UPDATE - Meine ganz persönliche Horrorgeschichte

Hier kannst Du Dich mit Anwenderinnen austauschen.

Benutzeravatar
Bibi94
Mitglied
Beiträge: 5
Registriert: 13.12.2019, 20:36

UPDATE - Meine ganz persönliche Horrorgeschichte

Beitragvon Bibi94 » 13.04.2020, 18:15

UPDATE nach 6 Monaten ohne Kyleena:

Hallo Mädels.

Ich habe mich schon lange nicht mehr gemeldet. Zum Einen, weil es mir immer besser ging, zum Anderen, weil sich mein Leben wieder eingependelt hat und ich wieder einigermassen normal leben konnte und ich mich voll und ganz auf meine nächsten Ziele konzentrieren wollte. An Tagen, an welchen es mir nicht gut ging, las ich im Stillen mit und fühlte mich gleich besser. Meine Symptome waren besser, ausser die Benommenheit, welche kurz vor meiner Periode und kurz vor meinem Eisprung wieder da war, ich mir aber immer sicher war, dass sich dieses Symptom, welches mich so belastet, wieder verabschiedet und das dann der letzte Schritt zu meinem alten ICH sein wird. Ausser dieser Benommenheit und ein, zwei Panikattacken, welche ich aber schnell im Griff hatte, fühlte ich mich wohl und war der festen Überzeugung, dass ich das Schlimmste geschafft hatte.

So verliefen meine letzten Monate und ich erfreute mich des alten Lebens, wie es vor der Kyleena war.

Leider passierte in der letzte Woche etwas, was ich mir bis heute nicht erklären kann und mir immer mehr Angst macht.
Ich bin nun etwas über sechs Monate ohne die Spirale. Am letzten Samstag, nach einem wahnsinns-Tag in der Natur, kamen wir erschöpft nach Hause und dann entwickelte sich eine Panikattacke. Ich war kurz vor meiner Mens und ich wusste, dass diese Attacke von kurzer Dauer sein würde. Ich beruhigte mich und auch nach einigen Panikmomenten, war diese Attacke weg. Am nächsten Morgen wachte ich auf und es schien vergessen.
Am Sonntag Abend dann, machte sich dieses ,,Ich-weiss-nicht-mehr-weiter''-Gefühl in mir breit, welches sich seit der Entfernung der Spirale verabschiedet hatte. Ich merkte, dass nun irgend etwas anders war. Ich hatte zunehmend Panik, ein Stechen in der linken Brust und musste auf einmal heulen, was in der letzten Zeit nicht mehr vorgekommen war.
Naja, was soll ich sagen, seit dieser Attacke lebe ich wieder wie in einem Traum.. Ich nehme mich und meine Umwelt wieder ganz anders war, nämlich viel zu wenig, ich fühle mich wie dauerbesoffen und kann in der Nacht wieder nicht schlafen. Genau so wie es damals war, als ich die Spirale noch hatte. Ich wälze mich hin und her, mache mir Gedanken, wie das alles weitergehen soll und habe Angst, dass es wieder so schlimm wird wie im Oktober und dass mich alles wieder einholt und ich wieder nichts machen kann.
Auch beschäftigt es mich enorm, dass ich das Gefühl habe, nichts mehr mitzubekommen. Wenn ich jetzt auf die Zeit schaue, kommt es mir vor, als ob ich kein Zeitgefühl hätte und ich habe wirklich sehr grosse Angst.....

Es ging mir doch so gut und nun soll alles wieder schlecht sein? Was kann ich tun.... Ich war dann gleich nach der ersten richtigen Attacke bei meinem Heilpraktiker und er hat meine Presslinge (Aminosäuren, Vitamine, Mineralien) ausgetestet. Dann sagte er mir, dass mein Körper nun wieder genügend Energie hat, um den nächsten Schritt des Heilungsprozesses anzugehen. Kann das sein?

Ich möchte mich nicht mehr in diesem Zustand befinden und obwohl ich es akzeptiere, möchte ich nur mein altes Leben zurück.. :smile_crying: Ich habe die Kyleena doch nur 10 Monate getragen, es kann doch nicht sein, dass es mich wieder derart zurückwirft...?

Meine Symptome zu dieser Zeit:
- Benommenheit
-Schlaflosigkeit
-Durchfall
-Kopfschmerzen
- Angstzustände und Panikattacken
- Negative Gedanken (sehr viele sogar)

Ich habe echt Angst, dass das nie wieder weggeht... Ich bin so verzweifelt im Moment.

Liebe Grüsse
Bibi94






Hallo Mädels

Erst einmal vielen vielen herzlichen Dank, dass es euch gibt. Ohne euch hätte ich schon lange aufgegeben. Ich bin mehrmals täglich in diesem Forum unterwegs, da mich eure Berichte echt beruhigen und ich meine Angst und meine Panik so wenigstens ein bisschen unter Kontrolle bringen kann.

Zu meiner Person: Ich bin eine 25 jährige, lebensfrohe, ehrgeizige und sehr natürliche Person, welche frisch verliebt ist.
Tja, was soll ich sagen, das bin ich normalerweise!

Zur Zeit bin ich eher depressiv, launisch, ängstlich, voller Zweifel und in stehe total neben mir. Aber das erkläre ich euch in meinem folgenden (leider etwas langen) Bericht. Ich hatte die Kyleena nur 10 Monate, mein Leidensweg ist aber trotzdem sehr lange.

Im Januar 2019 habe ich mir nach einem Gespräch mit einer Frauenärztin die Hormonspirale einsetzen lassen. Eigentlich wollte ich, wie viele in diesem Forum, die Kupferspirale einsetzen lassen. Die FÄ hat mit jedoch wegen meiner starken Mens davon abgeraten und mich zur Kyleena überredet, obwohl ich, nach schlechten Erfahrungen mit der Pille (Agressivität, Kopfschmerzen, usw.), keine Lust mehr auf Hormone hatte.
Sie wirke nur lokal, blablabla, alle Anwenderinnen sind zufrieden, blablabla...

So liess ich mir die Spirale setzen und dies unter Höllenschmerzen. Die Nacht nach dem Einsetzen war die Katastrophe, ich hatte wahnsinnige Schmerzen, welche sich aber nach 2-3 Tagen gelegt haben.

Zu dieser Zeit war ich in der Blüte meines Lebens, ich war frisch verliebt und auch sonst lief alles perfekt.

Mein Körper hat in der ganzen Tragezeit die Spirale nie akzeptiert. Alle 2-3 Wochen hatte ich so starke Schmerzen, dass ich mich übergeben musste und mich nur noch gekrümmt habe. Ich habe mir immer geschworen, dass dieses Ding wieder raus muss, am nächsten Tag jedoch, als die Schmerzen weg waren, redete ich mir ein, dass mein Körper eben Zeit braucht, sich daran zu gewöhnen und liess sie drin.

So ging es weiter, im Sommer in Amerika vergass ich mein Leiden bis auf einige Tage, es schien aufwärts zu gehen. Nach 6 Wochen freute ich mich so auf zu Hause, ich stieg in den Flieger und konnte es kaum erwarten, endlich daheim zu sein.
Kurz nach dem Start dann das erste Anzeichen: Eine der heftigsten Panikattacken, welche ich erlebt hatte!Durch die Pille habe ich schon einige Panikattacken erlebt, jedoch waren die nicht annähernd so schlimm, wie diese jetzt. Sie dauerte dann doch ca. 1 Stunde: Schweissausbrüche, Herzrasen, Atemnot und Puls von 160 inklusive. Danach war ich total erschöpft und schlief ein.

Zu Hause angekommen schob ich das Erlebte zur Seite und genoss meine grosse Liebe, welche ich endlich wieder in die Arme schliessen konnte.

So kam es, wie es kommen musste: Seit der Panikattacke im Flugzeug fühlte ich mich aber trotzdem zunehmend unwohl.

Ende September dann der totale Zusammenbruch. Von einer auf die andere Sekunde änderte sich alles. An diesem Abend heulte ich mir die Seele aus dem Leib und wusste nicht einmal, wieso.
Von da an 3 Wochen Heulkrämpfe, Herzrasen, Panik, Angst, Schlafstörungen, Überforderung und ich konnte nichts mehr essen... und das allerschlimmste für mich: SEIT DIESEM ZEITPUNKT BIN ICH DAUERBENOMMEN UND DAS IMMER NOCH (es fühlt sich an, als hätte ich zu viel Alkohol getrunken und bin daher sehr bewegungslahm).
Nachdem es nicht besser wurde, wurden diverse Untersuchungen vorgenommen, unter anderem ein MRI vom Kopf. Vor Jahren hat man mir mitgeteilt, dass ich eine ,Vor-MS‘ (Radiologisch Isoliertes Syndrom) entwickelt hatte, weil ich da schon mal wegen Benommenheit beim Arzt war (während der Pillenzeit). Ich hatte deshalb Angst, dass sich wieder alles verschlimmert hatte. ABER: ALLES GUT! ALLE UNTERSUCHUNGEN WAREN UMSONST. Es hat sich nichts verändert.
Die Angst frass mich fast auf, ich war total überfordert und konnte nirgens mehr hin, heulte nur noch, wusste nicht, was mit mir los ist! Der Arzt redete mir ein Burn out ein, da ich halt sehr aktiv bin und neben dem Studium noch arbeite, vereinstätig bin und Theater spiele.

