Libido und die künstlichen Hormone in Pille,Mirena und Co

Hier kannst Du uns wichtige Informationen mitteilen.

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Libido und die künstlichen Hormone in Pille,Mirena und Co

Beitragvon Mondi » 02.01.2008, 21:33

Die Pillenhormone können die Produktion der eigenen Hormone und die Produktion der genannten Transportproteine verändern. Dies betrifft vor allem (aber nicht nur) das so genannte "Sexual-Hormon-Bindende-Globulin" = SHBG. Es ist bereits lange bekannt, dass das EE aus der Pille die Produktion von SHBG in der Leber massiv erhöhen kann. Das SHBG bindet im Blut vor allem das Testosteron. Die Folge der Erhöhung von SHBG ist, dass weniger freies Testosteron im Blut vorliegt, dadurch sinken die androgenen Wirkungen. Es ist zu erwarten, dass damit auch die Libido abnimmt. Das körpereigene Testosteron hat eine wesentlich stärkere androgene Wirkung als alle Gestagene mit androgenen Partialwirkungen. Somit sind Veränderungen des freien Testosteronspiegels klinisch sicher sehr relevant.



In jeder Pille ist aber auch ein Gestagen enthalten (dies ist unbedingt für eine hormonale Schwangerschaftsverhütung notwendig). Bestimmte Gestagene können die SHBG-Produktion auch verändern (erhöhen oder erniedrigen), mit zum Teil gegensätzlicher Wirkung wie die Wirkung durch das Estrogen. Demnach ist die Wirkung, welche sich letztlich in der Summe ergibt, komplex, und es gibt nur wenige Studien, die dies gezielt untersucht haben. Für jede Pille müsste dies getrennt untersucht werden. Diesbezüglich gibt es noch keine Studie.



Es ist aber gerade neuerdings nachgewiesen worden, dass die Effekte im Prinzip so erfolgen und auch erheblichen Einfluss auf die Sexualität haben können: In einer aktuellen Studie mit insgesamt 124 Frauen mit sexueller Dysfunktion wurden SHBG-Spiegel gemessen (Studie Panzer, Goldstein et al. J Sex Med 2006; 3: 104-113). Diese waren in Frauen, die die Pille einnahmen, vierfach höher als bei Frauen, die keine Pillen nahmen. Nach Absetzen der Pille blieben die SHBG-Spiegel noch mindestens 120 Tage signifikant erhöht ? somit hat die Pille einen wichtigen, nachhaltigen Effekt auf das wichtigste Transportprotein für Androgene, vor allem für Testosteron. Unterschiede zwischen den Pillen wurden nicht untersucht, und vor allem wurde die Veränderung der sexuellen Funktion ? die wichtigste Fragestellung ? in der Studie nicht geprüft.
Quelle

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste