Erfahrungen aus "Legersicht" / "Hormonspiralen"

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Dr.Michael Gampe
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Erfahrungen aus "Legersicht" / "Hormonspiralen"

Beitragvon Dr.Michael Gampe » 11.02.2018, 11:53

Liebe Userinnen , durch Zufall bin ich auf diese Seite geraten, weil ich mich im Augenblick auf einen kleinen Vortrag über das Thema beim FOKO in Düsseldorf vorbereite.
Ich lege IUS seit deren Existenz , also seit etwa 1995 ,in der Woche etwa drei mal. Ich überschaue also etwa 3000 sujektive Erfahrungen meiner Patientinnen.In meiner Praxis liegt der Zufriedenheitsgrad bei 98% bezogen auf die Zeit der Liegedauer. Die Zufriedenheit ist absolut abhängig von der Qualität der Aufklärung : Erst das Medikament , die Erwartungen der Patientinnen damit , die familiäre Situation ( zufriedene ,stabile Partnerschaft vs. "Stress" in der Familie, am Arbeitsplatz , eben die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben ) . Dass im ersten halben Jahr Blutungsstörungen auftreten können ,muss (!) erwähnt werden. Auch , wenn vorher eine "Pille" für ein gutes Hautbild eingenommen wurde , muss darauf hingewiesen werden , dass bei Wegfall der Einnahme ( n i c h t , weil jetzt Mirena liegt!) , die Akne widerkommen kann ,weil eben jetzt das angeborene Hormonbild vorliegt.
Wir Menschen haben bei wie auch immer gearteten Schwierigkeiten im Leben das Bedürfnis , Erklärungen zu suchen ( "Kausalitätsbedürfnis") und neigen dazu , lieber Andere oder Anderes für unsere Situation verantwortlich zu machen . In der Geburtshilfe z.B. geistert immernoch herum ,dass eine Nabelschnurumschlingung des Kindes vom Wäscheaufhängen in der Schwangerschaft kommt . Da gibts noch viele solche Dinge...Es ist z.B. völlig unlogisch, dass ein IUS ursächlich für Depressionen sein soll : In den 5 Jahren Liegedauer eines IUS würde eine andere Pat. 1680 Tabletten der Stillpille einnehmen (sehr ähnlicher Wirkstoff) ! Eine IUS Anwenderin nimmt die Hormonmenge von 28 (!) Tabletten, verteilt über 5 Jahre (!), dieses Hormons auf . Und über die Stillpille werden derartige "Depressionen" kaum berichtet . Die stillende Frau ist eben in einer anderen (glücklicheren?) Lebenssituation ,als jemand ,der langzeit verhüten möchte und eine Familie mit allen ihren täglichen Stresssituationen , vielleicht die Doppelbelastung mit Arbeitsstelle ,managen muss. Vielleicht kommen noch nach soundsovielen Ehejahren Partnerkonflikte dazu ? Vielleicht ist der Kinderwunsch ja "nur" mit dem Verstand abgehakt ,aber das Unterbewusstsein ist anderer Meinung ? Wäre das ein Denkansatz für die Klagen ,unter Mirena "Depressionen" zu haben ? Jedenfalls bin ich hoch erstaunt , wieviel Unzufriedenheit hier geäußert wird ,widerspricht das doch meinen eigenen persönlichen Praxiserfahrungen in 20 Jahren und 3000 Mirenapatientinnen. Aber wahrscheinlich ist es so, wie bei anderen Dingen auch : Die schweigende, zufriedene Mehrheit äußert sich nicht. Es ist im menschlichen Leben immer so,dass es nur zwei Dinge gibt , die hundertprozentig sind : die eigene Geburt und der eigene Tod. Dazwischen gibts immer nur Wahrscheinlichkeiten . Aus ärztlicher Sicht sind Hormonspiralen die sichersten , best ververträglichsten, preiswertesten Langzeitverhütungsmittel. Vorallem tun sie das ,was sie sollen, mit viel geringerem Gesundheitsrisiko : Sie verhüten eine ungewollte Schwangerschaft , die sonst vielleicht das Leben in unerwünschte Bahnen gelenkt hätte oder gar in einem Abbruch geendet hätte. Aber es muss vor Einlage das Obige unbedingt besprochen werden ! In diesem Sinne einen schönen Sonntag . Ihr Dr. Michael Gampe , Bad Windsheim .

