MIRENA - Fremd im eigenen Körper

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Amazone16
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MIRENA - Fremd im eigenen Körper

Beitragvon Amazone16 » 24.08.2016, 23:58

Gleich zu Anfang: Es ist unglaublich dass so ein Präparat in Deutschland überhaupt noch zugelassen ist, wo doch jedes Medikament einen langen und beschwerlichen Weg dahin beschreiten muss und auch einer gewissen Kontrolle unterliegt. Dieses und anderen Foren haben mir geholfen, schnell eine Entscheidung zu treffen und mich anderen Betroffenen mitzuteilen:

Vor drei Monaten (8 Wochen nach der Geburt meiner Tochter) wollte ich eigentlich (wie vorher) hormonfrei verhüten. Gleich zwei Frauenärzte drängten mir beim Beratungsgespräch (entgegen meiner Absicht) die MIRENA förmlich auf. Ich würde körperlich kaum Veränderungen spüren und eigentlich hätte diese Variante nur Vorteile. Etwas skeptisch aber im Vertrauen auf Ärzte mit langjähriger Erfahrung lies ich mich letztendlich überzeugen. Eine Packungsbeilage habe ich nicht erhalten, die Nebenwirkungen auf der Einverständniserklärung lasen sich nicht so dramatisch.

Nach dem Einsetzen habe ich mir keine Gedanken mehr gemacht. Im Voraus: Ich bin eine körperliche und geistige völlig gesunde Frau und spüre, wenn in meinem Körper etwas nicht passt.

Nach ein paar Wochen hatte ich plötzlich Haarausfall und an manchen Tagen starkes Kopfweh, das gab es vorher noch nie. Hinzu kamen abartige unregelmäßige Schweißausbrüche, die ich mir an kühlen Tagen nicht erklären konnte. Ich hatte während der Schwangerschaft kaum zugenommen aber seit MIR'ENA wiege ich bereits 4 kg mehr. Dies fand ich auch seltsam, weil ich doch jetzt wieder sportlich aktiv war. Mein Oberkörper (besonders die Arme) fühlte sich plötzlich weicher und undefinierter an. Merkwürdig waren auch Heißhungerattacken auf Schokolade und eine verstopfte Nase. Die Libido war verschwunden. Mein einst so regelmäßiger Zyklus ist ständigen Schmierblutungen gewichen.

Erst durch die Internetrecherche wurde mir bewusst, welche ÜBELTÄTERIN mich in kurzer Zeit völlig aus dem Gleichgewicht gebracht hat.
Bei der Konsultation der Ärztin, die mir MIRENA eingelegt hatte, wurde ich am Telefon schon mit den Worten "alles Quatsch, dass kann gar nicht sein" abgewürgt. Eine andere nahm mir das DING erst nach meiner deutlichen Willensbekundung gestern raus, aber mit Bedauern. Ich solle doch noch 6-9 Monate Geduld haben, bevor die Nebenwirkungen sich vielleicht legen würden. Meine Beschwerden seien eine Ausnahme. AUF GAR KEINEN FALL habe ich mich diesem Risiko ausgesetzt.

Ich frage mich ehrlich: Weshalb reden viele Frauen nicht mit ihrem Arzt? Weshalb haben viele nicht den Mut, die Entnahme auch im Verdachtsfall einzufordern? Was sind 350 Euro gegen schwere gesundheitliche Schäden?

Die ganze Sache ist mir ein Rätsel, besonders weshalb die FÄ so auf diese Hormonbombe "stehen" und eindeutige Symptome der Patientinnen ignorieren.

Ich persönlich würde mir wünschen, dass BAYER endlich Verantwortung und Einsicht zeigt und das (in die Jahre gekommene) Präparat vom Markt nimmt. Alternativ müsste die Aufklärung viel ehrlicher sein und innerhalb des ersten Jahres eine Rücknahmegarantie möglich sein. Dann würden sich Frauen mit geringerem Einkommen vielleicht viel eher entscheiden, MIRENA entfernen zu lassen. BAYER ist ein wichtiges Unternehmen für den deutschen Arbeitsmarkt und entwickelt sicherlich viele hilfreiche Medikamente. Aber das Argument, MIRENAs Vorteile würden die Risiken übersteigen, darf ein seriöses Unternehmen nicht vorbringen. Weshalb entwickeln deren Labore nicht neue, verträglichere Möglichkeiten?

Ich selbst werde nun beobachten, ob und wann mein Körper wieder in seine vorherige Form kommt. Außerdem wäre es an der Zeit, dass sich Betroffene zusammenschließen und BAYER und dessen Vertriebsmittel zur Verantwortung ziehen. Ohne gesellschaftlichen Druck vieler passiert bei den vielen Millionen der Aktionäre nichts.

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Sonia
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Re: MIRENA - Fremd im eigenen Körper

Beitragvon Sonia » 25.08.2016, 07:43

liebe Amazone,

vielen Dank für deinen Bericht. Genau so, aber haargenau, habe ich auch gedacht..wie kann es bloß sein, dass dieses Ding immer noch auf dem Markt ist und die Ärzte es als total harmlos ansehen?!

Mein alter Hausarzt sieht es gar nicht harmlos und bezeichnet die Mirena und Jaydess als eine tickende Bombe im Körper einer Frau. Er sagte, seitdem es diese Spiralen gibt steigen gesundheitliche Beschwerden wie Schilddrüsenunterfunktion, Thrombose, diverse Allergien, Gallenprobleme und und und. Er klärt seine Patientinnen immer auf und achtung..er ist kein Gynekologe, er ist ein Hausatzt, aber er weiß ganz genau was künstliche Hormone anrichten können.

Ja, wir Frauen trauen uns oft nicht dem Arzt zu widersprechen. Wir lassen uns mit den Worten "kann nicht sein, sie wirkt lokal und überhaupt ist es das beste was es gibt" wieder nach Hause schicken. Bei mir war es dreimal so und am Ende, als ich nicht locker ließ, bezeichneten sie mich als psychisch labil mit Wahnvorstellungen.

Ich hoffe nur, dieses Forum finden ganz viele Frauen welche sich die Mirena bzw Jaydess legen lassen wollen und umdenken oder aber sie lassen diese gefährliche Spirale nicht liegen. Ich glaube nämlich irgendwann meldet sich jeder Körper gegen diese Hormone.

Alles Liebe
S
44 Jahre, 2 Kinder, Mirena von 09/2011 bis 04/2012

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summse
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Re: MIRENA - Fremd im eigenen Körper

Beitragvon summse » 25.08.2016, 07:47

Ich frage mich ehrlich: Weshalb reden viele Frauen nicht mit ihrem Arzt? Weshalb haben viele nicht den Mut, die Entnahme auch im Verdachtsfall einzufordern?

Ich kann dir sicher eine kleine Erklärung dafür geben. Bei mir kamen die Symthome schleichend, nach 6 Monaten Einlage der Mirena, da bringt man es selten in Verbindung. Ich hatte Depressionen..Erklärung der Ärzte, das liegt mit ihrer Kindheit zusammen und so zog und zog es sich 3 Jahre, bis ich festellte die Abstände meiner Panikataken wird immer kürzer und Zyklusmäßig. Beschwerden wie Rückenschmerzen, ständig erkältet erst im 2ten Jahr...und darauf hin ging ich erstmals zu FA und fragte ob es daran liegen könnte, denn ich lag wieder aufm Sofa und es schwirrte mir die Mirena im Kopf rum (erst haben wir gegoolt).... usw.
Einige Frauen bekommen nach der 2ten oder 3 ten Mirena erst Beschwerden und stellen dann sicher damit keine Verbindung mehr her.

Viele fordern die Entnahme ein und einige sind schon beschimpft wurden, aus der Praxis verwiesen wurden und manche überredet wurden, es kann nicht an der Mirena liegen etc.(Viele haben ja den FA den sie Jahrelang vertraut haben).

Natürlich gibt es auch Frauen die noch zweifeln und es wegen dem Geld noch ertragen oder wegen den Männern... das kann ich leider auch nicht nachvollziehen, aber nicht jeder Mensch ist gleich im denken und man kann nicht reinschauen.

