Tief nach dem ziehen der Mirena

Hier kannst Du Dich mit Anwenderinnen austauschen.

Benutzeravatar
Trümmerlotte
Mitglied
Beiträge: 3
Registriert: 17.01.2006, 01:58

Tief nach dem ziehen der Mirena

Beitragvon Trümmerlotte » 08.02.2006, 02:25

Hallo alle zusammen
Tut mir leid das ich mich so lang nicht gemeldet habe aber ich hatte in den letzten Wochen ziemlichen Stress :(
Ich feiere heute meine 1-Wöchige Mirena freie Zeit :D
Letzte Woche Dienstag habe ich sie endlich ziehen lassen...und ihr werdet es nicht glauben: ich hab nen Arzt gefunden der mir geglaubt hat!!!!!
und nicht nur das.Er hat gesagt das es selbstverständlich Nebenwirkungen bei der Mirena gibt und das er es als ein Unding ansieht,das man mir nicht geglaubt hat und mich sogar an die Psychatrie verwiesen hat! Es gibt also doch noch "Halbgötter in weiss" :wink:
Er hat mir gesagt das ich damit rechnen könnte,meine erste Blutung nach ca. 6-8 Wochen zu bekommen. Von Dienstag bis Freitag ging es mir richtig gut.Doch entgegen seiner Vorhersage bekam ich letzten Freitag meine erste Periode (wahrscheinlich war meine Gebärmutter so glücklich darüber,das ich sie von dem Teil befreit hab,das sie mich sofort mit ner Blutung belohnte...lol ).
Aber seit Freitag hat es mich volle Kanne erwischt.Ich fühle mich wie in meinen schlimmsten Panikattacken-Zeiten. Ununterbrochenes,lautes fiepen in den Ohren (es macht mich noch wahnsinnig!),schwindelgefühl,Depressionen und Panikattacken. Könnte das jetzt der sogenannte Entzug sein,die Umstellung auf meine "eigenen" Hormone???
Hat jemand von euch nach dem ziehen ähnliche Erfahrungen gemacht?
Mir ging es 4 Tage so dermaßen gut,ich fühlte mich regelrecht befreit.Und nun das :cry:

Benutzeravatar
mylife
Mitglied
Beiträge: 19
Registriert: 04.11.2005, 15:23
Wohnort: Baden-Württemberg
Kontaktdaten:

Beitragvon mylife » 08.02.2006, 08:30

Hallo Trümmerlotte,

erst mal herzlichen Glückwunsch, dass du das Ding los bist. Und es freut mich auch zu hören, dass Dein Arzt Dich nicht für verrückt erklärte.
Ich hatte übrigens auch das Glück bei meinem Hausarzt auf offene Ohren zu stoßen, und selbst meine Gynäkolgin, die angeblich noch nie was von Nebenwirkungen der Mirena hörte (liest die keine Fachzeitschriften?), meinte, es wäre wohl das Beste, wenn das Ding rauskommt.

Nun zu Deinem jetzigen Befinden: Mir ging es genauso, nach dem Ziehen ging der Tertz erst richtig los. Bei mir war es so schlimm, dass der Hausarzt sich nicht mehr helfen wußte, und mir auf dies Schnelle eine psychosomatisch Kur beantragte, die auch genehmigt wurde. Aber auch dadurch wurde es nicht besser, im Gegenteil, es kamen da dann noch schlimme Depressionen hinzu. Und da ich zuerst keine Medikamente nehmen wollte, gings mir richtig fürchterlich. Mittlerweile, nach 3 Monaten, habe ich Tage, an denen es mir richtig gut geht, aber auch noch Tage wo es wie vor einigen Monaten ist (letzte Panickattake ist erst 8 Tage her). Aber alles im Allem geht es bergauf, und ich rechne damit, dass ich im Sommer das Schlimmste überstanden habe.

Auch Du wirst es überstehen. WIR alle werden es überstehen!
Denn wir wissen, warum wir so dahängen. Und Du, genau wie viele andere hier, haben sich von der Ursache getrennt, und jetzt heißt es geduldig abwarten bis der Körper sich regeneriert hat.
Ich vergleiche es oft so: Im Sommer bin ich gestürzt (in Folge eines Schwindelanfalls) und habe mir den Ellenbogen komplett ausgekugelt. Die Schmerzen waren mörderisch, aber auch als er wieder im Gelenk war, war noch längst alles nicht Butter. 5 Wochen Gips, Schmerzen, etc.
Und da war ich nicht so ungeduldig, ich wußte, dass es bis zu einem Jahr gehen kann, bis sich das Gelenk wieder erholt hat.

