Hilfe?! Entzungserscheinungen Mirena möglich?!?!

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LittleMissJey
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Hilfe?! Entzungserscheinungen Mirena möglich?!?!

Beitragvon LittleMissJey » 02.10.2019, 21:09

Hallo ihr lieben Gleichgesinnten,

ich möchte vorab schon einmal vorwarnen, dass dieser Text ein wenig länger werden könnte. Dennoch bitte ich euch ihn bis zum Ende zu lesen, denn ich bin aktuell wirklich am verzweifeln. :smile_crying:

Ich bin 25 Jahre alt und seit dem 16.09.2019 zumindest endlich meine Mirena Spirale nach 5 Jahren los. :smile_clapping:

Kurz vorweg auch ein bisschen Vorgeschichte. Mit 16 Jahren wurde ich ungewollt schwanger, weil ich die Pille nicht vertragen habe. Ab diesem Zeitpunkt habe ich dann mit der 3-Monats-Spritze verhütet. Prinzipiell war ich damit soweit zufrieden und hatte auch (zumindest bisher geglaubt) nie wirklich Nebenwirkungen abgesehen von dem Ausbleiben der Regelblutung. Im Nachhinein gesehen ist aber auch diese ein absoluter Hormoncocktail gewesen und ich habe mich nachdem ich mich über die Mirena informiert hatte schon gar nicht mehr getraut nach Erfahrungen mit der Spritze zu suchen.

Kurz vor meinem 20. Geburtstag hat meine Frauenärztin einen Hormoncheck gemacht und festgestellt, dass irgendeiner meiner Werte nicht in Ordnung war. Daraufhin hat sie angeraten, dass eine alternative Verhütungsmethode besser wäre. Sie empfahl mir die Hormonspirale. Naiv, unerfahren und von den Vorzügen gelockt, habe ich mich schnell dafür entschieden, weil ich der ärztin blind vertraute und ebenso den finanziellen Aspekt sah, da die Krankenkasse noch für die Kosten aufkam. Ich dachte: 5 Jahre keine Gedanken über Verhütung machen, vielleicht sogar Ausbleiben der Regelblutung und das alles von der KK finanziert, ist doch optimal. Nun zur eigentlichen Geschichte....

Bis vor einiger Zeit habe ich geglaubt, dass ich schwer psychisch krank bin. Dann wurde es aber langsam Zeit sich damit auseinander zu setzen, dass die Spirale nach einer Tragedauer von 5 Jahren raus muss. Im Pass stand drin, dass sie im Juli 2019 entfernt werden muss.

Ich war schon immer ein sehr sensibler Mensch, habe leicht auf Stress reagiert (vor allem körperlich > Bsp. Hörsturz mit 18) und war schon früh in psychologischer Behandlung, weil meine Mutter sich Sorgen machte. Dadurch hatte ich also schon einmal meinen Stempel.

Mit 18 Jahren bin ich zu Hause ausgezogen und habe in einer anderen Stadt einen Neustart gemacht, da es im Elternhaus wegen meines Stiefvaters nicht einfach für mich war. Ich war glücklich und beflügelt, habe mein Abitur begonnen und zu seiner Zeit über beide Ohren verliebt mit meinem Partner zusammen gelebt.

Als meine Spirale eingesetzt wurde, hatte ich kurz zuvor eine sehr stressige Zeit. Trennung, erste eigene Wohnung, Kämpfe mit Behörden zur finanziellen Unterstützung und parralel Klausurenphase. Trotz des Stresses und einiger Rückschläge bin ich gut zurecht gekommen, habe meine Ziele erreicht und war glücklich und stolz über meine Erfolge. Nach dem Einsetzen der Spirale (20 Jahre alt) war ich im dritten Jahr des Abiturs. Nach etwa einem halben Jahr fing es dann an. :smile_worried:

Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Überforderung, Angstgefühle, zum Teil auch ein gefühl von Panik, innere Unruhe, Selbstzweifel, etc.
Ich habe mich nur noch unwohl gefühlt und kleinste alltägliche Dinge fielen mir schwer. Bis es soweit kam, dass ich zwar noch zur Schule fuhr, mir auch Pläne für den Nachmittag machte, jedoch nach dem Betreten meiner Wohnung nur noch den Weg zum Sofa schaffte und Löcher in die Luft starrte, bis ich einschlief und mich morgens wieder auf den Weg zur Schule machte. Ich habe nicht mehr geschafft richtig für mich zu sorgen, sodass ich sogar das Essen vergessen habe (Appetitlosigkeit) und drastisch abnahm. Zum Teil habe ich viel Alkohol getrunken, um den Kummer und die Leere zu betäuben. :smile_sadsmile:

Ich habe mir das alles immer wieder damit gerechtfertigt, dass ich eine stressige Zeit hinter mir hatte und mich nie richtig erholen konnte und Körper und Geist dies jetzt nachholen.

