Können wir uns NW einbilden ?

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Katja
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Können wir uns NW einbilden ?

Beitragvon Katja » 03.02.2004, 20:39

Stelle hier mal einfach so eine Frage in den Raum... 8)

Können wir uns das alles einbilden ?

Wäre unsere Psyche dazu in der Lage ???

Claudia

Re: Einbildung

Beitragvon Claudia » 03.02.2004, 20:45

...

grundsätzlich würde ich Deine Frage mit "Ja" beantworten. Unser Kopf ist ja erwiesenermaßen dazu in der Lage unseren Körper oder gewisse Reaktionen in unserem Körper zu beeinflussen (z.B. Placebo-Effekt).

In unserem Fall würde ich die Frage jedoch mit einem klaren "NEIN" beantworten!

Wären wir von Anfang an im Grunde gegen die Mirena eingestellt gewesen, also hätten wir sie uns einsetzen lassen, obwohl wir im Grunde genommen gegen "Fremdkörper" in unserer Gebärmutter sind oder eh negativ gegenüber der Spirale an sich eingestellt gewesen wären, hätte ich schon eher vermutet, dass unsere Nebenwirkungen eine reine "Kopfsache" sind. Aber meiner Meinung nach sprechen doch eine ganze Reihe von Tatsachen dagegen:

1. Wir waren eben NICHT negativ gegenüber der Mirena eingestellt. Ich selbst stand der Mirena überaus positiv gegenüber, nachdem mein damaliger FA doch so sehr von ihr geschwärmt hat.

2. Wir bzw. ich hatte auch keinerlei Problem damit, einen winzig kleinen
Fremdkörper eingesetzt zu bekommen.

3. Uns waren die ganzen Nebenwirkungen, die beim Tragen der Mirena auftreten können, ja überhaupt nicht bekannt!!! Mein damaliger Arzt sprach ja z.B. nur von leichten Schmierblutungen, Rücken- und Kopfschmerzen sowie Ziehen in den Brüsten lediglich während der ersten 6 Monate. Von weiteren Nebenwirkungen wußte ich überhaupt nichts.

4. Die Nebenwirkungen traten zumindest bei mir ja auch erst nach einiger
Tragedauer auf. Bei mir eben nach 7 Monaten, als die anfänglichen leichten Schmierblutungen plötzlich in stärkere, der Periode ähnlichen Dauerblutungen übergingen.

5. Einige Nebenwirkungen (Dauerschnupfen, verschlechterte Sehfähigkeit,
Antriebslosigkeit, ewig müde und lustlos, starke Stimmungsschwankungen etc.) habe ich z.B. anfangs überhaupt nicht mit der Mirena in Verbindung gebracht.

6. Auch die Entzugserscheinungen, die wir haben, sind meiner Meinung nach keinesfalls Einbildung. Denn wir waren es doch vom Absetzen der Pille her gewohnt, dass es uns danach "besser" ging, ohne irgendwelche Begleiterscheinungen und haben doch eigentlich nach dem Ziehen der Mirena nicht erwartet, dass nun auch irgendwelche Nebenwirkungen (wie bei Dir die Nervosität oder bei mir die Herz-Kreislaufbeschwerden etc.) auftreten könnten.

Was ich jetzt schreibe, klingt vielleicht ein wenig krass, aber die Idee ist
mir gerade eben gekommen. Nämlich, dass ich mir viel eher vorstellen kann, dass all die ach so begeisterten Mirena-Trägerinnen sich einbilden, sie würden die Spirale so gut vertragen. Denn so wie unser Kopf in der Lage ist, negative Reaktionen hervorzurufen nur durch Einbildung (z.B. Panikattacken, die ganzen Phobien etc.), so ist er auch in der Lage dies im umgekehrten Fall hervorzurufen (z.B. die Placebo-Effekte, eben da wo es nachweislich kranken Patienten plötzlich besser geht, weil sie der Meinung sind, ein effektives Medikament bekommen zu haben, obwohl sie tatsächlich nur ein Placebo bekommen haben).

