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Re: Arbeitsunfähig durch die Mirena oder Folgeerkrankungen

Verfasst: 28.10.2016, 12:07
von Sevda1976
Hallo ihr Lieben

Bei mir sind es jetzt 16 Monate, wo ich nicht mehr arbeiten kann. Davor war ich immer wieder für längere Zeit krank geschrieben.......
Ich hatte aber wie ihr auch viele Tage, wo ich mit letzter Kraft zur Arbeit bin und froh war, wenn ich es ohne große Katastrophen geschafft habe den Tag rumzukriegen. An vielen Tagen war es dann so, dass ich mich zu Hause erst einmal hinlegen musste. Und dann auch immer wieder diese Gedanke, hast du alles richtig gemacht, hast du auch nichts vergessen,vertauscht o.ä...........Was denken deine Kollegen über dich, dein Chef, die Patienten ?
War ich freundlich genug usw.
Ich muss sagen die letzten Jahre als ich noch gearbeitet habe waren die Hölle. Ich habe immer mehr an mir und meiner Arbeit und Umfeld gezweifelt.
Dabei habe ich die "Schuld" bei mir gesucht und immer diese Gedanken " die anderen schaffen das auch alles, warum du nicht".
Ein ziemlich beschiessenes Gefühl.

Liebe Beate ich wäre vorne dabei, wenn man gegen die Ärzteschaft und Pharma etwas tun könnte, aber ich bin auch noch nicht dahinter gekommen, was genau das sein könnte. Die Wut darüber was mit uns Frauen gemacht wird kann mir keiner nehmen, auch wenn die Wut mich nicht weiter bringt.
Ich "arbeite" auch an mir und schau das es mir wieder besser geht, aber das ist ein verdammt steiniger Weg!
Und bei Langzeitträgerinen wie mir dauert alles nochmal länger.

Drei Monate ohne Mirena ist keine lange Zeit, aber irgendwie erhoffe ich mir immer das es schneller geht. Das es doch jetzt mal viel besser sein muss!
Ich weiß ich bin damit nicht alleine, aber Geduld ist nicht mehr meine Stärke. Das war auch mal anders...wie so viele Dinge.

Ja es ist ein Skandal und alle schauen zu und stellen sich taub. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass es auch in Deutschland knallen wird.
Jetzt auch schon die neue HS auf dem Markt oder bald. Meiner Meinung nach sind das alles Anzeichen dafür, dass das mit der Mirena "nicht mehr so gut läuft". Wie lange kann man den noch so etwas verantworten ?
Und allen die diese Scheisse mit der Mirena unterstützen, wünsche ich nur einen Tag mit unseren Beschwerden!

So genug Dampf abgelassen, wünsche euch trotzdem einen angenehmen Tag :smile_flower:

Re: Arbeitsunfähig durch die Mirena oder Folgeerkrankungen

Verfasst: 28.10.2016, 12:59
von cmikesch
Auch ich wäre dabei, wenn es eine Möglichkeit gäbe der Bayer Mafia das Handwerk zu legen.
Die Mirena hat mir mein Leben geraubt und das meiner Familie auch. Leider habe ich keine Ahnung wie ich gegen diese Macht vorgehen soll. Mir fehlt einfach die Kraft.
L. G.

Re: Arbeitsunfähig durch die Mirena oder Folgeerkrankungen

Verfasst: 28.10.2016, 18:12
von Kooper
Liebe cmikesch,
liebe Sevda,

Eure Worte sprechen mir sooo sehr aus der Seele, z. B. diese hier kann ich voll unterschreiben:
Und dann auch immer wieder diese Gedanke, hast du alles richtig gemacht, hast du auch nichts vergessen,vertauscht o.ä...........
Ich habe immer mehr an mir und meiner Arbeit und Umfeld gezweifelt.
Dabei habe ich die "Schuld" bei mir gesucht und immer diese Gedanken " die anderen schaffen das auch alles, warum du nicht".
Ein ziemlich beschiessenes Gefühl.
Drei Monate ohne Mirena ist keine lange Zeit, aber irgendwie erhoffe ich mir immer das es schneller geht. Das es doch jetzt mal viel besser sein muss!
Die Mirena hat mir mein Leben geraubt und das meiner Familie auch. Leider habe ich keine Ahnung wie ich gegen diese Macht vorgehen soll. Mir fehlt einfach die Kraft.
Auch wenn ich mir selbst immer wieder sage, dass die Wiederherstellung der eigenen Gesundheit oberste Priorität haben muss, und ich meine Kraft auch hauptsächlich darin investiere, bin ich trotzdem der Meinung, dass es mit dem Hinnehmen unserer zum Teil weitgehend ruinierten Leben einfach nicht getan sein kann.

