Mirena - Fast ein Jahr danach und noch immer Probleme

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metoo
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Mirena - Fast ein Jahr danach und noch immer Probleme

Beitragvon metoo » 16.02.2018, 10:42

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich habe schon viel in diesem Forum gestöbert und bin froh, endlich Frauen gefunden zu haben, die meine Probleme kennen...

Kurz zu mir: Ich bin 35 Jahre alt, Mama von zwei tollen Jungs und lebe in einer glücklichen Beziehung. Ich hatte mein ganzes Leben noch nie psychische Probleme, war immer stark und energiegeladen. Letztes Jahr im März habe ich mir die Mirena ziehen lassen, die ich davor 5 Jahre liegen hatte. Während der Liegezeit habe ich noch keine gravierenden Nebenwirkungen gehabt (Es ist ja die Hölle was einige von Euch auch schon während der Liegezeit durchgemacht haben - Ihr habt mein volles Mitgefühl!), es beschränkte sich auf ein Druckgefühl im Bauch und zum Ende der Liegezeit hin war ich vor meinen Tagen immer extrem gereizt. Mit Mirena in Verbindung gebracht habe ich das damals noch nicht, auch da meine FÄ mir immer gesagt hat, es bestehe da kein Zusammenhang...Ich hatte trotzdem immer ein komisches Bauchgefühl. Eigentlich war geplant, die Spirale zu wechseln. Als aber die alte Spirale mit Vollnarkose entfernt werden musste (Rückholfaden war in den Muttermund hochgerutscht, beim Versuch der Entfernung bin ich fast vom Gyn-Stuhl gekippt vor Schmerz), hatte ich die Faxen dicke und beschloss, keine neue Spirale mehr einsetzen zu lassen.

Die Entfernung klappte dann gut und die ersten beiden Wochen danach ging es mir gut. Ich habe dann begonnen, wieder mit der Pille zu verhüten. Diese hatte ich vor der Mirena immer gut vertragen und es bestand keine Kontraindikation wie Übergewicht, Trombosen, Rauchen etc.

Mitte April begann dann meine Odysee. Ich war von jetzt auf gleich total zittrig, bekam extreme Herzstiche und mir wurde Schwarz vor Augen. Aufgrund der Aufklärung bei meiner FÄ habe ich erst an eine Trombose gedacht und bin nach Ostern direkt zu meiner Hausärztin. Diese hat mich sofort ins KH eingewiesen wo alles auf Tromboseverdacht untersucht wurde. Als ich auf der Überwachungsstation lag bekam ich die erste Panikattacke: Ich habe echt gedacht ich sterbe und mein ganzes Leben wäre vorbei. Der Tromboseverdacht hat sich dann nicht weiter bestätigt, was mit mir los war wusste ich trotzdem noch nicht. Als ich wieder zu Hause war habe ich mich durch die Tage geschleppt. Schlafen konnte ich gar nicht mehr, ich hatte extreme Panik meine Familie zu verlieren und hatte die schlimmsten Gedanken. Als ich drei Tage zu Hause war hatte ich in der Küche dann einen "Geistesblitz": Ähnlich gefühlt hatte ich mich schonmal in meinem Leben, allerdings war es damals längst nicht so extrem: Und zwar nach der Geburt meines Sohnes. Damals wurde eine Wochenbettdepression diagnostiziert, diese war aber zum Glück von einem Tag auf den anderen wieder verschwunden und ich musste die mir verschriebenen AD gar nicht mehr nehmen. Mit meinem Verdacht auf einen hormonellen Auslöser bin ich dann zu meiner Hausärztin, diese hat mir ein leichtes Beruhigungsmittel verschrieben. Besser wurde es dadurch nicht, einen Hormontest wollte meine Frauenärztin nicht machen, das hätte keinen Sinn war die Aussage. Schließlich bin ich im Mai komplett zusammengeklappt und habe mich selbst in der psychiatrischen Abteilung unseres Krankenhauses vorgestellt wo ich für drei Wochen aufgenommen wurde (Diagnose: Angststörung mit depressivem Anteil). Die schlimmsten drei Wochen in meinem bisherigen Leben, wenn ich dran denke wird mir immer noch kalt... Ich bekomme seitdem ein AD, der hormonelle Auslöser wurde zwar mit in den Bericht aufgenommen aber der Sache nachgegangen ist man nicht. Als ich wieder in mein Leben zurückgefunden hatte begann ich weiter zu wühlen und habe mir eine neue FÄ gesucht. Diese stellte dann eine hormonelle Dysbalance fest, die Werte waren am 21. ZT:

FSH 2,6mlU/ml, LH 2,5mlU/ml, Östrad. 381 pg/ml, Prog. 7,9 ng/ml, TSH basal 1,91 mU/l. Meine Zyklen waren mit im Schnitt 25 Tagen ziemlich kurz, aber das schlimmste waren und sind immer noch diese psychischen Symptome. Ich bekam von der FÄ Progesteron in Kapselform verordnet (200 mg abends), aber mir ging es davon nicht besser. Der erste Zyklus danach war ok., dann aber war mir schwindelig und zittrig und die schreckliche innere Unruhe wurde auch nicht weniger. Während dieser Zeit habe ich eine HP gefunden, die sich speziell mit Frauenheilkunde befasst. Ich habe dann auf Ihren Vorschlag hin versucht, das Progesteron in kleinerer Menge nur zu cremen, aber nach zwei Zyklen ging es mir wieder mies und bei einem Speichelhormontest kam dann raus, dass das Progesteron nun zu hoch war. Ich habe daraufhin aufgehört dieses zu nehmen.

Bei der erneuten Blutabnahme am 25. ZT im Januar diesen Jahres (mir ging es an diesem Tag erneut extrem schlecht, daher habe ich um eine erneute Kontrolle der Hormonwerte gebeten, worauf meine FÄ auch einging), kamen folgende Werte raus: FSH 2,1 mlU/ml, LH 1,5 mlU/ml, Östr.58 pg/ml, Progest. 2,1 ng/ml. Einen Tag später bekam ich dann meine Periode und es ging mir komischerweise an diesem Tag prima, ich fühlte mich einfach gut obwohl das früher nie so war wenn ich meine Periode hatte. Die Werte wären nicht weiter auffällig wurde mir bei der Besprechung gesagt. Da ich auf das Progesteron aber auch so extrem reagiert habe hat mir die Ärztin dann eine Homöopathin empfohlen. Damit versuche ich es momentan. Wir sind noch dabei, das passende Mittel für mich auszuwählen.

Mittlerweile ist es schon fast ein Jahr her seit der Entnahme von Mirena, und immer noch gleichen meine Zyklen einer Achterbahn. Es gibt Tage in denen fühle ich mich ganz gut, doch dann ist da wieder diese schreckliche innere Unruhe (ein Gefühl als würde mir ein zentnerschwerer Brocken auf der Brust liegen), ich kann nicht klar denken, mir ist schwindelig, ich friere (teilweise weiße Finger und Zehen). Ich versuche so gut es geht meinen Alltag zu stemmen und bin froh, dass mein Mann und meine Familie für mich da sind. Ich habe mittlerweile viel gelesen und bekomme noch ein Blutbild zur Abklärung auch der SD-Werte (mein Verdacht) gemacht. Im April habe ich einen Termin in einer endokrinologischen Praxis.

Bitte entschuldigt meinen ellenlangen Bericht, aber mein Leben ist momentan - sorry für die Ausdrucksweise - ziemlich im Arsch. Es ist so ätzend bei jedem Arzt immer kämpfen zu müssen und doch kein gescheites Ergebnis zu bekommen. Ich musste das alles einfach mal loswerden und würde mich freuen, wenn jemand noch Tipps für mich hat und mir antwortet.

Viele Grüße von einer hormongeplagten Frau

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Silke323
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An metoo

Beitragvon Silke323 » 18.02.2018, 14:18

Hallo,

ich habe Deinen ausführlichen Bericht gelesen. Es tut mir leid, dass es Dir noch nicht viel besser geht. Aber es könnte sein, dass Du mit Deinem Bauchgefühl, die Schilddrüse, richtig liegen könntest. Ich habe die Mirena jetzt auch seit über einem Jahr raus. Das letzte Jahr war eine Achterbahnfahrt. Bis ich im Sommer fast total zusammengebrochen wäre. Bin dann an einem Freitagnachmittag in der Notfallsprechstunde eines Arztes gelandet, den mir meine Freundin empfohlen hat. Er hat ein riesiges Blutbild von mir gemacht und siehe da, Schilddrüsenunterfunktion. Wahrscheinlich habe ich diese schon seit einiger Zeit (Jahre?). Ich habe immer über Gewichtszunahme geklagt, bei meinen FA und auch bei meinem Hausarzt. Keiner ist darauf eingegangen. Google doch einfach mal Schilddrüsenfehlfunktion. Gerade die innere Unruhe ist bezeichnend. War bei mir auch ganz fürchterlich. Jetzt bekomme ich Eferox 50 und es geht mir wirklich wieder gut. Ich bin zwar noch nicht 100%-ig eingestellt, das wir auch noch dauern, da man immer wieder Blut entnehmen muss. Die Antidepressiva konnte ich in die Tonne treten :smile_bigsmile:
Noch kurze Anmerkung: War auch nochmal bei der Nervenärztin, ich erzählte ihr von der Schilddrüse. Folgendes wurde mir geantwortet: "Ja ja die Schilddrüse und die Psyche. Ich glaube dass es vielen mit grenzwertigen Werte mit medikamentöser Unterstützung besser gehen würde." Deshalb rate ich Dir, sei bei den Werten wachsam. Meine waren lange nur grenzwertig und wahrscheinlich war das der schleichende Beginn, bis die Werte dann letzten Sommer total abgestürzt sind.
Ich drücke Dir die Daumen!
LG - Silke

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metoo
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Re: An metoo

Beitragvon metoo » 18.02.2018, 18:41

Hallo Silke,

vielen Dank für Deine Antwort. Im Sommer hatte ich ein Blutbild beim Hausarzt machen lassen, da wurde allerdings nur der TSH bestimmt. War damals unauffällig. Übermorgen bin ich wieder mit Blutbild dabei, diesmal werden auch T3 und T4 mitbestimmt. Ich hoffe ja so dass ich endlich weiß was los ist mit mir, wie gesagt war ich vor der ganzen Sache topfit. Im April steht dann noch ein Termin beim Endokrinologen an. Ich werde auf jeden Fall auch weiterhin mit einer Heilpraktikerin zusammen schauen was man machen kann. Ich schreib weiter und halte alle die es interessiert auf dem Laufenden!

LG Metoo

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summse
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Re: An metoo

Beitragvon summse » 19.02.2018, 10:45

Hallo metoo, ich habe deinen Bericht gelesen, ich war schon lange nicht aktiv im Forum , möchte dir aber hier mal Antworten.
Diese innere Unruhe kenne ich sehr gut. Mit den Jahren ist es dann auch weniger geworden, denke mit hilfe von Magnesium und Dysto loges habe ich es gut in Schach gehalten, aber auch bei mir war es nach der Entnahme der Mirena ein auf und ab, siehe Erfahrungsbericht.
Es sind jetzt schon 6 Jahre vergangen und mir geht gut. Ich habe allergdings hin und wieder mit diese inneren Unruhe zu tun, aber weit nicht mehr so ausgeprägt, bei mir kann es auch am niedrigen Vitamin D Spiegel liegen. Auch auch habe ich kurz vorm Eisprung und vor der Periode mit "Ängsten" zu tun, bin einfach empfindlicher, was man wohl PMS nennt, aber auch da hilft mir Dysto Loges gut:)..Also kurz um, mein Leben ist wieder Lebenswert und das PMS bekomme ich auch irgendwie noch in den Griff. Mir gehts auch blendent, wenn ich meine Periode habe, davor friere ich aber auch immer an Händen und Füßen. Ingwertee wärmt mich dann aber immer gut.
Ich musste auch lange Geduld haben und dachte ich werde mein Leben nie wieder richtig leben können, doch das kann ich wieder. Ich kann wieder Pläne schmieden und habe wieder Träume, klar hat mich die Zeit mit Mirena geprägt und mein Körper sagt viel schneller halt, wenn ich in extremen Stresssituationen bin, aber das kann ja auch nicht verkehrt sein, dann weiß ich "oh langsam, der Punkt der Belastung ist erreicht, nimm dich ein Stück zurück".

