Frisch sterilisiert - mein Bericht

Alles rund um die Sterilisation.

Benutzeravatar
Latifa
Aktives Mitglied
Beiträge: 57
Registriert: 31.01.2006, 20:46
Wohnort: Osnabrück

Beitragvon Latifa » 17.05.2007, 20:02

So Ihr Lieben, gestern habe ich´s hinter mich gebracht - hier nun der genaue Bericht (seeehr lang ;-) )

Mein Mann hat mich zu 15 Uhr in die Klinik gebracht und auf der Station „abgeliefert“. Die Schwester war etwas älter, mütterlich, richtig vertrauenserweckend.
Ich bekam mein OP-Hemdchen, Badeschlappen und einen Bademantel.
Als ich umgezogen war, verfrachtete sie mich ins Bett und gab mir gleich „vorsorglich“ eine Schmerztablette.
Mein Mann durfte bei mir bleiben, bis es um 15.40 Uhr losging. Eine OP-Schwester rollte mich mit dem Bett in den OP und ich musste auf den Tisch klettern.

Der Anästhesist stellte sich vor, legte die Braunüle (heißt das so?) und teilte mir mit, dass er jetzt das Medikament einspritzt und ich ruckzuck einschlafen würde.

Ich dachte noch „ja, ja, red Du nur“ – und als ich das nächste Mal zu mir kam, wurde ich bereits wieder auf die Aufwachstation gerollt.
Natürlich war ich noch völlig benommen und hab erstmal gefragt, ob es bereits vorbei wäre. Antwort: „ja, alles gut, es ist jetzt 16.20 Uhr“. Vor lauter Erleichterung hab ich mächtig geweint *schäm*.

Im Hals hatte ich ein totales Kratzen (kam wohl vom Beatmungsschlauch) und musste ordentlich husten. Ich bat die Schwester um meine Handtasche aus dem Spind, weil ich vorsorglich Hustenbonbons eingepackt hatte.

Nachdem ich wieder halbwegs vernünftig atmen konnte, fragte sie Schwester, ob ich jetzt vielleicht mein „Frühstück“ wolle (inzwischen war es 17 Uhr *g*). Klar, ich hatte Schmacht bis unter beide Arme und ich als Kaffee-Junkie wünschte mir nichts sehnlicher als einen großen Pott Kaffee … (aber ich rechnete eher mit Kamillentee oder so)

Zu meinem Erstaunen kam die gute dann mit einem super Tablett: zwei Brötchen, Aufschnitt, Marmelade, ein Glas Wasser, Joghurt, Obst – und einem riesigen Becher Kaffee!
Einfach unschlagbar, völlig erleichtert im Bett zu liegen und erstmal ordentlich reinzuhauen! ;-) Ich bekam sogar noch einen zweiten Becher Kaffee!

Als ich mein Tablett ratzeputz leer gegessen hatte, ging auch schon die Tür auf und Schatzi kam zurück.

Als er mich vor dem leeren Tablett sitzen sah, wusste er schon, dass es mir wieder gut geht und war natürlich mächtig erleichtert.

Zu zweit haben wir dann die beiden Einstichstellen begutachtet: der ganze Bauchnabel war verpflastert und auf der linken Seite in Höhe des Eierstocks klebte auch ein Pflaster.
Neben den Wundschmerzen hatte ich den krassesten beidseitigen Mittelschmerz meines Lebens! Kein Wunder, schließlich waren beide Eileiter vor gut einer Stunde erst je 3-fach verschmurgelt worden! ;-)

Neben mir lag eine Frau, die in einem fort wie blöd hustete, die Arme! Sie erzählte der Schwester, dass sie Asthma hat, ihr Mann auf dem Weg in die Klinik im Auto geraucht hätte und sie deshalb jetzt wohl solche Probleme im Hals hätte.

Dazu fällt mir echt nix mehr ein! Wäre das MEIN Mann gewesen – ich hätte ihn zum Mond geschossen!!!

Ich durfte dann aufstehen, und zusammen mit meinem Mann habe ich mich wieder in meine Jogginghose gequält.