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Mia69
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An Dr. Gampe

Beitragvon Mia69 » 11.02.2018, 20:53

Guten Tag!
Zu meiner Person. Ich war immer extrem leistungsstark. Ich habe mich in einem mittelständigen Unternehmen an die Spitze gekämpft. In einer absoluten Männerwelt. Ich habe dazu noch 2 Ehrenämter ein grosses Haus usw. Die Hormonspirale hat mich in die Knie gezwungen. Es gibt aber auch Kollegen die
wissen was das mit sich bringen kann. Nach Entfernung der Mirena war es mal wieder Zeit diverse Zysten kontrollieren zu lassen. Mein neuer Gymm hat
mir dann gesagt, das ich ein Paar Wochen warten soll, denn jetzt würden sich die Zysten zurückbilden. Genau so ist es. Mittlerweile sind diese weg.
Um aus einer totalen Erschöpfung, Histaminintoleranz, Depressionen, Panikattaken usw. hat es etwas gedauert. Meine ATP Produktion war am Boden.
Ich habe immer auf Ernährung, Sport usw. geachtet. Ich habe nie geraucht und nie getrunken. Schwindel war ebenfalls ein massives Problem. 1 x im Monat ein Lagerungsschwindel war zum Schluss ganz normal. So: Hormonspirale raus und heute ist alles wieder gut. Ich bin so stark, das ich mit Schwindel und
Depressionen immer noch gearbeitet habe. Heute sieht mein Ablauf so aus: Vollzeit, immer noch in führender Position, 4 x die Woche Abendschule,
immer noch die Ehrenämrte und muss mich auch noch zusätzlich um meine Mutter und Ihren Lebensgefährten kümmern, der an vaskulärer Demenz leidet.
Also nicht Lebensumstände oder so ein Quatsch. Einer Compt homocygoten Frau eine Spirale einzusetzen gleicht einem Kunstfehler. Wahrscheinlich haben Sie davon noch nie etwas gehört. Wenn Sie 1000 Hormonspirale Trägerinnen fragen ob sie Medikamente nehmen, werden fast alle das verneinen. Und
wenn Sie fragen ob diese damit zufrieden sind, wird auch kaum eine einen Zusammenhang sehen. Ich habe ungefähr 20 Frauen in meinem Freundeskreis gefragt ob sie Problemen haben, alle sind so zufireden. Erst als ich bewusst einzelne Symtome angesprochen habe, sind mache ins grübeln gekommen. Mittlerweile haben sich alle bis auf eine die Hormonspirale entfernen lassen, da man dann doch endlich wusste woher diverse Nebenwirkungen gekommen sind, wie Migräne, Haarausfall, Stimmungstief usw. Und siehe da. Bei allen sind die Beschwerden weg. Was für ein Zufall. Als Sie studiert haben, hat man Ihnen noch beigebracht das der Zellkern das wichtigste der Zelle ist. Vielleicht können Sie ja auch gar nicht erklären, oder wissen auch gar nicht wie
es zu einem höheren Krebsrisiko bei hormoneller Verhütung kommt. Das können Sie googlen. Oder den Citrat Cyklus vergessen ? Nicht bekannt, das
durch hormonelle Verhütung Micronährstoffdefizite entstehen? Wie sollten Sie auch. Falls Sie glauben das sie selbständig sind, denn überdenken Sie das bitte noch mal. Sie können nicht wie eine Handwerker ein Angebot machen und entscheiden was Sie machen. Sie sind ein Sklave des Kassensystems. Mit Selbständigkeit hat das nichts zu tun. Denn wenn Sie sich wehren und eine andere Medizin verfolgen, dann wird Sie Ihre eingene kassenärztliche Vereinigung vorführen. Für die Sie viele Beiträge bezahen. Dann verschreiben Sie Ihren Patientinnen doch bitte Vitamiin D Magnesium und Co.
Bevor Sie einer Patientin die Pille Hormonspirale uns sonstige hormonelle Verhütungen verschreiben, machen Sie da einen Gentest ? Für all die mittlerweile bekannten Krebsmarker ? Glaub ich kaum. Mut zur Lücke würde ich das nennen. Gott sein Dank sind wir ja in Deutschland und nicht in Amerika. Denn da kann so was schnell viel Geld an Schadensersatz kosten. Leider Pech für uns. Ich mache meinen Ärzten keinen Vorwurf. Denn die kennen ja nur Fortbildungen und Werbebroschüren der Pharmaindustrie. Wieso hatte es Bayer nötig falsche Berichte in das Forum zu setzen. Wenn dazu doch kein Anlass bestünde? Ich hatte dann endlich das Glück das mein Arzt, der TCM praktiziert, auf die Idee gekommen ist, das es die HS ist und ich finanziell in der
Lage war mir privatärztliche Hilfe zu leisten. Das Vertrauen hab ich hart bezahlen müssen. Was ich durchgemacht habe wünsche ich niemandem.
Vielleicht nehmenn Sie das mal als Anlass ihre Patienten genauer in Augenschein zu nehmen. IPPA. Inspektion. Man sieht schon viel im Gesicht.
Liebe Grüsse Mia
48 Jahre, keine Kinder, Mirena 5/2009-7/2016

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Silke323
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Re: An Dr. Gampe

Beitragvon Silke323 » 11.02.2018, 21:24

Liebe Mia,

Respekt für Deine Ausführungen. Die Nebenwirkungen der HS sind so komplex und kommen schleichend und viele der Trägerinnen können eins und eins nicht zusammenzählen, da es Zustände sind, die psychisch und physisch sind. Rennen von Facharzt zu Facharzt mit null Resultat. Am Ende landen die meisten beim Psychiater oder Nervenarzt. Und dort ist das Leid nicht zu Ende, da die Ursache noch immer im verborgenen sind.

An Dr. Gamp,

vielleicht sollten Sie hellhöriger werden, wenn Patienten mit der HS über kleine Dinge klagen. Denn so ging es bei mir los. Brustspannen, Gewichtszunahme und Gemütsverstimmungen. Ich habe das nie mit der HS in Verbindung gebracht. Immer gedacht, du bist ja berufstätig, Kind ist klein, Eltern brauchen dich etc. ... Ein langer Weg, bis ich mir durch dieses Forum im letzten Jahr die HS habe ziehen lassen. Mittlerweile, die Schilddrüse hat leider einen Treffer bekommen, geht es mir psychisch um Welten besser.

Wenn Sie ein verantwortungsvoller Arzt sind, dann versuchen Sie vielleicht mal zwischen den Zeilen zu lesen und ggf. vielleicht auch mal nachzufragen, vielleicht würde vielen Frauen damit Leid erspart.

VG - Silke

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Kooper
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Re: An Dr. Gampe

Beitragvon Kooper » 12.02.2018, 20:24

Sehr geehrter Herr Gampe,

Ihre Schilderung veranlasst mich dazu, zuzugeben, dass auch ich jahrelang zu den zufriedenen Anwenderinnen der Hormonspirale "Mirena" gehört habe, denn da ich von meinem Arzt lediglich hinsichtlich der Blutungsstörungen aufgeklärt wurde, habe ich – wie Sie dies ja auch anregen - sämtliche bei mir schleichend seit dem Einsetzen aufgetretenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Lebensumstände, den Stress, das Alter etc. geschoben.

Davon einmal ganz abgesehen, dass Ihre Schilderungen sehr viele „vielleichts“ enthalten, z. B.
Die stillende Frau ist eben in einer anderen (glücklicheren?) Lebenssituation ,als jemand ,der langzeit verhüten möchte und eine Familie mit allen ihren täglichen Stresssituationen , vielleicht die Doppelbelastung mit Arbeitsstelle ,managen muss. Vielleicht kommen noch nach soundsovielen Ehejahren Partnerkonflikte dazu ? Vielleicht ist der Kinderwunsch ja "nur" mit dem Verstand abgehakt ,aber das Unterbewusstsein ist anderer Meinung ?
dürfte eines völlig unbestritten sein:

Bei allem Respekt für Ihr jahrelanges Studium haben Sie eines nicht erreicht (und werden dies auch nicht): eine Frau zu werden, um selbst in den „Genuss“ eines hormonellen Verhütungsmittels zu kommen.

Ich bedaure dies außerordentlich, denn ich wäre gerne bereit, einen Extra-Lehrgang zu besuchen, um Ihnen (und den vielen anderen männlichen Vertretern Ihrer Zunft mit ebensolcher Sichtweise) eine Hormonspirale zu legen und Sie dabei – wie Sie es selbst anregen – lediglich auf Blutungsstörungen im ersten halben Jahr hinzuweisen.

Sogar der Hersteller räumt neben „Depressionen“ eine Reihe von Nebenwirkungen ein – diese stehen u. a. in der Roten-Hand-Liste, der Fachinformation (für Ärzte) sowie den in- und ausländischen Packungsbeilagen und sind Ihnen als Arzt sicher besser bekannt als uns, denen man die Hormonspirale zumeist mit den Worten „wirkt nur lokal und ist der Mercedes unter den Verhütungsmitteln“ eingesetzt hat.

