Tage später meine Mens. Zuerst gab ich meinem Körper einige Monate Zeit um sich einzupendeln. Mir ging es jedoch immer schlechter. Meine Symptome waren:
- extremer Haarausfall
- Drehschwindel
- Atemstörungen
- Kribbeln in Armen und Beinen (evt. Hyperventilation)
- eingeschränkte Leistungsfähigkeit
- Nervosität bis zum Muskelzittern
- Panikattacken
- Herzrasen
- Stechen in linker Brust
- Konzentrationsstörungen
- allgemeines Unwohlsein
- Benommenheit, das Gefühl nicht wirklich anwesend zu sein
- Watte/Nebel im Kopf
- Pickel
- gefühlte Dehydration:
- ausgetrocknete Haut und Schleimhäute
- schellende Fingerkuppen (sämtliche Behandlungen erfolglos)
- trockene Augen mit monokularen Doppelbilder
- Schluckprobleme (gefühlter trockener Hals), oft geröteter Hals
- chronische NNH-Entzündung
- Zyklusstörungen (21/6d - erste/zweite Zyklushälfte)
- absolute Appetitlosigkeit (runterwürgen des Essens)
- Ziehen in Fusssohle rechts
- Augenlid flattern
- Stechen im Kopf oben links
- weisse Flecken auf Fingernägel
- Nacken- und Rückenschmerzen
- Grübeleien
- Stechen rechts im rechten Unterleib vor Eisprung
- Zahnfleischschwund (evt. zusammenhangslos)
- Gewichtsabnahme
Entgegen den meisten von euch geht es mir in der ersten Zyklushälfte sehr schlecht und in der zweiten Zyklushälfte (also die eine Woche) erstaunlich gut.