Bayer ist für mich schon lange kein seriöses Unternehmen mehr. Ich weiß nicht wie der Satz war, was er zur Verhütung mit Mirena sagte, aber im Sinne war es irgendwie so....das eben der Nutzen und das Geld noch vor den NW überwiegen....so in etwa

Bayer stellt Insektizierte her und vertreibt sie und gleichzeit hat er auch einige Biopräparate auf dem Markt...wo passt das zusammen, er macht nichts aus seiner Überzeugung, sonder nur für Profit.

PS: viele Betroffene haben Petitionen Unterschrieben, haben an die Bfarm geschrieben und einige sind sogar zu Versammlungen gefahren um vor Bayer zu sprechen und ihm Fragen zu stellen.

Mal eine kleine Meinung für deine offenen Fragen im Beitrag:)

VG
(Jahr 2016) 38 jahre ,3 kinder Mirena vom ?.06.2009 - 28.6.2012

http://hormonspirale-forum.de/viewtopic ... 009#p45009 , Updats

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Sevda1976
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Re: MIRENA - Fremd im eigenen Körper

Beitragvon Sevda1976 » 25.08.2016, 15:45

Hallo

So wie Summse schon geschrieben hat ist es wirklich so, dass viele Frauen keinen Zusammenhang mit der Mirena sehen, weil bei den meisten viel Zeit vergeht, bis die ersten Beschwerden kommen. Bei mir war das auch so. Kurz nach der Geburt meiner Tochter(2004) hat mir mein FA dazu geraten. Die Mirena wirkt nur lokal, keine NW, geringe Hormonmenge, absolut sicher usw....................Für mich war das damals perfekt. Und als die Beschwerden kamen war mein erster Gedanke auch nicht, dass es die Mirena sein könnte. Glaub mir ich war sehr oft beim FA und hab ihm meine tausend Beschwerden erzählt und jedesmal hat er mir versichert, dass es nicht an der HS liegt!
Ich habe ihm geglaubt, leider. Das war mein größter Fehler. Ich bin in den letzten 12 Jahren durch die Hölle und zurück. Seit einem Jahr bin ich jetzt zu Hause und kann nicht arbeiten, ja manchmal nicht mal zum Bäcker.
Ich bin 40 und fühle mich steinalt. Mein Körper, meine Nerven, meine Seele, Psyche, alles völlig kaputt und erschöpft.
Wenn ich eine Möglichkeit hätte, würde ich Bayer verklagen! 12 Jahre meines Lebens sind vorbei mit vielen Schmerzen, Medikamenten, Therapien, Klinikaufenthalten und Suizidgedanken. Keiner kann mir das wieder geben.
Und das alles weil FÄ und Bayer zusammenhalten und uns Frauen für dumm verkaufen und psychisch labil, nicht belastbar und was auch immer alles.
Auch ich habe Bayer angeschrieben und einen Brief bekommen, dass es Ihnen Leid tut das ich NW mit der Mirena hatte. Ich soll mich an meinen FA wenden!

Vielen Dank auch Bayer!

Ich wünsche dir alles Gute

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Wolke7
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Re: MIRENA - Fremd im eigenen Körper

Beitragvon Wolke7 » 25.08.2016, 22:32

ich dachte immer, die ärzte wissen es nicht besser, sind geimpft- ich habe meinem fa auch blind vertraut in dieser sache und habe ihm die hölle heiß gemacht, heute sieht er es genauso, die hs wirkt nicht lokal und hat tausend nw, für mich zu spät diese erkenntnis. ich versuche seit 6 jahren irgendwie gesund zu werden.sevda, wielange hast die mirena draußen? lg wolke7

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Sevda1976
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Re: MIRENA - Fremd im eigenen Körper

Beitragvon Sevda1976 » 28.08.2016, 07:16

Hallo Wolke7

Seit dem 26.07.16 ist die letzte Mirena raus

Liebe Grüße

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Wolke7
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Re: MIRENA - Fremd im eigenen Körper

Beitragvon Wolke7 » 28.08.2016, 10:41

da brauchst du wohl einfach noch geduld.... lg

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