Über die Blutungsstörungen sind die meisten von uns tatsächlich aufgeklärt worden – die nach einer Eingewöhnungsphase von ca. 6 Monaten oft ausbleibende Menstruation wurde als größter Vorteil dieser Verhütungsmethode genannt. (Erstaunlich, da eine Amenorrhoe ansonsten doch grundsätzlich als behandlungsbedürftig gilt…!?)

Ich gebe ebenfalls einige „vielleichts“ zu bedenken und greife dabei auf die Frage aus Ihrem Text zurück
Wäre das ein Denkansatz...
Vielleicht nehmen Sie gelegentlich die Literatur zur Hormonspirale zur Hand, z. B. die Ihnen vorliegenden Unterlagen
- Beipackzettel (deutsche & ausländische)
- Fachinformation
- Rote-Hand-Liste

Oder auch
- Arzneitelegramm 1997: https://www.arznei-telegramm.de/html/19 ... 12_01.html
- Mitteilung der Bundesärztekammer 2009: https://www.akdae.de/Arzneimittelsicher ... 905011.pdf

Und könnte es vielleicht auch sein, dass folgende Umstände
- die Zuwendungen der Firma Bayer https://correctiv.org/recherchen/euros- ... dsheim-de/
- das Privathonorar, das Patientinnen Ihnen für das Legen bezahlen
- die (ebenfalls kostenpflichtigen) wiederkehrenden Ultraschalluntersuchungen

einen gewissen Einfluss darauf haben KÖNNTEN, ob die (vielfach eingeräumten) Depressionen logisch oder unlogisch erscheinen? (Wie gesagt: dies ist nur ein Denkansatz!)

Übrigens: wenn ich eine Kopfschmerztablette nehme, in deren Packungsbeilage als Nebenwirkung „Übelkeit“ steht, und mir wird dann schlecht, dann ist es unbestritten, dass ich das Mittel nicht vertrage. Niemand käme auf den Gedanken, mir in diesem Fall einzureden, dass ich (bei unveränderter Ernährung) mit einem Mal etwas Falsches gegessen habe.

Es erscheint daher tatsächlich „unlogisch“, dass die in der Packungsbeilage der Hormonspirale genannten Nebenwirkungen in der Regel rundweg abgestritten werden und die Ärzte das „Kausalitätsbedürfnis“ verspüren, in den Lebensumständen der Frauen die Ursache zu suchen (und Antidepressiva zu verordnen… zum Psychiater zu überweisen… etc.)

Ich wünsche den von Ihnen (und den anderen Vertretern Ihrer Zunft) beratenen Frauen, dass sie künftig vollumfänglich und unter Aushändigung des Beipackzettels aufgeklärt werden.
Kooper, Baujahr 1970, in Partnerschaft, keine Kinder
1. Mirena 2003 - 2009, 2. Mirena 2009 - 2013


Was bringt den Doktor um sein Brot ?
a) die Gesundheit b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß ER lebe,
Uns zwischen beiden in der Schwebe.
Eugen Roth

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ladybird
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Re: An Dr. Gampe

Beitragvon ladybird » 12.02.2018, 22:15

Sehr geehrter Herr Doktor Gampe,
das Wesentliche wurde von meinen Vorrednerinnen schon gesagt.
Hinzufügen möchte ich, dass mich Ihr herablassender Tonfall sehr stört. Als ob wir irgendwelchen Märchen (Vergleich Nabelschnur-Mythos) aufsitzen würden (die wer bitte verbreitet?).
Denn es ist umgekehrt. SIE sitzen einem Märchen auf:
dass die Hormonspirale wesentlich niedriger dosiert sei als eine Pille. Sie brauchen sich nur das Diagramm auf S. 5 dieser Studie anzusehen http://www.risiko-hormonspirale.de/bfar ... sprung.pdf , dann sehen sie die Plasmaspiegel der 3 verschiedenen Hormonspiralen. Und vielleicht wissen Sie auch, dass eine Minipille mit Levonorgestrel einen Plasmaspiegel von etwa 250 pg/ml erzeugt, also etwa soviel wie die gängigste Hormonspirale Mirena, von der sie schon Tausende gelegt haben , alle mit dem Werbeargument, sie sei viel niedriger dosiert als eine Pille (der Pharmakologe Prof.Dr. Glaeske sagt übrigens, dass die Nebenwirkungen von Levonorgestrel unabhängig von ihrer Dosierung seien).
Hoffentlich schämen Sie sich ein bisschen.

