Depressionen und Spirale

Hier kannst Du uns wichtige Informationen mitteilen.

Benutzeravatar
Maja761
Aktives Mitglied
Beiträge: 49
Registriert: 25.05.2005, 13:27

Depressionen und Spirale

Beitragvon Maja761 » 15.06.2005, 08:46

http://www.medizinkritik.de/wi_an_ve/sld32.htm

"Sehr geehrter Herr van Treek.

Ich bin 37 Jahre alt, verheiratet und habe keine Kinder (Wunsch war nie vorhanden). Nach fast 4 Jahren Tragezeit der Hormonspirale Mirena, ließ ich diese im September 2003 entfernen.

Ich hatte mit der Mirena keine Monatsblutungen mehr, was ich als angenehm empfand, da ich vor Mirena jeweils sehr starke Monatsbeschwerden/-blutungen und Schmerzen hatte (Verhütung mit Kupferspirale). Jedoch sank meine Libido auf null und ich hatte mit Depressionen und Antriebslosigkeit zu kämpfen. Meine Frauenärztin wollte von einem Zusammenhang mit der Mirena nichts wissen und mich zum Psychologen schicken.

Seit dem Ziehen der Mirena (und gleichzeitigem Einsatz der Spirale Gynefix) sind die Depressionen nun noch viel schlimmer geworden und ich bin oft auch aggressiv bis hin zu Selbstmordgedanken vor allem 1 Woche bevor die Periode einsetzt. Die Blutungen dauern ca. 1 Woche, wobei sie nicht sehr stark sind und gegenüber vor der Zeit mit Mirena auch nicht schmerzhaft.

Obwohl es doch nun schon 10 Monate her sind, dass ich die Mirena entfernen ließ. Auch mein Hausarzt wollte mir Psychopharmaka verschreiben, was ich aber wiederum ablehnte. Ich habe nun den Frauenarzt gewechselt, welcher mir vom 15. - 26. Tag 2x 1 Tablette Duphaston/Tag verschrieb. Morgen müsste ich nun das erste Mal damit anfangen. Aufgefallen ist mir, dass ich vom 7. - 15. Tag (und nicht ein paar Tage vor Eintritt der Menstruation) jeweils an Gewicht zulege (Wassereinlagerungen?) und alles essen könnte.
Am meisten belastet mich aber, dass ich keine Lust auf Sex habe. Es liegt nicht an meinem Mann. Ich habe auch kein Interesse an anderen Männern. Es regt sich bei mir auch bei Liebesakten im TV nichts, außer dass es mich traurig macht und ich ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Mann habe (obwohl er mich nicht drängt und mir auch keine Vorwürfe macht). Das letzte Mal haben wir vor 6 Monaten miteinander geschlafen und noch das war mir zuviel. Ich dachte, nach Entfernung der Mirena würde alles besser. Es ist nun alles noch schlimmer geworden. Ist Duphaston das richtige Mittel? Oder pendeln sich die Hormone irgendwann wieder von selbst ein. Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass meine Depressionen/Lustlosigkeit hormonell bedingt sind und ich keine Psychopharmaka benötige.

Gerne höre ich Ihre Meinung zu meinem Fall.

Herzlichen Dank + Grüße

B.

Antwort der Redaktion am 4.8.2004:

Sehr geehrte Frau B.

Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage.

Was soll ich Ihnen nur sagen?

Natürlich sind Ihre seelischen Probleme auch hormonell bedingt.

Sie haben sich bewusst gegen Kinder entschieden und lösen diesen Konflikt mit den Methoden der schulmedizinischen Gynäkologie, also mit Spiralen. Ich vermute, Sie wissen, dass Spiralen frühabtreibend in dem Sinne wirken, dass sich die entstehenden Kinder nicht in der Gebärmutter einnisten können. Für viele moderne Menschen ist dies kein moralisches Problem mehr, „man lebt ja nicht mehr im Mittelalter“. Mich macht dies traurig.

Es macht Sie traurig, dass Sie keine Lust mehr auf Sexualität haben. Die von Ihnen geschilderten Symptome sind typische Nebenwirkungen von Antibabyspiralen, das hängt mit der abtreibenden Wirkung der Spirale zusammen. Besuchen Sie doch mal die Webseite: www.hormonspirale-forum.de; die Seele der Mutter verbindet sich in jedem Falle einer Befruchtung für einige Tage mit der Seele des zum Untergang verurteilten Kindes. Das hält keine Mutterseele lange aus. Wie löst sie diesen Konflikt?

Eine Lösung ist auf zweifache Weise möglich.

