nach schmerzhaftem Einsatz von Kyleena monatelange Krämpfe, Magen-Darm Beschwerden, lange Blutungen

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Drachenfliege
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nach schmerzhaftem Einsatz von Kyleena monatelange Krämpfe, Magen-Darm Beschwerden, lange Blutungen

Beitragvon Drachenfliege » 21.08.2018, 17:09

Hello ladies,

von dem was so manch eine von euch berichtet, kommt mir einiges bekannt vor. Sorry vorab, mein Bericht ist etwas lang geworden! :smile_giggle:

***Update nach der Entnahme, siehe unten***


Infos zu mir:
--> Hormonspirale Kyleena, Einsatz am 12.01.2018
--> 28 Jahre alt, 1,65m, ca. 55kg
--> keine Kinder
--> 10 Jahre lang die Pille genommen (von 16-26)
--> leichte Schilddrüsenunterfunktion, sonst gesund


Beschwerden in Stichpunkten:
- höllische Schmerzen bei und nach dem Einsetzen
- wochenlang heftige Unterleibsschmerzen am Stück (rückblickend konnte ich regelrecht spüren, wie meine Gebärmutter die Spirale wieder loswerden wollte)
- verstärkte Unterleibsschmerzen während der Periode (lies nach ca. 6 Monaten wieder nach und war dann wieder "angenehm")
- Verstopfung (hatte ich vorher nie mit zu kämpfen), Magen-Darm-Beschwerden
- latentes bis starkes Ziehen in rechter Leistengegend, manchmal auch in der linken
- (latente) ziehende Schmerzen, die bis in den (meist) linken Oberschenkel strahlen
- Blutung von pre-spirale 5 Tagen auf 8-14 Tage "Klecker-" Blutung (also tw. nur ganz wenig Blut, aber super nervig für Kopf und Unterwäsche)
- Schmierblutungen
- Zysten
- dazu das ständige Kreisen meiner Gedanken, ob all meine Beschwerden jetzt an der Kyleena liegen (ergo psychische Belastung)
- anfangs Schmerzen beim Sex (konnte den Gebärmutterhals spüren)

Mein Bericht:

Ich habe mir am 12.01.2018 eine Kayleena einsetzen lassen und bekam massive Probleme. Nach einiger beziehungsfreier Zeit wollte ich im Jahr 2016 nicht mehr morgens und abends Hormone schlucken (habe eine leichte Schilddrüsenunterfunktion, nehme 37,5mg L-Thyroxin am Tag) und habe die Pille abgesetzt. So vergingen 1,5 Jahre mit hormonfreier Verhütung bis ich in meiner neuen festen Beziehung wieder einen "Sicherheitsfaktor" und "meine Ruhe" haben wollte. Also ließ ich mich bei der Frauenärztin beraten, welche mir von der Kupferspirale indirekt abriet (starke Schmerzen bei der Regelblutung, und die Kupferkette klang für mich mit dem "Einwachsen" in die Gebärmutter auch nicht attraktiv). Die Kyleena hingegen klang geradezu wie eine Göttin, ganz neu auf dem Markt, super geringe Dosierung und nur lokale Wirkung. Klang super!! Als dann auch noch alle Kosten von meiner Krankenkasse (bin privat versichert) übernommen wurden dachte ich es sei ein Jackpot. 5 Jahre Ruhe.

Der Einsatz fühlte sich alles andere wie ein Jackpot an. Es tat höllisch weh und ich hatte wochenlang Schmerzen (nur mit Ibuprophen auszuhalten). T.w. so heftig dass ich krank zu Hause im Bett blieb. Behandlung von meiner FA? Eine Woche Ibuprophen (3mal am Tag) und Buscopan!!! (Im Nachhinein weiß ich nicht, was mich geritten hat.) Direkt im Anschluss an den Einsatz hatte ich enorme Magen-Darmprobleme und hielt es für eine Lebensmittelvergiftung. Erst Durchfall und dann das Umgekehrte - Verstopfung. Mit Verstopfung hatte ich davor noch nie zu kämpfen! Manchmal konnte ich bei den Schmerzen nicht unterscheiden, ob sie jetzt aus dem Unterleib oder vom Darm kommen. Besonders auf der rechten Leistengegend erlebte ich ein starkes Ziehen und Stechen, so dass ich eines Nachts Sorge hatte, eine Blinddarmentzündung zu haben. Das war es nicht, aber es war eine "Darmwelle" entstanden, also quasi abgelagerter Kot. Eine Untersuchung beim Hausarzt ergab ebenfalls, dass viel Luft und viele Kotteilchen im Umlauf waren. Dazu sollte ich sagen, dass ich mit Luft im Bauch schon vorher Probleme hatte, mit solch enormen Darmschwierigkeiten hingegen nicht. Solche eine Verstopfung ist seitdem nochmal aufgetreten (dieses Mal sicher keine Lebensmittelvergiftung.)
Manchmal zeigt sich das starke Ziehen auch auf der linken Seite (quasi Eierstockhöhe) und der Schmerz strahlt in den linken Oberschenkel aus. Diese Schmerzen treten nach wie vor auf, die Magen-Darm-Schwierigkeiten (in etwas abgeschwächter Form) auch. Auch außerhalb meiner Regelblutung. Meine Schmerzen während der Mens sind ebenfalls viel schlimmer geworden, so dass ich selbst bei dieser Hitze im Sommer schon Wärmepflaster und Wärmflasche benutzt habe und tw. Ibus schlucke (hatte ich vorher nie). Manchmal bin ich nachts vor Schmerzen aufgewacht (das ist mir unmittelbar vor dem Einsetzen allerdings auch einmal passiert, ich weiß nicht, wie lange der Körper nach 10 Jahren Pille braucht, um sich wieder "einzustellen"). Die verringerte Blutung hat sich so semi-gut eingestellt. Jetzt, bei meiner letzten Regelblutung, kam nur wenig Blut (ich war noch nie eine starke Bluterin), aber immer noch so, dass ich an 3 Tagen meine Lady Cup getragen habe. Die Male davor war meine Blutung von pre-spirale 5 Tagen auf 8-14 Tage Blutung gestiegen (auch wenn ich t.w. nur minimal geblutet habe, super nervig und unvorteilhaft für die Unterwäsche).

Ich war bei 3 verschiedenen Frauenärztinnen (1 meine, 1 Vertretung, 1 Zweitmeinung). Der Sitz der Kyleena war immer perfekt. Zwei von den Ärztinnen habe ich gefragt, ob die Magen-Darm-Probleme mit der Kyleena zusammenhängen können. Beide verneinen es oder können es sich nicht vorstellen. Mein Hausarzt hingegen meinte schon direkt am Anfang "Ihr Körper will die Spirale nicht." und erzählte von Frauen, die ebenfalls Spirale und Magen-Darm-Probelme in Verbindung gebracht haben (und denen es danach ohne besser ging). Auch Apothekerinnen berichteten mir davon, dass sie von Frauen mit dieser Erfahrung wissen.
Ich verstehe einfach nicht, wie meine Frauenärztin diesen möglichen Zusammenhang so vehement verneint und meine Bedenken nicht ernstnimmt. Bei der Ärzting zur Zweitmeinung ging es mir genauso, dass ich mich absolut nicht ernstgenommen fühlte. So ein bisschen Ganzheitlichkeit täte dieser schulmedizinischen Ärztewelt echt gut. Vielleicht bin ich auch einfach Magen-Darm empfindlich, das kann durchaus sein. Ich bin eine sensible Person, die (eigentlich...) viel auf ihren Körper hört und mitbekommt, was Sache ist. Aber dann hätte ich mir gewünscht, dass es transparenter gemacht wird, dass bei mir dann entsprechende Probleme entstehen könnten.

Heute habe ich dann einen Artikel gelesen, in dem es u.a. um den Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Hormonspirale geht. Nun weiß ich nicht, ob meine "geringe" Unterfunktion darauf Einfluss haben könnte. In diesem Bericht, in dem es eigentlich um die Mirena geht, fiel aber der Satz: "Tatsächlich erzeugt die Mirena, die 52 mg Levonorgestrel enthält, Hormonkonzentrationen, die mindestens doppelt so hoch sind wie die Konzentration bei einer Pille mit dem gleichen Wirkstoff. *Wenn die Frau einen verlangsamten Stoffwechsel hat (z.B. durch eine Schilddrüsenunterfunktion) kann diese Menge bis zu 6fach höher als eine Pille sein*." (https://www.netzwerk-frauengesundheit.c ... wirkungen/) Der letzte Satz hat mich hier sehr aufhorchen lassen, gerade weil hier auch der Stoffwechsel angesprochen wird. Die Kyleena hat zwar eine wesentlich geringere Dosierung (19,6mg), dennoch hat die Frauenärztin mit keinem Wort erwähnt, dass es da evtl. einen Zusammenhang geben könnte.

