7 Monate Mirena - Dauerblutungen, Depris, Schmerzen etc.

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gast

7 Monate Mirena - Dauerblutungen, Depris, Schmerzen etc.

Beitragvon gast » 03.03.2004, 18:45

Hallo,

tja, hier dann also noch ein Negativ-Bericht!

Ich habe die Mirena jetzt genau 7 Monate.
Habe dann leider auch dem Gyn. geglaubt und mir meine Zweifel wegreden lassen!

Vorab: Ich bin 36, habe zwei Kinder (11 und 8), habe mit knapp 16 Jahren mit der Pille angefangen (eigentlich gut vertragen). Hatte 1992 eine Konisation wegen Zellveränderungen beim Krebsabstrich, die aber ohne weiteren Befund verlief. 1999 hatte ich extreme Blutungen und Unterleibsschmerzen, so dass eine Ausschabung erfolgte, bei der dann etliche Polypen aus der Gebärmutter entfernt wurden. Ein ganz kleines Myom an der äußeren Gebärmutterwand wurde bei der zweiten Schwangerschaft festgestellt, aber es macht keinerlei Schwierigkeiten. 2000 habe ich mich dann zur 3-Monats-Spritze entschlossen, da ich die Pillen-Einnahme lästig fand. Mit der Spritze bin ich auch sehr gut klarkommen. Meine Blutungen wurden immer weniger, blieben teilweise ganz aus. Einziger Nebeneffekt: Ich habe in den ersten 4 Monaten 12kg zugenommen, was aber nicht so schlimm war, da ich vorher zu wenig gewogen habe und sich mein Gewicht seitdem auch nicht mehr verändert hat.
Durch Umzug habe ich dann 2001 den Gyn. gewechselt.
Der neue hat mir dann im Sommer 2003 gesagt, dass die 3-Monats-Spritze den ganzen Stoffwechsel belastet und auf Dauer nicht so gut ist. Zumal ich ja auch schon 35 bin, Raucherin und schon Krampfadern gezogen bekommen habe.
Das war sehr plausibel.
Ich habe mich dann nach Sterilisation erkundigt.
Antwort: "Das ist nichts für sie. Sie müssten dann zusätzlich eine Pille nehmen, um die Hormone zu erhalten." Außerdem könnte es bei mir wieder zu extremen Blutungen kömmen.
Dann habe ich gesagt, würde ich mich vielleicht in nächster Zeit total operieren lassen. Zumal ich durch die Geburten auch eine leichte Gebärmutterabsenkung habe.
Antwort: "Das macht man heute nicht mehr so schnell! Außerdem wäre das eine unnatürlicher Eingriff in den Hormonhaushalt der Frau!"
Alternative war und blieb für ihn immer nur die Mirena!
Meine Bedenken, die nicht zu vertragen oder auch die hohen Kosten, wurden schnell mit den Vorteilen und der guten Verträglichkeit der Mirena ausgeräumt!
Naja, ich habe das dann mit meinem Freund, Kolleginnen und so besprochen und im Internet geschaut. Leider habe ich mir nur die Seiten von Schering und von Frauenärzten angesehen. Also alles nur positiv!
Meine Oma hat mir dann das Geld geliehen ("Kind, es ist doch nur gut für deine Gesundheit!") und ich habe mir dann Ende Juli 2003 das Ding einsetzen lassen!

Das Einsetzen war höllisch schmerzhaft!!!! Beide Geburten, auf natürlichem Weg ohne jegliche Medikamente, waren nicht so schmerzhaft!
Ich hatte 2 Tage Schmerzen, schlimmer als Wehen und konnte kaum Laufen!
Tja, und dann die Blutungen! Noch nicht sonderlich stark, aber oftmals mehr als Schmierblutungen.
Angeblich sollte das ja nach 2 Wochen, maximal 3 Monaten erledigt sein!
Bei der Ultraschallkontrolle nach 4 Wochen habe ich dann gefragt, wie das nun ist mit den Blutungen.
Antwort war, das sei normal und könnte maximal 4 Monate dauern, bis sich der Hormonspiegel eingerenkt hat!

Jetzt sind 7 Monate um und meine Blutungen sind seit einigen Wochen zeitweise sehr extrem und mittlerweile von extremen Krämpfen begleitet.

Ich habe auch seit einigen Monaten sehr starke Depressionen, die ich vorher nicht kannte. Aber irgendwie gab es zunächst immer eine Erklärung dafür.
Rückenschmerzen habe ich auch schon seit einigen Jahren. Jetzt habe ich mich vergangenen Monat aber wegen der Rückenschmerzen für 2 Wochen flachgelegt. Mein Hausarzt fragte mich da noch, wann ich zuletzt beim Gyn. war. Ich habe aber keinen Zusammenhang zwischen der Mirena und den Schmerzen gesehen. Ich habe mich nur gewundert, warum ich so starke Rückenbeschwerden zum ersten Mal hatte.

Im Oktober bekam ich auch zum ersten Mal extreme Migräneanfälle. Ich schob es auf Stress, genau wie die Depris.
Nur leider halfen weder Medikamente, noch die Ruhe einer Mutter-Kind-Kur!

