Nachwirkungen der Mirena: Wechseljahre, Schilddrüsenprobleme

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ClaudiaidualC
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Nachwirkungen der Mirena: Wechseljahre, Schilddrüsenprobleme

Beitragvon ClaudiaidualC » 18.05.2020, 10:45

Hallo zusammen,
ich bin 51 Jahre alt. Nachdem ich 15 Jahre lang die Mirena verwendet habe (3 Spiralen von 2004 bis 2019) und mir während der Tragezeit keine Nebenwirkungen bewusst aufgefallen waren (im Nachhinein schon, dazu später), ließ ich sie mir im November 2019 ziehen und (gegen den Willen meiner Frauenärztin) auch keine neue mehr einsetzen. Meine Motivation war, das Eintreten der Wechseljahre bewusst erleben zu können, weil ich unter der Mirena jahrelang keinerlei Blutungen mehr hatte). Meine Frauenärztin versuchte mich vom Gegenteil zu überzeugen, indem sie mir Angst machte, dass ich ohne Mirena wochenlange Blutungen haben könnte. Mit der Mirena würde ich unbeschwerter in die Wechseljahre kommen. Tolle Beratung! Ich hatte voll den Eindruck, meine Frauenärztin wollte mich als regelmäßige Kundin nicht verlieren, weil ich mit Mirena ja regelmäßig ein Kontrollultraschall machen lassen und selbst bezahlen musste.

Was mir meine Frauenärztin außerdem verschwiegen hatte: Dass es mittlerweile Studien gibt, aus denen hervorgeht, dass man mit Mirena ein erhöhtes Brustkrebrisiko hat. Was sie mir auch verschwiegen hatte: Dass man mit der Mirena Schilddrüsenprobleme bekommen kann. All diese Erkenntnisse gab es 2004 noch nicht, als ich mit der Mirena anfing, aber im Laufe der Jahre wurden diese Nebenwirkungen ermittelt. Im Grunde hätte mir meine Frauenärztin mit dem Einsetzen jeder neuen Mirena mich auf diese neuen Erkenntnisse hinweisen müssen. Hat sie aber nicht! Und ich wurde leider nicht hellhörig, als ich im 2008 erstmals depressive Stimmungsschwankungen bekam und im Sommer 2011 erstmals eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt wurde. Niemals hätte ich das mit der Mirena in Verbindung gebracht. Im Nachhinein bin ich mir nun doch ziemlich sicher, dass alles durch die Mirena beeinflusst wurde.

Im November 2019 kam die Mirena nun heraus, also vor 6 Monaten. Seither habe ich noch keine Blutung gehabt, weder direkt nach dem Ziehen oder Tage/Wochen später. Es stellte sich bis jetzt auch kein Zyklus mehr ein. Kann es sein, dass ich durch die Mirena den Eintritt der Wechseljahre überhaupt nicht mitbekommen habe? Hat Mirena mich evtl. früher in die Wechseljahre gebracht? Zum Jahresbeginn 2020 hatte ich für zwei Monate typische Wechseljahrsbeschwerden wie nächtliches Schwitzen und tagsüber kurze Hitzewallungen. Diese Beschwerden sind aber komplett verschwunden, nun habe ich seit Wochen Schlafprobleme und Probleme mit der Blase (häufiger Harndrang), was ja auch mit den Wechseljahren in Zusammenhang gebracht wird. Wer hat Ähnliches erlebt?

Ich bedanke mich im Voraus für eure Antworten!
Herzliche Grüße
Claudia

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Kooper
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Re: Nachwirkungen der Mirena: Wechseljahre, Schilddrüsenprobleme

Beitragvon Kooper » 18.05.2020, 13:00

Liebe Claudia,

ja, das kann tatsächlich sein.... die Hormonspirale wird inzwischen des Öfteren mit der künstlichen Einleitung in die Wechseljahre in Verbindung gebracht.

Ich selbst gehöre leider dazu. Ich trug die Mirena 10 Jahre lang und brachte sämtliche Beschwerden nicht mit ihr in Verbindung.

Meinem langjährigem Frauenarzt erzählte ich, dass es mir nicht gut geht. Er hat mich ausgelacht.

Ich wechselte dann 2009 zu einer Ärztin, die mir eine neue Spirale eingesetzt hat. Inzwischen habe ich mir alle Akten schicken lassen. Sie hat vermerkt: "Depressionen, Panikattacken, Nikotin". Alles Gegenanzeigen für eine Hormonspirale, aber das hat sie nicht abgehalten, mir ohne entsprechenden Hinweis ein neues Exemplar zu setzen....

Im Jahr 2013 bin ich dann durch die Begriffskombi "Übelkeit, Schwindel, Gewichtszunahme" durch Zufall auf die zahlreichen Berichte im Internet und zum Glück auch auf dieses Forum gestoßen. Ich fiel aus allen Wolken. Nach 10 Jahren Odyssee endlich DIE Lösung! Von der Zeit her passte es auch - ich war früher ein ganz anderer Mensch und habe mich mit der Mirena schleichend total verändert.

