Mirena seit zwei Monaten

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purpurea
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Mirena seit zwei Monaten

Beitragvon purpurea » 27.11.2015, 21:23

Hallo.
Ich habe im Juli mein Kind bekommen und im September wurde mir die Mirena eingesetzt. Seit Anfang Oktober haben sich jetzt so nach und nach immer mehr Probleme eingeschlichen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es wirklich an der Mirena liegt. Ich habe Pickel bekommen. Viele Schuppen und Haarausfall. Das ist aber noch das kleinste Problem. Vor einigen Wochen gingen die Probleme beim Schlafen los. Habe sonst immer geschlafen wie ein Stein. Jetzt werde ich mitten in der Nacht wach. Herzrasen und innere Unruhe und kann nicht wieder einschlafen. Hab gedacht, dass unser Baby daran "schuld" ist. Dass ich durch das häufige Aufstehen in der Nacht einfach verlernt habe richtig zu schlafen.
Ich bin seit mehreren Wochen nur noch schlecht drauf. Kann mich nicht mehr freuen und meine Welt ist einfach nur grau. Ich kann die Zeit mit unserem Baby gar nicht richtig geniesen. Dabei war sie doch ein Wunschkind. Ich liebe sie auch total, aber wenn man nur niedergeschlagen ist, kann man halt auch nicht singend mit seinem Baby durch die Wochnung tanzen. Mache mir deshalb auch Sorgen, dass es sich negativ auf die Kleine auswirkt. Hab dies auch schon bei der Frauenärztin angesprochen und sie meinte, dass es eine Wochenbettdepression ist und hat mir Johanniskraut verschrieben und wenn es nicht besser wird, gibt sie mir was stärkeres (bestimmt Antidepressiva oder sowas). Ich bin da ja auch nicht grundsätzlich dagegen. Würde alles nehmen um wieder glücklich zu sein.
Seit ca. vier Wochen habe ich jetzt noch Magenschmerzen. Der Hausarzt hat eine Gastritis diagnostiziert. Ich hatte bisher einfach vermutet, dass diese als Folge der Depression ist. Die Schlafprobleme haben sich durch die Magenschmerzen natürlich nicht gerade verbessert. Letzte Nacht habe ich gefühlt gar nicht geschlafen und mich nur mit schmerzenden Magen im Bett rumgewälzt. Mit einem vier Monate alten Baby schlaucht das natürlich zusätzlich, wenn man dann nachts nicht schlafen kann, obwohl das Baby gut schläft.

Jetzt bin ich durch Zufall auf das Forum gestosen und frag mich natürlich, ob meine ganzen Beschwerden von der Mirena kommen können. Ich erkenne mich ja schon in den einen oder anderen Erfahrungsberichten wieder. Hat jemand hier änliche Erfahrungen gemacht ? Würdet ihr mir raten die Mirena ziehen zu lassen ? Wie lange dauert es dann, bis sich eine Änderung einstellen kann ?

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Mondi
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Re: Mirena seit zwei Monaten

Beitragvon Mondi » 28.11.2015, 11:03

Alles was du beschreibst, haben wir hier schon zigfach gelesen - auch bei Frauen, die nicht gerade ein Kleinkind haben, also kann es daran nicht liegen. Hat deine FÄ dich vorher über die Nebenwirkungen aufgeklärt, wie es seit April 2007 in Deutschland verpflichtend ist? Und stillst du? Die Ärzte verkaufen Mirena, Implanon, Cerazette und die 3-Monats-Spritze zwar gerne als Stillzeit-Verhütung, allerdings gehen auch deren Hormone in die Muttermilch über und damit auf das Kind.