Unser Körper braucht für jede Krankheit Zeit, sich zu erholen.

Vielleicht als Tipp, wenn es Dir ganz schlecht geht: Ich schreibe seither wieder Tagebuch, das hilf mir, versuchs doch mal, da kannst Du dann auch immer wieder nachlesen, dass du vielleicht zwischendurch auch mal wieder "Gute" Stunden hattest. Oder schreibs einfach hier ins Forum.

Ich wünsch Dir alles Gute und ganz viel Kraft (die Du aber sicher hast :D )

Liebe Grüße
Mylife
49 Jahre, geschieden, 2 Kinder, Mirena von Frühjahr 2004 bis 02. Nov. 2005

Benutzeravatar
mira
Mitglied
Beiträge: 13
Registriert: 28.01.2006, 13:38
Wohnort: Baden-Württemberg

Beitragvon mira » 08.02.2006, 16:58

Hallo Trümmerlotte,

ich kann mylife nur beistimmen. Bei mir war es auch so, daß ich nach dem Ziehen ein richtig befreites Gefühl hatte und es mir richtig gut ging. Dann kam das erste Tief... Aber das geht vorbei!

Jetzt geht es mir wesentlich besser als mit der Mirena. Ich habe Tage, da bin ich fast wieder die Alte, dann wieder Tage, die kann ich gerade vergessen. Aber es wird besser! Wir müssen unserem Körper einfach die Zeit geben, die er braucht - das geht nur mit viel Geduld!

Alles Gute und laß wieder von Dir hören!

Liebe Grüße
Mira :arrow:
43 Jahre, 4 Jahre Mirena, seit 09.05.2005 OHNE!!

Benutzeravatar
Trümmerlotte
Mitglied
Beiträge: 3
Registriert: 17.01.2006, 01:58

Beitragvon Trümmerlotte » 08.02.2006, 20:12

Danke für eure lieben Zeilen.
Es tröstet zu wissen das es euch genau so geht und das es absehbar ist.Hätte ich das blöde Teil noch drin,dann hätte ich nicht schon eine Woche für mich verbuchen können :lol:
Ich habe mich die Nacht noch mal intensiv durch dieses wunderbare Forum geklickt (wobei eine Nacht gar net ausreichend ist bei den vielen Beiträgen) und es schockiert mich immer wieder aufs neue,das es SO viele gleiche Nebenwirkungen gibt. Z.B. hat jemand geschrieben,das sie seit der Spirale ein ständiges Ohrensausen hat und darüber hinaus ein knacken im Ohr. MEINE GÜTE! Ich hätte es NIE damit in verbindung gebracht. Hab mich schon darüber gewundert das ich nie mit fiepen in den Ohren zu tun hatte, seit 1 1/2 aber sehr wohl. Es macht mich noch wahnsinnig,manchmal muss ich den Fernseher lauter stellen damit er mein fiepen übertönt :( Aber das auch ich seit nem knappen Jahr dieses knacken bei sehr tiefen Tönen hab (mein Mann schnarcht schon immer aber seit nem Jahr tut mir dieses knacken regelrecht weh) erstaunt mich nun doch sehr.Herrgott,was hab ich mir da nur angetan.Ich war ja nicht mehr ich selbst.Und nicht nur das ich damit völlig überfordert war,mein Mann ist dieser Situation gegenüber absolut hilflos!!! Was hab ich auch meiner Umwelt,meiner Familie und Freunden angetan.Mich hat niemand mehr wiederekannt,so hatte ich mich verändert. Ich bin um Jahrzehnte gealtert und ich war immer so positiv und lebenslustig. Kann kaum erwarten bis ich wieder die alte Anja bin :wink:
Vor ner halben Stunde hat mein Mann etwas sehr schönes gesagt.Er meinte:Schatz du siehst gar nicht mehr so müde und kaputt aus und ich hab das Gefühl,du hast schon abgenommen......könnt ihr euch vorstellen wie schön das ist!!!!!!!!!!

