Eileiterschwangerschaft unter Kyleena

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Snobby_101
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Eileiterschwangerschaft unter Kyleena

Beitragvon Snobby_101 » 04.11.2019, 12:10

Guten Tag zusammen

Ich möchte euch gern meine Erfahrung mit der Spirale Kyleena weitergeben.


Vor ca. 1.5 Jahren habe ich mir sie einsetzen lassen, etwa ein halbes Jahr später hatte ich eine Eileiterschwangerschaft. In einer Notoperation (Vollnarkose) wurde mir im Spital die Spirale sowie der linke Eileiter entfernt - eine schreckliche Erfahrung, die ich niemandem wünsche. Es bestand Todesgefahr. Ich war damals, vor einem Jahr, 29 Jahre alt.

Meine Gesundheit
Ich war vorher noch nie schwanger und hatte auch sonst keine gesundheitlichen Probleme, die ein solches Ereignis begünstigt hätten. Ich hatte noch nie eine Krankheit und war zuvor noch nie im Spital. Das einzige Medikament, welches ich manchmal eingenommen habe, war ein Antihistaminika, da ich sensibel auf Histamin bin. Auch sonst bin ich durchschnittlich sportlich unterwegs (wandern, velofahren, tanzen), trinke wenig Alkohol, rauche nicht und habe ein normales, gesundes Gewicht (nicht dünn, nicht dick). Ärzte stuften mich bei Check-ups regelmässig als "gesund" ein.

In der Regel habe ich zuvor (nicht durchgehend - zwischendurch mal jahrelang Pause) mit der Pille verhütet, die Spirale machte mir nach vielen positiven Feedbacks anderer jedoch einen viel praktischeren Eindruck. Leider ein schlimmer Fehlentscheid.

Wie habe ich gemerkt, dass ich schwanger war?
Eine Woche zuvor hatte ich starke Unterleibskrämpfe, die ich als Darmkrämpfe einstufte. Ich nahm ein paar "Buscopan", bis sich die Krämpfe verflüchtigten. Eine Woche später bekam ich an einem Freitag um die Mittagszeit wieder solche starken Krämpfe und plötzlich ging es mir mieserabel. Ich hatte einen hohen Puls, fühlte mich sehr schwach, hatte keinen Appetit mehr - und bekam plötzlich Todesängste. Also begab ich mich umgehend in eine Frauen-Notfallklinik - wo sie dann eine Schwangerschaft festgestellt haben mit der Anweisung, dass ich sofort operiert werden müsste ... schliesslich hätte ich bereits "ein Whiskeyglas voll Blut im Bauchraum".

Nach der OP - die Folgen
Zum Glück ging bei der Operation alles gut, obwohl mir der linke Eileiter entfernt werden musste. Doch bis heute, ein Jahr später, habe ich mit den Folgen dieses Ereignisses zu kämpfen. Obwohl gemäss Ärzten alles ausgeheilt ist, mache ich mir bei Unterleibsschmerzen, Darmkrämpfen, Blähungen etc. immer noch übermässig Sorgen und frage mich stets, ob nun wieder etwas schlimmes in mir passiert. Ich komme an solchen Tagen fast nicht zur Ruhe. Und ich habe damit zu kämpfen, mich nicht mehr "ganz" zu fühlen, weil mir nun ein Eileiter fehlt. Die Ärzte haben zwar gesagt, dass einer zukünftigen Schwangerschaft nichts im Wege steht - dennoch fühle ich mich komisch. Ich kämpfe mit der Ohnmacht, dass ich weder vor sowas gewarnt wurde noch es rückgängig machen kann. Dass sowas unter Spirale passieren kann, lässt mich schutzlos fühlen. Eigentlich bin ich richtig wütend, dass das nicht verhindert werden konnte und die meisten Ärzte zwar der Spirale Schuld gaben, aber niemals mit der Werbung für diese stoppen würden. Und natürlich sind hormonelle Verhütungsmittel für mich seither ein absolutes No-Go und ich würde niemandem mehr empfehlen, hormonell zu verhüten. Mit einer guten Aufarbeitung konnte ich bisher jedoch mehr oder weniger wieder normal leben. Doch die Narben bleiben ...

Auch wenn ich nicht schwanger werden wollte, wäre es mir 1000 mal lieber gewesen, wäre ich richtig schwanger geworden, als einen solchen Horror durchmachen zu müssen.

Die guten Nachrichten sind: ich habe regelmässige Regelblutungen. Manchmal habe ich schmerzhafte Eierstockzysten (sind mir vor diesem Ereignis nie aufgefallen), die aber von alleine wieder weggehen. Gemäss meiner Frauenärztin haben alle Eierstockzysten - da ich jedoch nicht mehr hormonell verhüte, besteht die Gefahr, dass die eine oder andere mal grösser und schmerzhafter werde.

Welche Medikamente nehme ich seither ein?
Seit ich nicht mehr hormonell verhüte, habe ich des Öfteren Migräne. "Migravent" hat mir jedoch geholfen, die Attacken auf fast null zu reduzieren. Manchmal nehme ich noch ein Antihistaminika, jedoch selten.

Liebe Grüsse
Eure Snobby

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