Das Ende vom Lied war, dass meine Mutter mich bei einem ihrer Besuche zum sozialpsychatrischen Dienst schleifte. Es folgten Psychotherapie, die Einnahme verschiedener Antidepressiva (morgens zum Antrieb, abends zum beruhigen), eine teilstationäre Therapie von fast 12 Wochen und eine vollstationäre Therapie von 3 1/2 Monaten. Zum Glück konnte ich das letzte Schuljahr wiederholen und habe meine Allgemeine Hochschulreife auch mit einem guten Schnitt bestanden. Hatte auch zum Teil das Gefühl, dass mir die Therapie viel gebracht hat und habe mich natürlich mit meinen Diagnosen auch intensiv auseinander gesetzt. Heute frage ich mich allerdings, ob ich wirklich eine "selbstunsichere, ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung" und "rezivierende Depressionen" mit einer vorangegangenen PTBS habe.

Natürlich muss ich dazu sagen, dass ich einige Dinge erlebt habe, die mich sicherlich traumatisiert haben und auch mein Selbstwertgefühl geschwächt haben und meine Kindheit war auch nicht leicht. Aber hat mich das wirklich plötzlich eingeholt?

Wenn ich jetzt zurück schaue, kam der Zusammenbruch einige Monate nach dem Einsetzen der Spirale. Und ich wusste zwar durch die Therapie immer besser mit der Antriebslosigkeit und den ganzen Verstimmungen umzugehen, doch ein zufriedenstellendes Leben habe ich nicht geführt.

Jetzt zur eigentlichen Problematik. Im Frühling diesen Jahres (2019) hatte ich plötzlich ein Kribbeln im linken Bein. Nicht, als würde es einschlafen, sondern als würde ein leichter Strom durch die Muskulatur fließen. Ich erklärte es mir so, dass ich einige Zeit sehr intensiv Sport gemacht hatte und die Muskulatur nun auf das plötzliche Aufhören reagierte. Da es mich dennoch verunsicherte, da ich zu dem Zeitpunkt auch noch Raucherin war, suchte ich einen Arzt auf. Er untersuchte das Bein und meinte, dass es nichts Auffäliges gäbe und dass er schlimmere Krankheiten (Thrombose,etc.) definitiv ausschließen kann. Ich solle Voltaren benutzen und schauen, ob es sich verbessert.

Letztendlich half ein Tipp einer Reha-Sport-Therapeutin. Auf ihren Rat nahm ich Calcium, Magnesium und Silicea mit viel Flüssigkeit zu mir. Nach einem Monat verschwand das Kribbeln vorrübergehend.

Es rückte jedoch immer näher, dass die Spirale raus musste. Und da bin ich das erste mal auf die vielen Erfahrungsberichte hier im Netz gestoßen und habe mit Erschrecken lesen müssen, was die Mirena für Auswirkungen während und nach des Tragens hatte. Es ging so weit, dass ich richtige Angst vor dem Ziehen entwickelte, was total paradox war, da die Probleme ja schon längst da waren. :smile_thinking:

Symptome gesamt:
Das Kribbeln im Bein kam wieder, starke Anspannung im Nacken-Schulter-Bereich, Rückenschmerzen, Herzrasen, Panikattacken, die durch ein Kribbeln, was über den Nacken in den Hinterkopf eingeleitet wurden, völlige Appetitlosigkeit (schon mit Übelkeit, wenn ich Essen sah oder roch), sodass ich mich zwang zumindest trockenen Zwieback zu essen, Sehstörungen auf dem linken Auge (meist morgens/verschwommene Sicht) teilweise auch Druck oder Schmerz, Zucken unter dem linken Auge, Kribbeln an einigen Stellen im Gesicht, Empfindlichkeit bei Temperaturwechseln (warmes Wasser beim Duschen), Reizhusten, der durch ein Fremdkörpergefühl im Hals ausgelöst wird, häufig Durchfall, Pochen im Fuß, (gelegentlich) säuerliches Aufstoßen nach dem Essen und kurzzeitig erhöhter Herzschlag, Schlafstörungen, Haarausfall, plötzlich viele Pickel und entzündete Haarwurzeln. Ich war/bin nur noch erschöpft
:smile_sleepy:

Natürlich habe ich all das nicht auf die Spirale geschoben, sondern wieder andere Begründungen gefunden. "Ich habe mich verhoben und mir einen Nerv eingeklemmt, der jetzt all das auslöst (begründet mit den Rückenschmerzen). Es könnte ja ein Bandscheibenvorfall sein." Also erst mal zum Hausarzt. Meine Ärztin kennt mich schon sehr lange und hat mich während meiner Therapiezeit begleitet. Ich finde sie wirklich fantastisch, doch an diesem Tag hat es mich geärgert, dass sie es wieder versuchte auf die Psyche zu schieben. Sie stimmte meiner Vermutung mit dem Verheben zu und meinte, dass ich wohl wieder empfindlich auf Stress reagieren würde.

Jetzt muss ich nur mal ein großes ABER aussprechen, denn ich fühlte und fühle mich psychisch abgesehen davon, dass mich diese ganzen Symptome in den Wahnsinn treiben, im Moment wirklich gut. Auch, wenn bei mir wieder einiges im Umbruch ist und sich verändert.

Also Überweisung zum Ostheopathen (auf eigenen Wunsch) mit BWS- u. HWS-Syndrom. Tatsächlich wurden auch zwei Blockaden festgestellt und gelöst und manche Beschwerden wurden besser oder gingen weg (z.B. Übelkeit und Appetitlosigkeit und seitdem ist keine Panickattacke mehr aufgetreten).

Zudem habe ich wieder mit der Einnahme von Magnesium aufgenommen. Seitdem ist das Kribbeln im Bein besser bzw. weg.

Als aber noch immer so viele Symptome blieben, bin ich auf eigene Faust zum Orthopäden. Wirbelsäule geröntgt, kein Befund. Also Überweisung zum Neurologen wegen Verdacht auf Polynoropathie (wurde bereits ausgeschlossen). Nun habe ich einen Termin für ein MRT, obwohl der Doc nicht davon ausgeht, dass es eine organische Ursache hat.

Zumindest habe ich mich dann schon mal überwinden können und die Spirale ist raus!

Ich hatte nun schon öfter darüber nachgedacht noch einmal zum Hausarzt zu gehen und darauf zu bestehen, dass die Schilddrüse untersucht wird. Da mehrere Symptome auch auf eine Autoimunerkrankung hindeuten könnten, was ja scheinbar häufig nach dem Entfernen der Spirale vorkommt. Beim letzten Besuch der Hausärztin (oben erwähnt) hatte sie gemeint, dass sie derzeit keinen Grund für ein Blutbild sehe.

Meine Vermutung ist eben mittlerweile, dass bereits im Frühling diesen Jahres das Hormondepot aufgebraucht war, da die Spirale ja nun schon 5 Jahre lag und alle Beschwerden Entzugserscheinungen sein könnten.

Ich bin verzweifelt, weil ich mich mittlerweile schon selbst für verrückt halte, weil die Palette der Symptome so groß ist.

Ich frage mich, ob meine Überlegung realistisch ist oder ob ich mir das alles doch nur einbilde? Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. ähnliche Symptome als Entzugserscheinung gehabt? Hat jemand vielleicht Ratschläge, was ich machen kann oder was vielleicht helfen könnte?

Bitte verzeiht die Länge, doch leider habe ich im privaten Umfeld niemanden, mit dem ich reden kann. Alle die mir nahe stehen (Verlobter, Mutter), leiden mit und reagieren sehr empfindlich. Und Freunde und neutrale Personen können es nur schwer bis gar nicht nachvollziehen.

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Kooper
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Re: Hilfe?! Entzungserscheinungen Mirena möglich?!?!

Beitragvon Kooper » 03.10.2019, 08:08

Liebe LittleMissJey,

ich habe Deinen Bericht gelesen und mich in vielem wiedergefunden.

Wenn man schon Vorbelastungen hat, fühlt es sich mit Hormonspirale an, als würde das alles (und noch viel mehr) ins Bewusstsein gerückt und kein Raum mehr für Schönes gelassen. Und es bleibt völlig unverständlich, warum man mit den Belastungen vorher relativ gut umgehen konnte und nun mit einem Mal nichts mehr funktioniert.