Wie auch mit Antidepressiva, Ritalin etc. wird die Pharmaindustrie sonst dieses Dreckszeug immer jüngeren Menschen andrehen !

Wobei mein Ärger über die Pharmaindustrie noch um ein Vielfaches getoppt wird durch meine Wut auf die Ärzte. Diese scheinheilige Verlogenheit, die Packungsbeilage einfach zu unterschlagen und die Hochglanzbroschüre des Herstellers als selbige auszugeben ! Und dann sitzt frau jahrelang vor diesen Ärzten, denen frau VERTRAUT, und klagt über diverse Beschwerden und hört immer nur wieder "das kann nicht sein", so lange, bis man selbst das Glück hat, im Internet die richtige Beschwerdekombination einzugeben oder auf jemanden zu treffen, der durch eigenes Leid schon schlauer ist.

Hier sind ein paar Auszüge von Wikipedia zum Thema Arzt:
Der Behandelnde hat dem Patienten nach § 630c Abs. 2 Satz 1 BGB in einer für ihn verständlichen Weise sämtliche für die Behandlung wichtigen Umstände grundsätzlich schon vor deren Beginn zu erklären. Das betrifft insbesondere die Diagnose, die voraussichtliche gesundheitliche Entwicklung, die Therapie und die zur und nach der Therapie zu ergreifenden Maßnahmen. Dem Patienten soll erläutert werden, wie er sich therapiegerecht verhalten sollte. Er ist auf Unverträglichkeitsrisiken, auf eine möglicherweise nicht sichere Wirkung des Eingriffs oder auf eine ärztlicherseits anzuratende Änderung der Lebensführung hinzuweisen. Die Information soll dem Patienten ein gesundheitsförderndes Verhalten ermöglichen (etwa körperliche Schonung nach einer Operation) und ihn auch vor den Folgen ungesunden Verhaltens warnen. Hierzu gehört beispielsweise der Warnhinweis, nach der Verabreichung von reaktionszeit- und konzentrationsmindernden Medikamenten (z. B. Narkose oder Lokalanästhesie) kein Kraftfahrzeug zu führen oder keine Maschinen zu bedienen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Behandlungsvertrag

Jeder Eingriff in den menschlichen Körper erfüllt juristisch den objektiven Tatbestand der Körperverletzung. Der Eingriff bedarf deshalb der Einwilligung des Patienten, um gerechtfertigt und damit nicht strafbar zu sein. Die Einwilligung des Patient ist aber nur dann wirksam, wenn er die wesentlichen Umstände des Eingriffes kennt, seine Notwendigkeit und seine Risiken verstanden hat und er in der Lage gewesen ist, das Für und Wider genau zu beurteilen und gegeneinander abzuwägen. Um dies zu gewährleisten, muss der Patient über die Risiken und Gründe aufgeklärt werden. Je invasiver der Eingriff ist, desto ausführlicher muss die Aufklärung sein, je weniger dringend der Eingriff ist, desto größere Anforderungen sind an die Aufklärungspflicht zu stellen.

Die Selbstbestimmungsaufklärung soll dem Patienten ermöglichen, Art, Bedeutung, Ablauf und Folgen einer Behandlung zwar nicht in allen Einzelheiten, aber doch in den Grundzügen zu verstehen, um eine informierten Risikoabwägung zu treffen. In diesem Rahmen ist der Patient auch über seine nicht ganz außer Wahrscheinlichkeit liegenden Risiken zu unterrichten,d.h., der Arzt muss auch auf typische, wenn auch seltene, Risiken hinweisen, um dem Patienten die Entscheidung darüber zu überlassen, ob er etwaige Gefahren für seine Gesundheit auf sich nehmen will.

Bestehen für den Eingriff aus medizinischer Sicht keine Dringlichkeit oder überhaupt keine zwingende Indikation, müssen auch wenig wahrscheinliche Risiken mit dem Patienten besprochen werden. Der Arzt muss dem Patienten die Gründe und Gegengründe eingehend auseinandersetzen.
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84rzt ... %C3%A4rung

Und hier noch etwas zur Medizinethik
(Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Medizinethik)
Respekt vor der Autonomie der Patientin / des Patienten (respect for autonomy)
Das Autonomieprinzip gesteht jeder Person Entscheidungsfreiheit und das Recht auf Förderung der Entscheidungsfähigkeit zu. Es beinhaltet die Forderung des informierten Einverständnisses (informed consent) vor jeder diagnostischen und therapeutischen Maßnahme und die Berücksichtigung der Wünsche, Ziele und Wertvorstellungen des Patienten.

Nicht-Schaden (nonmaleficence)
Das Prinzip der Schadensvermeidung fordert, schädliche Eingriffe zu unterlassen. Dies scheint zunächst selbstverständlich, kommt aber bei eingreifenden Therapien (z. B. Chemotherapie) häufig in Konflikt mit dem Prinzip der Fürsorge.

Fürsorge, Hilfeleistung (beneficence)
Das Prinzip der Fürsorge verpflichtet den Behandler zu aktivem Handeln, das das Wohl des Patienten fördert und ihm nützt. Das Fürsorgeprinzip steht häufig im Konflikt mit dem Autonomieprinzip und dem Prinzip der Schadensvermeidung (s.o.). Hier sollte eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Schaden einer Maßnahme unter Einbeziehung der Wünsche, Ziele und Wertvorstellungen des Patienten vorgenommen werden.

Gleichheit und Gerechtigkeit (justice)Das Prinzip der Gerechtigkeit fordert eine faire Verteilung von Gesundheitsleistungen. Gleiche Fälle sollten gleich behandelt werden, bei Ungleichbehandlung sollten moralisch relevante Kriterien konkretisiert werden.


Die meisten umserer Frauenärzte haben uns über Jahre dreist ins Gesicht gelogen (tun es bis heute) und von "Ethik" anscheinend noch nie etwas gehört.

Mein Frauenarzt z. B. hat seinerzeit die von mir gewünschte Sterilisation mit der Begründung abgelehnt, dass ich dann so früh in die Wechseljahre käme.
Ergebnis: nach dem Ziehen mit Anfang 40 postmenopausale Werte und bis heute kein Zyklus.

Das kann doch alles so nicht richtig sein und bei aller Einsicht, dass Wut der Gesundheit wirklich nicht förderlich ist und auch die Energie für andere Dinge raubt, kann "Stillhalten" auf Dauer ja eigentlich nicht die Lösung sein. Wobei ich - wie so viele andere - zugeben muss, dass mir für wirkliche Maßnahmen bis heute auch die Kraft fehlt. Leider !!!!! Ich hoffe immer noch, sie wiederzufinden.

LG Kooper

Re: Arbeitsunfähig durch die Mirena oder Folgeerkrankungen

Verfasst: 28.10.2016, 20:42
von Mondi
Die glauben das teilweise wirklich, sonst würden nicht viele Gynäkologinnen selber die Mirena tragen. Schade nur, dass immer noch so viele Frauen darauf reinfallen - selbst wenn man sie warnt.

