noch ein Männerbericht....

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steffen
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noch ein Männerbericht....

Beitragvon steffen » 08.10.2015, 10:16

Nach dem ich hier im Forum den Erfahrungsbericht von aus Sicht eines Mannes gelesen habe, möchte ich mich dem anschließen. Es geht darum aufzuzeigen was dieses "Ding" mit einem Menschen anrichten kann und wie auch die Menschen in der "Nähe" darunter leiden können.

Ich habe dadurch auch ein wenig die Hoffnung das Frauen oder Paare, die mit dem Gedanken schwanger gehen, Mirena zur Verhütung einzusetzen, auf solche Berichte stoßen und eventuell umdenken.

Alles auf dieses Teil zu beziehen ist natürlich Quatsch, aber ich denke das Mirena viel dazu beigetragen hat.

Ich schildere nun alles aus meiner Sicht. Das ist meine Geschichte:

Im Jahr 2013 kam ich mit meiner Partnerin zusammen. Der Start gestaltete sich etwas schwierig da sie ihren damaligen Partner verlassen hat. Es galt vieles zu regeln, da sie auch zwei Kinder hat. Eben all das was es dann heißt eine Patchwork-Familie leben zu wollen. Ich konnte mir gut vorstellen das es für sie eine extreme psychische Belastung war und sie sich viele Gedanken in der Zeit machte. Was wird aus den Kindern, Freunde usw.. Eben das was man denkt wenn man einen neuen Weg beschreitet. Trotz allem war es aber so das wir unser neues Glück auch genießen konnten. Sie konnte sich in dieser Zeit über alles mögliche freuen. Sie war begeistert und hat die Dinge mit ganz viel Elan angefasst. Wie sagte eine Freundin: Es ist so schön zu sehen wie sie aufblüht..

Irgendwann ging es um das Thema Verhütung. Es gab Gespräche mit ihrer Frauenärztin und wir hielten dieses tolle Hochglanzprospekt in der Hand. Mirena....Man hörte sich das alles toll an. Ein unbeschwertes Liebesleben, kaum bis gar keine Blutungen und null Nebenwirkungen. Genial was Bayer da versprach. Der Preis? Egal, ich hätte mich daran wahrscheinlich sogar mit 1000€ beteiligt. Wie mir später klar wurde hab ich damit fast mein eigenes Grab bezahlt. Ja richtig!!!!!

Also, Termin und rein damit. Alles ging gut und ohne viel Schmerzen. Perfekt bis auf leichtes ziehen im Unterleib und paar Kopfschmerzen(die man aber gern stressbedingt abtut).

Von da an ging es stetig bergab mit meinem geliebten Engel. Alles ging so schleichend von sich das man oft den Grund für alles darin gesehen hat, das es nebenbei ja auch noch die Alltagsprobleme gibt. So hat man auch immer etwas gehabt, auf das man es schieben konnte. Es gab Phasen da war alles ok. Meine Prinzessin schien ausgeglichen, freute sich über viele kleine Dinge, war offen für das Leben, hat andere in ihrem Handeln und denken unterstützt und verstanden. Eben so wie ich sie kannte. Aber diese Phasen waren gefolgt von innerer Unruhe, Selbstzweifeln, Wut,Stimmungsschwankungen, Gefühlsausbrüchen bis hin zum Einigeln, alles negativ sehen, ausbrechen zu wollen, Antriebslosigkeit, Null Elan. Man hätte sie den ganzen Tag liegen lassen können, selbst das wäre zuviel gewesen. Egal was man gemacht hat, es war falsch und schlecht. Dazu kamen aber auch noch andere Beschwerden wie leichte Gewichtszunahme, Kopfschmerzen sowie Rückenschmerzen und Schmerzen in den Knien.

Alles staute sich auf bis dann jedesmal das Fass überlief und sie mich vor die Tür setzte. Das ganze jetzt glaube 5 Mal seit 2013! Jedesmal hab ich gemerkt das das gerade nicht meine Liebste ist die da agiert. Bei jeder Trennung hat man gesehen wie schlecht es auch ihr damit ging. Gefühlschaos vom feinsten. Für mich sah es nicht besser aus. Ich stand jedesmal vor dem nichts, habe alles auf mich bezogen. Meine Gedanken gingen so weit das ich gedacht habe,  mit mir kann man es nicht aushalten. Ich hab an mir selbst gezweifelt und ganz oft blöde Gedanken gehabt.

Tja, und nun steh ich vor der gleichen Situation. Hab ein Auto voller Tüten mit Sachen von mir und meiner Tochter. Schlafe gerade im Kinderzimmer bei einer guten Freundin. Ich möchte nicht sagen oder schreiben das nur Mirena an dieser Situation schuld ist. Nein. Aber ich denke sie hat zu einem enorm großen Teil dazu beigetragen. Frauenärzte setzen dieses Teil einfach ohne den Menschen zu sehen der dahinter steht. Ich finde es Verantwortungslos nicht auf die Gefahren und Probleme die durch ein Medikament entstehen hinzuweisen. Auch glaube ich das wir kein Einzelfall sind. Mit Sicherheit gibt es Paare die daran zerbrechen weil niemand daran denkt das die Probleme durch die Spirale kommen.

Wie auch immer. Ich habe mich in den letzten Tagen mehr und mehr zu diesem Thema belesen. Hab unzählige Seiten ausgedruckt und einen Ordner erstellt. Den hab ich meiner geliebten R.... zukommen lassen. Ich freue mich gerade darüber das sie all das gelesen hat was ich zusammengetragen habe. Ich glaube sie hat sich in vielen Dingen wiedererkannt und will das Thema nun angehen und dieses verdammte Teil ziehen lassen.....

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tabularasa
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Registriert: 10.06.2016, 09:05

Re: noch ein Männerbericht....

Beitragvon tabularasa » 10.06.2016, 09:08

Hallo Steffen,
bin neu hier und habe gerade Deinen Bericht gelesen, der vom letzten Jahr ist.
Ich hoffe, für Euch hat sich die Situation gebessert und Deine Freundin hat sich das Ding ziehen lassen.
Magst Du uns von dem Fortgang Eurer Erfahrungen berichten?
Herzliche Grüße,
Simone

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