Man könnte jetzt sagen: Sie machen ja nur Ihren Job: bekommen vom Hersteller Geld, damit Sie Positives über die Hormonspirale zum Besten geben ("wes' Brot ich ess', ...). Dreist aber finde ich, dies in einem Forum zu tun, indem sich Frauen finden, die genau wegen dieser mangelnden und fehlerhaften "Aufklärung", wie Sie sie betreiben, Monate und Jahre leiden mußten, ehe sie die Ursache für ihren schlechten Gesundheitszustand - mit Hilfe dieses Forums und nicht etwa ihres Frauenarztes - herausfanden. Es ist geradezu ZYNISCH!
Und ich möchte Sie zitieren mit "Wir Menschen haben bei wie auch immer gearteten Schwierigkeiten im Leben das Bedürfnis , Erklärungen zu suchen ( "Kausalitätsbedürfnis") und neigen dazu , lieber Andere oder Anderes für unsere Situation verantwortlich zu machen . "
Ja, genau, es ist viel einfacher, Frauen für die Nebenwirkungen eines Medikaments, an dem Sie ENORM VIEL GELD VERDIENEN verantwortlich zu machen als der Wahrheit ins Auge zu blicken:
Ihr Goldesel ist in Wirklichkeit ein stinkender Gaul!
"Depression" steht übrigens als HÄUFIGE NEBENWIRKUNG im Beipackzettel aller drei Hormonspiralen. Haben Sie den schon mal gelesen? Meinen Sie, der Hersteller schreibt das zum Spaß da hinein?

Sie toppen ihren eigenen Zynismus noch mit dieser Aussage:
"Jedenfalls bin ich hoch erstaunt , wieviel Unzufriedenheit hier geäußert wird ,widerspricht das doch meinen eigenen persönlichen Praxiserfahrungen in 20 Jahren und 3000 Mirenapatientinnen."
Dass Sie selbst höchst zufrieden mit Mirena - und dem netten Zusatzverdienst - sind, steht außer Zweifel.
Und logisch erscheint mir auch, dass kaum eine Ihrer Patientinnen über irgendwelche Nebenwirkungen geklagt hat, weil sie schlicht nicht aufgeklärt war. Händigen Sie eigentlich den Beipackzettel aus, wie Sie es sollten laut Beipackzettel?

Eine Bitte an die Forumsleitung: Solche Beiträge wie der von Dr. Gampe sollten nicht freigeschaltet bzw. gelöscht werden. Letztlich ähneln sie den interessengesteuerten "Fake-Beiträgen", die vor ein paar Jahren vom Hersteller über eine Agentur in Auftrag gegeben wurden, um das Image der Hormonspirale zu polieren. Sie sind ein Schlag ins Gesicht jeder Frau, die unzureichend oder gar nicht über die Nebenwirkungen aufgeklärt wurde und dadurch eine unnötig lange Leidenszeit durchleben mußte.
Gruß
ladybird
www.risiko-hormonspirale.de
Jahrgang 1967, keine Kinder, feste Beziehung, Mirena1: 2000-2006, Mirena2: 2006-Nov.2010

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xXMarthaXx
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Re: An Dr. Gampe

Beitragvon xXMarthaXx » 15.02.2018, 18:37

Ich sag dazu jetzt gar nicht viel, nur das hier: Ich dachte auch fünfzehn Jahre lang eine zufriedene Mirena-Trägerin zu sein. Erst nach dem Ziehen (hatte bei mir andere Gründe, nicht wg Nebenwirkungen) fiel mir auf, was alles an kleinen Wehwehchen, die ich NIE darauf zurückgeführt hätte, mehr oder weniger plötzlich verschwand. Hätte ich sie nicht ziehen lassen, wäre ich immer noch "zufrieden".

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lekado
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Re: An Dr. Gampe

Beitragvon lekado » 16.02.2018, 08:37

Guten Tag Herr Gampe,

das Wesentliche wurde von meinen Vorrednerinnen bereits gesagt.

Nur soviel: Da Sie den Zusammenhang zwischen der Hormonspirale und Depressionen leugnen, empfehle ich Ihnen die Lektüre der SPIEGEL-Ausgabe Nr. 23/2017. Dort wird der Zusammenhang eindeutig belegt.