Also glaubte ich dem Arzt und versuchte die Diagnose zu akzeptieren.
Leider wurde es auch nach weiteren 3 Wochen mit absoluter Ruhe nicht besser. Studium unterbrochen, nur noch zu Hause liegen, in der Früh beten, dass der Tag bald vorbei ist, das war an der Tagesordnung.

Als mich eine gute Freundin besuchte, erwähnte sie die Hormonspirale und da fiel es mir wie Schuppen vor Augen!!
Das konnte doch nicht wahr sein. Ich machte sofort einen Termin bei der FÄ, sie versicherte mir schon am Telefon, dass ich übertreibe und die Beschwerden sicherlich nicht von der Kyleena kommen.
Das war mir egal: DAS DRECKSDING MUSSTE RAUS. Meine FÄ erläuterte während der Entfernung, dass ich eventuell anders psychisch krank sein könnte. Das ging also gar nicht!

Am Abend nach der Entfernung konnte ich seit 6 Wochen endlich wieder einmal lachen und etwas essen. Nach nur 4 Tagen schlief ich das erste Mal wieder durch und ass wieder normal, hatte Spass am essen, genau so, wie ich mich eben kannte.
Alles schien besser zu werden, ich freute mich sehr.
Ich besuchte meinen Heilpraktiker, welche enorme Mängel meiner Vitamine, Aminosäuren und Mineralien feststellen konnte. Seit einigen Wochen nehme ich jetzt Produkte von NuriGena.

Meine Nebenwirkungen zusammengefasst (in 6 Wochen):
- Benommenheit (ging bis jetzt noch nicht weg)
- Ausschlag an den Armen (besser)
- Schlafstörungen (weg)
- Appetitlosigkeit (weg)
- Depressionen (wieder da)
- Selbstmordgedanken (manchmal immer noch)
- Totale Überforderung (weg)
- Angstzustände (häufig)
- Panikattacken (weniger, aber trotzdem hier)
- Sehstörung (noch da)
- Angst vor dem Autofahren (manchmal)
- Extreme Ohrgeräusche (bis heute, ich drehe fast durch)
- Heulkrämpfe (wieder da)
- Innere Unruhe/Nervosität (besser)
- Etc.
Es ging immer aufwärts. Bis vor 2 Wochen.
Nun bin ich 3 Monate ohne Kyleena und es geht mir wieder schlechter. Ich verzweifle momentan wirklich, ich weiss aber, dass es nicht von heute auf Morgen besser werden kann, da ich meinem Körper sehr grosses Leid zugefügt habe.

Aber nun habe ich jeden Tag wieder Ängste, diese totale Benommenheit und Panik, dass es nie mehr weggeht oder es gar nicht von der Spirale kommt und ich mir das nur einrede und alles eine andere Ursache haty Obwohl es niemals so schlimm ist, wie vor 3 Monaten! Meine Nebenwirkungen sind wieder stärker geworden, was kann ich tun.....

Auch bezüglich Beschwerden, welche ich vor einigen Jahren hatte und ich bis heute dachte, es kommt von diesem Radiologisch Isolierten Syndrom, hoffe ich sehr, dass auch das damals von den Hormonen kam.

Ich nehme also weiter meine Naturprodukte und gehe durchs Leben (obwohl es zur Zeit wieder eher ein Kampf ist als ein Genuss).
Ich muss mich zwingen, zu kämpfen und meine persönliche Horrorgeschichte endlich ad akta legen zu können! Bitte macht mir Mut, dass auch bei mir alles wieder besser wird!!

Machts gut, haltet durch! :smile_wondering:

Bibi94, 25 Jahre, keine Kinder, 10 Monate Kyleena

Benutzeravatar
Lili28
Aktives Mitglied
Beiträge: 108
Registriert: 31.05.2019, 16:22

Re: UPDATE - Meine ganz persönliche Horrorgeschichte

Beitragvon Lili28 » 14.04.2020, 09:45

Ich antworte dir mal meine Liebe.

Bei mir war der Verlauf fast identisch. Ich konnte es nicht glauben, dass es wieder gekommen ist!! Hast du deine Vitamine und Hormone schon testen lassen? Meine Hormone warm völlig für den Eimer. Ich habe zwar nichts genommen, aber ich wusste wenigstens dann sicher, dass es daher kommt. Irgendwie hat mir da s wenigstens etwas geholfen.. ich nehme auch sämtliche nem. Nimmst du schon was?