Benutzeravatar
Helena
Mitglied
Beiträge: 8
Registriert: 02.01.2006, 19:14

Beitragvon Helena » 09.02.2006, 15:48

hallo ihr,

ich muss mich auch erstmal ausheulen. bei mir war es ähnlich... die ersten sechs tage hab ich mich ganz toll gefühlt: endlich mal nicht mehr müde, keine watte mehr im kopf, kein schwindelgefühl und meine taille wurde deutlich schmaler. aber jetzt, seit 3-4 tagen, geht es mir so richtig mies. ich kann nicht mehr schlafen, obwohl ich todmüde bin, werde ständig wach, am tag bin ich demzufolge genauso müde, fühle mich absolut antriebslos und depressiv, obwohl es mir eigentlich (im job und privat) bestens geht. dieser zustand macht mich total verrückt. auch fühle ich mich gar nicht in der lage, weite strecken mit dem auto zu fahren, weil ich wegen der müdigkeit und wegen dem schwindel die totale panik kriege.... achja, und schweißausbrüche habe ich auch ständig. von allen seiten wird mir ständig gesagt, wie schlecht ich aussehe.... eben so, wie ich mich fühle.... was hab ich mir mit diesem teil bloß angetan.... meine damalige FÄ, die mir die mirena empfohlen hat, könnte ich noch nachträglich erwürgen.... meint ihr, dass das wirklich alles noch an der hormonumstellung liegt? oder bin ich allmählich wirklich ein fall für den psychiater??? momentan könnte ich nur noch heulen.... ich möchte sooo gerne mal wieder einen tag lang einfach nur fit und erholt sein..... :x ich komme mir derzeit vor wie die letzte jammerliese.....

liebe grüße an euch alle,

helen
34 Jahre, kein Kind, HS von Dez. 04 bis 27.01.2006

Benutzeravatar
Calandina
Mitglied
Beiträge: 6
Registriert: 13.01.2006, 09:01
Wohnort: CH-7000 Chur

mehr Symptome denn je

Beitragvon Calandina » 09.02.2006, 22:24

Hallo Trümmerlotte, Hallo Helene, Hallo Leidensgenossinen

Eure Berichte erschrecken mich und geben mir auch Trost. Denn ich kann Euch genau nachfühlen. Momentan bin ich total fertig :( und müüüüüde. Suche ständig im Internet nach Angaben zu Hormonstörungen in Verbindung mit Mirena, AB-Pillen u. s. w. War gestern beim Hausarzt, weil mein Akku leer ist. Er kennt mich seit ich 17 war und hat auch sofort gemerkt, dass mit mir etwas nicht mehr stimmt. Er ist auch der erste Mediziner, der kritisch gegenüber der Mirena eingestellt ist, aber nichts desto Trotz die Pille doch empfiehlt. For me no way.....Ich glaube, dass ich es mit Lady-Comp versuchen werde. Habe schon einige positive Erfahrungsberichte gelesen. Mein Hausarzt hat mir Blut entnommen und lässt dieses jetzt untersuchen auf Eisenmangel und Schilddrüsenfunktion. Wenn es in Ordnung ist, wird er mir ein leichtes Antidepressivum verschreiben, damit ich wieder auf die Beine komme. Bin zwar etwas skeptisch aber ich warte jetzt ab, was rauskommt...........Wenn ich hier im Forum lese, bestätigen viele Berichte genau meine Empfindungen. Kurz nach Entfernung fühlte ich mich wie Neugeboren und jetzt nach drei Wochen total k. o. Es ist schlimmer als je zuvor!!! Hoffentlich geht das vorbei. ich möchte wieder unbeschwert sein als Mutter, Partnerin und auch im Büro. Vielleicht bringt auch der baldige Frühlingsbeginn einen Silberstreifen am Horizont. In diesem Sinne drücke ich Euch allen die Daumen und wünsche uns, dass wir wieder glücklich werden.

Freue mich immer auf Eure Feedbacks.

Liebe Grüsse
Calandina :arrow: :arrow: :arrow:
31, Sohn 10, Tochter 6, Mirena von Mai 02 bis 18.01.2006

Benutzeravatar
beate14
Aktives Mitglied
Beiträge: 26
Registriert: 20.01.2006, 07:39
Wohnort: Ba-Wü

Beitragvon beate14 » 10.02.2006, 08:15

Hallo zusammen,
ich kann mitfühlen. Nach dem Ziehen ging es mir 8 Wochen super.
Dann fiel ich als meine Periode kam in ein Loch... ich kam mir vor wie
auf Entzug. Meine Ärztin hat mir dann Magnesium Citrat und VitaminB
sowie eine Hormonsalbe mit 3%Progesteron verschrieben, nach 14 Tagen
geht es mir jetzt wirklich gut. Sie meinte der Körper schafft es dann nicht
alleine und braucht das zur Unterstützung.
Vielleicht hilft es euch weiter. Der Körper braucht seine Zeit .... leider.
Ich hatte die Mirena insgesamt 7Jahre ,hatte aber erst bei der 2. nach
einem Jahr Schwierigkeiten mit Angstzuständen. Nach einem Jahr hat
mich die Ärztin in Österreich auf die Mirena gebracht, habe sie sofort
ziehen lassen.

Kopf hoch, da müssen wir durch...
Gruß
Beate

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 13 Gäste