Kurz vor meinem 20. Geburtstag hat meine Frauenärztin einen Hormoncheck gemacht und festgestellt, dass irgendeiner meiner Werte nicht in Ordnung war.
Weißt Du inzwischen, um welchen Wert es ging? Ansonsten hast Du Anrecht auf Deine Akte in Kopie. Eine Hormonspirale ist bei einem bestehenden Ungleichgewicht ein ganz böser Fehler, weil sie nicht "lokal" wirkt, sondern alles noch mehr durcheinanderbringt.

Heute frage ich mich allerdings, ob ich wirklich eine "selbstunsichere, ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung" und "rezivierende Depressionen" mit einer vorangegangenen PTBS habe.
Wenn Du vorher diese Probleme nicht hattest, werden sie wahrscheinlich auch nicht einfach so vom Himmel gefallen sein! Ich habe auch einen Haufen Diagnosen unter Mirena bekommen, von denen vorher nie die Rede war.

Trotz des Stresses und einiger Rückschläge bin ich gut zurecht gekommen, habe meine Ziele erreicht und war glücklich und stolz über meine Erfolge.
Die Mirena ist ein echter "Zielkiller"! Frau schafft nichts mehr, ist nur noch müde, erschöpft und überfordert und "stolz auf sich" wird zum absoluten Fremdwort!

Zum Teil habe ich viel Alkohol getrunken, um den Kummer und die Leere zu betäuben
Das habe ich auch getan, mach Dir keine Gedanken! Der Zustand war einfach nicht aushaltbar, und mit Alkohol habe ich wenigstens noch irgendwas anderes gespürt außer Unruhe, Erschöpfung und Angst.

Zu Deinen Fragen:
Du schreibst selbst, dass sich schon einiges verbessert hat:
Also Überweisung zum Ostheopathen (auf eigenen Wunsch) mit BWS- u. HWS-Syndrom. Tatsächlich wurden auch zwei Blockaden festgestellt und gelöst und manche Beschwerden wurden besser oder gingen weg (z.B. Übelkeit und Appetitlosigkeit und seitdem ist keine Panickattacke mehr aufgetreten).

Leider muss ich Dir sagen, dass manches etwas dauern kann, erst recht, wenn hormonelle Defizite bestehen (Progesteronmangel ist fast immer vorhanden). Du bist die Spirale erst seit 2,5 Wochen los, das ist wirklich noch nicht lange! Gib Dir Zeit, viel trinken, Ruhe, Spazieren gehen, Dir was Gutes tun, weiter Magnesium nehmen.

Hast Du einen HP oder Alternativmediziner? Oder ist Deine Ärztin bereit, auch mal die Vitamine und Mineralien (teils intrazelluär) zu messen? Die HS ist ein Vitaminräuber, und Du könntest dann gezielt auffüllen.

Die Schilddrüse ist auch ein guter Ansatz, allerdings würde ich hier noch ein wenig abwarten (ebenso wie mit einem etwaigen Hormonstatus). Nach dem Ziehen haben hier etliche berichtet, dass die Schilddrüsenwerte Achterbahn fuhren und es gedauert hat, bis sie sich stabilisiert haben. Außerdem kennt die Schulmedizin nur L-Thyroxin als Behandlungsmöglichkeit. Mit anderen Worten: täglich bis zum Ende des Lebens Tabletten schlucken. Das muss natürlich jeder selbst wissen, aber ich selbst möchte das nach Möglichkeit nicht und suche lieber nach Alternativen.

Das Forum ist ein großer Schatz an Infos, was zur Verbesserung des Befindens nach dem Ziehen führen kann. Auch unter https://www.risiko-hormonspirale.de/vit ... alien.html findest Du sehr viel Material.

Zum Glück konnte ich das letzte Schuljahr wiederholen und habe meine Allgemeine Hochschulreife auch mit einem guten Schnitt bestanden.

Und darauf bist Du hoffentlich richtig stolz, denn das ist eine riesengroße Leistung !!!



LG Kooper
Kooper, Baujahr 1970, in Partnerschaft, keine Kinder
1. Mirena 2003 - 2009, 2. Mirena 2009 - 2013


Was bringt den Doktor um sein Brot ?
a) die Gesundheit b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß ER lebe,
Uns zwischen beiden in der Schwebe.
Eugen Roth

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LittleMissJey
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Re: Hilfe?! Entzungserscheinungen Mirena möglich?!?!

Beitragvon LittleMissJey » 03.10.2019, 10:24

Wow, vielen Dank für die Antwort. Das bedeutet mir wirklich viel. Denn ich leide zur Zeit sehr und diese ganzen Symptome machen mir noch viel mehr Angst.

Ich weiß es nicht mehr genau. Aber ich glaube es ging um den Östrogenwert, der wohl erhöht war. Daraufhin hatte sie mir dann die Spirale empfohlen.

Ich weiß eben nicht weiter. Da viele der extremen Symptome einige Monate vor dem Ziehen auftraten, ist es eben nur eine Vermutung, dass vielleicht das Hormondepot schon aufgebraucht war. Ich habe einfach wahnsinnig Sorge, dass ich vielleicht wirklich ernsthaft krank bin.

Die letzten beiden Tage hatte ich Blutungen. Teilweise sehr dunkles altes Blut. Die letzten drei Wochen waren die Symptome gar nicht mal so schlimm. Und ich hatte schon Hoffnung auf Besserung. Doch plötzlich wieder so ein Schub.

Ich kann mich dann nur schwer beruhigen, möchte mir aber auch nicht, wie die Ärzte es mir sagen, nicht einreden, dass ich mir das nur einbilde bzw. dass es nur psychosomatisch ist.

Ich kenne mich auf den Gebiet nicht aus. Also welche Werte man testen oder zu welchem Arzt man gehen sollte. Im Internet liest man auch überall etwas anderes. Es wird nun ein Blutbild gemacht, weil ich für das MRT meinen Nierenwert brauche. Dabei wird die Schilddrüse automatisch getestet. Aber vermutlich jivht das, was relevant wäre.

Alternativmedizin wird oft nicht von der KK unterstützt. Ich kann mir keine aufwändigen Behandlungen mit umfangreichen teuren Bluttests leisten. Habe oft schon gelesen, dass das den meisten geholfen hat.

Meine größte Frage ist eigentlich, wie wahrscheinlich es ist, dass die Spirale all das plötzlich ausgelöst hat?

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Silke323
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Re: Hilfe?! Entzungserscheinungen Mirena möglich?!?!

Beitragvon Silke323 » 03.10.2019, 11:36

Liebe LittleMissJey,

Kooper hat Recht, für einen Hormonstatus (sowohl allgemein, als auch die Schilddrüse) ist es nach der kurzen Zeit einfach noch zu früh. Da solltest Du wirklich noch abwarten, um dann wirklich auch aussagekräftige Werte zu bekommen. Ich habe gute Erfahrungen mit meiner HP gemacht und habe dann Hormoncremes (Progesteron, Estriol und Estradiol) gecremt. Aber alles nach Absprache mit der HP. Nachfolgend ein Link der Hormonselbsthilfe, da kann man Fachkräfte im Bundesgebiet finden, vielleicht ja auch in Deiner Nähe: https://hormonselbsthilfe.de/fachkraftfinden/

Das alle Symptome von der HS kommen kann man sicherlich nicht konkret sagen, aber ich denke doch viele und vieles wird durch sie auch noch verstärkt. Wie Kooper auch schon erwähnte, jetzt erstmal viel Ruhe, frische Luft, Spaziergänge, mach weiter mit Magnesium und fülle Vitamine auf. Meist ist auch der Vitamin D-Wert im Keller, frag da mal bei Deiner Ärztin nach, vielleicht kann sie den auch im nächsten Blutbild einfach kostenfrei mitmachen lassen.

Die Schilddrüse hat bei mir seitdem auch einen Treffer, bin aber mittlerweile gut eingestellt. Schilddrüse = auch die Psyche. Meine Panikattacken und Angstzustände gehören seitdem der Vergangenheit an.

Du hast vielleicht noch einen Weg vor Dir, bei dem einen geht es schneller, beim anderen weniger schnell. Aber es wird denke ich nie wieder so schlimm wie mit der HS! Ich drücke Dir ganz feste die Daumen. Und wenn Du Fragen hast, dann lies hier im Forum oder schreib. Irgendeiner von uns ist immer online.

Viele Grüße
Silke

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LittleMissJey
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Re: Hilfe?! Entzungserscheinungen Mirena möglich?!?!

Beitragvon LittleMissJey » 03.10.2019, 12:01

Danke Silke und Danke Kooper, wirklich.