Nach einem grippalen Infekt war dann der Höhepunkt meines schlechten Befindens. Ich ging zwar immer zur Arbeit (arbeite 40%), kann mir aber nicht vorstellen das ich äusserst produktiv war. Meine Arbeitskollegen wissen jedoch über mein Leiden bescheid (bin da sehr offen drüber) und geben mir den nötigen Support. Als ich dann 3 Tage kaum mehr was essen konnte (Juli 2017) ging ich insbesondere aufgrund Doppelbilder, Schwindel und Appetitlosigkeit zum Hausarzt. Der überwies mich zum Psychiater, Herzspezialisten und zu einer Magenspieglung. Ich sagte alle Termine ab und lieferte mich ins Spital ein. Es wurden Laboruntersuchungen gemacht und ich wurde zum HNO, zum Schädel MRT und Augenarzt überwiesen. Das Kalium war zu tief, was sie aber vernachlässigt wurde da der Referenzwert umstritten wäre. Dass meine Beschwerden von der Mirena kommen sollen habe sie noch nie gehört und empfinde sie als unglaubwürdig. Die Überweisungen hatte ich abgesagt, beim Augenarzt war das Resultat: Hornhautverkrümmung und sehr trockene Augen. Meine Recherchen im Internet begannen und ich suchte dieses Forum wieder auf. Dank Kalium war dann der Drehschwindel sofort weg. Nach der Magnesiumeinnahme (welche mir HIER! empfohlen wurde), hatte ich nach ¾ Stunden das erste Mal wieder richtig Appetit. DANKE NOCHMALS DAFÜR! Ich nahm regelmässig Magnesium, Kalium und Vitamine, es besserte sich jedoch nur schleppend. Der Gyni meinte das noch so einer langer Zeit meine Beschwerden nicht mehr mit der Mirena in Verbindung gebracht werden können. Ich würde unter meinem eigenen Zyklus leiden. Ich ging dann zum Heilpraktiker und wurde dort an ein „Global Diagnostics“ Gerät angeschlossen. Das Gerät ist um umstritten, in meiner Situation probiert man jedoch alles. Es wurde u.a. das Leaky Gut Syndrom festgestellt. D.h. alle Vitamine und Mineralstoffe, die ich in mich werfe, können vom Körper gar nicht aufgenommen werden. Ich startete diesbezüglich eine Behandlung. Das Leaky Gut Syndrom hat sich dann verbessert. Gut ging es mir aber noch immer nicht. Im November/Dezember 2017 machte ich dann 6 Wochen lang 2x pro Woche Akupunktur. Und… Es geht mir schon seeeeehr viel besser :smile_rofl: . Mein Haarausfall hat sich massiv gebessert, auch sind meine Haare wieder schöner geworden. Der ES war das letzte Mal an Tag 16, sehr erfreulich. Ich bin Leistungsfähiger geworden. Auch hatte ich zuvor immer einen Grundstress, hatte kaum Nerven für meine Kinder und meinen Mann. Nun bin ich ein viel gelassener Mensch geworden. Die beiden Kids versorge ich mit links und auch für meinen Mann habe ich wieder Nerven.
Da der Körper nur 30% des eingenommenen Magnesiums aufnehmen kann, nehme ich seit 2 Wochen noch Magnesiumöl. Bis jetzt habe ich noch keine zusätzliche Besserung verspürt. Liegt aber ziemlich sicher daran dass ich Protein begonnen habe zu nehmen um meinen Körper wieder in Form zu bringen (war bei 1.72m noch gerade 53,3kg schwer). Konnte 2kg zunehmen und fühle mich dadurch wohler, dafür habe ich zusätzlich mit Muskelzuckungen im Gesicht zu kämpfen. Das Ziehen in der Fusssohle und das Stechen im Kopf sind auch immer noch sehr ausgeprägt. Nach dem Sport (mache 2x pro Woche Power Plate und nach Möglichkeiten 1x pro Woche Joggen) habe ich jeweils heftigen Muskelkater. Durch den Sport und Muskelaufbau benötigt der Körper natürlich mehr Magnesium. Ich nehme Kalium, Calcium und Magnesium von Schüsslersalz, Vitamine von Doppelherz und Magnesium-Diasporal in Abwechslung mit Magnesiocard. Das Diasporal würde mir besser tun, putzt mich jedoch durch. Mein Heilpraktiker hat mir kürzlich Mucuna D verschrieben da er sich sicher ist, dass ich einen Dopaminmangel habe. Ausser Mucuna D ist nichts unter Kontrolle eines Arztes oder Heilpraktikers. Der Heilpraktiker meinte ich solle alles ausser Magnesium absetzen. Ich bin da anderer Meinung und bin deshalb mein eigener Arzt...

Nicht teilen mit euch kann ich Depressionen (vermutlich aufgrund meiner Familie und diesem Forum), Schlafstörungen und nicht Abnehmen können. Ist jedoch zu bemerken dass ich vermutlich von Natur aus ein mit Haut überzogenes Skelett bin, dass durch die Pille einfach „normal schlank“ wurde.

Da es mir nun besser geht hoffen wir, dass das dritte Kind nicht nun mehr lange auf sich warten lässt.

Dass Gesundheit das grösste Geschenk auf der Welt ist war mir nach einem Vorfall mit meinem Mann schon etwas länger bewusst. Aber etwas Positives hat mir die Mirena dennoch gebracht: Ich geniesse jeden Tag mehr als je zuvor :smile_inlove: !

Nachtrag 03.01.2018
Die Freude dass sich der Zyklus eingependelt hat war von kurzer Dauer. Der ES war zwar am Tag 16, die Mens kam jedoch an Tag 23 :smile_sadsmile:. Der Wunsch nach dem dritten Kind werden wir langsam begraben...


Zuletzt als neu markiert von Phoebe am 05.08.2018, 21:13.
Jg. 1986; 2 Kinder (2014, 2016); Mirena 12/2016 - 04/2017; z.Z. schwanger (ET 02/2019)

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