Vielleicht informieren Sie sich umfassend, bevor Sie Frauen mit z.T. langjährigen Leidensgeschichten als Lügnerinnen oder Simulantinnen darstellen.
Auch ich habe im Bekanntenkreis mehrere Frauen, die der Meinung waren, ihre Hormonspirale problemlos zu vertragen und erst nach meinem Hinweis den Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Beschwerden und der Mirena zogen.

Leider machen wir hier immer wieder die Erfahrung, dass Ärzte uns als Psychofälle abtun, offenbar ist der finanzielle Anreiz größer als die Verantwortung gegenüber den Patientinnen. Bedauerlich...

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summse
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Re: An Dr. Gampe

Beitragvon summse » 18.02.2018, 11:25

Hallo Herr Dr. Gampe,

vielen Dank für die Blumen :smile_puke: , klar habe ich mir meine Ängste, Depressionen nur eingeredet, ach nein sie kamen von meinen Lebensumständen. Genau ich war 3 Jahre zufriedene Mirena-Trägerin und ja ich habe sie empfohlen. Glaubte ich doch meine Depressionen, Ängste und Co. sind Zusammenhänge meiner Kinderheit etc.. Schon komisch!!! :-) erklären sie mir bitte, warum es mir heute ohne Mirena wieder gut geht? Meine Lebensumstände habe sich nicht geändert(jedenfalls habe ich immer noch einen Job, ein weiteres Kind und Haus und mit meinem Mann eine kl. Landwirtschaft), also daran kann es nicht liegen, meinen Mann finde ich wieder viel attraktiver, aber auch er ist der seit 1995 in meinem Leben, also auch darin keine Veränderung. Ich bin noch immer in meinem super Job , in einer super Firma, diese Firma hat mir sogar durch die schweren Zeiten geholfen. An was lag es nun ? Psycho_Therapie brach ich nach der Entfernung ab, weil es mir nicht viel gebracht hat, also auch von der Seite war keine Behandlung die jetzt mein Befinden rechtfertigen würde.
Ach ja , sie interessiert es bestimmt reichlich wenig, sonst wären sie wieder mal online gegangen und hätten sich mal angehört was die Frauen hier zu berichten haben.
Ich wünschte sie würden mal in der Sicht einer Trägerin stecken und nicht nur die Sicht des Lägers haben. Ach ja auch mein FA hatte nur zufriedene Trägerinen, weiß aber von 2 Frauen die auch bei ihm waren, dass diese auch große Probleme mit der Mirena hatten und zu jeder hat er gesagt"sie sind die erste die mit diesen Problemen kommen." :smile_puke:

Alles Andere haben meine Vorrednerinnen ja schon erwähnt.

Achja, warum gibt es Nachfolger von Mirena und Mirena ist ja auch ein Nachfolger von einer Hormonspirale, wenn diese doch sooooooooooooooooo gut ist?
Warum ständig neue Bezeichnungen für den gleichen Dreck?
Auch BfArM schrieb mir " Ihre Nebenwirkungen sind uns bekannt" und schickte mir den Beipackzettel von der Mirena mit, hm wie kommen sie darauf Depressionen sind keine NW der Spirale?
Ich weiß nicht mehr in welchem Jahr es im Beipackzettel geändert wurde, es war nachdem ich sie glaube entfernt hatte, da stand nicht mehr depressive Verstimmung unter NW sondern dann Depressionen.
Auch ich bekam keinen Beipackzettel und wurde aufgefordert die Schachtel der Hormonspirle nicht zu öffen, damit ich sie nicht beschädige. Es wäre Pflicht gewesen mit einen Beipackzettel auszuhändigen.

Auf Grund das sie hier ihren positiven Bericht geschrieben haben, konnten doch einige hier gute Gegenargument bringen, die zum Nachdenken anregen und die vielleicht dann genau solchen Ärzten, wie sie einer sind, die Fragen stellen, bevor man die Entscheidung trifft--Hormonspirale ja oder nein.

