Nach ca. 2 Jahren Jaydess gezogen - Benommenheit, Schwindel und Unruhe weg. ENDLICH! :-)

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

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Rosmarie13
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Nach ca. 2 Jahren Jaydess gezogen - Benommenheit, Schwindel und Unruhe weg. ENDLICH! :-)

Beitragvon Rosmarie13 » 30.11.2019, 01:53

:smile_sun: Hallo, liebe Frauen,

Dieses Forum hat mir über Monate wirklich geholfen, als ich still und heimlich hier mitgelesen habe. Auf es gekommen bin ich durch Zufall, als ich eine Reihe von Beschwerden in Google eingab und „Hormonspirale“ im Suchfeld hinzufügte, da mir einige Nebenwirkungen noch von der Pille in Erinnerung waren und ich mein ganzes Unwohlsein mit der Jaydess in Verbindung brachte. Und siehe da - nicht nur mir ging es mit der kleinen Hormonspirale so! :smile_tmi:

Ich hoffe jetzt, dass ich - so, wie es viele Vorgängerinnen für mich getan haben - vielen Frauen mit meinem Erfahrungsbericht weiterhelfen kann und er sie dabei unterstützt, herauszufinden, ob ihre Beschwerden etwas mit derJaydess zu tun haben könnten und anschließend den für sie richtigen Weg mit oder ohne diese Hormonspirale zu gehen. :smile_inlove:

Zu meiner Geschichte:

Beim Einsetzen der Spirale im März 2018 war ich 33 Jahre alt, Kinder hatte ich keine, mein Gewicht war im Idealbereich für meine Größe.

Zuletzt hatte ich 2013 die Pille genommen, durch die mir immer wieder schwindelig wurde und Benommenheit auftrat.

Davor hatte ich die 3-Monatsspritze verwendet, durch die ich sehr schnell zugenommen hatte, weshalb ich sie nach 9 Monaten nicht mehr injizieren ließ und das zugenommene Gewicht wieder zurückging.

Aufgrund meiner langjährigen Beziehung und auch weil meine Regel sehr stark war, entschied ich mich nach 5 Jahren ohne Hormone für die Hormonspirale. Lieber wäre mir eine hormonfreie Alternative gewesen, aber ich hatte so viel Gutes von anderen Frauen gehört, dass ich dachte, sie wäre vielleicht genau das, was meine Beziehung noch unbeschwerter machen könnte.

Meine FA riet mir zur kleinen, also 3-jährigen Jaydess, da ich erstens noch nie ein Kind geboren hatte und das Einsetzen weniger schmerzhaft ist als bei der 5-jährigen Mirena und zweitens, weil sie meinte, dass ich mit 33 Jahren und einer fixen Partnerschaft vielleicht doch in den kommenden Jahren einen Kinderwunsch entwickeln könnte und es dann schade um das Geld für die teure Hormonspirale gewesen sei.

Ich vertraue meiner FA sehr, da sie selbst die Spirale ebenfalls hat und weiß, wovon sie redet und weil sie mir von Anfang an gesagt hat, dass das Einsetzen sehr weh tun kann und sie es im Notfall auch abbricht, falls es mir - ich bin sehr schmerzempfindlich - zu viel ist.

Auch mit dem Kinderwunsch in etwa 3-5 Jahren hatte sie recht, und deshalb entschied ich mich für die kleinere Variante der Spirale.

Davor hatte ich noch einen Check meines Vitamin- und Hormonstatus‘ - dieser war in Ordnung - und ob irgendwelche Krankheiten (Pilz, Bakterien, Geschlechtskrankheiten etc.) vorlagen, was nicht der Fall war.

Anschließend wurde die Spirale gelegt.

LEGEN DER SPIRALE
Das Legen hat wirklich ganz kurz aber so richtig weh getan. Ganz tief drinnen war ein irrsinnig tiefer, stechender/ziehender Schmerz, etwa 20fach so stark wie bei der Regel. Der Schmerz war aber wirklich nur 1 oder 2 Sekunden lange und die FA hat zwischen dem Aufdehnen und dem Einschieben der Spirale eine Pause gemacht, da sie merkte, wie weh es mir tat. Die Pausen waren schmerzfrei. Es war wirklich nur 2x der gleiche Schmerz - einmal beim Aufdehnen, einmal beim Hineinschieben.

Anschließend machte sie einen Ultraschall und sagte, die Spirale liegt ideal.

Nach dem Setzen hatte ich ein bisschen ein Ziehe hie und da und ab dem 2. Tag überhaupt keine Probleme mehr. Meine Ärztin sagte mir, dass es wichtig sei, die Hormonspirale auch „mental anzunehmen“, weil das einen großen Einfluss darauf ausübe, wie der Körper die Spirale annehme. Also stellte ich mich durchwegs positiv auf die Hormonspirale ein, was bei mir ohnehin von Anfang an nach dem Gespräch mit meiner FA der Fall gewesen war. Die Kontrolle verlief sehr gut, die Spirale war perfekt gelegt und war super verträglich.

