Wieder so eine Geschichte

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Merlemarie
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Wieder so eine Geschichte

Beitragvon Merlemarie » 21.07.2016, 11:40

Liebe Frauen,
Ich bin 33 Jahre alt, habe zwei leibliche Kinder (7 Monate und 3 Jahre) und eine tolle Stieftochter die ich sehr liebe! Ich habe einen Beruf den ich liebe und einen Mann der besser nicht sein könnte. Ich habe also alles was ich mir je erwünscht habe und bin rundum froh!
Als meine Tochter 3 Monate alt wurde ( April 2016) habe ich mich für die Hormonspirale entschieden. Genau wie bei allen anderen wurde mir gesagt es gebe keine Nebenwirkungen und wirke nur Lokal. Da wir genug Kinder haben ;-) war es meinem Mann und mir sehr recht jetzt also die Mirena einbauen zu lassen und dann 5(!) Jahre keine Probleme zu haben. Tja- die teuerste und schlimmste Entscheidung meines Lebens. Nach einiger Zeit begann ich mich erschöpft zu fühlen. Meine Kopfhaut ( ich neige zur Schuppenpflechte) war so juckend dass ich sie mir ständig blutig kratzte. Meine Haare fielen aus und Traurigkeit kam und ging und kam und ging. Dann sauste es in meinem Kopf, ich wurde geräuschempfindlich und und und. Das schlimmste war diese Traurigkeit. Das bei mir wo ich doch eine Grinsebacke bin. Ich machte mir Gedanken. Nur noch und fühlte mich am Ende hormonell wie beim Milcheinschuss. Völlig außer Kontrolle. Meine Mama laß einen Bericht über die Mirena im Stern und ich fand dieses Forum. Baff da war es. Alles stand da und ich fand alles wieder was mich so sehr belastete. Da man ja immer alles bei sich sucht war ich zwar hoffnungsvoll aber auch ängstlich ohne Ende ( habe ich doch einen an der Waffel?). Dann also zum Frauenarzt und raus damit ( das war auch nur schlimm da die Fäden in meiner Gebärmutter verschwunden waren und meine Periode nach 9 Tagen geraden zuende). Ich dachte jetzt geht es weg. Nach 2 Tagen war es schlimmer als zuvor. Wieder Blutungen und alles verstärkt. Wie ein Entzug. Völlig und völlig daneben. Mein Mann hat gerade Urlaub. Er begleitet mich und hilft mir ohne Ende. Wir haben viel im Garten gearbeitet, viel Ablenkung und Pausen dazwischen. Und seit gestern ( 2 Wochen nach dem Ziehen) bin ich
Wiederauferstanden. Ich weiß es kann wieder kommen. Ich bin auch noch nicht ganz wieder da und habe Angst vor nem neuen " Anfall" Bin doch hoffnungsvoll dass es schnell geht da ich sie nur 3 Monate getragen habe. Ich bin so so endlos schockiert darüber was dieses Scheissteil mit einem anfangen kann und möchte die ganze Welt davor warnen!!! Ich danke euch für dieses Forum und bin gespannt ob noch jemand schreibt: ES GEHT MIR WIEDER GUT!! Es geht vorbei und ihr habt keinen an der Waffel. Es ist " nur" diese Spirale!!!
Alles Liebe
Merle

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Sabno
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Re: Wieder so eine Geschichte

Beitragvon Sabno » 21.07.2016, 13:23

Hallo Merle,

du sprichst mir aus der seele. ich habe meine geschichte hier nicht im detail geschrieben, da mich in vielen einfach nur wiedergefunden habe. ich habe meine erste mirena 2005 legen lassen und meine letzte im oktober 2015. ich hatte mich damals von meinem mann getrennt und war voller vorfreude auf ein neues leben. wenn ich zurück denke, weiß ich nun das es damals schon begann mit den nebenwirkungen. nicht so drastisch wie jetzt aber doch für mich jetzt nachvollziehbar wie ich mich schleichend verändert habe. ich lernte einige zeit später meinen neuen mann kennen und lieben. die ersten anzeichen waren ängste beim auto fahren. es schlich sich alles so ein. schwindelanfälle, ( ich dachte es liegt an der neuen brille )verlustängste kamen auf meinen mann an eine andere zu verlieren, das kannte ich nicht von mir ( eifersucht war mir bisher fremd ), leichte depressive phasen kamen dem neuen leben nicht gewachsen zu sein. nicht allem gerecht zu werden und immer mehr missmut. das kam und ging auch streckenweise wieder. aber es brodelte in mir. ich habe keinen grund gehabt für solche stimmungsschwankungen. alle meinten es gut mit mir und ich dachte ich bin es nicht wert geliebt zu werden. mein selbstbewusttsein sank irgendwie immer mehr. die kritische phase begann so im dezember bei mir. ich hatte probleme mit meinen augen, hatte keinen klaren durchblick irgendwie, dann konnte ich nachts nicht mehr auto fahren aus angst ich könnte nichts mehr sehen. ich wurde immer gereizter und auch ungerecht zu meinen liebsten. ich konnte es mir nict erklären und merkte das ich garnicht mehr ich bin. auch ich bin eine grinsebacke. das setzte ich aber nur nochgezielt ein wenn ich dachte jetzt musst du freundlich sein. es kam nicht mehr von innen. vor vier acht wochen begannen dann diese erschöpfungszustände. von nichts war ich kaputt und musste mich hinlegen, was bei mir nie vorkam. ich dachte der blutdruck oder schilddrüse. aber alle werte tip top. ich heulte am telefon meiner ärztin über die guten befunde. es muss doch was nicht in ordnung sein mit mir. der höhepunkt war meine erste panikattacke beim autofahren. mein ganzer körper kribbelte und ich dachte ich werde ohnmächtig. furchtbar !!!!! ich begann zu googlen und da fand ich dieses forum. auch mir viel es wie schuppen von den augen. ich habe mir sofort die spirale ziehen lassen zum glück alles ohne probleme. es ist ein ständiges auf und ab. sehr gute tage aber auch wieder rückschläge. meine augen sind besser. mein nacken ist sehr verspannt und somit ist mir oft noch schwindelig und kleine panikattacken kommen. ich versuche mich ständig abzulenken. es gelingt nicht immer. ich grübele viel und will mich zwingen das zu unterlassen, weil ich das nicht bin die da zur zeit wie ein bekloppter zombie durch die gegend läuft. ich kämpfe und kämpfe dagegen an. ich führe selbstgespräche zur motivation. es muss ganz einfach besser werden. ich muss zur ruhe kommen und ein körper auch. ich hab ne tolle familie und freunde. ich habe einigen davon erzählt möchte aber nicht ständig darauf angesprochen werden. denn dann wirft es mich oft wider aus der bahn. mensch alles ein mist kann ich dir sagen. ich habe mich bei meinem mann entschuldigt für die ständigen zickereien ohne wirklichen grund. in diesem punkt merke ich schon das meine gefühle da wieder klarer werden. eigentlich müsste sich die bayer ag bei meinem mann entschuldigen. die haben ja den mist produziert. haaaaach, das tat mal gut. ich lese auch nicht noch einmal korrektur. denn das alles kam einfac aus mir raus und das tat sooooooo gut. uns schon kommen wieder einige tränen gekullert weil ich so froh bin das forum hier zu haben und nicht allein bin mit meinen ängsten und gefühlen.

danke fürs lesen

lg sabine

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ShinsBeauty
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Re: Wieder so eine Geschichte

Beitragvon ShinsBeauty » 21.07.2016, 15:49

Hallo Merle

Ich hatte die Mirena auch nur kurz drin 8Wochen... Nach dem Zeihen ging es mir ca 2 Wochen recht gut auch ich habe danach einen 3,5 Monatigen Enzug gehabt.... Es war ein Auf und ab!!!! Jetzt sind 6Monate rum ich bin meine Vitamine am auftanken lass unbedingt deine Vitamine checken vorallen B12 (mach auch gerade ein HoloTc) es bessert sich langsam... Aber ich habe immer wieder Rückfälle ... Das Jucken wird bald verschwinden es dauert aber es geht weg!!! Hatte genau das selbe!!!

Ich wünsch dir alles liebe
Mirena Dez.2015-Ja.2016 (8Wochen)

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There
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Re: Wieder so eine Geschichte

Beitragvon There » 21.07.2016, 17:00

Liebe Merlemarie und liebe Sabno,

ES WIRD BESSER & NEIN, WIR HABEN KEINEN AN DER WAFFEL!!!

Ich erkenne mich vor Allem in Sabnos Bericht wieder und auch ich bin der Meinung, dass sie sich bei meiner Familie entschuldigen sollten, die glücklicherweise Geduld, Beharrlichkeit und viel Verständnis für mich mitbringt. Meinem Mann hat es geholfen, selbst viel hier zu lesen und auch hier zu schreiben, er war erleichtert, wenn man das so sagen kann, als wir den Grund für meine Persönlichkeitsveränderung gefunden und eliminiert hatten. Dass ich Mirena überlebt habe, verdanke ich nur meinem Mann und meinen Kindern, da bin ich sicher.
Das Problem ist doch, dass man es kaum glauben kann, dass ein Arzt einem guten Gewissens so ein Teufelsding verpasst... Und dann ist erstmal naheliegender, dass man selber dran schuld ist, obwohl nichts mehr dem eigenen Willen oder der eigenen Kontrolle unterliegt. Ihr habt das Richtige getan und es wird besser! Ja, es gibt Rückschläge, aber ich betrachte sie lieber als "Vorfälle" und jeder davon macht es langfristig ein bißchen besser, weil der Körper dabei entgiftet. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Haltet durch! Es wird!!!