LG
(Jahr 2016) 38 jahre ,3 kinder Mirena vom ?.06.2009 - 28.6.2012

http://hormonspirale-forum.de/viewtopic ... 009#p45009 , Updats

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metoo
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Re: An metoo

Beitragvon metoo » 19.02.2018, 13:22

Hallo Summse,

vielen lieben Dank für Deine mutmachenden Worte. Wer bestimmt denn den Vitamin D Spiegel und was ist DystoLoges?

LG Metoo

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Sonia
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Re: An metoo

Beitragvon Sonia » 19.02.2018, 14:57

hallo MeToo,

bin zwar nicht Summse, aber ich antworte einfach mal, da ich die DystoLoges-Tropfen auch eine Weile genommen habe und muss sagen, dass sie mir sehr gut geholfen haben. Es sind homöopatische Tropfen, welche das Vegetativum beruhigen (sprich das Nervensystem, welches durch die künstlichen Hormone aus dem Gleichgewicht gerät).

LG Sonia
44 Jahre, 2 Kinder, Mirena von 09/2011 bis 04/2012

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Re: An metoo

Beitragvon metoo » 19.02.2018, 17:02

Hallo Sonia,

vielen Dank für Deine Antwort - vielleicht ist das was für mich. Ich werde es auf jeden Fall mal bei meiner HP ansprechen und mir das dann besorgen. Nimmt man das dann dauerhaft oder nur wenn die Unruhe auftritt?

LG Metoo

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Sonia
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Re: An metoo

Beitragvon Sonia » 19.02.2018, 19:25

Hallo Sonia,

vielen Dank für Deine Antwort - vielleicht ist das was für mich. Ich werde es auf jeden Fall mal bei meiner HP ansprechen und mir das dann besorgen. Nimmt man das dann dauerhaft oder nur wenn die Unruhe auftritt?

LG Metoo
das muss man schon ein Weilchen nehmen...ich glaube, ich habe sie gute 4 Monate genommen..sonst wirkt es nicht. Das Vegetativum braucht ein bisschen Zeit bis sich das beruhigt hat
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summse
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Re: Mirena - Fast ein Jahr danach und noch immer Probleme

Beitragvon summse » 19.02.2018, 22:59

Hallo, also ich habe die Erfahrung gemacht, das mir nach Bedarf auch die Tropfen helfen , wenn ich merke es tritt Unruhe auf nehm ich sie. Also ich nehme sie nicht täglich, allerdings hab ich sie Anfangszeiten (nach Entfernung d. Mirena, also ab dem Zeitpunkt als man sie mir empfohlen hat)auch täglich genommen, aber da hatte ich ständig innere Unruhe und Ängste. Hab davor Neurexan genommen und dieses war auch nicht schlecht, besser als ADs ;).
Vitamin D prüft mein Hausarzt, er ist aber auch gleichzeitig mein HP, also er darf Blut abnehmen, dies kann wohl nicht jeder tun. Glaube im Netzt gibt es sogar auch Test , habe damit aber keine Erfahrung. Lg
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metoo
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Re: Mirena - Fast ein Jahr danach und noch immer Probleme

Beitragvon metoo » 20.02.2018, 06:36

Hallo Ihr Lieben!
Vielen Dank für Eure Tipps! Ich bin so froh dass ich jetzt endlich meine Sorgen mit jemandem teilen kann der weiss wovon ich rede...
Meine Familie ist zwar auch immer für mich da, aber die Nebenwirkungen auf den Hormonhaushalt muss man schon am eigenen Leib erfahren haben um das nachvollziehen zu können. Wenn mir das jemand früher erzählt hätte, ich glaube ich hätte es auch nicht verstanden.

Einen guten Start in den Tag wünsche ich Euch!
Metoo

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