Aber genau das ist es ja. Ich habe während der Tragezeit abgesehen von den letzten vier Monaten nie diese extremen Symptome gehabt.
Zum Teil schon aber nicht so, wie jetzt.

Ich bin wirklich super verzweifelt. Stecke gerade aktuell wieder in einem absoluten Schub.

Fühle mich einsam, von meinem Umfeld nicht ernst genommen und könnte gerade nur noch weinen. Ich halte das einfach nicht aus.

Ich will nicht mein Leben lang damit leben müssen. Ich bin nur immer so schnell überfordert und weiß gar nicht, wo ich ansetzen soll. Vielleicht wird das wieder klarer, wenn ich mich wieder ein wenig gefangen habe. Aber aktuell würde ich mich am liebsten nur verkriechen und warten/hoffen, dass es bald wieder vorbei ist.

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Zebra40
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Re: Hilfe?! Entzungserscheinungen Mirena möglich?!?!

Beitragvon Zebra40 » 03.10.2019, 16:19

Liebe LittleMissJey

Ich kann dich voll und ganz verstehen. Ich bin auch durch die Hölle und mir ging es nach dem Ziehen der HS auch nicht gut. Die ersten 3 Monate hatte ich ständig Übelkeit, Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Herzklopfen und Angstzustände. Meine Periode kam zwar wie im Bilderbuch und auch regelmäßig aber ich hatte das erste Mal mit PMS zu kämpfen. Heute 5 Monate nach dem Ziehen ist es viel besser geworden aber noch nicht gut.
Ich habe nach wie vor Stimmungsschwankungen.... Mal bin ich total super drauf, fast schon überdreht, dann wieder traurig und fühle eine totale Leere in mir, dann kommt die innere Unruhe, Nervosität und leider auch die Angst wieder.
Ein auf und ab. Ich bin in Psychotherapie ( Angst vor der Angst und Kontrollverlust ) was ich aber zu 90% der HS verdanke. Ich war bei verschiedenen Ärzten, zuletzt beim Endokrinologen und da kam nichts dabei raus, weil am falschen Zyklustag und falsche Hormone gemessen wurden. Jetzt mache ich Zuhause einen Speicheltest selbst.

Ich kann dir nur schreiben es wird besser aber es braucht ganz viel Geduld und Zeit. Dein Körper ist keine Maschine. Auch ich musste das lernen, dass ich meinen Körper nicht kontrollieren kann. Er braucht Zeit um sich zu erholen.
Ich übe ganz viel positiv zu denken auch wenn ich an gewissen Tagen völlig verzweifelt bin. Es gab schon Tage da hätte ich mich am liebsten von der Brücke gestürzt an anderen Tagen vor lauter Ängsten mich nur noch unter der Decke verkrochen.
Du bist eine starke Frau und schaffst es durchzuhalten. Nach jedem Regen kommt die Sonne.....
Schreibe hier oder schreibe eine der Mädels persönlich an. Wir sitzen alle im selben Boot und helfen uns gegenseitig.
Alles Liebe und viel Kraft
Du weißt nie, wie stark du bist, bis stark sein die einzige Wahl ist, die du hast.
( Bob Marley )

Mit 17 Mercilon Pille
3x Implanon
2x Mirena Spirale ( bis 9.5.2019 )
1x Kyleena ( von 9.5. bis 13.5.2019 )

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Lili28
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Re: Hilfe?! Entzungserscheinungen Mirena möglich?!?!

Beitragvon Lili28 » 04.10.2019, 08:17

Guten Morgen 😊
Ich kann dich auch sehr Gut verstehen. Ich hatte vorher nie psychische Probleme und dann kam alles auf einmal. Ich Bin jetzt 6 Monate ohne und stecke in einem fiesen Tief. Die ersten 3 Monate ohne waren schrecklich. Danach war es wirklich ganz Gut. Und nu wieder nicht. Angst, Unruhe, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schlaf- und Hoffnungslosigkeit.

Gib Dir Zeit und Ruhe. Ich habe auch dem Rat von den erfahrenen Mitgliedern befolgt. Alleine darüber zu schreiben mit jmd der ähnliches durchgemacht hat, tat sehr Gut.

Ich schicke Dir viel Kraft 💪 das schaffst du!!!
Kyleena Mitte Januar bis April

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Susanne1978
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Re: Hilfe?! Entzungserscheinungen Mirena möglich?!?!

