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Wrack67
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Wrack

Beitragvon Wrack67 » 03.08.2016, 02:35

Liebe Leidenskolleginnen,

da ich neu in diesem Forum bin, möchte ich auch meinen Leidensweg mitteilen um zu zeigen: Mirena MUSS der Grund an unserem Leiden sein.

Ich bin 48 Jahre, seit fast 30 Jahren selbständige Dozentin/Autorin für medizinische Bereiche, Praxismanagement und Medizinrecht. Daher habe ich einen sehr guten Einblick in den täglichen Praxisablauf.

Vor 3 Wochen habe ich mir die Mirena entfernen lassen. Wie durch eine Eingebung (die Mirena hätte nun im Juni gewechselt werden müssen) habe ich einfach einmal nach Nebenwirkungen Mirena gegoogelt, da ich meine dutzenden Beschwerden einfach nicht mehr nachvollziehen und zuordnen konnte.

Auf Nebenwirkungen Mirena wäre ich niemals gekommen, da auch ich damals 2011 nicht aufgeklärt wurde.

Ich merkte nur: seit 5 Jahren ging es mit mir physisch und psychisch bergab, im letzten Jahr sogar soweit, dass ich meinem Beruf nur noch schriftlich als Autorin nachkommen konnte.

Warum konnte ich es genau an den letzten 5 Jahren festmachen? Weil ich da meinen Partner (vorher 6 Jahre Alleinerziehende) kennengelernt habe, und das bis daher nicht mehr relevante Thema Verhütung wieder aktuell wurde.

Bereits 6 Wochen nach dem Legen der Mirena habe ich mich selbst nicht mehr verstanden: meine totalen Verliebtheitsgefühle verschwanden von Tag zu Tag. Ich war wie in Watte gepackt, ohne Gefühle. Ich gab uns Zeit und dachte, das wird sich schon wieder geben. Aber das war nur der Anfang. Dazu gesellte sich im Laufe der letzten 5 Jahre:
Extreme Schlafstörungen
Innere Unruhe
Darmbeschwerden
Extrem aufgeblähter Bauch
25 kg Gewichtszunahme
Lustlosigkeit
Kraftlosigkeit
Depressionen und Angst/Panik
Unsicherheit
Gelenkschmerzen
Muskelschmerzen
Konzentrationsprobleme
Stimmungsschwankungen (ich galt immer als garantierter Spaßvogel, ob privat oder bei meinen Vorträgen)
Blutung in Stresssituationen
Eingeschränkte Libido
Schweißausbrüche
Atemnot
Wasseransammlung
Extreme Rückenschmerzen
Bruxismus
Kopfschmerzen


Ich rannte von Arzt zu Arzt, auch zum Psychologen, bekam Antidepressiva (Hölle/Nebenwirkungen), und da ich privat versichert bin - bei jedem Arzt das volle Programm - ohne Erfolg.

Hilflos - selbstverzweifelt - ohnmächtig:
Ich habe in den letzten Monaten immer nur gedacht: ich will mein altes Leben zurück!!!! Das war zwar auch anstrengend, aber machbar, und vor allem lebensfreudig. Diese Lebensfreude ist mir total abhanden gekommen.

Heute bin ich morgens nur froh, wenn die Schmerzen und weitere Nebenwirkungen einigermaßen erträglich sind. Jede Aufgabe des täglichen Lebens stellt mich vor große Herausforderungen. Schon das Aufstehen schmerzt so sehr in den Fußknöcheln und Kniee. Zu essen traue ich mich schon lange nicht mehr, da sonst der Bauch zusehends aufgeblähter wird.

Nachdem ich also die Nebenwirkungen Mirena gelesen habe, erzählte ich das meinem überaus engagierten Hautarzt, der die sofortige Entfernung der Mirena anriet und mir ab dem Tag der Entfernung Progesteron verordnete. Das durchgeführte Blutbild bestätigte diese Therapiemaßnahme.

Ich rief bei meiner Frauenärztin an und sagte, dass ich umgehend einen Termin zur Entfernung der Spirale brauche. Gemäß meines Berufes hatte ich mich schon auf Kampf eingestellt und sämtliche Urteile, Patientenrechtegesetz, fahrlässige Körperverletzung etc. parat. Aber nichts! Ohne Kommentar bekam ich am nächsten Tag den Termin zur Entfernung, auch in der Praxis musste ich nur 5 Minuten warten. Die Frauenärztin fragte nicht einmal nach, warum ich die Entfernung wünsche. Sie kennt meinen Beruf und meine Kontakte zum Medizinrecht, Ärztekammer etc.

Kein einziger der zahlreich konsultierten Ärzte hat danach gefragt, ob ich eine Hormonspirale habe. Keiner hat den Anamnesebogen (Vorgeschichtsbogen), den ich in der einen oder anderen Praxis vorab einmal ausgefüllt habe wieder vorgelegt und nach Aktualisierung gefragt, obwohl alle Praxen dazu jährlich gesetzlich verpflichtet ist. (bedauerlicherweise verzichten viele Praxen auf solche Bögen und möchten lediglich eine Unterschrift für das Abrechnungszentrum).

Einzig und allein mein noch dazu befreundeter Hausarzt wurde wirklich blass, als ich ihm von den aktuellen Ereignissen berichtete. Er kennt mich seit 10 Jahren und war über sich selbst schockiert, dass er nicht nach Mirena gefragt hatte. Denn er wie auch der Hautarzt wussten von den starken Nebenwirkungen der Mirena.

Seit ca 4 Wochen bin ich befreit von der Mirena. Sofort konnte ich erkennen, dass meine Kopfschmerzen am nächsten Tag verschwunden waren. Dafür seit Entfernung starke Blutung, die restlichen NW sind ebenso noch vorhanden. Die "dünne Haut" m. E. jedoch wegen der dauerhaften Gelenk- Muskelschmerz, sehr starken Wassereinlagerungen und immer noch Blähbauch.

Ich muss jetzt wohl geduldig sein, Vitamin B12, Magnesium einnehmen.

Den Pharmakonzern interessiert unsere Probleme nicht, auf Details will ich gar nicht eingehen. Jedoch sollten wir gemeinsam versuchen die Beratungsfehler etc. unseren Ärzten (mit System anhand von Paragraphen, Gesetzesvorgaben, Drohung Benachrichtigungen der Ärztekammer) aufzuzeigen.

Ich bin mir sehr sicher, dass die Mehrzahl der Ärzte/Ärztinnen mindestens 5 signifikante Fehler begangen haben, könnten wir so bundesweit für eine Verunsicherung und für zukünftig bessere Beratungen und schriftliche Einverständniserklärungen usw. sorgen.
Hätte ich von diesen sehr oft und oft auftretenden Nebenwirkungen gewusst, so hätte ich mich eindeutig gegen Mirena entschieden!!!! Nun gut, danach müssen wir uns alle wahrscheinlich neue Frauenärztinnen und Ärzte suchen. Wäre für mich persönlich kein Problem, da das Vertrauen ohnehin gestört ist. In den ganzen Jahren während der Kontrollen nicht einmal einen Hormonspiegel erstellt oder meinen wirklich desolaten Zustand mit der Mirena in Zusammenhang gebracht. Das ist für mich medizisch grobe Fahrlässigkeit. Ich weiß nicht, wie viele nicht mehr die Kraft aufgebracht haben und um ihre Gesundheit kämpfen, und ggfs den Freitod aus Verzweiflung gewählt haben, vorher evtl noch als hysterischer Hypochonder abgestempelt wurde!

Und Unsicherheit bei der Beratung, besser aufgeklärte Patientinnen sorgt sicherlich zum Rückgang des Einsatzes der Mirena und ebenso genauso kranken "kleinen Schwester" mit dem Werbeslogan" Gehen Sie nicht an Ihrem Glück vorbei!????? Und dann trifft es die, die es treffen sollen: die Produkthersteller.

Liebe Grüße von Wrack67 (aus vollem Sarkasmus diesen Forum-Namen gewäht und sehr zutreffend)

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summse
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Re: Wrack

Beitragvon summse » 03.08.2016, 08:13

danke für deinen Beitrag. Man hat wirklich irgendwann keine Kraft mehr zu kämpfen und leider ist es ja nicht irgendwie nachzuweisen, das die Mirena schuld ist, sonst würden wir glaube alle eine Klage einreichen.
(Jahr 2016) 38 jahre ,3 kinder Mirena vom ?.06.2009 - 28.6.2012

http://hormonspirale-forum.de/viewtopic ... 009#p45009 , Updats

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Wolke7
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Re: Wrack

Beitragvon Wolke7 » 03.08.2016, 08:23

hallo wrack,

ich gebe dir voll recht. mir geht nach bald 5 jahren ohne mirena immer noch nicht gut, ich leide immer noch unter sämtlichen nw, im gegenteil es wird einfach nicht besser eher schlimmer. ich habe meinen fa aufgeklärt und gefragt, ob er diesen mist denn selbst glaubt, was er da erzählt, da sagte er dieses mal nein, das glaube ich nicht und die mirena wirkt eben nicht nur lokal. hätte er das mal vor 15 jahren gesagt..... lg wolke7

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cmikesch
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Re: Wrack

Beitragvon cmikesch » 03.08.2016, 13:58

Hallo Wrack, hallo Wolke,
auch ich möchte mein altes Leben zurück! 4 Jahre ist es her, dass ich die Mirena ziehen ließ und mir geht es immer noch nicht gut. Was hat dieses Teil aus mir gemacht? Ich war vor dem Einsetzen kerngesund . Und jetzt ? Auch bei mir hat keiner der aufgesuchten Ärzte nach der Verhütung gefragt. Und es ist wirklich so, dass man nicht mehr die Kraft hat ,gegen Bayer und CO vor zugehen. Aber aufgeben möchte ich auch nicht. Ich hoffe irgendwann aus diesem Albtraum aufzuwachen und wieder normal leben zu können.
L. G.
cmikesch

Jahrgang 64, 3 Kinder, 8 Jahre Mirena (Nov. 2004 - Mai 2012), immer noch massive Beschwerden mit der Muskulatur

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Wanda
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Re: Wrack

Beitragvon Wanda » 03.08.2016, 16:28

Liebe Frauen,
ich bin noch immer genauso sauer, wütend u traurig , wie am ersten Tag nach Entfernung der Mirena. Den Tag zuvor hatte ich ja endlich die Erkenntis gehabt, dass die Mirena nicht lokal wirkt.
Ich habe sechs Jahre lang immer weiter abgebaut. Phasenweise ging es wieder besser dann nach 2. Mirena der totale Einbruch. Hätte ich keine immer krasseren Angstattacken bekommen , wäre das Ding immer noch in mir. Frau schiebt alles zu gerne auf Stress im Job. ...zwei Kids groß gezogen. ...Beziehungen mit den männlichen Wesen nicht immer easy.... aber wovor diese Angst? ???? Warum kein Fitzelchen Konzentration mgl. Watte im Kopf. ...ich hab es an anderer Stelle schon geschrieben - diese FÄrzte , Hausärzte u Pharmatypen sollen eine Nacht durchmachen von den unsrigen. ...einen Tag den eigenen Kindern so unter die Augen treten. Über Jahre funktionieren ohne Kraft.
Und am Ende muss man selber seine Diagnose finden. Ist das nicht ein großes Armutszeugnis für die gesamte Ärzteschaft die uns all die Jahre in ihren Zimmern sah u nie nachgefragt haben. Welche Medikamente / Arzneimittel nehmen sie? Die einfachste und wichtige Frage zu Beginn allen weiter Diagnostizierens.
Solch Delitantismus....wenn ich meinen Job so mache, bekomme ich ne Abmahnung und darf mich zu Recht vor verschiedenen Gremien rechtfertigen.
Habe einen aufmerksamen jungen Psychiater gefunden, der mir auf mein Bitten die Diagnose
T 88.7 auf meinen Kur-Antrag zur Depression dazu schrieb. Er scheint die Augen offener zu halten. Ich wünsche uns allen mehr dieser Ärzte.
Vielleicht fragt er in Zukunft seine von Depressionen u Ängsten befallenen Patienten nach hormoneller Verhütung.
Ich bin auch noch nicht wieder besser drauf. Hatte ich gestern erst in meinem Thema " zwei Wochen ohne Mirena 4.07." beschrieben.
Ich finde wir könnten uns mehr wehren -zusammenschließen ....wenn wir die Kraft dazu finden.
Danke Wrack f deinen Bericht. ...ich fühle so mit dir.
Mit euch allen.
Wanda

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Mia69
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Re: Wrack