Erstens: Die Libido reduziert sich oder verschwindet ganz oder die Frau wird so depressiv, dass Sex in ihrem Leben keine Rolle mehr spielt. In meiner praktischen Tätigkeit als Hausarzt habe ich schon einige Ehen scheitern sehen, weil die Spiralenträgerin keine sexuelle Lust mehr auf ihren Mann hatte.

Zweitens: Die Eisprünge bleiben aus, es kommt zu einem die Depression und den Libidoverlust verstärkenden Progesteronmangel. Progesteron ist aber nicht nur das schwangerschaftsfördernde Hormon, sondern es ist in Bezug auf die Psyche eine Art „Glückshormon“. Darum wird ja auch die Schwangerschaft mit ihren 10fach erhöhten Progesteronblutspiegeln manchmal als die zweite „Hochzeit“ der Frau bezeichnet.

Wenn Sie nun meinen, dass Sie das alles nicht tangieren muss, warum sollten Sie dann nicht auch die gut gemeinten Lösungsangebote der Schulmedizin annehmen? Duphaston ist der künstliche Progesteronersatzstoff Dydrogesteron, der sicherlich für einige Zeit den Progesteronmangel kaschieren kann, bis dann die Nebenwirkungen auftreten. Antidepressiva gibt die Schulmedizin bei Depressionen und sie helfen ja auch manchmal und man braucht nicht an den Konfliktursachen zu arbeiten. Ist doch herrlich praktisch, wie die Verhütung – oder?

Mit freundlichen Grüßen"
Alter: 28; seit 5 Jahren Mirena; Mirena im Juni 2005 raus und Gynefix rein; keine Kinder

Benutzeravatar
V.
Aktives Mitglied
Beiträge: 101
Registriert: 11.08.2004, 16:48

Beitragvon V. » 24.06.2005, 10:10

Hallo an alle,

ich schätze Herrn van Treek und hatte mich vor längerer Zeit ebenfalls in eigener Sache an ihn gewandt.

Viele Thesen, die er (ähnlich wie die von mir sehr geschätzte Frau Buchner) vertritt, halte ich für höchst bedenkenswert und kann sie aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Dass die Spirale die Libido lähmt, dass die Progesteronausschüttung blockiert wird, dass der Eisprung ausbleibt - all das trifft m.E. in vielen Fällen zu, so auch in meinem.

Probleme habe ich allerdings mit der Theorie von der abtreibenden Wirkung der Spirale. Nein, ich muss es anders formulieren. Es ist sicher richtig, dass die Spirale diese Wirkung hat, aber ich bezweifle, dass die extreme psychische Belastung, die ich während der Mirena erlebt habe, von eben dieser Wirkung kommt. Panikattacken, Angstzustände, Depressionen als Folge einer nicht bewusst erlebten Schwangerschaft und Abtreibung - das mag durchaus vorkommen. In meinem Fall aber kann das definitiv nicht die Ursache gewesen sein!! Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Ich hatte während der gesamten Mirena-Zeit nicht ein einziges Mal Sex (weil, so meine Vermutung, die Mirena bei mir die Lust komplett abgeschaltet hat) -- es kann sich also überhaupt kein Ei eingenistet haben und abgestossen worden sein. In meinem Fall waren die massiven Panik- und Angstanfälle und die schweren Depressionen eine Folge von der Hormonspirale direkt, sprich: von dem Hormonchaos, das sie in meinem Körper produziert hat.

Ich halte daher die These, dass die hier im Forum geschilderten psychischen Probleme in Wirklichkeit Abtreibungsprobleme seien, für schwierig, zumindest aber für nicht generalisierbar.

Grüsse,
Vera

Benutzeravatar
dieSonja
Aktives Mitglied
Beiträge: 161
Registriert: 19.10.2004, 11:04
Wohnort: Mittelfranken

Beitragvon dieSonja » 28.06.2005, 10:26

Hallo!

Der Mann ist ja gnadenlos ehrlich, respekt! Das er in die eine oder andere Richtung übertreibt kann auch sein.

Wegen der "Abtreibendenwirkung": Ich habe hier schon oft gelesen, das sich viele mit der Mirena 1000% eingebildetet haben schwanger zu sein. Ich habe das auch ein paar mal in den 5 Jahren durchgemacht.

Nachdenklich macht mich das schon. Und es ist auch der Grund warum Gynefix nicht für mich in Frage kommt.

sonja
26 Jahre, 1 Kind, Mirena 5 Jahre, seit 10/04 ohne

Benutzeravatar
Deanna
Aktives Mitglied
Beiträge: 62
Registriert: 28.05.2005, 10:54

Beitragvon Deanna » 28.06.2005, 23:53

Ich glaube, die Mirena täuscht verfrüht ein Klimakterium vor. Frau trauert viellicht auch instinktiv um ihre verlorene Fruchtbarkeit.

Ich kann nur sagen: Mönchspfeffer! (Agnucaston, wird hier im Forum beschrieben)

lg
Deanna

Benutzeravatar
V.
Aktives Mitglied
Beiträge: 101
Registriert: 11.08.2004, 16:48

Beitragvon V. » 29.06.2005, 10:07

Hi Deanna,

Mönchspfeffer ist sicher ein gutes Mittel, aber kein Allheilmittel.
Nicht jede verträgt es, und von einer Einnahme während des gesamten Zyklus ist ebenfalls abzuraten.

Grüsse, V.

Benutzeravatar
Deanna
Aktives Mitglied
Beiträge: 62
Registriert: 28.05.2005, 10:54

Beitragvon Deanna » 07.07.2005, 10:14

Liebe V.,

Kannst Du uns bitte ein greifbareres Beispiel nennen?
Mit so allgemeinen Phrasen ohne genauere Info tu ich mich schwer.

Es kann schon sein, dass es nicht jeder verträgt, aber bitte teile die genauen Umstände mit, da hat das Forum mehr davon

lg
Deanna

Benutzeravatar
V.
Aktives Mitglied
Beiträge: 101
Registriert: 11.08.2004, 16:48

Beitragvon V. » 07.07.2005, 12:08

Hi Deanna,

ehrlich gesagt tu ich mich seit längerem schwer mit Deinen Ratschlägen, die - so zumindest mein Empfinden - immer ein bisschen wie der Weisheit letzter Schluss daherkommen.

Ich habe nix, gar nix gegen Mönchspfeffer. Glaube auch gerne, dass es vielen hilft. Mir zum Beispiel - um, wie Du wünscht, konkret zu werden - hat es wohl geholfen, den Zyklus zu normalisieren, hat aber keine einzige der Mirena-Nebenwirkungen abgebaut.

Mir gefallen halt generalisierte Ratschläge nicht, nach dem Motto: nimm Mittel X, das ist super, mir hats geholfen, also hilft es auch Dir. Ich glaube wirklich, dass jeder Körper auf jedes Mittel und auch jede Dosierung eines Mittels anders reagiert.

Das war alles, was ich mit meinem Einwand bezwecken wollte.

Gruss,
Vera

Benutzeravatar
Andrea39
Aktives Mitglied
Beiträge: 95
Registriert: 10.11.2004, 19:13
Wohnort: Kronach (Oberfranken)

Beitragvon Andrea39 » 07.07.2005, 22:24

Hallo Deanna!

Ich kann Vera nur beipflichten!

Den Zyklus hat Mönchspfeffer auch bei mir normalisiert (28 Tage - auf den Tag genau!!), die Nebenwirkungen sind nach wie vor vorhanden!

Liebe Grüße,
Andrea
40 Jahre, 1 Kind, Mirena 4 Jahre 10 Monate, seit Juli 2004 ohne

Benutzeravatar
sister of crime
Mitglied
Beiträge: 8
Registriert: 04.08.2005, 21:27
Wohnort: Duisburg
Kontaktdaten:

Stinksauer!

Beitragvon sister of crime » 18.08.2005, 13:19

Ahoi zusammen,
bin beim "schmökern" im Forum gerade auf den, in meinen Augen, unerträglich moralisierenden Doktor van Treek gestoßen. Unfassbar! Wo lebt der Mann eigentlich????
Ich zitiere mal kurz:

die Seele der Mutter verbindet sich in jedem Falle einer Befruchtung für einige Tage mit der Seele des zum Untergang verurteilten Kindes. Das hält keine Mutterseele lange aus.

Ich bin selbst Mutter zweier Kinder und habe die Erfahrung gemacht, dass die ersten Stunden nach der Geburt ausschlaggebend sind für das Auslösen von Muttergefühlen.
Die erste Entbindung war der blanke, schulmedizinische ( :twisted: ) Horror!!
Es würde jetzt zu weit führen, auf Details einzugehen, Fakt ist, dass mein Sohn zur Beobachtung auf die Neugeborenenintensivstation verbracht werden mußte.
Er war 3 Tage alt, als ich ihn das 1. Mal im Arm halten durfte.
Meine Mutterseele hatte aber auch gar keine Probleme damit ihn, in Begleitung einer Krankenschwester, zu einer Untersuchung in eine Nachbarstadt fahren zu lassen anstatt ihn zu begleiten.....
Es hat lange gedauert, bis ich zu ihm eine intensive, emotionale Bindung
aufgebaut hatte.
Die 2. Entbindung war das glatte Kontrastprogramm. Angesicht meiner sehr schlechten Erfahrungen habe ich mir eine Beleghebamme gesucht und auch von ihr die Vorsorgeuntersuchungen machen lassen. (Hr.v.Treek würde sie vermutlich gerne auf einem Scheiterhaufen brennen sehen 8) )
Die Entbindung war so natürlich wie möglich und mein Kleiner kam sofort zu mir auf den Bauch. Ich habe ihn gleich gestillt, das war unglaublich!
Was da an Glückshormonen ausgeschüttet wurde!!!!

