NZZ am Sonntag, 10.09.2006

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CBieni

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Beitragvon CBieni » 27.02.2008, 13:23

Viele Frauen würden gerne auf ihre Tage verzichten
Neue Verhütungsmittel versprechen Frauen ein Leben ohne
die allmonatlichen Beschwerden. Von Andreas Grote

Die Menstruation ist auch in modernen Zeiten ein unangenehmes Kapitel, über das viele Frauen nicht gerne sprechen. Viele Frauen würden liebend gerne auf die Menstruation verzichten. Möglichkeiten dafür gibt es, doch die medizinischen Folgen sind noch nicht näher untersucht worden.
Normalerweise kommt es im Laufe von etwa 28 Tagen zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, zum Reifen der Eizelle und, wenn es zu keiner Befruchtung kommt, zur Menstruation. Die Einnahme der Pille, so wie sie die meisten Frauen heute kennen, ahmt diesen natürlichen Rhythmus nach: Künstliche Sexualhormone werden 21 Tage lang eingenommen und gaukeln dem Körper eine Schwangerschaft vor. Dadurch findet kein Eisprung statt, die Gebärmutterschleimhaut baut sich nicht richtig auf, so dass sich kein Ei einnisten kann, und der Zervixschleim im Gebärmutterhals, durch den männliches Sperma zum Ei hindurchmuss, ist verdickt. Nach 21 Tagen wird die Hormonzufuhr für 7 Tage abgesetzt, und es kommt zur Regelblutung.
Viele Frauen leiden unter ihrer Periode durch starke Blutungen, Depressionen oder Schmerzen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit. Frauenärzte empfehlen in solchen Fällen, die Pille nicht abzusetzen, sondern die Periode durch kontinuierliche Einnahme der Pille zu überspringen. 2003 brachte daher der US-Pharmakonzern Barr Pharmaceuticals die Pille Seasonale auf den Markt. Sie wird 90 Tage lang kontinuierlich eingenommen, erst dann folgt die einwöchige Pillenpause. So reduziert sich die Anzahl der sonst üblichen Monatsblutungen von 12 auf 4 pro Jahr.
Inzwischen haben die Pharmafirmen die Pille als bequemes Lifestyle-Produkt entdeckt. Anfang 2007 wird in den USA Lybrel zugelassen. Die Pille des US-Konzerns Wyeth kann so lange eingenommen werden, wie die Frau keine Periode will. Die Zusammensetzung von Lybrel unterscheidet sich nicht von der einer üblichen Mikropille.
"Auch wir registrieren zunehmendes Interesse der Pillenhersteller daran, ihre Präparate für den Langzyklus an die Frau zu bringen", berichtet die Gynäkologin Gabriele Merki, die seit 16 Jahren am Unispital Zürich als Oberärztin in der Familienplanung arbeitet. Auch Patientennachfragen zeigen, dass der Langzyklus eine Klientel hätte. Geeignete Präparate sind bereits zugelassen. Das unter die Haut implantierbare Hormonstäbchen Implanon (Organon) verhütet drei Jahre kontinuierlich ohne Periode, Cerazette vom gleichen Hersteller funktioniert bereits wie Lybrel und wird jeden Tag eingenommen. Die Hormonspirale Mirena von Schering kann bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben und verhüten.
Zwar fallen die Menstruationsbeschwerden im Langzyklus in der Regel deutlich geringer aus, ganz ohne Blutung geht es trotzdem nicht. Die meisten Frauen berichten von häufigen Zwischen- und Schmierblutungen, vor allem in den ersten Wochen und Monaten. "Daher", so Merki, "sollte der Arzt mit seiner Patientin eine Nutzen-Risiko-Abwägung vornehmen." Stark durch die Menstruation beeinträchtigten Frauen kann durch einen verlängerten Zyklus geholfen werden. Auch die kurzfristige Verlängerung wegen einer bevorstehenden Prüfung oder Ferien ist medizinisch unproblematisch. Fraglich wird hingegen eine kontinuierliche Einnahme über Monate oder Jahre ohne wirkliche Indikation.
"Immerhin nimmt die Frau 33 Prozent mehr künstliche Hormone zu sich", so Merki, "und das ist bedenklich." Alle bisherigen klinischen Studien zum Langzyklus dauerten nicht länger als 12 Monate, deswegen existieren noch keine Langzeitdaten. Auch weiss noch niemand, ob die Blutung nach Jahren wieder kommt, denn die Gebärmutterschleimhaut schrumpft mit zunehmender Einnahme.
Zwar haben auch Frauen in Naturvölkern und Entwicklungsländern aufgrund gleich aufeinander folgender Schwangerschaften und anschliessender Stillzeit oft nur sehr wenige Menstruationen im Leben. Doch in Internetforen berichten Frauen davon, dass sie bereits nach einem Langzyklus von nur wenigen Monaten nach dem Absetzen der Pille mehrere Monate warten mussten, bis die Periode wieder einsetzte. Normalerweise kann eine Frau nach Absetzen der Pille im normalen Zyklus nach spätestens 90 Tagen wieder schwanger werden.
Ob der Langzyklus ein Erfolg wird, wie ihn sich die Pharmafirmen erhoffen, bleibt abzuwarten, denn von den Frauen, die auch ganz auf die Menstruation verzichten könnten, würde nicht einmal jede zehnte dafür tatsächlich auch mehr Hormone einnehmen.

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Beitragvon Mondi » 27.02.2008, 15:12

Im Prinzip ists doch egal,ob die Mädels da draußen sich "nur" 21 Pillen reinpfeifen jeden Monat oder auch noch in der sonstigen 7tätigen Pause die Hormone reinballern..Das macht die Kuh auch nicht mehr fett,Hormone sind Hormone und da ists ja egal,ob 7 Tage weg oder nicht,für den Körper bleibts immer gleich "gesund".

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Beitragvon Mondi » 02.03.2008, 17:20

"Immerhin nimmt die Frau 33 Prozent mehr künstliche Hormone zu sich", so Merki, "und das ist bedenklich." Alle bisherigen klinischen Studien zum Langzyklus dauerten nicht länger als 12 Monate, deswegen existieren noch keine Langzeitdaten. Auch weiss noch niemand, ob die Blutung nach Jahren wieder kommt, denn die Gebärmutterschleimhaut schrumpft mit zunehmender Einnahme.
Zwar haben auch Frauen in Naturvölkern und Entwicklungsländern aufgrund gleich aufeinander folgender Schwangerschaften und anschliessender Stillzeit oft nur sehr wenige Menstruationen im Leben. Doch in Internetforen berichten Frauen davon, dass sie bereits nach einem Langzyklus von nur wenigen Monaten nach dem Absetzen der Pille mehrere Monate warten mussten, bis die Periode wieder einsetzte. Normalerweise kann eine Frau nach Absetzen der Pille im normalen Zyklus nach spätestens 90 Tagen wieder schwanger werden.
Das passt doch irgendwie zur heutigen Gesellschaft,der Körper muss funktionieren wie eine Maschine und mit Hilfe von Pillen und Pülverchen wird das unterdrückt was man nicht will und wenn mans dann wieder haben will (z.B. Blutung bzw. Gebärmutterschleimhaut zum Schwanger werden),solls gleich wieder funktionieren und da sein..aber wir reden hier von einem lebenden Organismus,der erholt sich natürlich nicht gleich von heut auf morgen von sowas oder vll auch gar nicht mehr.
Nur leider denken da die meisten Mädchen,die heute mit 13,14 schon mit der Pille anfangen gar nicht drüber nach,was es später mal heißen könnte,wenn sie die ach so verhasste Periode ewig lange unterdrücken (bzw.,die "Hormonentzugsblutung").
Meine Meinung-wir Menschen machen uns über kurz oder lang selber alle unfruchtbar und irgendwann werden wir vll Pillen nehmen müssen,um überhaupt Kinder kriegen zu können und nicht mehr umgekehrt,um zu verhüten.

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Sarah25
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Pülverchen und Hormone

Beitragvon Sarah25 » 02.03.2008, 20:30

Ich habe die Pille mit 15 Jahren bekommen, und zwar nicht primär als Verhütungsmittel, sondern weil das Östrogen positiven Einfluss auf die Knochen hat. Ich habe unter schlechten Knochen gelitten, und mir auch öfters was gebrochen. Mein Arzt hat mir die Pille verschrieben, auch im Hinblick auf die Wechseljahre. Mit der Pille als junge Frau kann man nämlich späterer Osteoporose entgegenwirken.

Das nur so eine kleine Anmerkung.

Weiter möchte ich noch dazu sagen, dass ich KEINEN Sexualpartner hatte, der sich ernsthaft irgend einen Deut um Verhütung gekümmert hat. Nein, das ist heute eben alles Sache der Frau. Sogar Kondome muss Frau selbst besorgen!

Also, bitte Vorsicht bei solchen Kommentaren.

Sarah

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Beitragvon Mondi » 02.03.2008, 21:39

Es gibt Statistiken,laut denen die Spermienqualität seit es die Pille gibt kontinuierlich schlechter wird. Viele führen das auf die künstlichen Hormone in unserem Trinkwasser zurück..es ist also viel Wahrheit an meinem Kommentar. Dass es da draußen viele Männer gibt,die sich Null um Verhütung kümmern,das weiß ich auch,hab ich selber erlebt..aber es gehört der dazu,der sich nicht kümmert und der,der das akzeptiert.
Es gibt auch Ärzte,die verschreiben jungen Frauen die 3-Monats-Spritze,welche genau das Gegenteil von dem bewirkt,was du schreibst..also die Ärzte gucken da wohl nicht primär auf die Gesundheit.
Ich habe dank Pille (die ich blöderweise von 15-16 1/2 genommen haben NUR wegen der Haut)ne unheilbare Hautkrankheit bekommen,für deren Heilung auf dem Alternativsektor ich ne Menge Geld bezahlt habe! Mir gehts also grad anders wie dir...

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Beitragvon Mondi » 02.03.2008, 21:48

Verstehst du,was ich meine ? Mich regt es auch wahnsinnig auf,dass die meisten Kerle da draußen sich nicht um Verhütung kümmern,das liegt aber halt auch größtenteils daran,dass viele Frauen mit dem größten Selbstverständnis alleine verhüten und so werden die Kerle eben verwöhnt. Damit haben nachher viele Mädels ausm NFP-Forum Probleme,wenn sie eben mit NFP verhüten wollen..es sei denn,sie hatten als Nebenwirkung Libidoverlust,dann ist der Kerl froh,wenn er überhaupt mal mehr als 1-5 Mal Sex im Monat hat. Hatte als ersten Freund auch so einen und hab mich auch oft geärgert..aber daran kann man nur selber was ändern.

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Pille und Nebenwirkungen

Beitragvon Sarah25 » 03.03.2008, 00:57

Ich hatte die Pille bis vor 2 Jahren, also bis zu meinem 23. lebensjahr ununterbrochen. Ich bin mir sicher, dass sie mir viel gutes getan hat. Leider wurde ich aufgrund misslicher Umstände dann schwanger und habe den Fehler gemacht, und mich für die MIRENA "überzeugen" zu lassen.

Seit letzten Freitag ist sie raus, und jetzt habe ich wieder die Pille.

Die 3- Monatsspritze war für mich keine Alternative. Sie hätte nicht den von mir gewünschten Effekt erzielt (Beseitigung der von MIRENA hervorgerufenen Akne) und ausserdem habe ich gelesen, dass es Frauen gibt, die danach jahrelang nicht mehr schwanger werden....

Ich als junge Frau, mit einer traurigen, belastenden Vorgeschichte, mache mir natürlich Gedanken um eine optimale Verhütung, und ich bin auch zum Schluss gekommen, dass sich gewisse Pharma- Betriebe auf Kosten unserer Körper bereichern. Ich finde die Zulassung für ein Hormonpräparat Verhütung sollte viel strenger sein.

Ja, und was die Männer betrifft, da bin ich auch schon auf einige gestossen, die gemeint haben, mit Kondom laufe nix. Auf die Bemerkung was ist mit Verhütung? Was mit ungewollten Krankheiten kam dann die Antwort: Hauptsache SIE verhütet und es wird keine "Drittperson" involviert. Wenn man(n) sich eine Krankheit hole, dann betreffe das ja nur ihn.- FALSCH!!! Denn mit dieser Einstellung gibt man diese Krankheit auch weiter.

Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man dem Mann dan sagt, gut, dann ist nix, dass sie dann doch einlenken und bereit sind, mit Gummi zu verhüten....

Weiss nicht genau woher diese Arroganz kommt.

Gruss

Sarah

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Beitragvon Mondi » 03.03.2008, 15:10

Wie gesagt,das kommt halt daher,dass die allermeisten heute nicht an Verhütung denken müssen,weil schließlich jede Frau (so erleb ich das)vorm ersten Mal Sex zum Gynäkologen trappelt und sich die Pille holt-dabei wir dann auch von den Gyns nicht erwähnt,dass es auch Krankheiten zu verhüten gibt! Das lernt man höchstens in der Schule und bekommts bissel durch Werbung mit..aber die meisten meinen dann ja eh "mich wird das nie betreffen". Bezüglich der 3-Monats-Spritze habe ich schon einer anderen Dame was gepostet und bei dem,was du geschrieben hast bezüglich Pille,hättest du deinen Gyn sicherlich "herzlich umarmt",wenn er dir die Spritze gegeben hätte,aus folgendem Grund (das mitm ewig lange nicht schwanger werden können,ist nämlich nicht das Schönste an der Spritze):
Verringerung der Knochenmineraldichte

Medroxyprogesteronacetat (MPA)-Injektionen verringern den Östrogenspiegel im Serum und werden mit einem signifikanten Knochenmineraldichte (BMD)-Verlust in Zusammenhang gebracht, da sich der Knochenstoffwechsel auf einen niedrigeren Östrogenspiegel einstellt:

In einer kontrollierten klinischen Studie an erwachsenen Frauen, die bis zu fünf Jahre mit MPA-Injektionen (150 mg i.m. alle 12 Wochen) zur Kontrazeption behandelt wurden, wurde eine mittlere Verringerung der BMD der Wirbelsäule und Hüfte um 5–6% festgestellt. In der Kontrollgruppe trat keine signifikante BMD-Veränderung auf. Während der ersten zwei Jahre der Behandlung war die BMD-Verringerung stärker ausgeprägt als in den nachfolgenden Jahren. Nach 1, 2, 3, 4 und 5 Jahren wurde eine mittlere BMD-Veränderung der Lendenwirbelsäule um jeweils –2,86%, –4,11%, –4,89%, –4,93% und –5,38% festgestellt. Die mittlere Veränderung der Knochenmineraldichte in der gesamten Hüfte und dem Oberschenkelhals war ähnlich. Nach dem Absetzen der MPA-Injektionen wurde während einer zweijährigen Nachsorgephase nach der Behandlung eine teilweise Erholung der Knochenmineraldichte bis auf den Ausgangswert gemessen. Eine längere Behandlungsdauer wurde mit einer langsameren Rekonvaleszenz in Zusammenhang gebracht.

Die vorläufigen Ergebnisse einer laufenden, offenen klinischen Studie mit MPA-Injektionen (150 mg i.m. alle zwölf Wochen für bis zu fünf Jahre) zur Kontrazeption bei weiblichen Jugendlichen (1–18 Jahre) zeigten ebenfalls einen signifikanten Rückgang der BMD im Vergleich zum Ausgangswert. Die mittlere Verringerung der BMD der Lendenwirbelsäule betrug nach fünf Jahren 4,2%. Die mittlere BMD-Verringerung der gesamten Hüfte und des Oberschenkelhalses lag bei jeweils 6,9% und 6,1%. Im Gegensatz dazu ist bei den meisten Jugendlichen in dieser Wachstumsperiode nach der Menarche eine erhebliche Erhöhung der Knochendichte festzustellen.

Vorläufige Ergebnisse zu einer kleinen Gruppe von Jugendlichen zeigten eine teilweise Erholung der BMD während des zweijährigen Nachsorgezeitraums.
Quelle: Packungsbeilage der Drei-Monats-Spritze (Depo Provera),von www.kompendium.ch


Und die meisten bekommen das Ding von ihrem Gyn angepriesen wie geschnitten Brot,werden über rein gar nix aufgeklärt (weder Verringerung der Knochenmineraldichte,noch die Sache mitm Schwanger werden,über Nebenwirkungen schon gar nicht...)und wundern sich nachher,wieso es ihnen so schlecht geht bzw. die Periode nachm Absetzen so lange auf sich warten lässt...

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Beitragvon Mondi » 13.04.2008, 16:39

Ich finde die Zulassung für ein Hormonpräparat Verhütung sollte viel strenger sein.
Die Studien zu den Nebenwirkungen gehen übrigens (habe ich von einer studierten Pharmazeutin)nur EIN EINZIGES Jahr!!!
Jetzt wissen wir also,warum viele der Mirena-Nebenwirkungen als so selten und die allermeisten gar nicht aufgeführt sind

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