Oft ist es auch so, das geraten wird nicht in Foren zu lesen, da nur negatives drin steht und es von Frauen geschrieben wird, die angeblich Arbeitslos zu Hause sitzen und zu viel Zeit haben... Schon frech, wobei wahrscheinlich, wenn man Arbeitslos ist erst auf so eine Spirale sparen müsste.Naja nun bin ich hier eine dieser Frauen, es ist doch interessant. :smile_wondering:
(Jahr 2016) 38 jahre ,3 kinder Mirena vom ?.06.2009 - 28.6.2012

http://hormonspirale-forum.de/viewtopic ... 009#p45009 , Updats

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Loana
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@ Erfahrungen aus Legersicht

Beitragvon Loana » 24.03.2018, 18:49

Sehr geehrter Herr Kollege Dr. Gampe,
In den 5 Jahren Liegedauer eines IUS würde eine andere Pat. 1680 Tabletten der Stillpille einnehmen (sehr ähnlicher Wirkstoff) ! Eine IUS Anwenderin nimmt die Hormonmenge von 28 (!) Tabletten, verteilt über 5 Jahre (!), dieses Hormons auf .
Diese Information habe ich in gleicher Form von der Pharmavertreterin von Jenapharm erhalten, die mich in meiner Praxis besucht, sowie in zahlreichen pharmagesponsorten Weiterbildungen gehört. Haben Sie das mal nachgerechnet?

Mirena enthält 52.000µg Levonorgestrel für 1.825 Tage. Das sind 28µg LNG pro Tag. Jenapharm gibt die Freisetzungsrate mit 20µg pro Tag an. Der Rest ist wohl Wirkstoffreserve. 20 oder 28µg - wie auch immer.

Auf dem Markt befindet sich eine reine Levonorgestrel-Pille ohne zusätzliche Östrogene. "28mini", die ebenfalls von Jenapharm hergestellt und vertrieben wird. Diese (Mini-)Pille enthält 30µg Levonorgestrel pro Dragee.

30µg LNG sind in einer zweifellos systemisch (also im ganzen Körper) wirksamen Pille enthalten, wohingegen 20µg LNG in Mirena so wenig Wirkstoff sein sollen, dass von einem unbeeinflussten Vorliegen des
angeborenen Hormonbildes
auszugehen ist? So legt es die Pharmaindustrie den Ärzten ganz deutlich dar und druckt es grafisch gut sichtbar in den Aufklärungsmaterialien für das Arzt-Patienten-Gespräch und Patientenwerbebroschüren ab.

20µg finde ich gar nicht so wenig.

20µg mal 1825 Tage ist gleich 36.500µg Levonorgestrel in 5 Jahren. Geteilt durch die angegebenen
28 Dragees
, denen Mirena angeblich entsprechen soll, wäre das 1.304µg Levonorgestrel pro Pillendragee. Mir ist keine Pille bekannt, die auch nur annähernd so dosiert ist. Es sind eher 100µ bis zu 150µg. Oder eben 30µg, wenn man mit Levonorgestrel mono Pille vergleicht.

Mirena mit der Stillpille Jubrele zu vergleichen, die ein a n d e r e s Gestagen enthält, ist wissenschaftlich unsauber. Der Volksmund würde sagen "Äpfel mit Birnen verglichen".

Unter der tatsächlich sinnvoller vergleichbarenen "28mini", die 30µg LNG enthält, kommt es zu Eizellreifungsstörungen und bei einem beträchtlichen Teil der Anwenderinnen zur Eisprunghemmung. Die Eisprunghemmdosis von Levonorgestrel, bei der auch bei der letzten Anwenderin mit dem dominantesten Zyklus kein Eisprung mehr stattfindet, liegt bei 60µg - mit großen individuellen Abweichungen. 20µg reichen für viele schon aus um keine Eizellreifung und keinen Eisprung mehr zu haben.

Wird die Eizellreifung, also die Funktion der Eierstöcke unterdrückt, kommt es zum Östrogenmangel. Östrogen wird in den Wänden der reifenden Eibläschen gebildet. Keine Eibläschenreifung, kein Östrogen. Oder zumindest viel weniger.

In der Lebensphase mit sinkenden Östrogenspiegeln, den Wechseljahren, kommt es zu depressiven Verstimmungen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen - typische Symptome des klimakterischen Syndroms. Trotzdem vermittelt die Pharmaindustrie Ärzten erfolgreich:
Es ist z.B. völlig unlogisch, dass ein IUS ursächlich für Depressionen sein soll
In vier Jahren Niederlassung blicke ich nur auf einige hundert selbst gelegte und übernommene Mirenapatientinnen zurück. Ich kann bestätigen, dass die Anwenderzufriedenheit bei Mirena tatsächlich außerordentlich hoch ist. Die Frauen sind insbesondere begeistert von der Blutungsfreiheit.

