Panikattacken und "neben-sich-stehen" nach der Mirena

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Simone1968
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Panikattacken und "neben-sich-stehen" nach der Mirena

Beitragvon Simone1968 » 12.02.2017, 16:17

Hallo zusammen,

nach vielem Lesen im Forum würde ich gerne Erfahrungen von anderen Frauen hören, die nach dem Absetzen der Mirena Probleme im psychischen Bereich hatten. Die Mirena habe ich mir am 23.01.2017 ziehen lassen, nachdem sie mir erst am 03.01.2017 eingesetzt wurde. Ich hatte vor 5 Jahren schon eine Spirale und da fingen auch schon die ersten Probleme an. Die zwei Mirena die davor hatte, waren wohl noch von Schering, denn damit gab es keine Probleme. Nun aber zu den eigentlichen Problemen. Ich habe Panikattacken und immer das Gefühl, nicht real am Leben mehr teilzunehmen. Der Kopf ist nicht klar und es fällt mir sehr schwer diesen Zustand zu akzeptieren.

Hat jemand auch solche Erfahrungen erlebt? Und wie seit Ihr damit umgegangen? Vielleicht kann mir auch jemand sagen, wie lange es gedauert hat, bis diese Zustände wieder "normal" sind? Im Moment habe ich das Gefühl, mein Körper oder auch Kopf macht mit mir was er will und ich bin dem machtlos ausgesetzt.

Ist es sinnvoller versuchen damit umzugehen oder habt Ihr Hilfe von Heilpraktikern in Anspruch genommen? Oder wie habt Ihr Euch helfen lassen?

Freue mich über viele Infos.

LG Simone
Simone, 49 Jahre, 4. Mirena nach 3 Wochen im 01/17 raus

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Sevda1976
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Re: Panikattacken und "neben-sich-stehen" nach der Mirena

Beitragvon Sevda1976 » 12.02.2017, 19:13

Liebe Simone

Meine letzte Mirena ist jetzt ein halbes draussen. Ich hatte auch 3x das Vergnügen. Ich muss dazu sagen, dass die Panikattacken uns diese diffusen Ängste,die ich ständig hatte mit der Mirena schlimmer waren, als jetzt ohne. Ich bin immer noch ängstlich uns spüre Panik, aber lang nicht mehr so schlimm. Es wird besser................
Ich weiß genau, was du meinst. Das Gefühl, als könnte man nicht mehr denken. Als würde der Kopf nur im Sparmodus arbeiten. Ich konnte z.B. auch lange kein Buch mehr lesen, weil ich mich gar nicht konzentrieren konnte bzw. gar nicht verstanden habe, was ich da gerade lese.
Wie du wahrscheinlich gelesen hast, greift die Mirena das Nervensystem an, deswegen auch diese ganzen psychischen Probleme. Und natürlich auch, weil die ganzen Speicher leer gefressen werden. Du solltest deine Vitamine,Mineralstoffe auffüllen(B-Vitamine,Magnesium,Zink,evtl. Vitamin D usw.), aber am Besten vorher mal testen lassen uns dann nochmal kontrollieren lassen.
Ein guter Heilpraktiker ist Gold wert. Ich kann mir momentan keinen mehr leisten, aber empfehlen kann ich dir das schon. Es sollte eben jemand sein, der sich mit Hormonen, Mangelerscheinungen, Nahrungsergänzungen auskennt.
Ja zum Teil ist es auch ein "aushalten" , aber es wird besser und auch nicht mehr so schlimm, wie mit diesem furchtbaren Ding!
Und lass auch mal nach deiner Schilddrüse schauen, wenn du zum Arzt gehst, viele Frauen bekommen damit ja auch Probleme.

Wünsche dir gute Besserung, halte durch, LG

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Simone1968
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Re: Panikattacken und "neben-sich-stehen" nach der Mirena

Beitragvon Simone1968 » 12.02.2017, 21:14

Hallo Sveda,

Vielen Dank für die netten Worte. Es ist schön zu hören, das auch andere diese Erlebnisse hatten. Naja nicht wirklich schön, aber eben erleichternd, das man nicht alleine damit ist. Schildrüse läuft auf Unterfunktion und ich nehme daher Mefikamente ein. Ich hab zum Glück eine Hausärztin, die Homäopatie mit im Progrsmm hat und meine Krankenkasse das auch zahlt. Sie meinte nur, das wir den ersten Zyklus jetzt erstmal abwarten wollen und dann evtl. wieder mit Globulli unterstützen können.

Aber mal noch eine Frage, kanntest du ohne Mirena auch schon Ängste oder sind die erst damit entstanden? Wie bist du denn damit umgegangen, wenn der Kopf so voll ist? Hast du dich dem ganzen gestellt, sozusagen die Angst akzeptiert? Ich finde es einfach nur so schlimm, das man manchem so ausgesetzt ist. Da stehst du so neben dir und kommst da gar nicht raus. Oder hast du einen Tipp?

Freue mich von Dir zu hören und vielen Dank für deine Offenheit.
LG Simone
Simone, 49 Jahre, 4. Mirena nach 3 Wochen im 01/17 raus

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Sevda1976
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Re: Panikattacken und "neben-sich-stehen" nach der Mirena

Beitragvon Sevda1976 » 13.02.2017, 08:11

Guten Morgen

Ich war noch nie der "Draufgänger-Typ", immer schon etwas schüchtern vielleicht auch ängstlich, aber was die Mirena dann mit mir gemacht hat, kann ich gar nicht in Worte fassen. Wenn ich dran denke, dass ich stundenlang überlegt habe, ob ich den Weg bis zum Bäcker schaffe ohne Panik zu kriegen.
Ja ich habe versucht mich den Ängsten zu stellen, da es auch leider immer schlimmer wird. Ich habe auch schon tagelang die Wohnung gar nicht verlassen, aber seit die HS raus ist, klappt das alles besser. Nicht immer und das dauert alles sehr sehr lange, bis man wieder einigermaßen "normal" leben kann.
An ganz schlechten Tagen, habe ich z.B. auch mal eine Freundin angerufen, on wir zusammen spazieren gehen können oder meine Schwester. Also Menschen die von meinen Ängsten wissen. Aber es ist eben auch ein Zustand den ich auch schlecht akzeptieren kann, weil eigentlich bin ich das ja gar nicht!
Es ist leider ein langer und steiniger Weg und es gibt immer wieder Rückschläge, aber wir müssen da dran bleiben und wir kennen uns und unseren Körper am besten. Also auch ruhig mal auf das Bauchgefühl hören, wenn du bei einem Arzt bist.
Leider entwickeln sich unsere Ärzte immer mehr zu Verkäufern und sind nicht wirklich an unserer Gesundheit interessiert. Das bringt auf Dauer ja auch kein Gewinn.
Also unterm Strich kann ich dir sagen, es wird besser, glaub dran. Und auch die schlechten Tage muss man irgendwie akzeptieren lernen. Die Abstände werden dann auch immer länger. Versuche etwas zu finden, was dir Spaß macht, was dir wichtig ist. Ein bisschen Ablenkung mein ich auch.......

LG

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Mia69
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Re: Panikattacken und "neben-sich-stehen" nach der Mirena

Beitragvon Mia69 » 13.02.2017, 09:43

Hallo. Ich habe die HS jetzt 7 Monate raus. Heute geht es mir sehr gut. In den ersten 3 Monaten hab ich gedacht das es nie besser wird. Aber es wird besser. Sobald die Defizite im Körper,als Vitalstoffmängel, behoben sind und dein Körper Hormone wieder selbst hersteklt wird alles gut. Und dann verschwinden auch die Ängste und Panikattacken. Jeder kommt irgendwann aus seiner Depression raus. Wie lange das dauert kann dir natprlich keiner sagen. Ausserdem braucht der Körper Zeit. Eine Besserung erfolgt immer stufenweise. Es bleibt mal stehen oder man hat das Gefühl einen Schritt zurück zu machen. Wenn man aus einer Depression rauskommt empfindet man vieles stärket. Das schwächt aber auch ab. Mir hat die Mitochondrien Medizin sehr geholfen. Ich bin auch zur Psychotherapie gegangen und das hat mir auch sehr geholfen. Ausserdem natürlich hier das Forum. Der Erfahrungsaustausch und das aufbauen durch andere Leidensgenossinnen. Wenn es dir schlecht geht schreibe hier. LG Mia
48 Jahre, keine Kinder, Mirena 5/2009-7/2016

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Simone1968
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Re: Panikattacken und "neben-sich-stehen" nach der Mirena

Beitragvon Simone1968 » 13.02.2017, 10:44

Guten Morgen Ihr beiden.

Vielen Dank für die offenen Worte. Das hat mir schon sehr geholfen. Ich werde versuchen die Mineralstoffe-Depots wieder aufzufüllen. Mir war nicht bekannt, das die sozusagen auf dem Null-Punkt sind. Bei der letzten Spirale vor 5 Jahren hat mein Heilpraktiker wohl viel gute Arbeit geleistet, denn sonst wäre es da wohl schon zum Absturz gekommen. Aber durch Eure Infos ist jetzt vieles leichter zu verstehen. Auf der anderen Seite kommt da auch eine Menge Wut hoch, wie es möglich ist so etwas an die Frau zu bringen, wenn es einen fast in den Wahnsinn treiben kannn. Bzgl. der Ängste bin ich völlig überrascht gewesen, das die sich so stark zurückgemeldet haben. Ich hab vor über 25 Jahren damit Probleme gehabt. Sogar sehr massiv, aber seit Ca. 20 Jahren lebe ich recht gut damit, da ich mich den Ängsten fast immer gestellt haben. Es hat mich nur so umgehauen, weil die Ängste sich ganz anders diesmal von einer ganz anderen Seite gezeigt haben. Aber nachdem mir mein Arzt dies gut erklärt hat, war es einleuchtend und ich konnte es besser verstehen. Jetzt geht es wie gesagt an die Aufbereitung der Vitamindepots. Denke mit B12 und Magnesium bin ich auf dem richtigen Weg. Und ich lese von Euch, das es halt Zeit braucht. Es ist schon traurig das man so eingeschränkt durch die Spirale zurück ins Leben kommt. Aber vielen lieben Dank für die tollen Infos. Wie ist es denn bei Euch mit dem Zyklus? Ich bin jetzt 49 Jahre und die WJ sind noch nicht auf dem Vormarsch. Ist die Regelblutung wie vor der Mirena oder hat sich da vielleicht etwas zum Guten verändert.