ERSTE 6-8 MONATE
Schmierblutung über Schmierblutung. Dazwischen mal ne Regel oder nicht. Meine FA meinte, dass der Körper sich im ersten halben Jahr an die Jaydess gewöhnen würde. In dieser Zeit wären Zwischenblutungen sehr wahrscheinlich.

MONAT 9 - 12
Nicht lustig. Und hier kommen die ersten Nebenwirkungen. Da sie extrem schleichend Einzug hielten, habe ich sie anfangs nicht der Jaydess zugeordnet. Die Zusammenhänge wurden mir aber bald klar.

Ich hatte:

- ‘mal die Regel, ‘mal die Regel nicht, was sehr verunsichernd ist, wenn man noch kein Kind plant;
- Gewichtszunahme bei gleichbleibendem Essverhalten, wobei ich sehr stark auf die Ernährung achte (ca. 4 Kilos in 1,5 Jahren);
- Wassereinlagerungen;
- Cellulite;
- Mitesser im Gesicht;
- Pickel am Rücken (hatte ich nie davor);
- immer wieder zwischendurch Übelkeit;
- starke Stimmungsschwankungen;
- erhöhte Aggressivität / Reizbarkeit;
- vermehrter Ausfluss (viel!!);
- Pilzinfektionen;
- Schwankschwindel als würde ich ausrutschen;
- Migräne (hatte ich nie davor);
- Konzentrationsstörungen;
- starke Benommenheit (Progesteronmangel);
- tagsüber müde, abends unruhig;
- Einschlafstörungen;
- Verspannungen;
- permanent angespannt und unausgeglichen;
- depressive Verstimmungen;
- Ängstlichkeit;
- Unlust / Antriebslosigkeit;
- kompletten Libidoverlust + Scheidentrockenheit beim GV;
- Schmerzen bei tiefem GV;
- Partner spürte anfangs die Rückholfäden.

Ich weiß, die Liste ist echt lange und sieht gruselig aus. Einige der Symptome kannte ich schon von der Pille, aber nur viel schwächer - nur die Benommenheit hatte ich damals fast so stark wie bei der Spirale.

NACH 12 MONATEN - FRAUENARZT-TERMIN WEGEN KONTROLLE UND NEBENWIRKUNGEN
im März 2019 war ich wieder bei meiner Gynäkologin - bei den Zwischenkontrollterminen war immer alles in Ordnung.

Ich erzählte ihr, dass ich die Regel nur unregelmäßig hätte und mich nicht so wohl fühlen würde, da mir seit der Spirale schwindelig ist, ich benommen durch die Welt laufe, extreme Kopfschmerzen und Migräne hätte, was mir bisher fremd war und ich Konzentrationsstörungen habe. :smile_worried:

Als ich sagte, dass ich mit dem Gedanken spiele, mir die Spirale rausnehmen zu lassen, meinte sie? dass ich noch ein wenig warten solle, da die Spirale erst ein Jahr eingesetzt ist, und ich es mir nochmal überlegen solle, da die Spirale wirklich eines der sichersten Verhütungsmittel sei und sie schon etwas teuer für mich war, wenn wir sie nach einem Jahr entfernen. :smile_thinking:

Also ging ich wieder und dachte, ich warte noch 2, 3 Monate ab, danach lasse ich sie mir wahrscheinlich herausnehmen.

NACH 12-18 MONATEN
Natürlich vergaß ich nicht darauf, dass ich die Spirale unbedingt bald entfernen lassen wollte, aber ich schob die Sache ein bisschen vor mir her, da die Verhütung mit der Hormonspirale wirklich supergut funktionierte. So rückte das Ziehenlassen der Spirale Monat für Monat hinaus, und an die Nebenwirkungen gewöhnte ich mich schrittweise immer mehr. :smile_angry:

Aber vor ca. 3 Monaten (August, 15. Monate Spirale) wurde es ganz schlimm.

Zuerst kam meine Regel ca. 10 Tage zu spät. Mir war davor richtig übel, ich war geruchsempfindlicher durch die Spirale geworden, und ich hatte hatte leichte Krämpfe.

Verspätet kam endlich die Regel.

Danach bekam ich - für mich sehr selten - eine Pilzinfektion. Ich hatte noch nie eine dermaßen hartnäckige Pilzinfektion gehabt. Sie entwickelte sich extrem rasch und dauerte mehr als 10 Tage, bis sie halbwegs abklang! So etwas hatte ich noch nie.

Im November hatte ich eine Blaseninfektion und wieder eine Pilzinfektion. - Das habe ich normalerweise nicht und vor allem nicht so kurz hintereinander.

Im September und Oktober hatte ich irrsinnig viel in der Arbeit zu tun. Normalerweise bin ich souverän und organisiert. Diesmal war ich ein gestresstes Häufchen Elend, nahm jede Kleinigkeit emotional, war mental nicht so gefestigt wie sonst, konnte wochenlang nicht früh genug einschlafen, war superaggressiv, schlecht gelaunt, lustlos, manchmal total benommen, vergesslich, oft unkonzentriert, nervös, tagsüber müde, abends putzmunter, meine Haut verschlechterte sich rapide, ich bekam Dellen auf den Oberschenkeln (war schon ab dem 12. Monat der Spirale) und nahm trotz gleichbleibender Ernährung zu. - Wasser lagerte sich sichtbar ein.

Mein ganzer Körper war völlig unausgeglichen. Meine Regel war im September bereits statt nach 5 Wochen nach 3 Wochen gekommen; im Oktober blieb sie bis auf ein paar unsaubere Tröpfchen fast ganz aus.

Da ich die Spirale seit August/September einfach nur noch raushaben wollte, die Regel aber erst im Oktober überhaupt wieder ein bisschen kam, und mein Partner mir dann von selbst sagte, dass ich die Hormonspirale bitte herausnehmen lassen soll :smile_inlove: , weil er meine Geschichte miterlebt und viele Gespräche über die Erfahrungen seiner Freunde und deren Partnerinnen mitgehört hatte :smile_tongueout: , bin ich gestern zu meiner FA
gegangen, als die drei Tröpfchen da waren.

NACH FAST 21 MONATEN (ca. 2 JAHREN) - DAS ZIEHEN :smile_sun:
Ich habe meiner FA gesagt, dass ich mich einfach nur noch fertig bin. Danach habe ich erst realisiert, dass ich vor ACHT Monaten schon da gesessen hatte und wirklich nochmal so lange Zeit bis zu diesem Moment abgewartet und die immer schlimmer werdenden Nebenwirkungen in Kauf genommen und ertragen hatte.

Meine FA hörte mir ganz genau zu, bei dem, was ich ihr erzählte und hat richtig mitgekriegt, wie schlecht es mir inzwischen geht - und sie kannte mich von davor schon lange.

Als ich fertig war, sagte sie, dass die Hormonspirale raus muss, weil ich die Hormone offenbar nicht vertrage und dass es ihr Leid tue, aber manche vertragen die Spirale und manche nicht.

Direkt nach dem Ziehen hatte ich das Gefühl, als hätte die Ärztin mit der Spirale ca. 10 Kilo Last mit herausgezogen.

Ich war zuerst aufgeputscht, 10 Minuten später legte sich eine angenehme Müdigkeit über mich, als hätte mich das Schlafbedürfnis der letzten Monate endlich eingeholt. :smile_heart:

Der kurze Schmerz war viel weniger schlimm als der Schmerz beim Legen der Jaydess.

Ich fühle mich seit gestern besser und besser, nur ab und zu krampft meine Gebärmutter ziemlich arg zusammen, und mir wird vom Schmerz schlecht. Einmal war es so schlimm, dass ich zur FA fahren wollte.
Sonst ist mir einen Tag nach dem Ziehen etwas übel, wobei ich jetzt ja die Regel hätte, und mir war früher vor und während der Regel immer etwas unwohl.

Die FA meinte, wenn es nicht besser wird, muss ich am Montag zu ihr kommen, wobei es typisch ist, dass der Uterus nach der Entfernung der Jaydess irritiert ist und zwischendurch krampft, da er nicht weiß, wo das Progesteron ist, das die Hormonspirale produziert hatte, der Körper zu wenig Magnesium durch die Spirale hat und welches braucht und weil sich die Gebärmutter wieder an die reguläre Situation gewöhnt.

So, so viel zu meiner Erfahrung, meine Lieben.

Die Jaydess ist ein Segen für alle, die nicht mit Nebenwirkungen reagieren, aber alleine schon die Wahrheit, dass im Blut von Frauen, die die Hormonspirale verwenden, eine doppelt so hohe Menge an Hormonen gemessen wird als bei Frauen, die die Pille nehmen, schreckt mich wahnsinnig ab und erklärt so einige meiner Beschwerden, die in sehr abgeschwächter Form
auch bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln bei mir aufgetreten sind.

Wichtig ist allerdings, dass wahrend der Nutzung der Hormonspirale bei mir noch sehr viele, gravierende weitere Nebenwirkungen eingetreten sind, die ich davor noch nie erlebt hatte und auch nie wieder durchmachen werde, weil ich mir definitiv nie wieder eine Hormonspirale einsetzen lassen werde. :smile_shake: :smile_lipssealed: :smile_clapping:

Alles, alles Liebe euch allen und viel Erfolg bei der Wahl eurer perfekten Verhütungsmethode! :smile_flower: :smile_heart: :smile_happy:

Liebe Grüße
Rosmarie :smile_flower:

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