Ach und bei den Untersuchungen wurden bei mir mehrfach Zysten festgestellt, zuvor hatte ich nie Zysten (oder wusste zumindest nichts davon). Diese haben sich allerdings alle glücklicherweise komplett zurückgebildet. All meine Freunde und fast mein gesamtes Kollegium wissen darüber bescheid, dass ich eine Hormonspirale und massive Probleme damit habe, weil es sooft als Thema aufkam (entweder weil es mir akut schlecht ging, ich krank zu Hause war, ich durch die Gänge gekrebst bin, o.ä.).

Warum ich die Spirale noch trage? Tja, ich hatte die Hoffnung, dass ich mich "schon damit anfreunde" und es besser wird. Es ist auch definitiv besser geworden, als in den ersten 2, 3 Monaten, aber nicht gut. Ich könnte gemütlich 5 Jahre lang den Sex mit meinem Freund genießen, ohne Angst vor einer Schwangerschaft haben zu müssen, zudem ist dieses Verhütungmittel äußerst reisetauglich und obendrein wurde es mir noch bezahlt. So viele schöne Gründe dafür, wäre da nicht mein Körper, der eigentlich laut und deutlich NEIN geschrien hat. Von Anfang an. "Das musst du eben aushalten." "Bei anderen war es auch nach 3 Monaten / einem halben Jahr vorbei" Solche Sätze habe ich mir dann gesagt.

Ich ärgere mich im Nachhinein, meinem Körper so etwas angetan zu haben und sie so lange (über 7 Monate) in mir herumgetragen zu haben. Mein Körper hat sich direkt zu Beginn offensichtlich gewehrt und wollte die Spirale loswerden. Nachdem ich heute viele Beiträge in Foren gelesen und ähnliche Symptome entdeckt habe, habe ich den festen Entschluss gefasst, sie mir ziehen zu lassen. Ich höre meine Frauenärztin schon sagen "Schade um das gute Teil"... Eine Unverschämtheit, wo Frauen dieser Welt doch eigentlich zusammenhalten sollten. Mein lieber Hausarzt meinte direkt zu Beginn, dass mein Körper die Spirale wohl nicht haben möchte. Einerseits denke ich mir, dass ich doch einfach auf ihn (und meinen Körper) hätte hören sollen. Andererseits setze ich mich seit der Spirale so viel mit meinem eigenen Körper auseinander wie noch nie! :) Post-spirale werde ich wohl auf NFP umsteigen, also werden mein Körper und ich uns noch besser kennenlernen - und das finde ich ausgesprochen gut. :smile_flower:

Gerne werde ich anschließend berichten, wie es mir kyleena-frei ergeht. :)