Beitragvon Susanne1978 » 05.10.2019, 17:56

Hallo, deine Ängste sind verständlich, aber total unbegründet. Ich möchte dir eine kleine Sache schreiben, die gerade eben erst passiert ist.

Früher konnte ich aufgrund von Ängsten sehr wenig alleine machen. Ich war spitze darin für mich immer Fluchtmöglichkeiten zu finden.

Nun bin ich die Mirena 18 Monate los. Eben bin ich alleine, wir sind im Urlaub, mit dem Fahrrad eine grosse Runde gefahren. Früher war das unvorstellbar, bzw. ich hätte Angst und Wasser geschwitzt und wäre sehr gestresst nach Hause gekommen. Aber ich konnte es genießen....

Daher, such dir Hilfe, vertraue nicht nur der Schulmedizin und nimmst du noch Antidepressiva?
LG Susanne :smile_flower:

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lekado
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Re: Hilfe?! Entzungserscheinungen Mirena möglich?!?!

Beitragvon lekado » 09.10.2019, 20:54

Hallo Du,

ich habe gerade das Gefühl, dass Du meine Geschichte aufgeschrieben hast! Ganz viele Deiner Symptome hatte ich genauso und diese Odyssee durch den (Psycho-)Ärzte-Dschungel kenne ich zu hundert Prozent. Depression mit Angststörung und starker Psychosomatik war meine Diagnose. Obwohl ich IMMER gesagt habe, dass ich keine psychische Erkrankung habe, hat mir keiner geglaubt, nicht mal meine Mutter.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hatte einen massiven Vitamin D -Mangel, Eisenmangel, Vitamin B-Mangel und noch so einiges. Ausserdem eine Östrogendominanz. Hat ein Mitochondrienmediziner herausgefunden. Ich habe hochdosierte Mikronährstoffe genommen, das half mir sehr. Ausserdem bioidentische Hormone, die ich aber sehr schlecht vertrug.
Letztendlich brauchte der Körper eine Weile, um sich mit Hilfe der Vitamine selber zu regenerieren. Heute nehme ich garnichts mehr ein und psychisch geht es mir bestens.

Übrig sind Nahrungsmittelintoleranzen, mit denen ich aber leben kann und muskuläre Probleme (schnell Schmerzen, grosse Empfindlichkeit).

Mein Rat an Dich: Lass Mineralstoffe testen und schau mal wg. Nahrungsmittelintoleranzen, die oft eine Folge von Nährstoffmängeln sind.
Ich weiss, dass der finanzielle Aspekt ein Riesenproblem ist. Vielleicht kann Dich jemand finanziell unterstützen, damit Du das testen kannst. Wenn du erstmal weisst, was Dir fehlt, kannst Du die Mängel schnell beheben.

Ich kann Dir versichern, dass Du nicht ernsthaft krank bist. Du hast aber ein grosses Ungleichgewicht durch die HS im Körper, das muss wieder ins Lot kommen.

Alles Liebe für Dich!
Leonie

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LittleMissJey
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Mal ein Update

Beitragvon LittleMissJey » 10.10.2019, 19:37

Hallo ihr Lieben,

ich kann mich nur immer wieder bedanken. In diesem Forum und insbesondere eure Antworten zu lesen, ist vermutlich eine der wenigen Dinge, die mir dabei hilft, nicht zu denken, dass ich verrückt bin.

Erst mal möchte ich die offenen Fragen beantworten.
Daher, such dir Hilfe, vertraue nicht nur der Schulmedizin und nimmst du noch Antidepressiva?
Nein ich nehme keine Antidepressiva mehr. Schon länger nicht mehr. Weil ich einfach gespürt habe, dass es nicht das ist, was mir wirklich hilft, sondern nur überdeckt und ich habe mich noch weniger "Ich selbst" gefühlt, als davor.

Nun aber mal zum Update:Ich bin gestern aus allen Wolken gefallen. Habe aus lauter Verzweiflung meine Mama mit zu meiner Hausärztin genommen. Gestern fand ja die Blutabnahme für die Werte, die für das MRT benötigt werden, statt. Ich habe darum gebeten das Blutbild zu erweitern und kam auch in die Sprechstunde.

Denn neben dem Fremdkörpergefühl im Hals kommt auch noch hinzu, dass ich ständig das Gefühl hatte/habe Blut zu schmecken und dass mein Speichel teilweise gelblich ist oder tatsächlich selten auch eine Blutspur zu erkennen ist.