Hier mal paar Links für dich:

http://www.br.de/radio/bayern2/kultur/r ... a-100.html
http://www.cbgnetwork.org/4388.html

Die normale Kupferspirale, welche weitaus weniger mögliche Nebenwirkungen hat, ist übrigens laut einer skandinavischen Studie geringfügig unsicherer, aber sehr viel billiger als Mirena. Eine Gold-Kupfer-Spirale bleibt z.B. bis zu 10 Jahren liegen für um die 250€
Interessantes zu Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen dank Pille und Co : http://www.hormonspirale-forum.de/viewt ... =23&t=4147
www.risiko-hormonspirale.de

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There
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Re: Mirena seit zwei Monaten

Beitragvon There » 28.11.2015, 11:09

Liebe Purpurea,

die meisten deiner Symptome erkenne ich wieder, insbesondere die Schlafprobleme und die depressiven Phasen. Ich mach es kurz: mit deiner kleinen Maus brauchst du Kraft. Lass die Mirena entfernen, tu euch diesen großen Gefallen, denn wenn du jetzt schon so stark darauf reagierst, wird es nicht besser, leider. Bei mir kamen in recht kurzer Zeit starke Wutausbrüche dazu, eine Aggression die ich nicht beschreiben kann und die auch vor Kindern nicht halt machte. Ich will dir keine Angst machen, wirklich nicht, und ich habe persönlich ja nichts davon ob du mit oder ohne Mirena durch die Welt gehst. Lediglich weiß ich aus heutiger Sicht, wie dankbar ich gewesen wäre, wenn mich frühzeitig jemand gewarnt hätte und ich meiner Familie und mir diese furchtbare Zeit hätte ersparen können.
Warte nicht zu lange, weil die Beschwerden ja nicht sofort bzw. dauerhaft verschwinden. Ich habe Mirena ein Jahr getragen und Anfang Mai entfernen lassen, ich habe durchaus auch heute noch Nachwirkungen, wenngleich sehr viel abgeschwächter und immer seltener. Insbesondere das Schlafen klappte aber sehr schnell wieder gut, was eine große Erleichterung gewesen ist.

Ich hoffe sehr, dass dich meine Argumentation und meine Geschichte ein wenig motiviert. Scheiß auf das Geld, wirklich. Das ist es nicht wert!

Alles alles Gute!

Therese

P.S: Ich arbeite übrigens als Psychologin ganz speziell mit postpartal psychisch erkrankten Frauen und kann dir aus meiner Erfahrung sagen, dass es untypisch ist, wenn die depressiven Symptome so spät nach der Geburt erst so abrupt auftreten. Und auch da sind meistens hormonelle Einflüsse ein Großteil der Antwort. Bei dir liegt der Zusammenhang mit Mirena aus meiner Sicht auf der Hand, womit du dich übrigens in guter Gesellschaft befindest. Ich konnte bereits einige Male quasi Spontanremissionen nach Verzicht auf die hormonelle Verhütung, insbesondere Mirena, beobachten.

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purpurea
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Re: Mirena seit zwei Monaten

Beitragvon purpurea » 28.11.2015, 20:59

Vielen Dank für die schnellen Antworten. Das macht mir sehr Mut. Ich würde mir ja wünschen, dass meine Beschwerden von der Mirena kommen. Ich rufe gleich am Montag mal bei der Frauenärztin an und mache schnellstmöglich einen Termin und lasse die entfernen. Das Geld ist mir zweitrangig. Will wieder ein normales Leben führen. Wenn wenigstens das Schlafen wieder klappt und die Magenschmerzen endlich verschwinden. Ich ernähre mich seit vier Wochen nur noch von Zwieback, Kamillentee und Reis. Alles andere vertrage ich nicht mehr. Ich werde berichten, wie es sich ausgewirkt hat.
Aufgeklärte wurde ich meiner Meinung nach nur unzureichend. Ich habe eine Broschüre zum Lesen bekommen. Und dann musste ich bei der Ärztin unterschreiben, dass ich über die Nebenwirkungen aufgeklärt wurde. Quasi einen Haftungsausschluss für die Ärztin. Aber in der Broschüre stand nur, dass es möglich ist, dass man nach dem Einlegen längere Blutungen haben kann, dass die Regel ausbleibt und das die Möglichkeit der Abstoßung besteht. Von Depressionen und den ganzen anderen Mist stand da nix. Vor allem nicht, dass die Nebenwirkungen so häufig auftreten. Bin eigentlich auch bischen sauer auf meine Ärztin. Hab ja vor kurzem sehr ausführlich mit ihr über meine Probleme gesprochen (Depressionen, Magenschmerzen, Schlafstörungen usw.) spätestens da, hätte sie ja mal den Hinweis geben können, dass es vielleicht an der HS liegen könnte. Sind ja anscheinend Nebenwirkungen, die zumindest der Ärztin bekannt sein müssten, wenn die im Beipackzettel aufgelistet sind. Den Beipackzettel hab ich zwar nicht zu Gesicht bekommen, aber die Ärztin müsste ja wissen was drinne steht.
Ich kann leider nicht stillen. Da hatte mich die Ärztin schon gefragt, bevor sie die HS eingesetzt hat. Hätte mir die sonst nicht verabreicht.
Das macht mir ja sehr Mut, dass du sagst, dass eine Wochenbettdepression so spät eher untypisch ist. Ich kann es jetzt gar nicht erwarten, dieses Ding los zu werden.
Schon krass, was man so über die Mirena liest. Das die Hersteller so eine Lobby haben, dass da alle Ärzte mitziehen. Auch auf Kosten der Patientinnen. Eigentlich verstoßen die doch damit auch gegen ihren hippokratischen Eid, oder ? Und das Vertrauensverhältnis zu den Patientinnen wird ja damit auch zerstört.