Kurz bevor ich die starken Rückenschmerzen hatte, hatte ich 3 Wochen Schmerzen in der Brust. Ich konnte keinen BH mehr anziehen, weil es zu sehr wehtat.
Als mein Arzt meinte, meine Rückenschmerzen seien wohl eine Nervenentzündung und Verspannungen in der Lendenwirbelsäule, dachte ich, die Beschwerden zuvor in der Brust seien auch schon eine Nervenentzündung gewesen.

Mein Liebesleben geht so langsam gegen den Nullpunkt. Entweder habe ich Blutungen und fühle mich dadurch total unwohl und unsauber. oder ich habe Schmerzen im Unterleib oder ich komme einfach nicht in Stimmung.
Seit zwei Monaten fühle ich fast gar nichts mehr. Als ob mein Unterleib mit Watte ausgefüllt ist.

Im Januar wurden mir dann auch noch Knoten in der Schilddrüse diagnostiziert. Jetzt wird die Schilddrüse entfernt.

Nachdem ich dann mal wieder im Internet gestöbert habe, wie lange denn nun diese blöden Blutungen anhalten, stieß ich auf die ganzen Negativberichte.
Ich habe dann vergangene Woche mit meinem Hausarzt gesprochen.
Er meinte, das würde jetzt meine Depris, Migräne etc. erklären. Es liegt wohl an der Mirena, weil ich mit den Hormonen der Mirena nicht klarkomme. Das Hormon in der Mirena steht im Verdacht, Depris und Migräne auszulösen. Meine Blutungen seien wohl Entzugsblutungen, weil mir Östrogen fehlt.

Also war ich dann gestern morgen bei meinem alten Gyn.
Ihm habe ich immer vertraut und habe deshalb auch die Entfernung in Kauf genommen.
Er meinte dann direkt, dass ein Zusammenhang besteht. Er würde zwar auch die Mirena einsetzen, aber sie sei nicht für jeden geeignet. Meine Blutungen über den langen Zeitraum und in der Intensität und Dauer seien auf keinen Fall normal.
Ich habe jetzt ein Hormonpräparat bekommen, um erstmal den Hormonhaushalt in den Griff zu bekommen. Damit dürfen in den nächsten zwei Wochen keine Blutungen mehr auftreten. In zwei Wochen ist dann auch das Ergebnis des Abstrichs da.
Wenn meine Blutungen und Schmerzen aber in den zwei Wochen nicht aufhören, muss ich wieder hin und die Mirena wird auf jeden Fall gezogen!

Gestern abend hatte ich dann wieder sehr starke Rückenschmerzen im unteren Bereich und Unterleibskrämpfe. Hinzu kam dann noch ein Schüttelfrost.
Heute habe ich die Unterleibsschmerzen noch. Und Blutungen, aber etwas leichter.

Ich werde heute mit meinem Partner sprechen, ob er bereit ist, sich sterilisieren zu lassen.

Die Mirena muss raus. Hormone werden bei mir dann flach fallen.
Und eine Sterilisation beim Mann ist einfacher, birgt weniger Komplikationen und ist auch um einiges billiger!

Ich warte jetzt noch diese Woche ab, ob die Tabletten erst mal anschlagen und ich möchte meinen Partner auch nicht unter Druck setzen.
Es ist eine weitreichende Entscheidung, der man sich auch sicher sein muss!

Sorry, dass es jetzt doch so lang geworden ist!
Auch das Einloggen hat noch nciht funktioniert!

Gruß, Anjuda

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Beitragvon anjuda67 » 03.03.2004, 20:00

So, jetzt klappt es mit dem Einloggen, hoffe ich!

Hier noch ein Nachtrag:

Ich bekomme zur Zeit Massagen wegen den Rückenschmerzen.
Die Masseurin meinte schon vor drei Wochen, ob ich Beschwerden mit dem Unterleib hätte. Da wäre so ein Bereich im Kreuz, da könne man das fühlen. Ich habe nur geantwortet, dass ich zur Zeit Blutungen habe.

Hinterher habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht.

Vor zwei Tagen konnte sie mich nur ganz sanft massieren, weil ich so extreme Unterleibskrämpfe und Kreuzschmerzen hatte.
Da habe ich ihr das mit der Mirena gesagt.
Sie meinte, dass hätte sie auch schon von einer Freundin gehört mit den Beschwerden, Depris und so.

Ich finde das alles schon sehr eigenartig, dass so viele schlechte Erfahrungen gemacht haben oder zumindest aus dem Bekanntenkreis davon wissen.
Und dennoch wird so wenig darüber aufgeklärt.
Bei einer Pille stehen Migräne, Depressionen und so als mögliche Nebenwirkungen im Beipackzettel.
Nur bei der Mirena nicht.
Da ist alles positiv!

Gruß, Anjuda

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söckchen
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Re: 7 Monate Mirena - Dauerblutungen, Depris, Schmerzen etc.

Beitragvon söckchen » 13.05.2004, 22:29

Hallöchen

habe Deinen Bericht gelesen... Wie bist Du in der Zwischenzeit mit den zusätzlichen Hormonen klargekommen ?
Mir sind diese zusätzlichen Hormone - sprich die Pille zusätzlich - vor einer Woche auch verschrieben worden (zu der Mirena). Ich komme damit überhaupt nicht klar - habe Venenprobleme (habe schon seit Kind Krampfadern) bekommen und überhaupt stehe ich dem ganzen total skeptisch gegenüber.

Gruß,
"söckchen"

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