Meine Sterilisation

Alles rund um die Sterilisation.

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bully
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Meine Sterilisation

Beitragvon bully » 01.11.2010, 13:03

Hallo,
als erstes paar info's zu mir.
38 lenze alt, 2 kinder, seit 18 jahren mit meiner frau zusammen, davon fast 13 verheiratet.
mit dem gedanken zur sterilisation trug ich mich die letzten 8 jahre, meine frau war davon allerdings anfangs wenig begeistert.
nach der geburt unseres zweiten kindes vor 8 jahren, ließ sie sich auf anraten ihres frauenarztes die mirena einsetzen. sie war von dessen ausführungen sehr begeistert und wollte diese auch unbedingt haben.
schleichend und von uns nicht als ursächlich der mirena zugeordnet, kamen die nebenwirkungen dieser voll zu tragen, von angstzuständen, die sie vom autofahren fast abhalten, bis zum vollständigen libidoverlust, den brustschmerzen und stimmungschwankungen....
erst gegen ende der tragezeit der ersten mirena, hatten wir den gedanken, das einiges davon der mirena zuzuordnen sein könnte, da sich damals plötzlich weider ein sexualleben einstellte. sie ließ sich zu meinem bedauern trotzdem wieder eine neue mirena einsetzen. wohl aber mit einem unguten gefühl im bauch, das dazu führte, das sie vor 6 wochen diese endlich entfernen ließ. das ich mir einen termin zur sterilisation geholt habe, gab ihr vielleicht auch noch einen kleinen schubs, ihrem arzt dahingehend die anweisung geben zu können.

zur sterilisation.
ich habe mich vorher bewusst NICHT über mögliche probleme genau informiert, um weder bei mir oder bei ihr unruhe aufkommen zu lassen.
ich habe mir einen arzt mit erfahrung ausgesucht, könnt gerne nach ihm googeln: Dr. med. Holger Lange in stuttgart.
war nicht der nächste weg, aber ein ehemaliger oberarzt der noch belegbetten hat, war mir einfach lieber als ein urologe, der sich nur mit seiner praxis beschäfftigt.
vorneweg, es war durchweg positiv.
die fixkosten beliefen sich auf 445 euro, darin ist alles enthalten.
die praxis selber ist in einem älteren gebäude, entprechend wirkt sie nicht wie die glaspaläste der heutigen zeit.
begonnen hat alles mit einem sehr ausführlichen beratungsgespräch, das fast über eine stunde ging, mit einer voruntersuchung wobei auch die hoden per ultraschall begutachtet wurden.
eine woche darauf bekam ich den termin für die op.
zur terminvergabe: er rechnet mit einer halben stunde op-zeit mit vorbereitung, macht aber nur zur jeden vollen stunde einen termin. ein riesen vorteil, man(n) kommt sich nicht vor, als würde hier akkordarbeit abgeliefert.
im gegenteil, sehr relaxed, mit kleinen spässchen und gesprächen auch währen der op, fühlt man(n) sich sehr gut aufgehoben.
rasiert hatte ich mich selber, also begann die op für mich mit der desinfektion des operationsgebietes.
leicht kalt und warm wurde es, wie auch von ihm erwähnt.
dann die suche nach dem samenleiter des rechten hodens. die ansage das es pieksen wird, dem war auch so, ähnlich wie bei der blutspende.
die nadel hat etwa eine verweildauer von 30 sekunden gehabt, danach wurde sie entfernt.
nun etwas warten, bis die wirkung der betäubung einsetzte, ging erstaunlich schnell. mit einer art spitzen pinzette wird ein zugang zum samenleiter bewirkt, suchen, freilegen und schneiden vielleicht 3 minuten, dann mit dem laser veröden und vernähen, eine naht an die sackhaut, um die 5 minuten.
gespürt habe ich da nur, das jemand da untern hantiert, keine schmerzen, kein zug, nichts.
dann auf die linke seite, das gleiche prozedere, da war für mich ein leichter zug an der hodenaufhängung zur leiste hin, spürbar. nicht schmerzhaft sondern genauso, als ob man selbst seine hoden leicht nach unten zieht.
nach dem vernähen, zwei kleine gazen drauf und schon konnte ich raus. alles in allem gerade mal eine halbe stunde gelegen.
sofort von meiner frau heimgefahren worden und mit eisbeuteln gekühlt. in unregelmässigen abständen habe ich bis zum folgenden abend mir einen beutel genehmigt, war recht angenehm :))
die wirkung der betäubung hielt etwa zwei stunden an. danach kam ich mir vor, als ob mir jemand die hoden nach unten zieht. innerhalb von 4 tagen war das gefühl verschwunden.
alles in allem, ich kann es es vorbehaltlos empfehlen, wenn ihr euch mit dem gedanken tragt und eure frau ist damit einverstanden, nutzt die möglichkeit!

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k_pink
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Re: Meine Sterilisation

Beitragvon k_pink » 05.11.2010, 09:09

Ich finde es super wen Mann diesen Schritt wählt !!

Noch vor ein paar Jahren hätte mein Mann dies auch nicht gemacht ich durfte dies nicht einmal erwähnen!Da ich Probleme hatte mit der zweiten Mirena haben wir uns dazu endschieden.
Mein Mann ist 34 Jahre alt ich 31 Jahre kennen uns seit 15 Jahren und 10 Jahre verheiratet.Wir haben zwei wundervolle gesunde Kinder im Alter von 10 und 7 Jahren.
Da ich jung Mutter geworden bin möchte ich nicht nochmals von vorne beginnen und somit war klar wir möchten keine Kinder mehr.
Der Eingriff selbst war easy so mein Mann.2 Tage später hatte er ein ziemliches Ziehen.Aber im grossen und ganzen hatte er sich alles viel schlimmer vorgestellt.
Die Kosten von 850 Fr. übernahm zu unserem Erstaunen die Krankenkasse voll und ganz.

Manchmal denke ich schon wäre noch schön so ein Baby aber auf die andere art muss man realistisch denken ...........bin froh das unsere Kids schon so "gross"sind.
31 Jahre, Kinder 10 Jahre und 7 Jahre /////// Mirena 2003-2008 /// 2008-1.Sept 2010

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jello
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Re: Meine Sterilisation

Beitragvon jello » 19.03.2013, 15:17

Ich finde es auch beeindruckend wenn Männer einen solchen Schritt wagen. Dafür hast du großen Respekt verdient. Ich bin zwar schon einmal jung Mutter geworden aber möchte es für die Zukunft nicht ausschließen das es noch einmal passiert. Denn die meisten Kinder sind froh wenn sie etwas Gesellschaft bekommen.

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sucherin
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Re: Meine Sterilisation

Beitragvon sucherin » 18.11.2013, 10:43

Wow ... spannende Geschichte! Danke fürs Erzählen..

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Ayshe
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Re: Meine Sterilisation

Beitragvon Ayshe » 27.01.2014, 13:34

ich schließe mich an. Respekt für diesen Schritt und vielen Dank fürs Erzählen. Viele Männer haben aufgrund von Vorurteilen Angst vor einer Sterilisation, vor dem Eingriff selbst, wie auch vor den Folgen. Ich kann das auch ein bisschen verstehen, aber letztlich ist der Eingriff beim Mann viel einfacher durchzuführen, als bei der Frau und wenn sich ein Paar einig ist, steht doch eigentlich nichts dagegen, die einfachere Variante zu wählen.

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spantax
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Re: Meine Sterilisation

Beitragvon spantax » 29.06.2014, 21:50

es ist halt leider so, dass die grosse mehrheit der männer meinen, verhüten ist frauensache. wer aber so denkt, ist verantwortungslos, bzw. gewissenlos. denn, das geschlecht eines menschen soll nicht darüber entscheiden, wer verhütet.

ich habe mich für sterilisation entschieden:

a) mit 47 jahren ein kind zeugen ist egoistisch und verantwortungslos. ich muss davon ausgehen, dass ich statistisch mit 65? jahren sterben werde. also wenn das kind 18/19 jahre alt ist, wenn es heute gezeugt wird.
b) ich wollte meine freundin nicht mit chemie voll pumpen. spirale etc....die müssen immer wieder ausgetauscht werden, und zu 100% wirken tun sie auch nicht.
c) eine sterilisation ist die sicherste und die billigste lösung. angeblich jeder 1000. mann kann doch trotz sterilisation ein kind zeugen, aber ich muss diese wahrscheinlichkeit nicht berücksichtigen. billig ist ohnehin: einmal 520 euro hinlegen und maNN ist zeugungsunfähig bis zu seinem tot. und die sterilisation ist die bequemste art sexualität zu haben. man ist einfach frei.

THEMA ANGST.

unnötig die angst. ich bin ein feigling wenn es darum geht, wenn ein arzt von mir hautproben entnehmen oder mir eine spritze verpassen will. doch die sehnsucht nach freiheit wog bei mir schwerer als die angst. änfanglich wollte ich nur unter vollnarkose (bin nervenschwach), doch dann dachte ich mir, "beiss auf die zähne, dafür bekommst du 500 euro, von so einem stundenlohn kannst du nur träumen". anstatt 1020 zahle ich jetzt 520.

wichtig ist -das habe ich der arzthelferin gesagt als ich einen termin haben wollte- dass ich mit dem arzt warm werden muss. gut, 20 minuten vorher erscheinen hat es geheissen. dass der arzt ein bild von sich im internet hatte, hat mir auch geholfen. es ist nun mal so, dass man nicht jedes aussehen akzeptiert. der arzt und ich haben dann einen smalltalk geführt, und ich sagte ihm auch, dass es mir sehr wichtig ist, dass er keine scherze macht während des eingriffs, wie "oh, das ging aber daneben". ich bat ihn auch, wenn ich hälfte hinter mir habe, sagen Sie "halbzeit", was er auch tat.

die erste spritze pikt ein wenig, doch die zweite nicht mehr so, weil die erste spritze doch recht schnell die nähere umgebung betäubt.

als ich fertig war, aufstand, hatte ich diesen gedanken im kopf "vor ein zweites mal habe ich keine angst, morgen könnte ich wieder kommen". will damit sagen..ist leicht die OP ))

FAZIT:

meine freundin schaut mich mit anderen augen an ) sie ist sehr froh dass ich es gemacht habe. die sexualität danach ist auch ganz anders, also positiv. maNN (frau auch) kriegt diesen satz nicht aus dem kopf raus "es wird nicht zu einer zeugung kommen", es existieren keine fragezeichen im kopf, "kann sie doch schwanger werden?". bei pille und bei anderen verhütungsmethoden ist das risiko doch vorhanden. man ist einfach frei, frei, frei wie der vogel.

der wunsch nach freiheit überwog die angst im nu, dass die freiheit so schön sein wird, das konnte ich mir nicht vorstellen.

auch ich war beim dr. holger lange in stuttgart, aber in seiner neuen praxis....modern und beruhigend die praxis.

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