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Re: Mirena seit zwei Monaten

Beitragvon Mondi » 28.11.2015, 22:16

@purpurea: Dann hast du quasi unterschrieben, dass du aufgeklärt wurdest, hast aber nur die blöde Werbebroschüre erhalten! Das meint das Aufklärungsverfahren aber nicht - man muss die richtigen Nebenwirkungen durchsprechen, nicht nur zwei, drei Sachen.

Die Ärzte schwören zwar einen Eid, aber solange sie dich nicht umbringen, ist doch nix dabei, dank dir ihr Überleben zu sichern. Wo kämen denn gerade Gyns hin, wenn nicht dank ALLER hormoneller Verhütungsmittel (die potentiellen Nebenwirkungen ähneln sich sehr! Egal welches hormonelle Verhütungsmittel), die Patientinnen häufiger vorbeikämen - wegen Verschreibne lassen, wegen Check-Up, wegen typischen Nebenwirkungen wie Ausfluss, Pilze, Blasenentzündungen, Brustschmerzen, Unlust - leider auch (und das steht auch in den Packungsbeilagen und bei der Mirena übrigens explizit als spontaner Brustkrebs!) Brust-, Gebärmutterhals und Leberkrebs.
Interessantes zu Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen dank Pille und Co : http://www.hormonspirale-forum.de/viewt ... =23&t=4147
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There
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Re: Mirena seit zwei Monaten

Beitragvon There » 29.11.2015, 09:32

Eine Empfehlung vielleicht noch, zu der du dich hier im Forum dann auch noch weiter belesen kannst: Du solltest nach der Entfernung deinen Körper bei der Regenerierung unterstützen, indem du ihm hilfst, die Vitamin- und Mineralspeicher wieder aufzustocken. Sofern du das mit deinem Magen dann kannst. Ich nehme seit Mai täglich Magnesium und verschiedene Vitaminkomplexe ein. Dies zu verschiedenen Tageszeiten, damit sie sich nicht gegenseitig in der Aufnahme behindern, aber da bin ich nicht so firm. Vor allem Vitamin-B-Komplex erlebe ich als sehr hilfreich, alle anderen nehme ich halt dazu um Mangelerscheinungen vorzubeugen (Mama A-Z von dm), aber Vit B halte ich wirklich für wichtig. Aber lies ruhig in den anderen threads nochmal genau nach, da gibt es hier einige Frauen die wirklich bescheid wissen über diese Zusammenhänge. Mir ging es dann recht schnell besser, im Grunde schon nach 2 Tagen. Mitunter kämpfe ich noch, ich merke dass die Beschwerden zyklusabhängig auftreten, das ist einigermaßen berechenbar. Natürlich nicht schön, aber auszuhalten.

Lass dich übrigens von deiner Ärztin nicht abwimmeln, das versuchen sie gerne. "Das kommt alles nicht von Mirena" ist dabei das gebetsmühlenartig runtergeleierte Hauptargument. Ich musste meine Ärztin dann fast anschreien, aber schlussendlich hat sie das Scheißding rausgeholt. Und lass es dir zeigen... Das klingt jetzt bestimmt alles gruslig und das ist es auch, aber so sieht die traurige Realität aus. Nach der Erfahrung vieler der Mädels hier jedenfalls und meiner auch.

