Ich glaubte mich tritt ein Pferd !

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

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meersaeuli
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Ich glaubte mich tritt ein Pferd !

Beitragvon meersaeuli » 29.07.2005, 18:04

:shock: Liebe Forumbenutzer,

entschuldigt bitte die etwas reißerische Überschrift, aber genauso habe ich mich seit Anfang dieser Woche gefühlt.

Zur Erklärung kurz meine (Kranken-)geschichte :

Ich bin jetzt 40 Jahre alt, zwei Kinder im Grundschulalter, halbtags berufstätig in einem recht stressigen Beruf. Nach der Geburt meines zweiten Sohnes verhütete ich erst zwei Jahre mit einer Kupferspirale. Als diese zu wechseln war, empfahl mein FA mir Mirena. Ich fand seine Argumente überzeugend und ließ mir das Ding legen. Einlegen war problemlos, nach 3 Monaten hatte ich keine Regel mehr. So weit - so gut.

Nach 2 Jahren , wir waren gerade dabei unser Haus zu planen,bekam ich erhebliche psychsiche Probleme. Ich hatte das Gefühl, keine Entscheidung treffen zu können, bzw. wenn ich eine traf, wollte ich sie gleich wieder umschmeißen. Alleine die Auswahl des Bauplatzes für das Haus war ein Horror. Ich bin nächtelang unruhig über die in Frage kommenden Plätze gestrichen, kein Schlaf, völlig labil. Jeder neue Tag war ein überwindlicher Berg.Meine Gedanken kreisten immer wieder um denselben Punkt.

Meine Mutter meinte dann, das seien die Hormone. Ich hatte dann einen Termin bei meinem FA und fragte ihn ob das sein könne. An die Mirena dachte ich da gar nicht, mehr an den Hormonspiegel im Allgemeinen. Der sagte aber, dass könne nicht sein, ich sei sicher überarbeitet. Klar war ich das, aber das war ich auch vorher schon zu anderen Gelegenheiten und und hatte noch nie solche Zustände. Ich bin dann auf Anraten meines Hausarztes zu einer Psychotherapie gegangen. Das hat mir recht gut getan, interessanterweise hat die Therapeutin aber im Grunde nichts "krankhaftes" feststellen können.

Einigermaßen wieder hergestellt haben wir das Bauprojekt dann durchgezogen. Die seelischen Probleme ließen aber nicht nach. Immer noch kreisten meine Gedanken um die Frage der richtigen Entscheidung. Ich war sehr wenig belastbar, habe meine Kinder bei jeder kleinen Gelegenheit angeschrien. Die Lust auf Sex wurde immer weniger. Vor einem halben Jahr bekam ich starke Rückenschmerzen. O-Ton meines Mannes : "Du läufst wie ein altes Weib ". Der Orthopäde konnte außer Verspannungen nichts feststellen. Vorübergehend halfen Massagen und Krankengymnastik.

Nun leide ich seit meiner Kindheit unter Heuschnupfen- Allergie gegen Gräserpollen zur Grasblütezeit.. Dieses Jahr ließ die verstopfte Nase aber einfach nicht nach. Ich hatte das Gefühl, gar nicht mehr richtig riechen zu können. Ich dacht natürlich, das käme vom Heuschnupfen und habe still vor mich hingelitten. Gleichzeitig fühlte ich mich jeden Tag zittriger, unruhiger, nervöser. Auf der anderen Seite hätte ich jeden Tag 20 Stunden schlafen wollen.

Am gestrigen Montag war ich dann zur Kontrolle bei meinem FA. Die Mirena war nun 5 Jahre alt. Ich habe ihm erklärt, dass mein Mann sich überlegen würde, sich sterilisieren zu lassen. Auf dem Stuhl stellte der FA dann eine große, mehrkammerige Zyste am rechten Eierstock fest und meinte, ich solle möglichst bald in die Klinik gehen. Das müsse man mal genauer "anschauen". Bei der Gelegenheit könne ich ja auch gleich eine Sterilisation durchführen lassen, dann sei ich die Sorge um die Verhütung los.