Dann musste ich zur Toilette und stellte fest, dass es beim pullern wie blöd brannte! Auf meine Frage antwortete die Schwester, dass ich einen Katheder hatte und dass sich das Brennen bald legen würde. Das würde immer gemacht, weil bei Unterleibs-OP´s immer die Blase gedrückt würde und sie keine Lust auf Urin auf dem OP-Tisch haben … Okay, das kann ich verstehen, aber es wäre schön gewesen, wenn ich es gewusst hätte!

Nachdem wir noch knapp zwei Stunden auf den Arzt warten mussten, kam die Abschlussbesprechung. Ich bekam ein totschickes Bild meiner verschmorten Eierstöcke, Schmerztabletten (Medikament? ICH doch nicht!) und den Bericht für meinen Gyn.

Wir sind dann nach Hause gefahren, und ich wusste kaum, wie ich im Auto sitzen sollte: egal wie, immer drückte das Gas auf irgendwelche Körperteile!
Auch den sog. „Rucksackschmerz“ konnte ich nun deuten: es war, als ob man einen Rucksack mit 20kg Gewicht durch die Gegend schleppt und die Riemen wie blöd auf die Schulter drücken!

Zuhause habe ich mich mehr oder weniger komfortabel auf´s Sofa gelegt. Die Nacht war ganz okay, aber ich war die Königin der Pupserei … *g*

Heute geht´s mir super (abgesehen vom Wundschmerz), und das Duschen stellte mich vor eine Herausforderung, denn die Pflaster durften nicht nass werden. Na ja, gründliches Waschen soll wohl auch mal gehen!

Mein Mann ist voll froh, dass es mir so gut geht und hat (wie zu erwarten war) die nicht benötigten Schmerztabletten in meinem Apotheken-Täschchen versenkt (wo sie nach Ablaufdatum wohl aussortiert werden).

Klar, „Bäume ausreißen“ kann ich noch nicht, aber insgesamt ist alles viel, viel besser als erwartet!!!
Jahrgang 1969, kinderlos, nach 4 1/2 Jahren Mirena seit 20.02.06 ohne
seitdem nfp, Sterilisation am 16. Mai 07

Benutzeravatar
Latifa
Aktives Mitglied
Beiträge: 57
Registriert: 31.01.2006, 20:46
Wohnort: Osnabrück

Beitragvon Latifa » 18.05.2007, 09:59

Oh wie schön, ein neuer Thread - Danke Admin!

Tag 2: alles bestens!
Der angekündigte "Muskelkater" im Bauch klingt langsam ab, die Wunden schmerzen auch nicht mehr so sehr, und endlich kann ich mich wieder halbwegs vernünftig bewegen (das Gas hat sich über Nacht wohl gut abgebaut *g*).

Nachher werde ich versuchen, die Jogginghose gegen eine Jeans einzutauschen und hoffe, dass es klappt.
Denn egal welche Hose ich nehme, entweder geht sie über den Bauch (Wunde im Bauchnabel) oder bei einer Hüfthose drückt es an der zweiten Einstichstelle.

Ich bin soooo froh!!!

LG, Latifa
Jahrgang 1969, kinderlos, nach 4 1/2 Jahren Mirena seit 20.02.06 ohne
seitdem nfp, Sterilisation am 16. Mai 07

Benutzeravatar
Elke W.
Mitglied
Beiträge: 10
Registriert: 08.06.2006, 08:59
Wohnort: Niedersachsen

Beitragvon Elke W. » 18.05.2007, 21:26

Hallo Latifa!
Herzlichen Glückwunsch!! Du bist echt ´ne Tapfere! Hut ab. Ich für meinen Teil bin echt froh, daß das bei uns mein Mann übernommen hat- ich bin in der Beziehung ein totaler Schisser.
Auf jeden Fall wünsch ich Dir, daß Deine Wunden fix heilen und nimm Dir jetzt auf jeden Fall die Schonfrist, die Du brauchst.
LG Elke
Carpe diem!
---------------------------------------
40 J.;verh.; 2 Kinder; Mirena vom 28.08.02- 14.06.06

Benutzeravatar
korsika
Mitglied
Beiträge: 6
Registriert: 19.07.2004, 21:29
Wohnort: Nordseekueste

Beitragvon korsika » 19.05.2007, 15:35

Hallo Latifa,

Glückwunsch und danke für Deinen ausführlichen Bericht mit Schmunzeleinlagen. :)

Vor längerer Zeit hatte ich ja schon geschrieben ( http://www.hormonspirale-forum.de/viewt ... ight=#9740 ), dass ich auch schon häufiger über Sterilisation nachgedacht habe. "Auf dem Zettel" hab ichs auch noch für den Zeitpunkt, wenn meine Mirena "alle" ist. Vielleicht magst Du zu gegebener Zeit noch berichten, wie sich Deine Mens nach der Sterilisation entwickelt, denn das ist ja meine einzige Sorge bei der Frage ob Sterilisation oder nicht. ;)

Dein Bericht macht auf jeden Fall Mut und von hier erstmal beste Wünsche und viel Glück bei der Hosenwahl. :D

korsika

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 19.05.2007, 19:22

@Latifa: Glückwunsch :) Wow,ich bekam außer nem Keks und Tee nix nach meiner OP. Ich hatte aber auch keinen Beatmungsschlauch und keinen Katheter..komisch,dabei wurden bei dir-wie bei mir-auch "nur" die Eileiter an drei Stellen verödet..bei mir war dafür auch nur ein Schnitt unterm Bauchnabel nötig..Nja,so verschieden machens die Ärzte halt :)

Benutzeravatar
Medusa007
Aktives Mitglied
Beiträge: 28
Registriert: 21.12.2006, 22:06
Wohnort: Schweiz

Beitragvon Medusa007 » 19.05.2007, 21:21

Hi Latifa :arrow:

Glückwunsch zur gelungenen OP und willkommen im Club der "Abgeklemmten und Verschmorten"! :wink:

Da ging es Dir aber klasse... :D ich habe damals (1998) wirklich nur dünnen Kamillentee bekommen :roll: und hatte Schmacht bis unter die Arme.. vor allem nach Kaffee!

Das mit der Pupserei kenne ich auch.. :oops: :oops: aber am schlimmsten war der Schulterschmerz. Dauerte bei mir geschlagene 3 Tage bis das weg war. Aber danach ging es mir super, hatte nie oder kaum Beschwerden... bis ich mir 2001 die Mirena andrehen liess, weil die Blutungen so stark waren.... :evil: :evil: :evil: :evil:
52 Jahre und kein bisschen leise; Mirena von 2001 - 2006

Benutzeravatar
Latifa
Aktives Mitglied
Beiträge: 57
Registriert: 31.01.2006, 20:46
Wohnort: Osnabrück

Beitragvon Latifa » 20.05.2007, 19:44

Danke für die guten Wünsche!

Mir geht´s bestens, keinerlei Schmerzen mehr, alles Gas hat meinen Körper wieder verlassen und Sex ist auch schmerzfrei möglich! *freu*
Nun müssen nur noch die Einstichstellen richtig verheilen und ich bin wieder wie neu ...


@Elke
Ich wollte das selber machen, denn heutzutage halten die Beziehungen ja leider nicht mehr bis zum Lebensende.
Und auch wenn die Wahrscheinlichkeit aus heutiger Sicht gering ist, könnte man sich mal trennen und ich stünde mit einem ggf. neuen Partner vor dem gleichen Verhütungsproblem.
Außerdem hat mein Freund sich auch etwas angestellt - liegt wohl daran, dass Männer sich nicht gern am besten Stück rumschnippeln lasse *g*; wenn aber bei mir irgendwas dagegen gesprochen hätte, hätte er sich selbstverständlich unter´s Messer gelegt!

@Korsika
Nachdem ich mich Freitag mit meiner weitesten Hose blöderweise über den Tag gequält habe, stellte ich gestern fest, dass andere Hosen zwar enger sind, aber dafür der Knopf weiter links sitzt und nicht direkt auf die Wunde im Bauchnabel drückt ... Ja, ja, erst denken, dann ankleiden! ;-)
Ich betreibe ja weiterhin nfp und kann daher ganz genau sagen, wie mein Zyklus sich entwickelt und wie sehr die Mens sich verändert.
Erinnere mich beizeiten mal, falls ich es vergesse!