Alles Gute euch beiden :smile_flower: :smile_flower:

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Re: Wieder so eine Geschichte

Beitragvon Conni_70 » 21.07.2016, 17:32

Huhu....ja - entschuldigen bei Ehemann und Kindern... man kann froh sein, wenn ein Ehemann noch bei eine geblieben ist bei all dem Stress :-O
lG, Conni

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Mia69
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Re: Wieder so eine Geschichte

Beitragvon Mia69 » 21.07.2016, 17:52

Hallo ihr Lieben. Bei meinem Mann habe ich mich auch entschuldigt. Ich hätte mich letzten Winter fast getrennt. Alle seine Macken, die ich vorher lustig fand, haben mich nur noch genervt. Dann haben beide gezickt und es hat sich hichgeschaukelt. Ich war damls einfach nur fertig. Hatte 3 Wochen Weihnachtsurlaub und war nicht erholt. Im März ging es dann nach einem Laherungsschwindel und einem Infekt bergab. Im Mai kamen Panikattacken Depressionen un Ängste hinzu. Hab die Mirena sei 17 Tagen raus und lebe jetzt mit dem auf und ab. Es wird in kleinen Schritten besser. LG Mia
48 Jahre, keine Kinder, Mirena 5/2009-7/2016

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Merlemarie
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Re: Wieder so eine Geschichte

Beitragvon Merlemarie » 22.07.2016, 07:12

Oh man immer wieder kann ich es kaum glauben dass es sich so oft wiederholt!!! Da muss man doch was machen!!
Bekomme Infusionen mit B Vitaminen und mache Eigenbluttherapie ( so macht man doch alles wenn es hilft). Außerdem nehme ich Vitamin D ( ja da war ein Mangel- auch wie bei vielen) und homeopathische Mittel dazu.
Nach der ersten Infusion und der
Eigenbluttherapie habe ich die Nacht darauf im Schlaf geredet, wie wild geträumt, habe gefiebert und Wasser außer getrunken. Morgens wusste ich nicht mehr was stimmte und was nicht von den Träumen. Der Tag anschließend war viel besser als alle davor!
Heute kommt die zweite Infusion.
Mein Herzrasen und die Nervosität sind im
Moment weg. Ich schlafe seit 4 Tagen gut ( außer den nächtlichen Flaschen für mein Baby). Habe immer Angst vor der Traurigkeit und dem
rattern. Besonders dem Gefühl ich schaffe das hier nicht!
Ich denke an euch alle!!!! So als soll keine mehr erleben müssen!!!
P. S. Meine Mama sagt die Männer sind es ja auch ein wenig schuld. Wir machen das ja nicht für uns mit der Spirale. Also die haben ja auch als davon! Also bedanken für die Unterstützung ja aber kein schlechtes Gewissen!!!!

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Re: Wieder so eine Geschichte

Beitragvon Merlemarie » 22.07.2016, 07:17

Korrektur: ich meine Mitschuld! Und schuld sind am
Ende eh nur die von Bayer und die blöden Ärzte!

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Wanda
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Re: Wieder so eine Geschichte

Beitragvon Wanda » 22.07.2016, 10:36

Liebe Frauen,
Sabnos Bericht berührt mich auch besonders....Trennung. ....neues Leben beine ....eigentlich immer abenteuerlustig .
Ähnliche Bilder kommen über die letzten Jahre da auch bei mir hoch. Irgendwann hatte ich meine wiederkehrenden Depressionen satt. ...zumal sie jedes mal schlimmer wurden. Bis es im Mai diesen Jahres nicht mehr auszuhalten war. Man nennt das glaube ich Leidensdruck.....Danke FÄ....Danke Bayer. ....ich also mit einer Freundin endlich über meinen extrem schlimmen Zustand geredet. Und da sagt sie mir, "Mensch ich hatte doch so Bartwuchs u Monstepickel von dem Ding bekommen u hab sie ziehen lassen. Und schau wie gut meine Haut wieder ist. " Da hab ich gegoogelt und endlich begriffen. ....was lokale Wirkung heißt. ...ich bin fast umgekippt.....hab euch gefunden u nur noch geweint.
Am nächste Tag bin ich zur FÄ und hab sie ziehen lassen. Mir wurde Missachtung entgegen gebracht u sie hat mich belächelt . "Sie hatten doch vorher schon PMS". Danke liebe FÄ...ich wünsche euch eine Nacht nur, von denen die wir durchmachen. ...einen Tag nur, an dem ihr euren Kindern in diesem Zustand unter die Augen treten müßt.
Allen Frauen hier mein tiefstes Mitgefühl.
Danke dass es euch gibt.
Wanda

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Sonia
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Re: Wieder so eine Geschichte

Beitragvon Sonia » 22.07.2016, 11:30

..Das klingt jetzt vielleicht theatralisch aber, ich habe auch begriffen " wer sich auf die Ärzte verlässt, ist verlassen "

Meine Gyn hat mich damals sogar aus der Praxis geschmissen..Mit den Worten : " sie sind verrückt, sie gehören in die Psychiatrie "

Ich war damals zu schwach um mich zu wehren. Sie erklärte auch meinem Mann dass ich ein Psychofall bin. Leider hat er es damals geglaubt, weil ihm das gleiche auch andere Ärzte sagten.

Am liebsten würde ich jetzt zu der Ärztin gehen...
44 Jahre, 2 Kinder, Mirena von 09/2011 bis 04/2012

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