Da war ich erstmal platt. Zysten sind bei mir seit meiner Pubertät nicht ungewöhnliches, aber noch nie sollte ich deswegen unters Messer. Ich habe dann im Internet nach Informationen über Eierstockzysten gesucht. Dabei traf ich zufällig auf dieses Forum. Ihr könnt euch jetzt sicher vorstellen, warum ich dachte, dass mich das Huftier trifft, als ich feststellte, dass all meine Beschwerden möglicherweise Nebenwrikungen von Mirena sind.

Einen Tag habe ich darüber nachgedacht und dann heute die Mirena ziehen lassen. Das Ziehen war völlig schmerzlos. Auf meine Beobachtungen angesprochen,meinte mein FA, dass da kein Zusammenhang sein könne. Die Mirena sei allgemein bestens verträglich und wirke ja nur lokal. Auf der amerikanischen Website der Herstellerfirma habe ich allerdings eine Rate von 12 % für Eierstockzysten gefunden. Darauf angesprochen meinte mein FA, dass seien sicher andere Zysten, als ich habe und ich solle jedenfalls das OP machen lassen. Die Mirena zu ziehen sei aber eine gute Idee, da die ja nun zu alt sei.

Ich habe jetzt eine stärkere Blutung, fühle mich dabei aber ausgeprochen wohl. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich schon weniger hektisch und nervös bin. Die Rückenschmerzen, die ich heute morgen wieder spürte, sind wie weggeblasen. Hoffentlich bleibt es so !

Jetzt muss ich nur noch überlegen, ob ich dieses OP machen lassen soll. Im Moment tendiere ich dazu, ein wenig abwarten zu wollen. Mein Mann hat schon einen Termin für die Vasektomie. Er freut sich schon darauf, wieder ein "normale" Frau zu bekommen.

Vielen Dank für dieses Forum !

meersäuli :evil:

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Beitragvon meersaeuli » 29.07.2005, 22:16

Hallo,

etwas hatte ich noch vergessen : Ich habe in den letzten 2 Jahren 15 Kilo zugenommen. Woher die kommen, war mir völlig schleierhaft, ich esse auch nicht mehr als vorher und habe gleich viel Bewegung. Ich habe jetzt die Hoffnung, dass die auch von der Mirena kamen und ich sie vielleicht nach dem Ziehen wieder verliere.

Viele Grüße

meersaeuli :arrow:

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Beitragvon V. » 30.07.2005, 11:11

Hi meersäuli,

da hast Du ja auch das volle Mirena-Programm abbekommen!!

Ich würde Dir auf alle Fälle raten, Deinem Körper erst mal mindestens ein Jahr Ruhe zu gönnen, bevor Du eine Entscheidung in Richtung Sterilisation triffst. Der Hormonhaushalt muss sich erst einmal wieder stabilisieren, und das kann eine ganze Weile dauern. Und wenn Du jetzt gleich die gesamte Hormonproduktion abschneidest, dann führt das womöglich zum absoluten Chaos.

Beobachte Dich erst einmal eine Weile, warte ab, was passiert, und lass Deinem Körper (und Deiner Seele) die Zeit, die er/sie jetzt braucht, um den Schock zu verdauen.

Alles Gute
Vera

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Beitragvon V. » 30.07.2005, 11:15

P.S.: Die Kilos kommen unter Garantie von der Mirena!! Auch das ist eine häufige Beigabe der Hormonspirale, die ja angeblich nur lokal wirkt und überhaupt keine Auswirkungen auf gar nix hat.

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Beitragvon meersaeuli » 30.07.2005, 11:42

Hallo Verena,

vielen Dank für Deine Antwort und Dein Mitgefühl. Ich bin zu dem gleichen Ergebnis gekommen. Mein Mann hat am 15.08.05 einen Termin zur Sterilisierung. Eigentlich hatten wir das ja schon vor dem Vorschlag des FA vereinbart. Der meinte dann ungefragt, es ginge halt in einem Aufwaschen mit der OP wegen der Zyste. Das sei doch ein toller Vorschlag ! Als ich ihm gestern beim Termin zum Ziehen der Mirena erklärt habe, dass das für mich schon gefühlsmäßig auf keinen Fall in Frage kommt, war er erkennbar beleidigt.

Die große Frage ist nur, was mache ich wegen dieser blöden Zyste, die angeblich sobald wie möglich bei einer Bauchspiegelung "angeschaut" werden muss. Ich habe diese Zysten seit ich 14 bin immer wieder einmal und sie sind auch immer wieder von alleine wegggegangen. Ich kann nicht so ganz nachvollziehen, warum dass jetzt auf einmal anders sein soll. Laut FA ist diese Zyste schon ein Jahr da. Ich frage mich aber, wie er sicher sein kann, dass es dieselbe ist, die er vor einem Jahr mal gesehen hat ? In der Zwischenzeit war ich nämlich nicht bei ihm. Außerdem sei die unregelmäßig und das sei verdächtig. Er hat mir indirekt zu verstehen gegeben, dass es auch ein Eierstockkarzinom sein könne. Ich solle mich nicht aufregen, aber wenn ich seine Frau wäre, würde er auf ein OP bestehen ! Aber ist das nicht etwas, das man mit hoher Wahrscheinlichkeit erst als Seniorin bekommt ?

Ich habe einfach Bedenken vor einem solchen OP nur mal zum Nachschauen. Eine Freundin hat bei einer solchen Sache gerade eine Lungenembolie erlitten und ist beinahe gestorben. Außerdem geht es mir heute- einen Tag nach dem Mirena-Ziehen- so super, ich fühle mich wie neugeboren. :D Kann das eigentlich so schnell gehen oder bilde ich mir das nur ein ?

Wenn jemand hier mit solchen Zysten Erfahrungen hat, wäre ich für eine Antwort sehr dankbar.

Viele Grüße

meersaeuli

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Beitragvon lysistrata » 30.07.2005, 16:23

@ V.: wie kommst du zu der ansicht, eine sterilisation wuerde die ganze hormonproduktion stilllegen? *irritiertbin*

@ meersaeuli: ich selber kann zum thema grosse zysten nix sagen. hatte nur einmal einen ultraschall und da hat mir der gyn gesagt, zysten kommen, zysten gehen. am besten sei, man lasse sie in ruhe ...

und von einer sehr guten freundin weiss ich, dass ihr gyn ihr sagte, sie muesse eine zyste operativ entfernen lassen, und zwar moeglichst rasch. sie fragte, ob sie jetzt denn ihren urlaub absagen muesse und der gyn sagte, ach was, fahren sie ruhig, sooo dringend ist es nun auch nicht. nun, nach dem urlaub war die zyste nicht mehr zu sehen und deshalb auch keine op mehr notwendig ...

ciao,
lysistrata
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Beitragvon meersaeuli » 30.07.2005, 17:54

Liebe lysistrata,

vielen Dank auch für Deine Antwort. Ich glaube ganz Unrecht hat vera nicht. Zwar ist eine Sterilisation natürlich keine Kastration, aber es scheint doch auch hormonelle Auswirkungen zu geben. Im Internet habe ich gefunden, dass man annimmt, dass eventuell die Durchblutung der Eierstöcke geringer wird. Das dürfte dann doch wohl auch Auswirkungen auf die Hormonproduktion haben. Meine Mutter berichtete z.B. über vermehrte Monatsblutungen nach dem Eingriff. Aber wie bei Mirena ist es wahrscheinlich schwierig einen Kausalzusammenhang nachzuweisen.

Ich habe jetzt jedenfalls die Nase voll von allen Eingriffen in meinen Körper. Mir geht es wie vielen anderen im Forum, ich denke, nach 25 Jahren Verhütung durch mich ist jetzt mein Mann dran. Für ihn ist es auch o.k..

Deswegen habe ich auch keine Lust auf ein OP wegen der Zyste. Da war dein Hinweis, dass die Zyste bei deiner Freundin wieder von alleine verschwunden ist, sehr interessant. Ich gehe jetzt auch erst mal in Urlaub und dann werde ich noch einen FA aufsuchen und eine zweite Meinung einholen. Vielleicht bildet sich das Ding nach dem Ziehen der Mirena doch von allein zurück.

Viele Grüße meersaeuli :arrow:

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Beitragvon lysistrata » 30.07.2005, 19:00

hi!

nun, es war gleich von abschneiden der gesamten hormonproduktion die rede und das ist definitiv nicht der fall. ich hab mich vor bald drei jahren unterbinden lassen und hab einen zyklus. und mehr chaos, als die 3MS (oder die mirena) laesst sich ja zur zeit kaum mehr anrichten ... ich hab mich mit absetzen der 3MS unterbinden lassen.

ciao,
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