15 Jahre Mirena, seit 19.06.2020 Mirenafrei

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Sabinchen35
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15 Jahre Mirena, seit 19.06.2020 Mirenafrei

Beitragvon Sabinchen35 » 22.06.2020, 21:22

Hallo ihr Lieben,

es ist schon superlange her, seit ich hier aktiv war, aber dennoch habe ich immer wieder hier vorbeigeguckt und mitgelesen. :smile_happy: 🙂 Seit 2005 bin ich hier mit im Forum, vllt. erinnert sich ja noch jemand an mich :smile_cool: Inzwischen bin 50 Jahre alt und möchte euch ein wenig erzählen, wie es mir 15 Jahre mit 3 Mirenas ging. Ich war 36 Jahre alt, als ich die Diagnose Endometriumhyperplasie bekam. Ich litt unter extrem starken Blutungen und in meinem Körper herrschte totales Hormonchaos. Mein Gyn meinte, es gäbe 3 Optionen, die ganze Geschichte einzudämmen. 1.) Pille 2.) die Hormonspirale Mirena und 3.) Gebärmutter raus. Na, bravo, dachte ich. Jahrelang brauchte ich keine Hormone, denn nach der Geburt meiner Jüngsten, ließ mein Exmann sich sterilisieren. Nun denn, Gebärmutter raus war für mich überhaupt keine Option und so freundete ich mich mit der Pille Valette an. Lange hielt diese Freundschaft allerdings nicht. Ich bekam Herzrasen und Panikattacken. Mit einem Bluthochdruck von 160/100 mm Hg saß ich letztlich beim Hausarzt. Als ich von der Valette erzählte war er geschockt. Verwies mich sofort zum Gyn. Der beschwichtigte und meinte, bei wenigen Frauen macht die Pille derartige Beschwerden, ich wäre wohl eine davon.

Es blieb dann eben noch die Mirena als Option…sie wirke lokal, ich bräuchte nicht mehr an die Einnahme denken, die Blutungen würden ausbleiben..ich würde mir eine Menge Geld sparen, welches sonst für Hygieneartikel drauf gehen würde. So setzte er mir 2005 die erste Mirena ein. Soweit lief alles gut. Meine Blutungen wurde immer schwächer und ich fühlte mich richtig gut und war zufrieden, auch der Blutdruck normalisierte sich und ich brauchte keine Tabletten mehr. Gegen Ende der Liegedauer stellten sich dann wieder leichtere Blutungen ein. Körperlich ging es mir bis dahin soweit gut.

Dann bekam ich 2010 die zweite Mirena. Auch da war anfangs alles in Ordnung. Doch dann nahm ich plötzlich zu, ich bekam häufig Kopfschmerzen bzw. richtige Migräne und meine Gelenke schmerzten. Fast jeden Tag ein anderes Zipperlein. Beim Kontrolltermin sprach ich meinen Gyn darauf an. Es kam natürlich nicht von der Mirena, aber ich solle mich langsam damit anfreunden, dass ich in den Wechsel komme und der macht sich einfach durch Zipperlein bemerkbar. Die Mirena verhindere lediglich, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut, aber der Hormonhaushalt funktioniert weiter ganz normal. Nun denn, ich vertraute meinem Gyn und die Beschwerden waren ja soweit erträglich, ich wollte auch nicht ständig rumjammern und nahm es als gegeben hin, nahm eben ab und zu eine Ibu800 und gut. Mir war wichtig, dass ich keine Hyperplasie mehr bekam, davor hatte ich einfach Angst.

2015 wurde mir dann die 3. Mirena gelegt und da ging es dann los..meine Blutungen wurden schleichend leicht stärker. Bei der halbjährlichen Kontrolle kam heraus, dass die Mirena ein wenig nach unten gerutscht ist, deshalb könne sich etwas mehr Schleimhaut aufbauen. Aber es war immer alles ok. Mein Gyn meinte, wenn es mich stören würde und ich richtig Blutungsfrei sein wolle, dann käme die Goldnetzmethode in Frage, Hormone bräuchte ich trotzdem noch, denn ich wäre eine Östrogenbombe und zusätzlich habe ich noch ein kleines Myom am Rand der Gebärmutter. Nein danke! Im 3. Jahr nahm ich innerhalb kurzer Zeit 10 kg zu, obwohl ich mich ganz normal ernährte. Dann kamen Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Angstzustände und (wieder) hoher Blutdruck hinzu. Da mich zum damaligen Zeitpunkt mein Exmann verlassen hatte, schob ich das alles auf den Trennungsschock. Eines Tages konnte ich nicht mehr, ich hatte starke Schmerzen am ganzen Körper und extreme Rückenschmerzen und konnte nicht mehr richtig laufen. Mein Blutdruck stieg erschreckend hoch an, das ich notfallmäßig behandelt werden musste. Nach etlichen Untersuchungen und MRT bekam ich die Diagnose Fibromyalgie und bekam einiges an Behandlungen, welche mir zunächst gut geholfen hatten. Ich bekam einen Medikamentenplan der auch Antidepressiva enthielt (welche ich nicht nahm). Eine zeitlang ging es mir etwas besser, doch dann nahmen die Beschwerden wieder zu und es kamen jetzt im Lauf der letzten 6 Monate zusätzlich noch weitere Zipperlein hinzu. Ich lagerte Wasser ein, meine Beine und Finger schwollen an, mein Gesicht war aufgedunsen, aus heiterem Himmel wurde mir schwindlig und ich bekam Herzrasen und Panikattacken, Druckgefühl im Kopf, taube Zehen, taube Finger (man meint ich habe das Raynaud-Syndrom) und noch etliche Beschwerden mehr…richtig helfen konnte mir bis jetzt irgendwie doch keiner. Ich bin mir sicher, dass ein Großteil der Beschwerden durch die Mirena kommt und ich habe die Faxen dicke. Die 5 Jahre Liegedauer der Mirena sind um, doch mein Gyn meinte, sie könne noch eine ganze Weile länger liegen bleiben, weil sie ja immer noch Hormone abgeben würde und ich könnte leichter den Wechsel überstehen. Nein danke! Letzte Woche bekam ich eine Blutung und ich nutze die Gunst der Stunde und bin zum Gyn, um mir das Teil ziehen zu lassen. Er sah mich verdutzt an, woher dieser Entschluss plötzlich käme. Ich meinte nur, dass ich keinen Bock mehr auf die ewigen Schmerzen und Beschwerden hätte. Naja, das Ding war gleich raus. Nun wünsche ich mir, dass sich mein Hormonhaushalt wieder reguliert, sich das mit den Blutungen einpendelt, soweit das im Wechsel möglich ist und ich einen natürlichen Wechsel erleben kann. Und ich hoffe, dass ich diese extremen Beschwerden wieder los werde, Fibromyalgie ist kein Spaß. Wäre auch toll, wenn mein Gewicht wieder runter ginge. Nun bin ich am Überlegen, was ich meinem Körper Gutes gönnen könnte. Vitamine etc.

Fazit: Ich habe trotz Vertrauen zu meinem Gyn das Gefühl, dass es wegen der Endometriumhyperplasie noch andere Behandlungsmöglichkeiten gegeben hätte. Ich bekam vorm Einsetzen der Mirena eine Ausschabung und von daher war das Übel soweit beseitigt. Ich frage mich die ganze Zeit, ob man nicht auf natürliche Weise den Körper wieder in hormonelle Balance bringen kann.
Aus heutiger Sicht würde ich mir die Mirena nicht mehr legen lassen, denn schleichend gerät alles aus den Fugen und ehe man sich versieht, ist man in einem teuflischen Kreislauf geraten. Für jedes Zipperlein wird einem ein Medikament verordnet und immer noch eins drauf...das kann es nicht sein. Am Ende hat man an Lebensqualität verloren..ein hoher Preis, dafür, dass man angeblich keine Blutung mehr haben soll (war bei mir nie der Fall. Ich hatte immer eine leichte Blutung)
50, geschieden, 2 Mädels, 1. Mirena 2005, 2. Mirena 2010, 3. Mirena 2015 (wurde am 19.06.2020 gezogen)

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