LG Simone
Simone, 49 Jahre, 4. Mirena nach 3 Wochen im 01/17 raus

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summse
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Re: Panikattacken und "neben-sich-stehen" nach der Mirena

Beitragvon summse » 13.02.2017, 13:03

Hallo, ich litt vorher schon unter ängstlichkeit, aber unter solchen die glaube normal sind bei dem einen mehr oder bei dem anderen weniger, die verschwanden dann auch wieder oder man konnte sich ablenken und am andere Tag war alles wieder ok... Mit Mirena steigerte ich mich sowas von rein, es waren Ängste da, ich wusste gar nicht das man vor sowas Angst haben könnte, jede Situation war mit Angst gepackt-.--- Heute kann ich wieder normal meinen Ängsteng gegenüberstehen. Es war mit Mirena nicht möglich, auch eine Zeit nach der Entfernung nicht... Mein Kopf war auch wie Watte, wenn wir gemeinsam an einem Tisch sassen, fühlte es sich für mich so an, als würde ich in der letzten Ecke vom Zimmer sitzen und nur zuschauen, selbst mein reden war mir fremd, schwierig zu beschreiben... ich wünsche dir alles Gute
(Jahr 2016) 38 jahre ,3 kinder Mirena vom ?.06.2009 - 28.6.2012

http://hormonspirale-forum.de/viewtopic ... 009#p45009 , Updats

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Simone1968
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Re: Panikattacken und "neben-sich-stehen" nach der Mirena

Beitragvon Simone1968 » 13.02.2017, 13:57

Hallo Summse,

Danke für die Info. Ich finde es erschreckend, das soviele Ängste von der Mirena bekommen. Ok, meistens war da schon vorher was, wie bei mir auch. Aber irgendwie liest es sich, als ob es ein Freifahrtschein wäre, das die Ängste nun explodieren könnten. Für mich ist es gut zu wissen, das andere auch dieses "Watte im Kopf" oder auch sich selbst von außen nur noch wahrnehmen erlebt haben. Ich kam mir schon wirklich so vor, als ob ich wirklich krank wäre. Aber so kann ich mit der Situation viel besser umgehen. Hab vielen Dank.
Simone, 49 Jahre, 4. Mirena nach 3 Wochen im 01/17 raus

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Sonia
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Re: Panikattacken und "neben-sich-stehen" nach der Mirena

Beitragvon Sonia » 14.02.2017, 09:29

Liebe Simone,

Frauen welche mit Hormonen verhüten fehlt oft Magnesium und B Vitamine, besondersn B6 und B12. Das weiß bloß kaum einer. Ich las ein sehr interessantes Buch darüber...was alles diese Hormone im Körper beinflussen, ..total erschreckend!

Dysto Loges Tropfen kann ich dir auch epmfehlen, diese beruhigen das Vegetativum.

Und es braucht ein wenig Zeit bis sich das alles legt. Mir erging es genau so .Erst dieses Forum öffnete mir die Augen und mein Hausarzt hat es auch bestätigt, dass künstliche Hormone Bomben im Körper einer Frau sind.

LG S
44 Jahre, 2 Kinder, Mirena von 09/2011 bis 04/2012

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Maya3
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Re: Panikattacken und "neben-sich-stehen" nach der Mirena

Beitragvon Maya3 » 14.02.2017, 17:44

Hallo.. ich habe am Freitag den Termin zum ziehen lassen der mirena. Ich hatte sie mir Juli 16 einsetzen lassen und Aug16 wieder die erste Panikattacke. Ich bin 27 und bei mir wurde 2009 eine Panikstörung diagnostiziert. Ich hab damals ganz gut gelernt mit dem umzugehen und hab mich Schritt für Schritt wieder in den normalen Alltag zurückgekämpft. Ich hatte keine Ängste mehr und konnte frei Leben. Das änderte sich jetzt alles wieder einen Monat nach dem einsetzen der Mirena.. mir geht es teilweise so schlecht dass ich nichtmehr aus dem Haus kann.. ich stehe auch oft neben mir und alles fühlt sich schwammig, unwirklich an.. Da ich ja weiss wie ich mich verhalten muss hoffe ich nun stark dass es vielleicht wieder etwas besser wird nachdem die mirena draussen ist mal ganz abgesehen von den anderen 100 Nebenwirkungen die ich hab...

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