Wie krieg ich Angstzustände u. Panikattaken i. d. Griff ?

Hier kannst Du Dich mit Anwenderinnen austauschen.

Benutzeravatar
Marianne
Aktives Mitglied
Beiträge: 69
Registriert: 07.10.2004, 22:43
Wohnort: Schweiz

Wie krieg ich Angstzustände u. Panikattaken i. d. Griff ?

Beitragvon Marianne » 04.12.2004, 21:48

Hallo zusammen

bin nun seit gut 10 Wochen Mirena-frei und es geht mir eigentlich ganz gut, nur eine Frage beschäftigt mich sehr. Denke nicht nur mich, wie ich hier im Forum immerwieder lese:

Wie krieg ich die Angstzustände und Panikattaken in den Griff?
Wichtigster Teil: Nachts autofahren, Nachts weggehen.
Es war so schlimm, dass ich kaum aus dem Haus gehen konnte. Heute mach ich den Einkauf wieder alleine. Aber weiter weg zu Freundinnen etc. bringt mich total durcheinander, in Panik.
Vor der Mirena-Zeit hatte ich das nicht.

Nahm und nehme keine Medikamente diesbezüglich und will damit auf keinen Fall anfangen.

Würde mich freuen, wenn ein paar "alte Hasen" einen guten Tipp für mich, sowie auch andere Leidgeplagte haben.

Grüessli
Marianne

Benutzeravatar
Zuzie
Mitglied
Beiträge: 12
Registriert: 14.02.2004, 13:14
Wohnort: Bei Augsburg

Re: Angstzustände und Panikattaken

Beitragvon Zuzie » 05.12.2004, 20:24

[Hallo Marianne,
kannst Du die Panikattacken in irgendeinem Zusammenhang mit Deinem Zyklus bringen? Ich meine, treten sie vermehrt um den Eisprung herum auf oder kurz vor Einsetzen Deiner Periode?
Ich selbst litt 1 1/2 Jahre aufgrund der Mirena unter Depressionen und Panikattacken und Angstzuständen. Im nachhinhein betrachtet kann ich sagen, dass diese Nebenwirkungen zwar die ganze Zeit über da waren, aber immer um den Eisprung herum oder kurz vor dem Datum, an denen ich normalerweise meine Periode bekommen hätte (hatte ich während der Tragezeit nicht) absolut schlimm waren.
Die Spirale bin ich nun seit Januar 2004 los. Mir geht es eigentlich wieder voll super (hat aber auch bis September gedauert) nur um meinen Eisprung herum und kurz vor meiner Periode gehts mir nicht so doll. Bin innerlich voll unruhig, nervös, aggressiv und teilweise fast lahmgelegt.
Ich denke, dass das entweder immer noch von der Mirena kommt, oder einfach PMS ist.
Jedenfalls nehme ich nun den 2. Zyklus über Nachtkerzenölkapseln ein (eine Kapsel enthält 500 mg; morgens, mittags und abends) und zusätzlich morgens und abends jeweils ein Johanniskrautdragee.
Und ich muss sagen: Es funktioniert!!! Es geht mir auf jeden Fall viel viel viel besser.
Ich habe diesen "Tipp" aus einem Forum über PMS.
Das Nachtkerzenöl wird normalerweise für ein reines gutes Hautbild eingenommen, nimmt aber irgendwie Einfluss auf den Stoffwechsel und kann somit helfen, diese PMS-Beschwerden zu lindern.
Übrigens, während der Mirenazeit war ich nur mit Antidepressiva in den Griff zu bekommen. Die brauche ich seit März 2004 nicht mehr.
Ich denke, du musst einfach auch noch etwas Geduld haben, auch wenn´s verdammt schwer fällt. Und lass dich nicht entmutigen.
Mein Mann und ich haben im März d.J. mal gefeiert, dass ich endlich wieder die alte Susi bin. Nun ja, im April kam dann ein ganz heftiger Rückschlag!!
Das ging eine ganze Weile auf und ab. Aber irgendwann wird es immer weniger und es hört auf. Zumindest fast.
Versuch es doch einfach mal mit den o.g. "Mittelchen".
Soweit ich weiss, kannst Du damit zumindest nichts falsch oder noch schlimmer machen.
Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.
Ganz liebe grüße
Susanne :arrow:

Benutzeravatar
Sonja_m
Aktives Mitglied
Beiträge: 33
Registriert: 07.11.2004, 15:38

Beitragvon Sonja_m » 06.12.2004, 08:55

Hallo Marianne!

Ich kann Dich nur zu gut verstehen. Ich habe selbst nach zwie Jahren Mirenazeit totale Angstattacken bekammen. Die Mirena bin ich jetzt seit knapp vier Wochen los.Das mit den Angstanfällen wird langsam besser ist zwar noch nicht so hundert prozent aber immerhin. Was mir hilft ist Ablenkung und frische Luft. Wenn ich nicht alleine bin, dann ist es nicht ganz so schlimm. Auch ich konnte eine zeitlang nicht mehr alleine in ein Geschäft gehen weil ich Angst hatte. Das geht mittlerweile wieder. Was bei mir jetzt anfängt ist, dass ich dauernd Hunger habe ganz ätzend, und wernn ich dann nicht sofort was esse wird mir total schlecht.

Aber ich hoffe auch das wird bald vergehen, denn cih möchte mein altes normales Leben wieder zurück haben. Die Zeit wirds hoffentlich bringen. Ich bin halt noch am schauen ob es irgendwie Zyklisch bedingt ist aber ich hatte meine Periode jetzt erst einmal nach der Entferung und das kann man auch nicht wirklich Periode nennen. Vielleicht wars auch nur eine Blutung durch die Entfernung. Naja egal. Wie gesagt lenk Dich ab und versuch so normal wie möglich ( ich weiss, ist nicht so einfach) zu leben. Kopf hoch und viel Durchhaltevermögen.




Liebe Grüsse
Sonja_m :arrow:

Benutzeravatar
Marianne
Aktives Mitglied
Beiträge: 69
Registriert: 07.10.2004, 22:43
Wohnort: Schweiz

Beitragvon Marianne » 06.12.2004, 23:30

Hallo Susanne
Hallo Sonja

Besten Dank für eure Antworten.

Leider kann ich zur Zeit nicht sagen, ob es zyklisch ist.
Als ich die Mirena noch hatte, war es bestimmt zyklisch, so bin ich ja überhaupt auch darauf gekommen, dass die Mirena Schuld sein könnte.
Damals war es monatlich und hat aber gut 10 Tage gedauert.
Jetzt aber ist es unbeständig. Es kommt und geht, vorallem wenn ich weg möchte/muss. Keinen Rythmus, einfach dann, wenn ichs nicht brauchen kann............

Gerne werde ich es mit Nachtkerzenöl-Kapseln ausprobieren. Johanniskraut kenn ich noch nicht, werd mich mal schlau machen.
Ablenkung beschaff ich mir genügend, frische Luft auch (bin zwangsweise viel zu Fuss unterwegs, da eben Autofahren nicht gross drinliegt).

Weitere Tipps nehme ich gerne entgegen.

Grüessli
Marianne

Benutzeravatar
V.
Aktives Mitglied
Beiträge: 101
Registriert: 11.08.2004, 16:48

Beitragvon V. » 07.12.2004, 10:21

Liebe Marianne,

also erstmal vorweg: ich will nicht belehrend wirken, erstens weil es mir nicht zusteht, und zweitens weil ich soooo gut weiss, was Angst- und Panikattacken mit einem machen können. Bei mir wars zeitweise ganz fürchterlich, und ich war zu fast gar nichts mehr fähig. Mit Hilfe einer langen Therapie (Hypno-Trance-Therapie; Gesprächs- und Verhaltenstherapie) habe ich damit umzugehen gelernt; und!!!: seit Entfernen der Mirena hatte ich keine einzige!! Attacke mehr!! Bei mir hat die Hormonspirale eindeutig einen Teufelskreis ausgelöst, und die schlimmsten Attacken hatte ich in meiner Mirena-Zeit! Da ging lange Monate nichts, gar nichts mehr.

Die hormonelle Belastung scheint ja bei Dir eine Rolle zu spielen. Stutzig gemacht hat mich allerdings deine Aussage "kommt immer dann, wenn ich weg muss oder möchte", ebenso Deine Erkenntnis, dass die Anfälle nicht wirklich zyklisch auftreten. Vielleicht wäre es sinnvoll, für eine Weile eine Art Protokoll zu führen: wann genau befällt Dich diese Panik, in welchen Situationen, wie häufig, wie lange, und vor allem: wie reagierst Du darauf. Und dann: wie könntest Du anders reagieren?