Beitragvon Mia69 » 03.08.2016, 17:41

Hallo Ihr Lieben! Schade das ich nicht im Lotto gewonnen habe, denn dann hätte
ich Bayer verklagt. Heute war der Schwindel (Benommenheit) mal wieder so doof,
das ich dachte ich fall im Büro vom Stuhl. Und wenn ich an all die Frauen denke,
die noch gar nichts von dem Übel wissen was in Ihnen schlummert. Wenn ich nicht
meien Wunderdoc hätte, dann wäre ich wahrscheinlich schon nicht mehr.
Und wie viele haben funanziell gar nicht die Möglichkeit sich einen HP zu suchen
und zu bezahlen. Auch die Zusatzleistungen für Hormontests, Vitaminbestimmung
usw. müsssen auch viele selbst bezahlen, weil die Ärzte da nicht mitspielen oder
keine Kraft für Diskussionen da ist.
Hatte heute wieder ein Schlüsselerlebnis. Jemand, der das von mir wusste, hat
auch mit seiiner Frau gegoogelt, weil sie auch massive Probleme hat. Morgen kommt
Ihre Spirale raus. Wäre wahrscheinlich auch noch jahrelang so weiter gegangen.
Wir sollten uns echt mal in einen halben Jahr treffen. Vielleicht sollten wir
Spenden sammeln und Aufklärungsbriefe an Schule aushängen usw.
Aber leider sind wir ja zur Zeit alle nur ein kranker kleiner haufen. Heute bin ich
echt wütend. Mir ist schon klar, das Bayer das nicht vorsätzlich entwickelt um
und zu schädigen, aber die Aufklärung sollte besser sein, denn dann wärem wir
wohl schon eher auf die Ursache gestossen.
Alles Liebe an euch. Lasst euch in Gedanken drücken. Wir schaffen das.
Bis dahin... LG Mia
48 Jahre, keine Kinder, Mirena 5/2009-7/2016

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There
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Re: Wrack

Beitragvon There » 04.08.2016, 06:12

Hallo Mia,

ich gebe dir insofern recht, als dass die Mirena/Jaydess sicherlich nicht extra zum Schaden entwickelt wurde, ABER, auch wenn es nach "Verschwörungstheorie" klingt, nimmt die Pharma es doch mehr als billigend in Kauf... Und wenn ich mal nur grob überschlage, wieviel jede von uns in pharmazeutische Produkte investiert/investiert hat, um die NWs zu verringern/zu bekämpfen, sind die verursachten Beschwerden doch ein wahres Bombengeschäft!!! Was für eine Goldgrube...

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Mia69
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Re: Wrack

Beitragvon Mia69 » 04.08.2016, 06:55

Hallo There. Das meinte mein Mann auch sarkastisch: so ein Glück das Bayet auch gleich das passende AD verkauft. Wie geht es dir? Wann kommt das Baby? Lg Mia
48 Jahre, keine Kinder, Mirena 5/2009-7/2016

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There
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Re: Wrack

Beitragvon There » 04.08.2016, 07:27

Ja, praktisch, nicht? Dieser Sarkasmus ist leider traurige Realität, und mit AD ja noch lange nicht genug... Was ich aufgrund meiner Muskel-, Ischias-, Kopfschmerzen an Schmerzmittel genommen habe, abends Schlaftabletten um irgendwie zur Ruhe zu kommen, also es hat sich ganz schön summiert. Inzwischen geht es mir wieder richtig richtig gut, allerdings sehe ich da auch wirklich einen Zusammenhang zur SS, da muss der Hormonhaushalt sich ja schon für die Versorgung des Babys umstellen. Angst habe ich vor der Zeit nach der Entbindung, also vor den kommenden 2-3 Monaten, ich habe gehört und gelesen, dass es dann oft noch einmal richtig bergab geht. Aber ich male jetzt mal den Teufel nicht an die Wand, sondern versuche meinem sturen Körper zu vertrauen... Der hat bisher alles richtig gemacht, obwohl es ja eigentlich hätte unmöglich sein sollen schwanger zu werden und dann auch zu bleiben, ich werde wieder stillen, das hilft sicherlich auch und ist für uns beide gut und gesund.
Ich bin jetzt 39. Woche, es kann quasi jederzeit losgehen :smile_rofl:

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summse
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Re: Wrack

Beitragvon summse » 04.08.2016, 08:18

Hallo There, Auch nach der SS ging es mir besser als vor der SS. Also so richtig schlimm wurde es nicht mehr. Nach dem Abstillen gab es mal ne kleine Krise, aber ich hatte auch nicht regelmäßig meine Vitamine, Mineralien genommen und das braucht man gerade beim stillen und danach Lg. Ich freue mich so für dich.
(Jahr 2016) 38 jahre ,3 kinder Mirena vom ?.06.2009 - 28.6.2012

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