Re: Arbeitsunfähig durch die Mirena oder Folgeerkrankungen

Verfasst: 30.10.2016, 09:40
von Annikan
Hallo Ihr Lieben!
Ich erlebe Ärzte seit ca. 30 Jahren fast täglich in meinem Job. Vor langer, langer Zeit haben die noch einen Eid abgelegt und danach gehandelt. Die waren wirklich für den Menschen da, selbst in ihrer Freizeit. Ich habe sie geschätzt und viel von ihnen gelernt. Jetzt erlebe ich eine Generation Ärzte, die sehr von sich überzeugt ist und der viel Wissen fehlt und die auch nicht mehr bereit ist, Zeit für dieses Wissen zu investieren. Jeder arbeitet nur in seinem Fachgebiet und schaut nicht mehr über den Tellerrand hinaus. Mitdenken ist auch gar nicht mehr erwünscht, wir werden von der Wirtschaft regiert! Über diese Entwicklung bin ich völlig entsetzt und sehr unglücklich und meine Arbeit macht mir keinen Spaß mehr. Ich bin auch auf meine Gyn. reingefallen, obwohl ich sonst alles überdenke und nachprüfe. Allerdings habe ich auch nur durch meinen Ehrgeiz herausgefunden was mir fehlt.
Ich denke, vielen Ärzten fehlt wirklich heute das umfassende Wissen, der Elan und der Mut weitreichend zu handeln und es ist auch nicht mehr erwünscht. Sie sind nach dem Studium zwar noch interessiert, aber auf sich allein gestellt und gute Ansätze werden im Keim erstickt. Ob die alle glücklich sind bezweifel ich, aber Geld regiert eben.
Ich war auch 10 Wochen arbeitsunfähig, habe mich aber zurück gekämpft, gesund bin ich noch lange nicht. Hilfe von Ärzten, Fehlanzeige. L.G.

Re: Arbeitsunfähig durch die Mirena oder Folgeerkrankungen

Verfasst: 30.10.2016, 20:50
von Wolke7
ja, das stimmt, nach einem guten arzt muss man lange suchen. sie sind leider nicht mehr so dicht gestreut. mir hilft momentan eine gute hp und das caoching für hochsensible, die beiden sind sehr motiviert, auch mein arzt, den ich selbst bezahle, ist interessiert und bemüht sich sehr und würde sich freuen wenn es mir mal besser geht. aber das ist die ausnahme. lg wolke7

Re: Arbeitsunfähig durch die Mirena oder Folgeerkrankungen

Verfasst: 07.11.2016, 13:10
von Mondi
Das hab ich auch mal überlegt, in ne "Privatpraxis" zu gehen (wo auch Selbstzahler hinkönnen), denke mir aber, das ist sicher seeeehr teuer (erinnere mich noch an eine Gyn-Rechnung vor paar Jahren - über 300€ für Ultraschall und bisschen blabla).

Re: Arbeitsunfähig durch die Mirena oder Folgeerkrankungen

Verfasst: 07.11.2016, 15:35
von Wolke7
mondi, es geht, wenn ich mich zurückhalte und nicht dauernd anrufe, ist es o.k. keine ahnung,was die gyn genau gemacht hat bei dir, 300 eur ist sehr viel. ich habe letztens um die 35 eur bezahlt für ulltraschall gebärmutter/eierstöcke. das ist auch das normale. erkundige dich vorher und frage mal so rum bei freunden und bekannten. lg

Re: Arbeitsunfähig durch die Mirena oder Folgeerkrankungen

Verfasst: 23.12.2016, 12:20
von Mondi
Aber die Untersuchung muss man ja auch bezalen :-/

Re: Arbeitsunfähig durch die Mirena oder Folgeerkrankungen

Verfasst: 24.12.2016, 20:14
von Cami
Hallo Leute,
eure Wut über die Bayergang und die Ärzte teile ich ebenfalls. Nur es bringt nix dagegen anzugehen. Ich warne zwar jede Frau davor, aber es wird immer wieder Frauen geben, die meine Warnung nicht hören will. In YouTube findet man auch solche beratungsresistente Damen. Wir, die die ganze Scheiße erleben mussten, können nur mit dem Kopf schütteln, wenn Mädels nach 2 Wochen behaupten, dass sie die negativen Berichten nicht verstehen könnten.
Außerdem musste ich mir auf der Arbeit oft anhören, dass sie XY die Mirena auch hatte, aber noch nie Probleme damit hätte. Die eine hat keine Gebärmutter mehr und die andere war schon in den künstlichem Wechseljahre. Was soll ich dazu noch sagen?