Der Kontakt mit anderen aus dem Forum hat mir auch immer sehr geholfen. So konnte ich mich bei denen ausheulen und mein Partner konnte mal durchatmen. Es tut einfach gut zu wissen, dass der ganze Scheiß anscheinend nicht so ungewöhnlich ist und man nicht alleine und vorallem nicht vollkommen irre ist. Es dauert bei jedem unterschiedlich lang. Du schaffst das!!!
Kyleena Mitte Januar bis April

Benutzeravatar
nicki40
Aktives Mitglied
Beiträge: 70
Registriert: 15.05.2019, 10:20

Re: UPDATE - Meine ganz persönliche Horrorgeschichte

Beitragvon nicki40 » 15.05.2020, 11:59

Hey Bibi94,
ich war schon seeeehhhr lange nicht mehr hier im Forum, weil ich einfach akzeptiert habe was da gerade mit mir passiert und weiß das ich es eh nicht ändern kann.
Dennoch bin ich sehr froh was du geschrieben hast, denn genauso geht es mir auch. Ich bin inzwischen 12,5 Monate ohne HS. Die ersten monate waren schlimm, dann wurde es nach 4 Monaten etwas besser. Und im 6. Monat kam genau das gleiche wie bei dir. Du schreibst mir aus der Seele. Diese Ängste und dieses Gefühl nichts mehr richtig wahrzunehmen habe ich nun schon seit 6 Monaten. Auch macht mir mein nicht vorhandenes Zeitgefühl total Angst. manchmal habe ich das Gefühl das mein Leben an mir einfach so vorbeigeht und ich nichts mitbekomme. Alles wie in einem Alptraum. Es ist schrecklich. Ich möchte endlich wieder richtig am Leben teilhaben, Spaß mit meinen Mädels haben und einfach das Leben genießen können. Doch leider bleibt mir das seit 1 Jahr verwehrt. Oftmals habe ich gedacht ich werde verrückt. UNd oft zweifle ich an mir...Dann wieder dieses GEfühl der Überforderung...Das habe ich sehr oft. Plötzliches losheulen ohne Grund und starke Depressionen kenn ich nur zu gut. Aber am meisten belastet mich dieses "nicht so richtig da sein" Gefühl. Auch wenn ich es niemand wünsche, bin ich doch froh das ich nicht alleine bin und hoffe das auch das Gefühl irgendwann weg ist und mein Zeitgefühl wiederkommt.
Lg Nicki40
40 , 3 Kinder,
Mirena
2009 -2013
09/2014 - 05/2019
Hoffe der Alptraum ist bald vorbei

Benutzeravatar
Juna
Mitglied
Beiträge: 1
Registriert: 10.05.2020, 09:05

Re: UPDATE - Meine ganz persönliche Horrorgeschichte

Beitragvon Juna » 23.05.2020, 08:50

Hallo Mädels, bin neu hier. Seit längerem aber dabei am lesen. Was soll ich sagen? Ich finde es schrecklich, dass die meisten, wie ich, auf die HS reingefallen sind und das Schlimme, dass die FÄrzte das ganze so relativieren bzw. belächeln teilweise!
Meine Beschwerden schliechen sich nach und nach ein, so dass, wie die meisten hier berichtet hatten, man auf die HS als Auslöser, gar nicht drauf kommt!!! Mein Mann war der jenige, der irgendwann sagte, dass das Ding raus muss! Du bist nicht wieder zu erkennen psychisch wie körperlich!!! Wie Recht er hatte!!!
HS 5 Jahre , viele Beschwerden wie: Unruhe, Brustschmerzen, keine Lust auf Sex, Knie und Rückenschmerzen! Psychisch labil, manchmal aber auch agressiv! Usw.....
Vor einem Monat kam die HS raus. Es ging mir sofort besser, nach 3 Tagen dann die erste heftige Migräne mit Erbrechen und Angstzustände!!! Hatte mich vorher im Forum informiert, deshalb ja auf alles gefasst gewesen! Warum nur,wird man in der Sache nicht von einem FA aufgeklärt? Hatte das Gefühl, sie wollte mir eine weitere Mirena aufdrängen!
Hätte ich nur das alles vorher gewusst!
Zum Glück habe ich einen verständnisvollen Ehemann, sonst weiß ich auch nicht, wie alles geendet wäre?!
42 Jahre
5 Jahre Mirena
3 Kinder

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste