Höllentrip nach neuer Mirena

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Langzeitgeschädigte
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Höllentrip nach neuer Mirena

Beitragvon Langzeitgeschädigte » 28.04.2016, 10:12

Hallo zusammen,

auch ich möchte dringend von der Mirena abraten. Meine Leidensgeschichte ähnelt den Geschichten vieler Frauen.
Ich habe mich für die Mirena entschieden, weil ich andere Pillenpräparate nicht vertragen habe. Begonnen habe ich mit einer leichten Babypille, die starke Migränekopfschmerzen verursachte, ein weiteres Präparat hat zu starker Gewichtszunahme und Akne geführt. Die Mirena schien eine willkommene Lösung, ohne dass der ganze Organismus belastet wird. Mein Arzt hat mir dazu geraten. Ich habe mir die Mirena mit Anfang 20 einsetzen lassen - in Skandinavien sei es ja üblich, dass gerade junge Frauen lieber zu Spirale greifen. Mein Arzt hat mir das DIng so verkauft, als sei die hormonelle Belastung nur punktuell und deutlich geringer als bei der schwächsten Babypille.
In den ersten fünf Jahren war ich auch absolut begeistert. Mein Körper hat die Hormonzufuhr gut vertragen. Ich hatte einige Jahre keine Periode, keine Schmerzen, keine Launen, kein Libidoverlust. Alles schien normal und im Einklang.
Nach fünf Jahren musste ich die Spirale erneuern lassen. Ich hatte eine Bedenken, da keine Risikofaktoren berichtet wurden, ich auch nicht aufgeklärt wurde und vor allem: Ich hatte bisher keinerlei Beschwerden.
Einen Monat nach der Erneuerung begann mein ALptraum.
Ich habe plötzlich keinen Kaffee mehr vertragen. Selbst ein Schluck würde bei mir zum vollkommenen Kreislaufkollpas mit gefährlich hohem Blutdruck. Mein Körper konnte das Koffein tagelang nicht mehr abbauen. Ich bin kollabiert, bin zusammen gebrochen. Plötzlich habe ich immer wieder Kreislaufbeschwerden gehabt. Ich konnte keinen Sport mehr machen - ich hatte das Gefühl, meine Organe arbeiten nicht mehr zusammen und sind verwirrt und überfordert. Immer wieder hatte ich Nierenbeschwerden, unerklärliche Blasenentzündungen und nachgewiesene Herzrhymthusstörungen. Innerhalb von 3 Monaten hat sich dieser Zustand so zugespitzt, dass ich nicht mehr weiter wusste und von Notaufnahme über Arzt über Spezialisten gewandert bin. Zu den physischen Leiden kamen psychische Leiden. Ich hatte urplötzlich Halluzinationen, Panikattacken und Beklemmungsgefühle. Etwas Fremdes hat mich gesteuert und mir das Gefühl gegeben, verrückt zu werden. Die Ärzte wussten keinen Rat, haben mir die Entzündungen im Körper mit Antibiotika behandelt und mich als labilen Fall abgestempelt - mit der Folge, mich in der Psychatrie vorzustellen. In der Situation war ich so hilflos und wusste nicht mehr weiter. Wie kann sich mein Leben innerhalb von 3 Monaten so verändern? Ohne dass jemand eine Diagnose stellen kann?
Ich bin grundsätzlich eine sehr gefestigte Persönlichkeit mit einem realistischen Körperbewusstsein und wusste, dass nur ich die Diagnose stellen kann. Ich wollte mich nicht in die Hände der wirtschaftsgesteuerten Medizin geben - Ärzte, die nicht über Risiken aufklären und einen für verrückt erklären.
Ich habe noch am nächsten Tag die Spirale ziehen lassen.
Und siehe da: WIRKLICH von einen auf den anderen Tag waren meine Beschwerden verschwunden. Keine Herzattacken, keine Panikattacken, keine Halluzinationen mehr. Ich konnte es selbst nicht glauben, dass es urplötzlich besser wurde. Aber leider habe ich mich zu früh gefreut. Mein Körper hat auf die Entfernung mit Entzugserscheinungen reagiert. SO stelle ich mir einen kalten Entzug vor. Ich lag am Boden habe gezittert, habe mich übergeben und mich schrecklich elend gefühlt. Ein eindeutiges Zeichen, dass die Mirena ein Todesgift ist. Ich habe mich aber relativ schnell wieder erholt. Der Zustand war nicht zu vergleichen mit dem monatelangen Horrortrip .
Vor einem Monat gingen die Beschwerden wieder los: Ich hatte nach wie vor Schmerzen im unteren Brustbereich, das Gefühl, mein Stoffwechsel funktioniert nicht, mein Kreislauf sei überlastet, meine Nieren und Leberfunktionen eingeschränkt. Bei mir wurde ein Gallenstein von 7 cm Größe entdeckt. Ich bin erst 29 Jahre. Meine Gallenblase musste entfernt werden. DIe Ärzte haben mir nach Untersuchungen im Labor bestätigt, dass dieser Stein durch einen enormen Östrogenabbau gewachsen ist und zwar innerhalb von einem Jahr. DIe Hormone haben dazu geführt, dass das Verhältnis von Stoffen in der Leber nicht mehr natürlich ist und der Körper völlig überfordert war.
Liebe Frauen, so schön Sex mit hormoneller Verhütung auch ist - ihr greift in die Natur des Körpers ein. Selsbt wenn ihr in den ersten Jahren keine Probleme haben werdet - irgendwann ist es der Fall, da bin ich mir sicher.
Ich selbst habe Höllenqualen erlebt und würde NIE wieder auch nur ein Hormonpräparat einnehmen. Ich kann nur hoffen, dass mein Körper sich selbst wieder reguliert und irgendwann wieder im ersehnten Gleichgewicht ist.
BITTE nehmt nie die Mirena. Sie schadet euch langfristig.

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Mia69
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Re: Höllentrip nach neuer Mirena

Beitragvon Mia69 » 24.07.2016, 12:26

Hallo Langzeitgeschädigte. Wie geht es dir heute? Habe auch gerade unter Hormonentzug zu leiden.LG Mia
48 Jahre, keine Kinder, Mirena 5/2009-7/2016

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Wanda
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Registriert: 01.07.2016, 13:31

Re: Höllentrip nach neuer Mirena

Beitragvon Wanda » 15.08.2016, 19:32

Hallo , deine Geschichte ist wirklich krass. Es bestätigt sehr deutlich auch meine Einschätzung der Wirkung , die vor allem die zweite Mirena auslösen kann. Ich war auch nach 8 Monaten in die ambulante Psychiatrie ( freiwillig ) wegen Panik ....gegangen. Zum Glück bessert sich mein Zustand gerade.
Wie geht's dir heute. Hat sich dein HormonHaushalt beruhigt.
Ich drücke dir die Daumen.
Wanda

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