@Mondi
neidisch auf mein oppulentes "Frühstück" um 17 Uhr? :P

Viele liebe Grüße von der glücklichen Latifa
Jahrgang 1969, kinderlos, nach 4 1/2 Jahren Mirena seit 20.02.06 ohne
seitdem nfp, Sterilisation am 16. Mai 07

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 20.05.2007, 21:34

@Latifa: Jein,eher darauf,dass du den Eingriff günstiger bekommen hast ;)
Allerdings hast du dafür auch mehr Narben als ich (bei mir wichtig,weils meine Eltern noch nicht wissen).

Benutzeravatar
Lorelai
Aktives Mitglied
Beiträge: 23
Registriert: 07.03.2007, 09:27

Beitragvon Lorelai » 21.05.2007, 09:15

Hallo Latifa!

Mein Glückwunsch auch zur überstandenen OP! :arrow:

Aus deinen genannten Gründen will ichs ja auch noch machen lassen, aber leider hab ich immer noch nicht sooo das Vertrauen in "alles wird gut gehen". Warum tut einem aber die Schulter weh bei ner Steri? Die schnippeln doch unten und das Gas ist im Bauch? Evtl. eine etwas naive Frage meinerseits...?? Hast du nun Schmerzmittel bekommen, auch während der OP? Evtl. über Tropf? Wenn ja, was? Das ist auch so etwas was mich beschäftigt, da ich doch so unverträglich bin. Was hat das bei dir gekostet, wenn ich fragen darf? Und darf man wirklich schon so bald Sex haben? Ich dachte, da muss man so 2-5 Wochen warten, bis alles verheilt ist? Hab ich jedenfalls irgendwo mal gelesen, wenn ich nicht schon wieder alles durcheinanderbringe...

Allerdings werd ich mich jetzt evtl. doch im Winter schnippeln lassen und mach bis dahin NFP (nach 2x normaler Zyklus leider jetzt auf einmal kürzer?? Ohne Gummi geht halt gar nix, leider auch nicht bei meinem Mann. Der hat gemeint, ich soll mich nicht schnippeln lassen, das geht auch mit Gummi und nun geht bei ihm nix mehr - seit 3 Monate und er ist nun total frustriert und zieht sich in die totale "Abstandszone" zurück und lässt mich keine 2 m mehr näher ran :( net mal mehr kuscheln oder so :x .... jetzt, wo bei mir das Leben tobt..).

LG
Lorelai
38 Jahre, kinderlos, 5 Jahre Mirena ab dem 18.02.02, ohne seit 06.02.07, jetzt NFP und vorerst keine Steri mehr geplant.

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 21.05.2007, 18:29

@Lorelai: Ich beantwort dir mal ein paar Fragen,da ich das ja auch hinter mir hab ;)

Das Gas wandert "nach oben",daher tun einem die Schultern weh.
Wieviel der Eingriff kostet ist sehr verschieden,bei mir warens 680€,bei Latifa warens glaub nichtmal 400€ und hier bekommst du den Mercedes unter den Sterilisationen für gerade mal 600€ (hätte ich nochmal die Wahl,würde ich dahin gehen,obwohl 4h mitm Zug entfernt). Ich bekam nur die Narkose und danach Schmerzmittel aufgeschrieben,die ich mir hätte in der Apotheke holen sollen. Gebraucht hab ich aber keine,daher hab ich die Rezepte auch nicht eingelöst. Laut meinem Arzt,darf man 2 Wochen lang keinen Sport machen,nicht arbeiten und keinen Sex haben. Hab aber auch mal wo gelesen,dass ein Arzt meinte,dass Sex gleich nach der OP ok wäre. Ich sag dir aber eines,meine Gebärmutter hat noch 3 Wochen nach dem Eingriff ein wenig gezickt während dem Orgasmus (also es tat nicht weh,aber war ein unangenehmes Gefühl),daher würde ICH persönlich direkt nach dem Eingriff keinen Sex haben. Hab mich auch an die zwei Wochen Frist gehalten (außer beim Sex,aber das war wie gesagt nich so toll).

Wie dein Mann reagiert,find ich übrigens nicht so toll..Wenn ER die größeren Probleme hat,könnte auch er sich operieren lassen. Weil,wenn bei Männern alles glatt läuft,dann passiert auch nichts weiters. Aber wie ich woanders erwähnt habe,selbst wenn bei Frauen alles glatt läuft,kann (wurde in Studien bestätigt)es zu einem Progesteronmangel kommen und der is nich lustig.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste