Meine Diagnose: Hashimoto Thyreoiditis

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Bella
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Meine Diagnose: Hashimoto Thyreoiditis

Beitragvon Bella » 16.07.2005, 14:28

Hallo an alle!

Nachdem meine Beschwerden nach dem Ziehen bis jetzt eigentlich gar nicht besser wurden und mich vor allen Dingen dieses inzwischen fast durchgängige Sodbrennen und der Kloss im Hals plagte (Magenspiegelung hatte ich noch nicht gemacht), habe ich durch einen Zufall einen Arzt kennengelernt, der einen ganz vernünftigen Eindruck auf mich machte (bin eben auch schon ein gebranntes Kind).

Letzte Woche war ich zur Untersuchung wegen des Sodbrennens bei Ihm. Er vermutete relativ schnell, dass etwas mit meinem Hormonsystem nicht stimmt und hat als erstes meine Schilddrüse geschallt. Das niederschmetternde Ergebnis: ca. 90 % meiner Schilddrüse hat sich bereits aufgelöst und der Rest ist ein Zellhaufen. Der Bluttest hat es dann bestätigt.

Ich leide an einer Hashimoto Thyreoiditis. Das ist eine Autoimmunkrankheit der Schilddrüse. Die Antikörper greifen also quasi gesundes Schilddrüsengewebe an und zerstören dieses. Am ANfang dieser Erkranung steht meist eine leichte Überfunktion (typische Symptome: Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit, Angst, Herzklopfen, Herzrasen, Pochen in den Ohren, Durchfall, Schwitzen, Schlafstörungen, Zittern der Hände und Gewichtsabnahme.

Dann geht pendelt es sich meist bei einer Unterfunktion ein (Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gewichtszunahme, Verstopfung, abnehmende Leistungsfähigkeit, Antiebsmangel, depressive Stimmung, trockene rauhe Haut, struppige brüchige Haare)

Man muss dann natürlich Schilddrüsenhormone nehmen, um diesen Mangel auszugleichen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht viel ausführlicher werden, wer Interesse hat sich weiter zu informieren, es gibt eine wunderbare Seite im Internet unter http://www.hashimotothyreoiditis.de und dort ein Diskussionsforum mit Erfahrungsberichten, sehr ähnlich diesem Forum (was die Klagen angeht).

Was ich aber an dieser Stelle unbedingt loswerden möchte ist folgendes:

1.) ein Labor untersucht nur Werte, die der Arzt ihm aufträgt. Wenn Ihr Eure Schilddrüsenwerte untersuchen lasst, also T3,T4 und TSH, dann lasst auch unbedingt die Antikörper gleich mitbestimmen!!!!

Nach allem, was ich bis jetzt gelesen habe, bzw. was leider auch meine eigene Erfahrung bestätigt, gibt es sehr viele Ärzte, die die Antikörper gar nicht mitbestimmen lassen. Aber nur durch eine Antikörperbestimmung kann man eine Autoimmunerkrankung erkennen und damit einem negativen Krankheitsverlauf entgegenwirken.

Ich hätte mir einiges erspart, wenn ich früher schon mal an einen kompetenten Arzt geraten wäre. Ich habe nämlich diese Erkrankung aller Wahrscheinlichkeit nach schon seit spätestens der Pubertät.

Leider musste es soweit kommen, dass ich jetzt so mies beieinander bin, dass ich für den Rest meines Lebens auf Hormone angewiesen bin. Wenn ich sie nicht nehmen würde, tja, dann würde ich wohl die Einschulung meines kleinen Sohnes nicht mehr erleben......aber Gott sein Dank gibt es ja heute eine Möglichkeit zumindest die Symptome zu bekämpfen.

2.) es gibt offensichtlich immer noch Ärzte (auch das habe ich leider selber erfahren), die nicht in der Lage sind die TSH Werte (also ob eine Über- oder Unterfunktion vorherrscht), richtig zu interpretieren.

Man glaubt es nicht, aber es ist so! Lasst Euch die Laborwerte in Kopie auf jeden Fall mitgeben und guckt, was der Arzt hat untersuchen lassen und wie hat er die Werte interpretiert.

Ich habe mich 25!!!!! Jahre abspeisen lassen mit "es ist alles in Ordung, Sie sin kerngesund. Machen Sie doch mal ´ne Psychotherapie".


Noch etwas: es gibt auch den eher seltenen Krankheitsverlauf, wo die SD zwischen Über- und Unterfunktion hin und her schwankt. Das Blut zeigt einen Wert, im Gewebe ergeben sich aber andere Konzentrationen und werden auch unterschielich lang gespeichert. Da die Schilddrüse eine Vielzahl von Körpervorgängen steuert, bedeutet es, dass gleichzeitig auch Symptome einer Über- oder Unterfunktion auftreten können (für den Arzt natürlich widersprüchlich).

Wie dem auch sei: ich möchte hier keine Panik verbreiten, sondern nur Euer Auge schärfen, seid wachsam was ein Arzt (wenn auch vielleicht gutgemeint) Euch auftischt. Überprüft Eure Werte.

Wenn Ihr starke Symptome habt, die ziemlich eindeutig auf ein hormonelles Ungleichgewicht schliessen lassen, der Arzt Euch aber sagt, alles sei in Ordung, dann seid lieber nicht zu vertrauenswürdig. Holt Euch eine zweite Meinung, geht zu einem Spezialisten, macht Euch selber schlau.

Kommt dem Hormonsystem in Eurem Körper auf die Schliche, bevor Ihr Euch in die Psychoecke schieben lasst. Nicht bevor alles andere 100% nach heutigen Erkenntnissen abgechekt ist.

Alles liebe,
Bella
P.S. man schätzt, dass ca. 10% der Bevölkerung diese Erkrankung haben, was ja nicht gerade wenig ist. Die wenigsten kennen sie aber.
Etliche werden auf Depressionen oder sonstiges behandelt.
Oft laufen die "Hashis" jahrelang ohne richtige Diagnose von Arzt zu Arzt
34 jahre alt, 2 kinder, mirena ab okt. 2004, seit 30.5.05 ohne

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Kathi
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Beitragvon Kathi » 11.08.2005, 01:59

Hallo Bella,
habe dir unter "Ich auch" geschrieben.
LG Kathi

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Beitragvon Kathi » 11.08.2005, 02:42

Hallo,
ach ja, hier noch mal die Symptome von Unterfunktion, Überfunktion, Hashi....

Überfunktion:

Herzklopfen, Herzjagen
hoher Blutdruck
Nervosität, Reizbarkeit, Rastlosigkeit
Muskelschwäche, Muskelschmerzen
Zittern der Hände
Schlafstörungen
Schwitzen, feuchtwarme Haut
Heißhunger und Durst
Gewichtsverlust trotz gutem Appetit
weicher Stuhlgang

Unterfunktion:

Müdigkeit, allgemeine körperliche Erschöpfung
Konzentrationsschwäche, Gedächtnisschwäche
hoher Blutdruck mit Puls unter 70
Herzstolpern
Depressive Stimmung, Depression, Angst- und Panikattacken
trockene, struppige, stumpfe, und glanzlose Haare
Haarausfall
teigige trockene Haut, (Myxödem)
Verstopfung
leichtes Frieren
Gewichtszunahme
Zyklusstörung bei der Frau, unerfüllter Kinderwunsch
Abnahme des sexuellen Verlangens
nächtliches Kribbeln und Einschlafen von Händen und Unterarmen (Karpaltunnelsyndrom)
nachlassendes Hörvermögen
apathischer Gesichtsausdruck
Wesensveränderungen
bei Frauen: Störungen im Menstruationszyklus (unregelmäßige oder verstärkte Blutungen, Ausbleiben der Regelblutung)


Sind den "HS-Problem-Symptomen" doch sehr ähnlich!

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So hier wollt ich's eigentlich hinschreiben!

Beitragvon Kathi » 11.08.2005, 02:56

Hallo Bella,

auch ich gehöre zu den Hashis. Weiß es jetzt seit ca. 14 Tagen. Bin noch am Anfang, d.h. momentan noch in Überfunktion. Mein Schilddrüsengewebe sieht noch ganz gut aus. Begonnen hat vermutlich alles mit einer Jodexposition und dem Absetzen der Pille. Vielleicht treffen wir uns mal im Hashimoto Forum... ich schreibe da unter kathrin1980...
Bei den Werten sollte fT3 und fT4 getestet werden, die sind aussagekräftiger als T3 und T4 :D
Ganz liebe Grüße Kathi


Hallo an alle,

ich hatte immer vermutet, dass meine Probleme (die ich hier im Forum auch schon beschrieben habe) von der Pille kamen. Aber das stimmte leider nur zum Teil.
Bei einem Hormonumschwung (nach Schwangerschaft, nach Absetzten der Pillen/Hormonspirale, Pubertät, Wechseljahre) kann eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse genannt Hashimoto ausgelöst werden!

10% der Bevölkerung leiden bereits darunter (und davon sind wiederum 90% Frauen)!

Das heißt, auch hier werden etliche Forumsschreiberinnen betroffen sein! Die Symptome sind sehr ähnlich!!!!
Müdigkeit, Gewichtszunahme, frieren, Lustlosigkeit, Aggressivität, Konzentrationsschwierigkeiten, Verstopfung oder Durchfall...das kennen hier viele!


Die Diagnostik ist ganz leicht:
Blutabnahme:
TSH sollte nicht über 2,5 liegen (das ist der neuste Stand und das wissen leider viele Ärzte noch nicht!)
fT3
fT4
Und die Antikörper: TPO, TAK, TRAK
Ein Ultraschall der Schilddrüse
evtl. ein Szintigramm der Schilddrüse ABER NICHT MIT RADIOAKTIVEM JOD!!!, es gibt auch Kontrastmittel ohne Jod


Wenn es dann Auffälligkeiten gibt, lasst euch von einem Endokrinologen der auf Schilddrüse spezialisiert ist beraten. Die meisten Hausärzte kennen sich da nicht so gut aus.

Wünsche Euch alles Gute, Kathi

PS: Bin auch kein Spezialist, aber: Die Unterfunktion der Schilddrüse ist nur ein Symptom, darum immer die Ursache erfragen.
Achtung vor Jodtabletten (schaut mal bei www.hl-reuters.de vorbei).

PSS: Sorry, dass ich meinen Text falsch unter "Ich auch" positioniert habe. Bin um die Uhrzeit schon etwas wirr :oops:

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Beitragvon Kathi » 05.10.2005, 19:29

Hallo,

na gibts den hier nicht mehr "bekennende Hashis"? :wink:

LG Kathi

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Beitragvon Kathi » 22.10.2005, 02:41


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