Verhütung nach Thrombose

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Melli86
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Verhütung nach Thrombose

Beitragvon Melli86 » 15.01.2015, 15:38

Hallo zusammen,

erstmal vorweg: ich bin neu hier in diesem Forum und möchte mich schon mal im Voraus dafür entschuldigen, falls ich mich im falschen Thread befinden sollte, endlos schwafle oder unnötig ein neues Thema aufgemacht haben sollte :wink:

Nun also zu meinem Anliegen. Im Vergleich zu den anderen Mädels hier im Forum ist meine "Leidensgeschichte" wahrscheinlich eher relativ kurz, aber dafür trotzdem recht intensiv. Ich habe meine komplette Pubertät/Jugend pillenfrei und hormonfrei verbracht und nur Kondome verwendet. Hatte aber auch nur eine feste Partnerschaft und war danach generell eher enthaltsam. Hab während meiner Tage immer sehr unter starken Unterleibsschmerzen gelitten, viel Schmerzmittel geschluckt und mich generell sehr unwohl gefühlt. So dass ich mich im Alter von 26 Jahren dafür entschieden habe, die Pille zu nehmen. Meine FÄ hat mir dann die Maxim verschrieben, mit der ich eigentlich keine großen Probleme hatte. Klar, man ist ja Meister des Krankheiten-Googelns und informiert sich intensiv über Nebenwirkungen. Aber da ich weder rauche, noch Bluthochdruck habe, kein Übergewicht, keine Akne und außerdem Sport treibe, redet man sich immer ein, da passiert schon nix. Und tatsächlich, meine Regelschmerzen waren so gut wie weg, die Blutungen während der Mens ein Witz (ich bin Vegetarier, also in Sachen Eisenmangel ne top Sache). Ab und an mal Kopfschmerzen und aufgebläht sein, waren dagegen ein relativ guter Tausch. Ich wäre also wohl dabei geblieben, wenn ich nicht vor ca. 1 1/2 Jahren eine 3-stündige OP gehabt hätte. Schon im Aufwachraum hatte ich leichte Schmerzen in der Wade, am nächsten Tag bin ich mehr aus dem Krankenhaus rausgehumpelt, denn gelaufen. Die Schmerzen wurden immer schlimmer und ich hab echt Panik gekriegt. Im Krankenhaus stellte man dann fest, dass ich eine tiefe Beinvenenthrombose im Oberschenkel hätte und ich wurde für eine Woche strenger Bettruhe dort behalten und behandelt. Musste danach noch 3 Monate Xarelto nehmen und die Zeit war echt Hölle. Ich hatte Schmerzen, konnte am Anfang keine 50 Meter gehen, konnte nur mit hochgelagertem Bein sitzen und hatte übelst Angst, dass alles nie wieder so werden würde wie zuvor. Gott sei Dank bin ich heute wieder beschwerdefrei. Auch ein Gendefekt liegt bei mir ncht vor, wie getestet wurde. Habe die Pille sofort nach der Thrombose Prognose abgesetzt (obwohl mir die Ärzte sagten, daran könnte es eigentlich nicht liegen...) und die Zeit unter Xarelto habe ich während meiner Mens regelrecht geblutet wie ein Schwein. Im Endeffekt schätze ich, die Thrombose war eine Kombi aus Pille und OP.

Seit der Thrombose nehme ich keine Pille mehr. Ich bin nun aber seit ca. 6 Monaten wieder in einer festen Beziehung und nun stellt sich eben erneut die Frage, was soll ich machen? Wir verhüten zur Zeit mit Kondom, aber ich fühl mich schon sehr unsicher damit. Einmal ist das gute Ding gerissen (war zum Glück ein unfruchtbarer Tag kurz vor der Mens), wir sind beim Sex ständig am überprüfen (sehr unromantisch und hemmend) und ich krieg ständig das große Zittern, sobald meine Tage mal etwas auf sich warten lassen. Habe mir seit einem Zyklus nun auch den Cyclotest angeschafft. Aber muss sagen, mir ist das Ding einfach nicht ganz geheuer. Es erfordert schon verdammt viel Disziplin und einen sehr geordneten Tagesablauf, den ich nicht immer bieten kann. Aus dem Grund war ich nun also vor ein paar Wochen bei meiner FÄ. Sie hat mir die Mirena empfohlen, da die zum einen ein geringeres Thromboserisiko hätte als die Pille (und bei mir kein genetisches Risiko vorliegt) und im Vergleich zur Kupferspirale meine Regelbeschwerden lindern könnte. Die Gynefix legt sie nicht, da sie da generell bei kinderlosen Frauen dagegen ist (und es wahrscheinlich auch gar nicht kann). Ich finde den Gedanken, dass die in die Gebärmutter geknotet und dann wieder "herausgerissen" wird außerdem auch mehr als beunruhigend. Ich war erst recht skeptisch angesichts der Hormonspirale, da ich eigentlich mit dem Gedanken dort hin bin, hormonfrei zu verhüten. Aber zugegeben klingt das schon recht toll, was da in diesem bunten Broschürchen steht. Zudem hab ich ziemlich Angst, dass unter der Kupferspirale meine Regelschmerzen noch schlimmer werden und außerdem wird der KS ja das Risiko der Unfruchtbarkeit nachgesagt. Ich möchte aber unbedingt in ca. 3-4 Jahren Kinder haben.