Meine Mutter ist mit 54 in die Wechseljahre gekommen und mir wurde mehrfach versichert, dass ich bei mir mit Ähnlichem rechnen kann.

Inzwischen sagt das keiner mehr, denn sämtliche Ergebnisse aus Blut- und Speicheltests seit der Entfernung der Mirena haben ergeben, dass ich die Hormonwerte einer 80jährigen habe. Ich habe mich auch trotz aller Bemühungen nicht mehr davon erholt. Inzwischen bin ich 49 und habe seit über 17 Jahren keinen Zyklus mehr gehabt. Und der war vorher vorbildlich :smile_worried:

Ich wünschte, ich hätte nie Vertrauen in meinen Arzt gehabt. Ach so, Hashimoto (Autoimmunerkrankung der Schilddrüse) wurde vor ein paar Jahren auch bei mir festgestellt - Danke Mirena, Danke Bayer, Danke Ihr verlogenen geldgierigen Ärzte!

Meine Schlaf- und Blasenprobleme haben sich zum Glück nach dem Ziehen verflüchtigt. Auch die Hitzewallungen ließen nach. Es hat sich in den 7 Jahren seit dem Ziehen allgemein sehr viel bei mir verbessert.

Das wünsche ich Dir auch!

LG Kooper
Kooper, Baujahr 1970, in Partnerschaft, keine Kinder
1. Mirena 2003 - 2009, 2. Mirena 2009 - 2013


Was bringt den Doktor um sein Brot ?
a) die Gesundheit b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß ER lebe,
Uns zwischen beiden in der Schwebe.
Eugen Roth

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ClaudiaidualC
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Re: Nachwirkungen der Mirena: Wechseljahre, Schilddrüsenprobleme

Beitragvon ClaudiaidualC » 19.05.2020, 12:39

Hallo Kooper,

vielen dank für deine Antwort und deine Wünsche!

Nachdem ich deine Erfahrungen mit der Mirena gelesen habe, liege ich also mit meiner Vermutung, dass die Mirena die Wechseljahre vorzeitig auslösen kann, gar nicht mal verkehrt. Leider findet man überhaupt keine medizinischen Berichte darüber. Nachdem immer mehr über die Nebenwirkungen von Hormonspiralen an die Öffentlichkeit gelangt, desto wichtiger ist es doch, dass hier vonseiten der Medizin intensiver untersucht wird, gerade auch der Zusammenhang mit den Schilddrüsenerkrankungen. Aber offenbar ist der Druck der Pharmaindustrie so groß, dass man die Sache lieber nicht an die große Glocke hängt. Und die Frauenärzte machen bei diesem Spiel auch noch mit. Ich lese so oft, dass sie die Beschwerden der Patientinnen mit Mirena überhaupt nicht ernst nehmen. Auch du hast ja mit zwei Ärzten diese leidliche Erfahrung gemacht. Als Patientin fühlt man sich da wenig wertgeschätzt, erst recht, wenn man ausgelacht wird oder unangebrachte Kommentare in der Krankenakte landen. Über meine Ärztin wundere ich mich sehr. Von 20 Jahren war sie noch nicht so gewinnorientiert unterwegs. Sie war mir während meiner zwei Schwangerschaften eine sehr gute Ärztin und Beraterin und erst seit 3 bis4 Jahren hat sie sich sehr gewandelt, sie will mir auch immer alle möglichen zusätzlichen Leistungen aufquatschen, die ich natürlich selbst zu tragen habe. Die Sache mit der Spirale hat dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Die Ärztin ist natürlich beleidigt, aber das ist mir egal. Es ist mein Körper und meine Entscheidung. Am liebsten würde ich wechseln, aber es ist so schwer, eine gute Ärztin zu finden, vor allem in der Großstadt.

Wie ist das denn bei dir mit deinem Hashimoto gewesen? Wie wurde das festgestellt? Nachdem ich mich lange Zeit sehr schlapp gefühlt hatte, trotz Sport zugenommen hatte und mir meine Haare abgebrochen sind, musste ich meine Hausärztin regelrecht drängen, mal das Blut genauer zu untersuchen. Und da hat sich dann die Unterfunktion gezeigt. Seither nehme ich L-Thyroxin, zuerst 25 mg, nun 50 mg. Hashimoto habe ich aber nicht. Letztes Jahr war ich bei der Schilddrüsenszintigrafie und beim Ultraschall und da sah alles normal aus. Trotzdem bin ich nicht mehr so leistungsfähig wie früher. Jede Anstrengung wird mit Muskelschmerzen "belohnt". Wenn man aber mit Mirena in den Hormonstatus einer alten Frau versetzt wird, ist das ja vielleicht kein Wunder, dass man Begleiterscheinungen hat. Das möchte ich also unbedingt untersuchen lassen, werde aber noch ein bisschen warten. Die Spirale ist ja erst seit 6 Monaten draußen.

Nochmals danke und alles Gute auch für Dich! :smile_flower:
LG
Claudia

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