Ich frage, schon aus eigenem Interesse, immer nach der Zufriedenheit zum einen, nach Veränderungen in Gewicht, Hautbild, Stimmungslage zum anderen. "Zugenommen habe ich schon, aber ich glaube nicht, dass das an Mirena liegt." ist eine typische und sehr häufige Antwort. Stimmungsstörungen sind ebenfalls nicht selten und werden meist Stress, Lebensumständen und Beziehungskonflikten zugeordnet, was sicherlich auch mehr oder weniger zutrifft. Die Anwenderinnen kommen gar nicht auf die Idee Zusammenhänge mit Mirena zu sehen, da es ihnen von ihren Ärzten, wie Ihnen Herr Dr. Gampe und mir, die der Pharmaindustrie glauben, vermittelt wurde. Da wurde von lokaler Wirksamkeit ohne sonstige Beeinflussung gesprochen.

Mirena ist eine Verhütungsmethode mit hoher Zufriedenheitsrate, das stimmt. Aber an die rein lokale Wirkung glaube ich nicht mehr. Mirena ist in meinen Augen ein hormonelles Verhütungsmittel, das vergleichbar mit einer durchgenommenen Pille zu sehen ist. Auch mit dieser Methode sind viele Frauen zufrieden. Das ist eine Option und das kann jede Frau für sich entscheiden.

Aber Märchen vom unbeeinflussten körpereigenen Hormonstatus lasse ich mir nicht erzählen von der Pharmaindustrie und berate meine Patientinnen auch nicht so. Jede meiner Patientinnen muss die Packungsbeilage der Mirena/Kyleena/Jaydess lesen, bevor ich sie einlege und in meiner, von der Patientin zu unterschreibenen, Aufklärungsdokumentation steht immer "hormonelle Nebenwirkungen - Packungsbeilage wurde gelesen".

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die meisten Frauen ohne hormonelle Beeinflussung weitaus wohler fühlen, trotz des Aufwandes anderweitig über Verhütung nachdenken zu müssen. Leider kommen dabei auch viele Frauen an die Grenzen ihrer Fähigkeiten, was dann wiederum hormonellen Verhütungsmitteln eine ordentliche Daseinsberechtigung schafft, denn Abbrüche möchte natürlich erst recht niemand.

Viele Grüße

Dr.med. Loana B.

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lekado
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An loana

Beitragvon lekado » 25.03.2018, 20:24

Hallo,

zunächst einmal freut es mich, dass es offenbar auch auf Seiten der Ärzte kritische Stimmen zur HS gibt und Sie offenbar zu den Gynäkologen gehören, die ordnungsgemäß über die Mirena aufklären. Das haben hier leider die wenigsten Frauen erlebt, mich eingeschlossen.

Ich möchte dennoch Bezug nehmen auf Ihre Aussage, dass die Anwenderzufriedenheit mit der Mirena sehr hoch ist.
Ich habe auch lange gedacht, die Mirena gut zu vertragen und meine Beschwerden auf andere Faktoren geschoben (berufstätige Dreifachmutter).

Das Tückische an der Mirena ist, dass sich Beschwerden erst nach und nach einschleichen und nur die wenigsten Frauen einen Zusammenhang zur Mirena ziehen. Insofern meine ich, sollte es Pflicht der Gynäkologen sein, Langzeitanwenderinnen regelmäßig zu ihrem Gesundheitszustand zu befragen und mögliche Zusammenhänge zur Mirena aufzuzeigen (macht aber keiner, betrifft ja eine lukrative Einnahmequelle...).

Immerhin erhöhen Sie die Chancen Ihrer Patientinnen, wenn Sie sie bereits vor Einlage der HS auf mögliche Nebenwirkungen hinweisen. Ich hatte das Glück nicht und kämpfe seit mittlerweile 10 Jahren gegen die Nebenwirkungen der Mirena an, bin aber erst vor einem Jahr durch den zufälligen Fund dieses Forums auf die Mirena gekommen und habe sie mir ziehen lassen. Seitdem bin ich in Behandlung und kämpfe mich mühsam zurück ins Leben. Mittlerweile weiss ich, dass ich einen Progesteronmangel habe sowie eine Histaminintoleranz und eine Mitochondrienstörung. Ich war vor der Mirena eine kerngesunde Frau mit keinerlei gesundheitlichen Problemen...

Im Sinne aller Frauen in diesem Forum und aller anderen Anwenderinnen bitte ich Sie, Ihre Patientinnen kritisch zu beraten und auch und insbesonders auf mögliche Langzeitnebenwirkungen der Mirena hinzuweisen. Welche das sind, wird in diesem Forum mehr als deutlich, denn viele Geschichten ähneln sich sehr.

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