Mirena und keine Alternative :-(

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Becci_Fandorin
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Mirena und keine Alternative :-(

Beitragvon Becci_Fandorin » 30.01.2016, 00:48

Hallo ihr Lieben,

meine Geschichte wird wohl etwas länger werden, ich bitte euch trotzdem mir zu helfen weil ich einfach nicht mehr weiter weiß.

Ich bin jetzt 33 und leide seit meiner Pubertät unter extremen Regelschmerzen, so stark dass ich zu meinen "Bestzeiten" bis zu 12 Schmerztabletten am Tag genommen habe und mich zusätzlich noch mit Alkohol betäuben musste. Ich habe mir sogar von Freunden und Bekannten die gerade eine Operation hinter sich hatten, die stärksten Schmerzmittel erbettelt weil ich mich von den Ärzten nicht ernst genommen fühlte und stets mit Paracetamol abgespeist wurde.
Jahrelang wurde mir gesagt, dass das bei Frauen eben so ist und ich damit leben müsse.
Im Sommer 2013 konnte ich dann endgültig nicht mehr. Ich bin bei meiner Frauenärztin heulend zusammengebrochen und habe gesagt, dass ich so nicht mehr weiter leben kann und will. Daraufhin überwies sie mich mit dem Verdacht auf Endometriose in eine Spezialklinik in Hamburg.
Einige Wochen später machte man dort bei mir eine Bauchspiegelung, entfernte die Endometrioseherde und meinte, dass es dann gut sein müsse. Was soll ich sagen? Es war nicht gut. Direkt bei der nächsten Blutung hatte ich wieder diese schlimmen Schmerzen und war völlig verzweifelt. Ich fuhr wieder in die Klinik. Der Chefarzt untersuchte mich persönlich und sagte dann, dass er eine Adenomiose vermute und da würde nur eine Entfernung der Gebärmutter helfen. Ich war einverstanden doch mir wurde sofort mitgeteilt, dass in meinem Alter so eine OP nicht in Frage käme. Stattdessen legte man mir die Hormonspirale nahe, da ich keinerlei Pille vertrage (ständige Migräneanfälle mit Aura). Man sagte mir, dass die Mirena nur lokal wirkt und ich daher keine Angst haben müsse, dass ich damit dieselben Probleme wie mit der Pille haben würde. Stattdessen sollte die Regelblutung vollständig ausbleiben und es somit auch keine Schmerzen mehr geben.
Für mich klang das zu schön um wahr zu sein und ich willigte begeistert ein. Ein Traum sollte sich für mich erfüllen, der Traum endlich schmerzfrei zu sein. Am 13.12.2013 wurde mir die Mirena unter Vollnarkose eingesetzt. Eine Vollnarkose war deshalb notwendig, da ich durch bereits mehrere Biopsien und Konisationen einen völlig vernarbten Gebärmutterhals habe und der Einsatz der Spirale anders nicht möglich sei.
Ja, für mich begann ein neues Leben. Meine Regel blieb aus, die Schmerzen waren verschwunden. Bis heute habe ich keine Blutung mehr gehabt und die Schmerzen sind vergessen. Ich habe die Zeit so sehr genossen... bis jetzt.
Seit dem Einsetzen der Mirena habe ich 10 kg zugenommen, obwohl ich weniger Appetit als früher habe. Meine Libido ist futsch. Als Verhütungsmethode würde ich die Spirale jedenfalls nicht brauchen. Mein Mann und ich haben kaum noch Sex und das obwohl es vorher ganz anders war!
Seit einigen Wochen kommt nun erschwerend ein Schwindelgefühl hinzu, das mehrmals täglich auftritt. Dazu kommt, dass ich plötzlich, ebenfalls mehrmals täglich, eine starke Übelkeit verspüre. Teilweise muss ich mich heftig übergeben.
Am Schlimmsten ist jedoch das Herzrasen und die innere Unruhe, ja ich würde es tatsächlich Angst nennen. Ich erschrecke mich vor den leisesten Geräuschen, bin ständig nervös und fürchte mich in Situationen die ich früher für völlig normal gehalten habe.
Außerdem schwitze ich wie verrückt und zwar ständig. Nachts ist es am Schlimmsten. Ich wache mehrmals nachts auf (wenn ich denn überhaupt schlafen kann) und bin schweißgebadet.
Zu allem Übel hatte ich vor zwei Wochen eine Blasenentzündung mit gleichzeitiger Scheidenentzündung. Und seit gestern stelle ich fest, dass ich anscheinend schon wieder eine Blasenentzündung bekomme!
Ich will nicht die Frage stellen ob das alles Nebenwirkungen der Mirena sind denn ich habe mich mittlerweile ausführlich belesen, natürlich auch in diesem Forum. Ich weiß, dass die Mirena schuld ist.

Was ich euch nun fragen möchte ist Folgendes:

Wenn ich die Mirena entfernen lasse, was habe ich für Alternativen? Bisher habe ich weder im Netz noch woanders eine Lösung gefunden.
Ich habe die Wahl zwischen Pest und Cholera. Wenn diese Schmerzen wieder zurückkehren, dann weiß ich nicht mehr was ich tun soll.
Hat vielleicht jemand von euch dieselbe Problematik und kann mir einen Rat geben?
Ich bin wirklich verzweifelt. Ich möchte die Mirena loswerden, am liebsten sofort. Aber wenn ich daran denke, dass dann die Schmerzen wiederkommen...

Ich bitte euch um einen Rat. Den Ärzten vertraue ich nicht mehr.

Liebe Grüße
Becci

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summse
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Re: Mirena und keine Alternative :-(

Beitragvon summse » 30.01.2016, 07:39

Hallo, ich leider erst mal lesen was Adenomyose ist. Da fiel mir auf , dass der Arzt es bei dir vermutet, wobei man dies doch eigentlich richtig diagnostizieren kann. Dann habe ich gelesen das es was mit den Östrogenen zu tun hat, das zuviel poduziert wird und es mit Hormontherapie gelindert werden kann. Und hier ist der Punkt... künstliche Hormone verträgst du nicht, wie viele von uns hier. Deswegen würde ich dir nun wirklich einen Heilpraktiker empfehlen, der müsste sich allerdings mit Hormonen auskennen, denn es gibt auch in der Homöopathie Dinge die einen Hormonausgleich bringen. Magnesium wäre für dich dann Sucher auch vom großen Vorteil. Ich kann dir leider anders nicht weiter helfen, aber ich glaube hier hatte mal jemand ähnliche Probleme. Ich drück dir die Daumen das alles gut wird, vielleicht hast du es nach der Mirena auch los, habe gelesen das es sich ja auch verlieren kann. Ich würde es dir wünschen.

Lg
(Jahr 2016) 38 jahre ,3 kinder Mirena vom ?.06.2009 - 28.6.2012

http://hormonspirale-forum.de/viewtopic ... 009#p45009 , Updats

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Sonia
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Re: Mirena und keine Alternative :-(

Beitragvon Sonia » 30.01.2016, 14:46

liebe Becci,

ich habe aus einem ähnlichen Grund die Mirena gelegt bekommen. Ich habe auch Endometriose gehabt..und mein Arzt hat mir erklärt dass damit (also mit Mirena) alle meine Probleme verschwinden und keine kommen, weil die Mirena fast frei von Nebenwirkungen ist, da sie eben :lol: :evil: lokal wirkt. Tja..weit gefehlt... dir half es wenigstens gegen die Schmerzen, aber bei mir wurde alles nur noch schlimmer.. mein Körper versuchte das Teufelsding loszuwerden.

Na, lange Rede , kurzer Sinn.. ich las genau so viel in verschied. Foren, auf Seiten über gynek. Beschwerden und und und. Meine HP welche ich nach dem Legen der Mirena kontaktierte meiten sofort, dass man vorher einen Hormontest machen sollte, also..vor dem Legen der Hormonspirale. Natürlich hat sich kein Doc :evil: damit befasst! Keiner hat bei mir damals die Hormone bestimmen lassen und mit Mirena macht es keinen Sinn, weil Levonogestrel alle Hormone im Körper beeinflusst. Sprich.. 6 Mo nach dem Ziehen hat sich ein Progesteronmangel vom feinsten gezeigt! Und den hatte ich def. auch vorher gehabt. Sie gab mir etwas zum Ausgleichen und dann noch die Progesteroncreme.

Was soll ich sagen.. anch drei Zyklen ohne Mirena habe ich null Beschwerden gehabt. :P ... Und ich nehme regelmäßig Magnesium ein und seitdem sind irgendwelche Krämpfe Vergangenheit. Das Agnus Castus in D4 nehme ich allerdings jeden Tag.

An deiner Stelle würde ich einen Alternativmediziner oder einen guten HP aufsuchen. Es gibt immer einen Grund für unsere Beschwerden und man kann (bin der Meinung) immer was dagegen unternehmen. Und es müssen nicht immer diese Chemiekeulen oder OPs sein.

Liebe Grüße S
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Becci_Fandorin
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Re: Mirena und keine Alternative :-(

Beitragvon Becci_Fandorin » 30.01.2016, 15:19

Liebe Sonia und liebe summse,

vielen Dank für eure lieben Antworten und eure Ratschläge.
Ich würde sehr gern zu einem Heilpraktiker gehen, doch ich fürchte, dass mir dafür leider das Geld fehlt. :(
Dennoch werde ich mich diesbezüglich informieren und schauen ob vielleicht doch etwas machbar ist.
Die Mirena will ich nun unbedingt loswerden. Gestern und heute ging bzw. geht es mir so schlecht wie schon lange nicht mehr.
Ich habe schon mehrfach meine Klamotten wechseln müssen weil ich andauernd schweißgebadet bin und die Übelkeit und der Schwindel wollen heute einfach nicht mehr aufhören. Mein Mann will mit mir am Montag sofort zum Arzt fahren, zuerst zum Hausarzt wegen der Blasenentzündung und weil ich meine Blutwerte checken lassen möchte und dann zum Frauenarzt weil ich einen Termin zur Entfernung der Mirena machen möchte. Ich bin am Ende.
Mit Magnesium werde ich jetzt auch anfangen. Egal was, ich würde alles tun damit ich diese Schmerzen nicht wieder ertragen muss.
Ich bin sehr gespannt wie meine Frauenärztin reagieren wird, wenn ich ihr von meiner Entscheidung bezüglich der Mirena berichte.
Sie ist ja fest der Meinung, dass die nur lokal wirkt und nichts mit meiner Gewichtszunahme oder den anderen Beschwerden zu tun hat.
Mir ist es egal was sie sagt, das verdammte Ding kommt raus. So geht es nicht mehr weiter.
Ich bin euch sehr dankbar für euren Zuspruch und euren Rat. Es tut gut zu wissen, dass man nicht verrückt wird oder sich alles nur einbildet.

Liebe Grüße
Becci

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Sonia
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Re: Mirena und keine Alternative :-(

Beitragvon Sonia » 30.01.2016, 16:57

liebe Becci,

ich drücke dir so was von die Daumen, dass du sie schnell los wirst.
Weißt du, manchmal frage ich mich ob die Ärzte dieses Lokalmärchen :evil: selber glauben. Als ich das meinem Hausarzt erzählte meinte er " und die Hormonstäbchen wirken auch nur im Arm oder wie?" und hat gelacht. Er meinte, dass die Ärzte so ein Bammel vor der Pharma haben (die Pharma bildet ja die Ärzte auch was neue Medikamente etc betrifft), dass die einfach nur alles nachplappern. Er ist ein guter Arzt..schade, dass er in Rente geht.

Meine neue Gyn sagt auch, dass dieses Ding nicht nur lokal wirkt. Sonst würde es diese ganzen NWs nicht geben. Es ist sogar bekannt, dass die Mirena die Frauen vorzeitig in die Wechseljahre schickt /dann kommen diese von dir beschriebenen NWs wie Schweißausbrüche und Schwindel/.

Schnell raus das Ding und dann kannst du selbr einen Hormontest machen lassen und einen HP finden... ich zahlte damals gar nicht so viel. Ich glaube für alles um die 150,-€

PS: vielleicht kannst du mir eine PN schreiben wo du herkommst, dann könnte ich dir eventuell jemanden empfehlen (und nein, ich bekomme nirgendwo eine Provision :wink: )

liebe Grüße S
44 Jahre, 2 Kinder, Mirena von 09/2011 bis 04/2012

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exilhanseatin
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Re: Mirena und keine Alternative :-(

Beitragvon exilhanseatin » 31.01.2016, 18:15

Hallo liebe Becci,

ich kann Deine Verzweiflung gut verstehen und kann Dir leider nicht wirklich bei der Suche nach Alternativen helfen.