May the strength be with us!
Drachenfliege

***UPDATE*** knapp 1 Woche nach der Entnahme, 28.8.2018

Ich habe mir die Kyleena am 22.8. nach 7 Monaten und 2 Wochen Tragzeit ziehen lassen. Meine erste Reaktion? Meine Gebärmutter und ich haben um die Wette gestrahlt!!! :smile_rofl:
---> Das Ziehen war im Gegensatz zum Einsetzen ein Klacks. Die Rückholfäden waren zwar etwas nach oben gerutscht und meine FA musste sie mit einer "Zange" (klingt fieser als es war) fassen, wobei die Zange etwas in den Gebärmutterhals eindringen musste - aber nach einem kurzen Huster war dann auch schon alles erledigt! Danach habe ich noch kurze Zeit ein Ziehen im Unterleib verspürt, was aber nicht weiter schlimm war und auch schnell abklang.
--> Sehr interessant war die Reaktion meiner FA, als ich ihr nochmals meine Beschwerden darlegte: "Ja natürlich können die Magen-Darm-Beschwerden mit der Spirale zusammenhängen! Wenn die Gebärmutter ständig kontraktiert, wirkt sich das auch auf die umliegenden Organe aus - da ja alles eng beieinander liegt." Aha! Vorher hatte sie vehement verneint, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Sie betonte jetzt zwar immer noch, dass ich ein seltener Fall sei, verwies aber auch nochmal darauf, dass während der Menstruation ja auch Magen-Darm-Beschwerden entstehen können (und meine Gebärmutter in den ersten Monaten Kyleena in einer ständigen Kontraktion war).
--> Bezüglich Nebenwirkungen nach der Entnahme:
Ich habe am Nachmittag/Abend nach Entnahme eine Migräneattacke bekommen, bringe dies aber nicht unbedingt in unmittelbaren Zusammenhang mit der Entnahme. (Ich stehe momentan ziemlich unter Stress, da ich mich in der Vorbereitung für meine Abschlussprüfung befinde.) Ansonsten kann ich nicht von etwaigen Entzugserscheinungen oder dergleichen berichten (man beachte allerdings auch meine kurze Tragdauer).
--> Wir verhüten jetzt erstmal mit Kondom und außerdem habe ich mit NFP, symptothermale Methode, angefangen. Da ich eine Fernbeziehung (sehen uns alle 2 bis 3 Wochen am Wochenende) führe habe ich genügend Zeit mich in die Methode einzufinden. Das Schöne ist, dass ich Kondome vorher nie leiden konnte (nicht das gleiche Gefühl, unsexy Unterbrechung), sie jetzt aber als "unseren Freund" ansehe und wir quasi ein kleines Ritual daraus gemacht haben. Es kommt eben immer auf die Einstellung an :)

Ich bin unglaublich froh, dass sie nun raus ist! Meine Nebenwirkungen nach dem Einsetzen der Kyleena waren definitiv nicht eingebildet, sondern sehr physisch und real. Nach und nach hat sich die Spirale aber auch in meine Psyche eingeschlichen, weil ich jeden Tag daran gedacht habe - ob ich sie nun entfernen sollte, ob ich meinem Körper etwas Unzumutbares antue, ob ich nicht einfach durchhalten muss,ob es langfristige Folgen haben wird, etc... Nach dem Entfernen ist also defintiv auch eine psychisch bedrückende Last von mir abgefallen und ich fühle mich sehr gut mit der Entscheidung.

***UPDATE*** genau 1 Monat nach der Entnahme, 22.9.18

Meine erste Regelblutung nach der Kyleena kam ca. 5-6 Tage zu spät, was mir aber keinerlei Sorgen bereitet hat (sie war unter der Spirale auch nicht immer ganz pünktlich). Jetzt aber der gravierende Unterschied: sie kam endlich wieder kurz!! 4 Tage dauerte sie an. Vor der Spirale dauerte sie 5 Tage an, unter der Spirale mit "Kleckerblutungen" manchmal bis zu 10-14 Tage (! Nerv!). Darüber bin ich also schon mal sehr happy! :)

Außerdem: FAST GAR KEINE UNTERLEIBSSCHMERZEN!! Unter der Spirale waren sie mitunter unerträglich. Vor der Spirale hatte ich eher selten starke Schmerzen. Dass sie jetzt komplett weg geblieben sind (minimales Ziehen am zweiten Tag der Periode) wundert mich zwar, aber ich nehme es natürlich herzlich gerne und mit Kusshand hin.

Zudem ist mir aufgefallen, dass mein Mens.-Blut irgendwie reiner und heller, ja gar schöner, war (als je zuvor, also auch im Gegensatz zu prä-spirale). Eine weitere Veränderung ist, dass sie am zweiten Tag für meine Verhältnisse (war nie eine starke Bluterin) sehr stark war (trage eine Lady Cup in S und die ist mir fast übergelaufen, was mir noch nie passiert ist).

Insgesamt bin ich also nah wie vor sehr, sehr glücklich mit meiner Entscheidung, sie rausnehmen zu lassen und mehr der Natur zu folgen. :)

Weitere Updates folgen, falls sich etwas Neues ergibt. :)

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