Ich habe anfangs (wie sicher viele) mit Vermeidung reagiert, was ja durchaus verständlich ist. Allerdings überlässt man der Angst und Panik damit immer mehr Raum, und damit auch Kontrolle über das eigene Leben. Die Folge ist, dass man sich immer hilfloser und ausgelieferter fühlt. Und vor allem immer unfähiger und kleiner. Es gibt inzwischen viele gute Bücher zu dem Thema, denn sehr viele Menschen leiden unter Panikstörungen. Vielleicht informierst Du Dich einfach einmal (ich kann Dir, wenn Du möchtest, auch gerne ein paar Titel nennen, die mir geholfen haben). Ich finde es aber auch durchaus angemessen, sich in solchen Krisensituationen professionelle Hilfe zu suchen!! Es gibt wunderbare Therapeuten, mit deren Anstössen man sein Leben wieder in die Hand zu nehmen wagt.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!!

Deine Vera

Benutzeravatar
Marianne
Aktives Mitglied
Beiträge: 69
Registriert: 07.10.2004, 22:43
Wohnort: Schweiz

Panik

Beitragvon Marianne » 08.12.2004, 21:30

Hallo Vera

Besten Dank für deine Antwort.

Gerne bestätige ich dir, dass ich seit dem Ziehen der Mirena keine "grosse Attake" mehr hatte. Also muss es ein Zusammenhang mit der HS sein.
Auch war ich bereits bei einem Psychologen zur Abklärung (in der Mirena-Zeit). Dieser schickte mich jedoch wieder nach Hause, ohne Therapie, ohne Medikamente, mit der Aussage, dass ich nicht depressiv sei.

Zur Zeit leide ich "einfach" unter den Umständen, dass dieses Gefühl (bald kommt wieder eine Attake, mit versteiftem Nacken, kribbeln im Kopf und Armen und Beinen, Pulsrasen etc.) in mir hochkommt. Es kommt nicht zum eigentlichen Ausbruch wie früher, aber es ist da, behindert mich und macht mich unfähig, das Haus gross zu verlassen.

Bereits schreibe ich Tagebuch über meine Zustände, konnte aber seit dem Ziehen noch keine Regelmässigkeit feststellen.

Die Aussage, es kommt, wenn ich es nicht brauchen kann, versteht sich so, dass ich mich ja grundsätzlich wohler fühle und auch aktiver bin, und so trotzdem wieder gehindert werde.

Wenn ich diese Attaken/Unwohlseingefühle los bin, wär ich bereits wieder fast die "Alte".
Daher nehme ich immernoch Tipps und Tricks gerne entgegen.

Grüessli
Marianne

Benutzeravatar
Lieselotte
Aktives Mitglied
Beiträge: 44
Registriert: 29.11.2004, 20:11

Beitragvon Lieselotte » 09.12.2004, 07:31

Hallo Marianne,
mir geht es ähnlich wie dir. Seit ich die Mirena los bin sind meine Angstattacken auch weniger oder nicht mehr so heftig. An den meisten Tagen schaffe ich es das nötigste zu erledigen. Ich kann wieder in Geschäfte gehen und Kleinigkeiten erledigen. Auf der Arbeit bin ich zur Zeit beurlaubt (habe einen sehr verständnisvollen Chef). Aber wenn ich daran denke das wieder zur Arbeit gehen soll frage ich mich wie ich das dann schafften soll.
Heute gehe ich nun das erste Mal zu einer Gesprächstherapie bin gespannt wie das wird.
Mir ging es jetzt die letzten Tage auch wirklich sehr gut. Ich war daher ziemlich "mutig" und habe mir für heute einen Termin beim Friseur gemacht. Als ich heute wach wurde war aber mein erster Gedanke "wie schaffst du das"? Ich denke auch wenn es mir wieder besser geht wird es doch noch eine längere Zeit dauern bis ich wieder ganz ich selbst sein werde. Ích merke aber auch, das um so länger es dauert ich immer ungeduldiger werde und die jeweiligen Rückschläge immer schwerer werden.
Wünsche dir weiterhin alles Gute und wenn es wieder mal ganz schlimm ist lese ich einfach hier im Forum nach und das gibt mir dann das Gefühl mit dem ganzen nicht so allein zu sein.

lg Lieselotte :arrow:

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 9 Gäste