So kann ich mir gut vorstellen, dass auch die überzeugten Mirena-Trägerinnen gewisse Nebenwirkungen haben, die sie a) entweder nicht besonders stören, b) diese sich einfach "wegreden" oder c) diese erst gar nicht mit der Mirena in Verbindung bringen. Dies wird zudem noch dadurch gefördert, dass der überwiegende Teil der Frauenärzte die Nebenwirkungen der Mirena ziemlich herunterspielen bzw. vieles gar nicht erst als Nebenwirkung gelten lassen, sondern uns Frauen eher das Gefühl zu geben, wir würden nicht richtig ticken oder überempfindlich reagieren. Ich mein, man kommt sich ja auch ziemlich blöde vor, wenn man
dauernd zum Arzt rennt und über diverse Wehwehchen klagt und der einem jedes Mal erklärt, dass dies auf gar keinen Fall mit der Mirena im Zusammenhang steht und schließlich dies mit der Tatsache begründet, dass laut Statistik (Statistiken können im übrigen ja immer so oder so ausgelegt werden) und laut Aussagen von Schering (welcher Hersteller gibt schon freimütig zu, dass sein Medikament immense negative Nebenwirkungen hervorrufen kann) eigentlich fast alle Frauen die Mirena super gut vertragen.

Und hier sehe ich persönlich nun mittlerweile auch eine große Gefahr! Denn die Ärzte und Pharmaproduzenten haben hiermit ja auch einen gewissen Erfolg. Nicht jede Frau sucht sich im Internet einen Wolf, um auf Leidensgenossinnen zu treffen. Sie trägt die Mirena eben weiter und schiebt ihre "Leiden" auf andere Ursachen, die komischerweise jedoch nie herausgefunden werden können.

So wird Übelkeit und Antriebslosigkeit oft mit Stress begründet, klar ist ja auch einfach, denn wer hat in unserer heutigen Gesellschaft nicht mit Stress zu kämpfen - egal ob nun im Berufsleben oder im häuslichen Alltag. Auch Herz-Kreislauf-Beschwerden können damit schnell mal begründet werden. Plötzlich auftretende chronische Erkrankungen werden sehr gerne mit unseren Umwelteinflüssen in Verbindung gebracht etc. pp.

Ich persönlich denke eh, dass in ein paar Jahren die Liste der Nebenwirkungen bei der Mirena stark verlängert wird. Die jetzigen positiven Zahlen, mit denen der Pharmakonzern Schering ja so gern jongliert beruht doch nur auf die Anfangserfahrungen. Eine Reihe von Frauen ließ sich Probeweise die Mirena einsetzen, wahrscheinlich hat sich der Konzern hierbei auch Frauen ausgesucht, die gewisse bestimmte Merkmale aufwiesen (z.B. die noch nie Probleme mit der Pille hatten oder sonstiges in der Art), 95% dieser Frauen reagierte während der Testphase äußerst positiv. Erst in den letzten 2 Jahren ist die Mirena doch so richtig populär geworden und nun treten immer mehr Frauen auf, die Probleme damit haben. In Deutschland selber ist die Mirena noch gar nicht so lange auf dem Markt, ein äußerst geringer Anteil von Frauen hat die 5jährige Tragezeit gerade mal hinter sich, so dass Langzeitauswirkungen noch überhaupt nicht eindeutig dargestellt werden können.

Wie war es denn damals, als die erste Antibabypille auf den Markt kam. Auch sie galt als das Wundermittel schlechthin. Erst viele Jahre später entdeckte man, welche horrenden negativen Auswirkungen diese überaus stark dosierte Pille auf den weiblichen Körper haben kann und seitdem versuchen die Pharmakonzerne doch immer weiter noch niedriger dosierte Pillen zu entwickeln. Fragt man sich doch irgendwo, warum? Im Grunde läßt sich dies doch eigentlich simplerweise damit begründen, dass eben jede Zugabe von Hormonen gewisse Risiken birgt, diese Risiken kann man eben nur in der Art mindern, wenn man die Menge immer weiter reduziert.... Oder nehmen wir das Beispiel mit der Viagra für Männer. Ach was war das nicht für ein tolles Wundermittelchen gegen Impotenz (ist es für einige Männer ja auch heute noch *gg*). Als der erste Todesfall eintrat wies der Pharmakonzern einen Zusammenhang mit Viagra weit von sich. Erst als sich die plötzlichen Todesfälle bei Viagra-Nehmern häuften wurde man wach, doch statt sie vom Markt zu nehmen, wurden lediglich die Warnhinweise verschärft...