Ich hab jetzt die letzten zwei Mens verstreichen lassen, ohne einen Termin bei meiner FÄ zu machen, weil ich einfach so hin- und hergerissen bin. Man hört so viel negatives über die Mirena, aber auch über die KS und dann gibt's trotzdem ja auch Frauen, bei denen alles gut geht und die sind wahrscheinlich sogar in der Überzahl. Mittlerweile reift in mir dennoch immer mehr der Gedanke, von allem, was nur im Entferntesten nach Hormonen riecht, die Finger zu lassen. Klar, keiner kann sagen, ob das mit der Thrombose eine einmalige Sache war und ich relativ unbedenklich wieder zu Hormonen greifen könnte. Aber ich glaube, ich würde ständig ein ungutes Gefühl haben, Panik kriegen vor jedem Langstreckenflug oder längerem Sitzen und über-sensibel auf meinen Körper hören. Vielleicht ist das völlig übertrieben. Vielleicht ist das Risiko einer erneuten Thrombose bei der Mirena wirklich super gering und ich mute mir umsonst die quälenden Unterleibsschmerzen bei der KS zu. Wie dem auch sei, es muss nun aber definitiv eine Entscheidung her, Kupfer- oder Hormonspirale. Mal abgesehen davon, dass ich in beiden Fällen ziemlich Panik vor dem Einsetzen habe :shock: aber bin entschlossen, die Zähne zusammenzubeißen um dann (hoffentlich) die nächsten 3-4 Jahre Ruhe zu haben.

Ich würde mich sehr über eure Ratschläge, eure Erfahrungen, eure Berichte freuen, da ich wirklich nicht mehr so recht weiter weiß.

Liebe Grüße,
Melli86

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Sonia
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Re: Verhütung nach Thrombose

Beitragvon Sonia » 15.01.2015, 19:07

Liebe Meli,

ich würde auf gar keinen Fall unter diesen Umständen (eigentlich unter keinen Umständen, weil die Mirena sehr viele NWs hat) die Mirena legen lassen.
Nur kurz zu der Geschichte mit meiner Kollegin..sie hat sich letztes Jahr ende Sommer die Mirena legen lassen, wollte nichts lesen, nichts hören, ..gut.. das war im August, jetzt im Winter bekam sie Thrombose und ihre Ärztin hat alles verneint! Das wäre nie von der Mirena weil..sie wirke nur lokal , weil sie sooo gut verträglich ist etc. Sie ließ die Mirena wieder ziehen, aber krank ist sie trotzdem, sie kann kaum laufen, wird wohl für länger ausfallen.

Künstliche Hormone sind eben künstliche Hormone, welche der Körper eingentlich nicht haben will. Ich habe auch sehr starke Blutungen gehabt, Endometriose dazu.. aber meine Heilpraktikerin konnte mir wunderbar helfen. Verhüten ...ja, ich nutze die "Natürliche FAmilienplanung-Methode", dies ist kein Hokus Pokus, sondern ich wurde richtig gut bei ProFAmilia und bei NFP beraten und da war ich am Anfang mehr als skeptisch aber es klappt wunderbar. Ich habe ein sehr gutes Gefühl dabei.

Liebe Grüße S
44 Jahre, 2 Kinder, Mirena von 09/2011 bis 04/2012

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paradiesvogel
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Re: Verhütung nach Thrombose

Beitragvon paradiesvogel » 16.01.2015, 04:47

Hallo in die Runde!
Ich bin auch ganz frisch dabei, hoffe also, dass meine Antwort trotzdem helfen kann. Also ich hatte die Mirena und hatte zwar keine Thrombose, würde dir aber wegen aller anderen Nebenwirkungen und generell bei Thrombose eher zu hormonfreien Methoden raten. Ich hab auch den cyclotest, hab mich dem über klassische NFP angenähert. Ich muss sagen, dass ich anfangs auch etwas skeptisch war, aber ich hatte eher die Erfahrung, dass er mir gerne zu viele fruchtbare Tage angezeigt hat am Anfang als zu wenig. Fand ich aber nicht so schlimm. Das ist zwar etwas viel, wenn man in den ersten Zyklen 20 potentiell fruchtbare Tage hat, aber das reduziert sich recht schnell - ich bin bei 6 gelandet. Falls du einen regelmässigen Zyklus hast und konsequent misst (man kann ja auch mal Messungen auslassen), finde ich das Gerät doch sehr sicher und auch alltagstauglich! Mein Tipp wäre es, wenn du ihn jetzt eh schon hast, mal mit Kondom als Absicherung in den ersten Zyklen zu probieren und gucken, wie du damit klar kommst. Entweder es wird besser und du gewöhnst dich an das Gerät, oder du musst evtl. auf Kondome oder Dia umstellen. Mirena kann ich aber wirklich nur von abraten, die Nebenwirkungen willst du dir wirklich nicht antun!!!

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Mondi
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Re: Verhütung nach Thrombose

Beitragvon Mondi » 16.01.2015, 17:19

Ganz ehrlich? Geh lieber mal zu nem Gynefix- Arzt und lass dich beraten. Die Ärzte die diese nicht kennen, machen sie gern schlecht.
Lass dir da auch nochmal erklären, wie man sie festmacht....
Interessantes zu Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen dank Pille und Co : http://www.hormonspirale-forum.de/viewt ... =23&t=4147
www.risiko-hormonspirale.de

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