Ich habe jedoch hier im Forum schon manchmal etwas von der Goldnetz-Methode gelesen - ob das bei Deiner Erkrankung auch helfen würde, kann ich nicht so richtig beurteilen, vielleicht kannst Du Dich bei Interesse ja mal durchgoogeln.

Ich bin darüber "gestolpert" dass Du von anderen Pillen Migräne mit Aura bekommen hast. In diesem Zusammenhang wollte ich darauf hinweisen, dass dann Mirena laut Beipackzettel nur unter "besonderer Vorsicht" angewendet werden soll. Zitat:

"Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Mirena ist erforderlich bei:
• Migräne; Migräne mit Sehstörungen oder Beschwerden, die auf eine vorübergehende Durchblutungsstörung im Gehirn hindeuten (z. B. Sprach-, Hörstörungen, Schwindel);
• außergewöhnlich starken Kopfschmerzen;
• Gelbsucht;
• starkem Blutdruckanstieg;
• Thrombosen (Blutgerinnsel in Arterien oder Venen) oder thromboembolischen Komplikationen
• schweren Gefäßerkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt
Wenn Sie an einer der oben genannten Erkrankungen leiden sollte Mirena erst nach dem Besuch bei einem Facharzt angewendet werden und gegebenenfalls entfernt werden, wenn eine dieser Erkrankungen unter Mirena zum ersten Mal auftritt."

Ich selber hatte vor der mirena bereits manchmal Aura-Migräne. Vermutlich habe ich damals schon eine Pille nicht vertragen, den Zusammenhang hatte ich damals aber überhaupt nicht gesehen. Mit der mirena wurden die Attacken dann ganz furchtbar, einmal konnte ich sogar kurzzeitig nicht räumlich sehen. Alles sah aus wie Kulissen im Theater, die seltsam hintereinander angeordnet waren. In diesem Moment konnte ich auch für kurze Zeit nicht sprechen. Die schlimmste Attacke, die ich jemals hatte. Seit die mirena wieder draußen ist, hatte ich nicht einen einzigen Anfall (in mittlerweile etwa vier Jahren). Es erscheint mir daher gefährlich, bei Problemen mit Aura-Migräne die mirena anstatt der Pille zu verwenden.

Du hast ja bislang nicht von Attacken geschrieben - aber wenn Du wieder welche bekommst, sag das schnell Deinem Arzt!

Bezüglich der gesundheitlichen Probleme, die Du beschreibst, halte ich die mirena, so wie Du auch, für den Auslöser. Ich glaube, ich könnte eher mit Schmerzen leben als mit diesem Psycho-Mist, den die Mirena verursacht... Ängste, etc... ich konnte z.B. auch nicht mehr richtig gucken... und ich glaube kaum, dass das bei Dir besser werden wird, wenn Du sie noch länger drinnen lässt.

Das mit den Ängsten und der Unruhe hört sich sehr stark nach einem Magnesiummangel an. Du könntest natürlich theoretisch versuchen, das auszugleichen, auch wenn Du die mirena noch weiter trägst. Aber ob das dann wirklich erfolgreich ist... das ist ja nur Herumdoktern an Symptomen, während man die Ursache der gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht beseitigt


LG und gute Besserung
42 Jahre, 3 Kinder, Mirena von Oktober 2010 bis Juli 2011

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ladybird
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Re: Mirena und keine Alternative :-(

Beitragvon ladybird » 04.02.2016, 23:55

Hallo Becci,
bitte hab keine Angst, dass die Blutungen gleich wieder so stark sind, wenn du die Mirena ziehen lässt. Es kann gut sein, dass sie schwächer sind.
Als Grund für deine verstärkte und schmerzhafte Blutung früher kommt auch ein Progesteronmangel/Östrogendominanz infrage. Dieses Hormonungleichgewicht sollte dann erst mal behoben werden. Das geht mit Naturheilmitteln, auch Homöopathie.
Einen Hormonstatus macht aber erst 6 Monate nach dem Entfernen der Mirena Sinn, weil die Hormone im Körper so lange brauchen, um vollständig abgebaut zu sein.
Alles Gute,
Gruß
ladybird
www.risiko-hormonspirale.de
Jahrgang 1967, keine Kinder, feste Beziehung, Mirena1: 2000-2006, Mirena2: 2006-Nov.2010

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