Puh, ich merke gerade, dass ich mich so richtig in Rage schreibe *lach*. Ich hör mal besser auf, sonst schreib ich hier noch eine Doktorarbeit gegen vorschnelle Vergabe von Medikamenten allgemein *lach*.

Aber irgendwie ist dieses Thema allgemein mittlerweile für mich zu einem
äußerst interessanten Thema geworden. Denn leider werden wir alle heute doch viel zu schnell mit irgendwelchen Medikamenten vollgestopft und dürfen dann Jahre später die Konsequenzen daraus tragen....

LG Claudia1967

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Worky
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Nö.

Beitragvon Worky » 22.05.2005, 00:58

Die Frage habe ich mir in den letzten Wochen auch sehr oft gestellt. Zumal der Frauenarzt mich ja als Spinnerin hinstellte, als ich sie ziehen liess.

Ich habe mir diese Spirale total unvoreingenommen setzen lassen, im Gegenteil, da eine gute Freundin sehr begeistert war und ich mir nach den Beschreibungen des Arztes eine Erleichterung erhoffte, war ich sogar sehr positiv eingestellt.

Bin ein bisserl skeptisch (geht ja aber einigen so), weil ich denke: Jetzt schiebste alles, was dir schlecht gegangen ist, auf die Mirena, das ist ja fast zu einfach. Und dann fallen mir einfach die Fakten ein. Und ich weiss ganz genau, dass das, was in den 22 MOnaten "rätselhafterweise" mir körperliches Unbehagen, körperliche Einschränkungen und psychische Probleme bereitet hat, NIE ZUVOR da gewesen ist.

Ich hatte sogar vor einem Jahr die Frauenärztin gefragt, ob ich denn vielleicht in die Wechseljahre käme, weil die Beschwerden sehr ähnlich schienen.

Nein! Das ist alles nicht eingebildet, das ist auch alles nicht zufällig in den Zeitraum gefallen, in der ich die Mirena benutzt habe (dazu gibt es hier und auf anderen Seiten bei anderen Frauen zuviele solcher Zufälle). Das ist alles echt in dieser Zeit entstanden und das ist nicht Spinnerei.

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Helmyne
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Beitragvon Helmyne » 22.05.2005, 08:21

Hallihallo, :arrow:
mit einem ganz sicheren NEIN habe ich mir die Neben- und Nachwirkungen eingebildet!!!

Ich habe auch dieses Forum erst entdeckt, als ich schon auf meiner Ärztetour wegen des Herzrasens und der Rhytmusstörungen war.
Die Gewichtszunahme, das Haare wachsen auf meinem Bauch und Oberschenkel, meine Ängste/Depressionen hätte ich ohne dieses Forum niemals mit der Mirena in Verbindung gebracht.

Claudia hat ja vermutet, dass es bestimmt auch Frauen gibt, die ihre Nebenwirkungen ignorieren und tolerieren.

Das finde ich richtig einleuchtend und kann auch dazu Beispiele nennen!

Eine Bekannte kam letztens zu mir und klagte, dass sie seit geraumer Zeit unter immer wiederkehrender Sinusitis und verstopften Nebenhöhlen leidet. Ich habe sie einfach mal gefragt, ob sie die Mirena trägt und sie antwortete mir völlig erstaunt, woher ich das denn wüßte......

Eine andere Arbeitskollegin sieht seit ungefähr einem halben Jahr sehr schlecht im Gesicht aus. Pickel, Falten, dunkle Augenringe.
Wiederholt haben wir sie alle gefragt, was denn mit ihr los sei. Sie antwortete, sie sei gestresst, mit jetzt Ende 30 wahrscheinlich in den Wechseljahren :? , ihr der Urlaub diesmal überhaupt keine Erholung gebracht hätte, usw.
Auch bei ihr habe ich mir letzte Woche die Frage getraut, ob sie mit der Hormonspirale verhütet (eigentlich sprechen wir untereinander nicht über solch private Themen). Und auch diese Arbeitskollegin war sehr erstaunt und sagte mir, dass sie seit knapp 2 Jahren die Mirena hätte....

Die fehlende Aufklärung an uns Frauen, die Vehemenez mit denen all diese Nebenwirkungen von Gynäkologen abgestritten werden, wenn Frau überhaupt mal auf eine Verbindung mit dem Horrorteil kommt, die Unwissenheit, mit denen manch andere Ärtesparten über die Mirena zu tun haben und die Selbstlosigkeit, mit denen Frau meint alles ertragen zu müssen, was ihr an Last aufgebürdet wird, all das ist der große Fehler in unserem Gesundheits- und Sozialsystem.