Habe meiner Ärztin meine Vermutung geschildert bezüglich der HS. Sie hat es am Anfang auch gefühlt ernst genommen, bis dann der Wandel kam.

Erst hat sie mich sehr unfreundlich gefragt, weshalb meine Mama dabei ist. "Ich sei doch eine erwachsene Frau und könnte solche Dinge allein regeln".
Dann musste ich mich dafür rechtfertigen, dass ich sie zur Unterstützung mitgenommen habe für den Fall, dass man mich nicht ernst nimmt und dass sie gewisse Dinge bezeugen kann (Herzrasen, Blut im Speichel).

Dann holt sie meine Akte hervor, liest sich meinen Bericht aus der Klinik durch und meint: "Ich müsse mir unbedingt einen neuen Therapeuten suchen. Das was ich in der Kindheit erlebt hätte, habe meine Entwicklung extrem beeinträchtigt. Daher würde sie auch eine Traumatherapie empfehlen. Und sie gehe davon aus, dass es mit einer stationären Therapie in meinem Fall wohl nicht getan wäre. Und ich solle mir doch mal überlegen, ob ich da nicht noch einmal anknüpfen möchte und mir dann eine Klinik suchen solle, die auf Traumapädagogik spezialisiert ist."

Genial war auch, dass sie sagte, dass man der Fachfrau (meiner Frauenärztin) vertrauen müsse, wenn sie sagt, dass ein Hormontest oder ein Test der Schilddrüse unnötig wäre, da es ja nichts mit der HS zu tun hätte.


Ich habe mich so mies gefühlt! Völlig missverstanden! Ich habe tausendmal betont, dass es mir von meinen Lebensumständen zur Zeit besser geht, als je zuvor. Meine Libido kehrt zurück, ich habe das Rauchen aufgegeben und fühle mich gut damit, ich habe (wenn auch etwas verspätet) endlich eine Ausbildung gefunden, die mir Spaß macht und zu mir passt und ich fange langsam wieder an Soziale Kontakte aufzubauen. Und auch, wenn es in meiner Beziehung zur Zeit nicht perfekt läuft, weiß ich, dass wir beide das selbe Ziel verfolgen und auch wieder schöne Tage kommen werden. Seien wir realistisch, in jeder Beziehung gibt es auch mal schwierigere Phasen. Das liegt aber unter anderem auch an ihm, da er sich mit dem Jobwechsel schwer tut und dadurch nicht so glücklich ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Sie hat mich also mal wieder nur auf meine Akte reduziert und meine Symptome alle wieder schön auf die Psyche geschoben. :smile_crying: :smile_headbang:

So eine Dreistigkeit!!! Das macht mich traurig und zugleich wütend!!

Ich habe mir nun vorgenommen ein Zyklus und Symptom Tagebuch zu führen bzw. noch intensiver darauf zu achten, wann die Symptome ihren Höhepunkt erreichen und ob es im Zusammenhang mit der wiederkehrenden Blutung steht. Denn dann ist mir alles klar!

Der Tipp mit dem Mitochondrienmediziner ist super! Und ich habe mir auch schon einige Alternativmediziner raus gesucht in der Umgebung. Hier werde ich auf jeden Fall bald einen Termin ausmachen. Und meine Gesundheit ist mir wichtig genug, dass ich im Zweifelsfall auch Geld in die Hand nehmen werde. Wie teuer sind denn solche Tests? Hat da jemand ungefähre Zahlen, mit welchen Kosten man rechnen muss?

Ich habe von meiner Hausärztin eine Überweisung zum HNO bekommen. Da das Blut im Speichel doch etwas ungewöhnlich ist (auch wenn es vielleicht auf eine kürzliche Erkältung zurückzuführen sein kann), werde ich es überprüfen lassen. Auch das MRT werde ich in Anspruch nehmen. Denn auch, wenn da nichts gefunden werden sollte, wurde ich wenigstens mal durchgecheckt.

Heute geht es mir ganz gut und ich bin relativ klar und kann neutral damit umgehen. Habe aber jetzt schon wieder Angst vor dem Moment, in dem das ganze wieder Umschlägt, weil die emotionale Empfindlichkeit und die Angst zurück kommt. :smile_sweating:

UND NOCH EINMAL 10000X DANKE!! IHR SEID EINE GROßE HILFE FÜR MICH!! :smile_heart:

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