Erst da wurde mir so richtig bewußt, was ich bei meinem Großen verpasst hatte. Aus heutiger Sicht kann ich die zuerst vorhandene emotionale Distanz nur so erklären, dass ich vollgedröhnt war mit Medikamenten, völlig erschöpft und man mir mein Kind vorenthalten hat.
(Ich habe später durch eine befreundete Krankenschwester erfahren, dass man in der Klinik Belegprobleme mit den Intensivbetten hatte :twisted: :twisted: )

Ich liebe Kinder und hätte gerne mehr bekommen aber zu einem befruchteten Ei habe ich sicherlich nie eine "Beziehung" aufgebaut! :P
Da gehört deutlich mehr dazu!!!! (habe ca 10 Jahre mit Spirale verhüted)

Ich finde es empörend und verachtenswert Frauen, die sich, warum auch immer, gegen Kinder entschieden haben in dieser infamen Art und Weise emotional unter Druck zu setzen!

Ich könnte kotzen! :twisted: :twisted: :twisted:

Gruß
Martina
39, verheiratet, 2 Kinder 3,5 und 15 Jahre

Benutzeravatar
lysistrata
Aktives Mitglied
Beiträge: 93
Registriert: 11.07.2005, 12:30
Wohnort: niederösterreich

Beitragvon lysistrata » 18.08.2005, 15:48

hallo ihr!

nun, ich kann dem beitrag des hrn. van treek durchaus einiges abgewinnen. ich kann mich gut erinnern, dass ich am anfang der 3MS-zeit permanent dachte, ich sei schwanger ... ich hab es auf das wegbleiben der blutung und ein hirngespinst geschoben ...

beeindruckend ist immer wieder, wie sehr leute, die sich auf archaische gedanken einlassen, sofort belaechelt (im bestenfall) oder mit scheiterhaufen und mittelalter in zusammenhang gebracht werden (im nicht so besten fall). dabei sollte doch jeder schon mal gehoert haben, dass verdraengen auf die dauer auch nicht so optimal ist ... :wink: warum kann man nicht andere meinungen stehen lassen und/oder diskutieren, ohne sofort auf der scheiterhaufen-ebene zu sein ... kein wunder, das manche leute dann mit ihren meinungen hinter dem berg halten. :?

@moenchspfeffer: ich halte ihn fuer EINE brauchbare alternative zu kuenstlichen hormongaben. aber es braucht zeit, bis die wirkung einsetzt. und nicht immer ist moenchspfeffer das richtige oder das allein richtige. ich hab in den letzten drei jahren mit einigen alternativen dingen probiert:

menodorontropfen - die haben mir geholfen, den zyklus (rascher, als es nach der 3MS angeblich moeglich ist) wieder in gang zu bekommen. (bei mir waren es sechs wochen nach einnahme beginn, dass die blutung wieder einsetzte).

moenchspfeffer hat mir gegen PMS (heftiges ziehen in den bruesten in der zweiten zyklushaelfte) geholfen, allerdings hat moenchspfeffer auch bei mir libido-senkend gewirkt. diese nebenwirkung bekommt man also mit moenchspfeffer vermutlich nicht in den griff. es wird auch immer wieder auf diese wirkung hingewiesen. heisst ja schon MOENCHSpfeffer. :wink: ich werde jetzt pulsatilla in der zweiten zyklushaelfte probieren.

ansonsten hab ich mit schuessler salzen sehr gute erfahrung gemacht, aber das wuerde jetzt zu weit fuehren. geholfen haben sei beim entwaessern, entgiften, auch hormonell. aber auch die "funktionieren" nicht von heute auf morgen. die schulmedizin tendiert in meinen augen zu schnellen loesungen und symptome bekaempfen. nicht ursachen. denn das dauert meist laenger.

naja, und dann glaube ich ganz fest an den grundsatz, du bist, was du isst. wir sollten nicht vergessen, dass in der konventionellen landwirtschaft mit hormonen aller art gearbeitet wird. wachstumshormone, hormone zum anregen der milchproduktion, etc. wer nicht glaubt, dass auch die hormone "lokal wirken", kann sich vermutlich ganz gut vorstellen, dass die hormone in milch und fleisch sind und wir sie auch auf diesem wege zu uns nehmen koennen ...

ciao,
lysistrata
pille von 18 - 25; 3MS von 25 - 35; seit 09/02 ohne hormonbeschuss und unterbunden;

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 10 Gäste