Liebe Grüße und einen ganz gesunden Gruß von
Helmyne
43 Jahre, 1 Kind, knapp 2 Jahre Mirena, seit 04/2004 ohne

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Beitragvon janis » 22.05.2005, 08:56

Ich denke, liebe Katja, dieses Frage ist wohl diejenige, die uns allen (oder fast allen) die meisten Kopfschmerzen bereitet.
Wir Frauen werden dazu erzogen, zu ertragen - ganz deiner Meinung, Helmyne - , Selbstzweifel zu hegen und uns immer wieder zu hinterfragen. Bis zu einem gewissen Grad find ich das auch gut - aber viele Ärzte und auch andere in unserer Gesellschaft nutzen das extrem aus. Nebenwirkung auf Stress zu schieben, Psychopharmaka zu verschreiben und so weiter - das ist einfach, tangiert den eigenen Geldbeutel nicht (den der FÄ meine ich) und die Ärzte müssen ihr eigenes Denken und Handeln nicht überprüfen.
Unser Körper ist etwas sehr Komplexes, dessen Abläufe letztendlich keiner genau kennt. Die Wirkungsweisen vieler Medikamente sind bis ins letzte oft wohl gar nicht bekannt. Wer weiß denn schon genau, welche Auswirkungen welcher Stoff, außer der gewünschten Wirkung, noch hat? Ich bin der Meinung, das weiß niemand wirklich genau.
Die Mirena ist ein Medikament. Sie ist erstens ein 'Fremdkörper und zweitens gibt sie Hormone ab. Diese sind nach kurzer Zeit im Blut nachweisbar. Auch wenn es, laut Schering usw., nur ein geringe Menge ist, ist das ein Eingreifen in den sehr komplizierten Hormonhaushalt.

Ich bin der Überzeugung, dass niemals alle Nebenwirkungen Einbildung sein können.

Klar, wenn Angstzustände und Depressionen anfangen, ist es oft wie eine Teufelsspirale und es kommen weitere Beschwerden und Symptome hinzu. Die mangelnde fachliche Unterstützung lässt frau wieder zweifeln, was die Depressionen und Ängste auch nicht verbessert.

Die Psyche ist ja auch nicht so einfach gestrickt....

Deine Frage, Katja, ist wirkllich schwer zu beantworten. Aber ich bin mir sicher, dass die Mirena längst nicht so gut verträglich ist, wie man uns verkaufen will.

Ich wollte die Mirena auch unbedingt haben. Keine Gedanken um Verhütung, keine Periode - das war für mich ne super Aussicht.
Ich hatte monatelang Blutungen und bestimmt nicht, weil ich die Spirale abgelehnt habe.
Ich habe dann zusätzlich nach fast nem Jahr Hormone geschluckt. Die Blutungen haben sich gelegt, Periode hatte ich trotzdem.
Dann ständig Infektionen und keine Libido mehr.
Ich habe mir das nicht eingebildet!!!

Das fiese an allen Medikamenten ist, dass man so schlecht nachweisen kann, ob irgendwelchle Symptome nicht auch ohne das Medikament auftreten.
Welch ein Segen für die Pharmaindustrie und für die Ärzteschaft.
Ich empfinde es als vorsätzliche Körperverletzung.

So, ich hab jetzt auch mehr geschrieben als ich eigentlich wollte.

Lieben Gruß
Janis
44 Jahre, 2 Kinder, gut 2 Jahre Mirena, seit 6/04 ohne

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dieSonja
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Beitragvon dieSonja » 23.05.2005, 17:12

Ich kann mich den Vorrednerinnen nur anschliesen: NEIN, NEIN, NEIN!!! Ich habe mir das nicht eingebildet.

Als ich "frisch" schwanger war und es noch garnicht wußte, hatte ich von heute auf morgen (innerhalb 36 Stunden nach der Befruchtung) so starke Depressionen, das ich an der Straße stand und ernsthaft vor hatte vor einen LKW zu laufen!!! Soviel zu der Wirkung von Hormonen....

Sonja
26 Jahre, 1 Kind, Mirena 5 Jahre, seit 10/04 ohne

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