Ich wünsche dir alles Gute!!!

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Re: Mirena für zwei Monate und die Zeit danach

Beitragvon purpurea » 30.11.2015, 13:43

So. hab heute früh bei meiner Frauenärztin angerufen und auch sofort nen Termin bekommen. Mirena ist jetzt raus. Hab sie auch gesehen. Fühle mich jetzt bischen erleichtert und hoffe, dass jetzt alles gut wird und ich die Zeit mit meiner süßen Maus endlich geniesen kann.
Ärztin hat zwar gesagt, dass meine Beschwerden nicht von der Mirena kommen können. Ihre Patientinnen hätten die bisher alle gut vertragen und ich wäre die Erste, die da Probleme hat. Und schade um das schöne Geld.
Aber hab ihr halt gesagt, dass ich erstmal die HS ausschließen will, bevor ich mit was weiß ich für Medikamenten meine Beschwerden bekämpfe. Hat sie auch verstanden und das Ding raus gemacht.
Fühle mich jetzt schon besser. Aber das liegt sicher daran, dass ich hoffe, die Lösung für meine Probleme gefunden zu haben. Die Psyche spielt ja sicher eine große Rolle.
Ich werde weiter berichten.

Ach ja... mein Hausarzt, der mich wegen der Magenbeschwerden behandelt ist auch Homöopath. Da hab ich in vier Tagen eh nen Termin wegen den Magenbeschwerden. Da werde ich gleich mal fragen was ich für Vitamine nehmen sollte. Vielleicht kann der ja auch mal nen Blutbild oder so machen. Hatte den ja bisher nix von der HS erzählt, weil ich meine Beschwerden erst seit drei Tagen mit der Mirena in Verbindung gebracht habe.

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There
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Re: Mirena seit zwei Monaten

Beitragvon There » 30.11.2015, 14:52

Das ist wieder mal ein Beleg dafür, dass Ärzte eben NICHT den Beipackzettel kennen! Dort stehen diese NW alle drin und wenn man einen aus Großbitannien hätte, wären es sogar noch mehr!

Die Psyche, ja klar. Aber es ist eben KEINE Einbildung, sondern körperliche Prozesse die durch die Mirena verändert werden. Und dass es dir relativ schnell besser geht hängt dann auch damit zusammen, dass dein Körper nicht mehr mit Levonorgestrel zugeschüttet wird.

Schön das das so schnell geklappt hat und baldige Besserung! :)

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summse
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Re: Mirena seit zwei Monaten

Beitragvon summse » 01.12.2015, 08:16

Hallo, sehr gut das dieses Ding raus ist, ich wünsche dir wirklich das Beste und das du die kleine Maus genießen kannst... so ein kleines Lebewesen kann einen doch so viel geben :P :P ...

Ich habe durch Johanneskraut eine Magenschleimhautentzündung bekommen, denke mit Johanneskraut solltest du dich da vielleicht zurückhalten, wenn du schon solche Probleme hast mit dem Magen...

Ich hoffe dein Arzt ist ein guter Heilpraktiker und was mir aufgefallen ist, deine Frauenärztin hätte dir die Mirena nicht verschrieben, wenn du gestillt hättest, aber die Mirena ist zu meiner Zeit für stillende Mütter empfohlen worden, ich weiß nicht wie es jetzt in den Broschüren steht, aber finde es schon erstaunlich wie unterschiedlich die Frauenärzte die Risiken sehen....

Alles Gute euch und du wirst die Zeit mit der kleinen schnell wieder genießen können und der Schlaf wird schnell besser....vielleicht nicht mehr so tief, denn das macht man als Mutter irgendwie nicht, aber erholsam wird er wieder werden...

LG
(Jahr 2016) 38 jahre ,3 kinder Mirena vom ?.06.2009 - 28.6.2012

http://hormonspirale-forum.de/viewtopic ... 009#p45009 , Updats

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Re: Mirena seit zwei Monaten

Beitragvon Mondi » 01.12.2015, 10:19

Was ich so lese, sind viele Frauenärzte skrupellos und verschreiben reine Gestagenverhütung trotz Stillen.

Ist ja mal wieder seeeehr komisch, schon wieder ein/e Gyn, wo keine einzige Patientin Probleme hat :twisted:
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