Kopfschmerzen,Schlaflosigkeit, Ängste, Unterleibsschmerzen

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viv66
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Kopfschmerzen,Schlaflosigkeit, Ängste, Unterleibsschmerzen

Beitragvon viv66 » 29.03.2004, 16:34

zwei Jahre und 12 Tage genau... hat meine Mirenazeit gedauert bis der Leidensdruck so groß war, dass SIE raus mußte!! Verdacht, dass meine Beschwerden durch die Mirena ausgelöst wurden, hatte ich schon nach ca. einem halben Jahr. Aber wie alle anderen Frauenärzte auch, war auch meiner der Meinung...."NEEEEIIIIIIIIIINNNNNNN, von der Mirena kommen die Kopfschmerzen nicht, da sind sie die Erste, die sowas hat." Kopfschmerzen bekommen nur die Frauen, die eine Pille mit Östrogen nehmen und dann haben die Kopfschmerzen in der Pillenpause, ich solle doch ein Östrogenpflaster (wie auch in den Wechseljahren verwendet wird) an den Tagen, wo Kopfschmerzen hatte draufmachen) :-(
Auch von meinem Hausarzt kam nur der Text. "Also wollen Sie nun verhüten oder nicht!"
Aber von Anfang an:
Das Einsetzen der Mirena traf mit dem Zeitpunkt des Beginns meines "neuen Lebens" mit neuem Lebenspartner in der gemeinsamen Wohnung zusammen...ich ließ den Ehealltag und Streit hinter mir und alles hätte so schön sein können...OHNE DIE MIRENA. Es gab keinen Grund dafür, dass es mit mir bergab ging. Das Einlegen der Mirena war schon sehr schlimm, so dass ich danach kurz liegen mußte und Kreislauftropfen bekam, aber was nimmt man alles in Kauf. Ich war ja stolz, dass ich es hinter mir hatte und auch der folgende Unterleibsschmerz gehört eben dazu. Auch die anfänglichen wehenähnlichen Krämpfe tat man noch so ab. Dazu kam dann die bleiernde Müdigkeit am frühen Nachmittag schon ----> wurde darauf geschoben, dass ich ja eine stressige Zeit hatte und nun erschöpft sei.
Schmierblutungen etc. immer wieder...ok, alles Anpassungsschwierigkeiten. Akzeptabel. Aber als das nun garnicht nach einem halben bis einem Jahr besser wurde, eher noch wesentlich schlimmer, und diese Abstossungsversuche meines Körpers durch "Wehen" die Mirena loszuwerden ---------> worauf der Frauenarzt, nie etwas feststellte, so schnell ich auch während der Krämpfe hinfuhr,- meinte, alles bestens, Mirena nach wie vor in der Gebärmutter lt. Ultraschall. NA SUPER :evil:
Dazu kamen die ständig anhaltenden Schmierblutungen, die sich nach mehr als einem Jahr regelmäßig zweimal im Monat - einmal 8-10 Tage und einmal 4-6 Tage - einpendelten. Dazwischen immer wieder Gewebefetzen und was weiß ich .... Jedenfalls ist mir die Lust auf körperlichen Kontakt zu meinem Freund gründlich vergangen. Und das, wo wir quasi ein frischverliebtes Päarchen waren :shock: Ich konnte weder seine Nähe, noch seine Berührungen ertragen. Meine Brüste waren schmerzhaft und ich wurde immer labiler, nachdem nach ca. einem 3/4 Jahr diese schreckliche einseitige Migräne dazu kam, natürlich regelmäßig. Sie hielt ca. 2-3 TAge an. Schaute ich dann in die Slipeinlage, konnte ich sicher sein...die Schmiererei begann mal wieder ... Habe dann ca ein Jahr Buch geführt über sämtliche Beschwerden, auch die Unruhe, Nervösität, Schlaflosigkeit, Empfindlichkeit, Unbelastbarkeit die sich immer mehr verstärkten. Augenentzündungen/Sehverschlechterung, Nebenhöhlenentzündung, schlechte Durchblutung der Netzhaut, vermutlich des ganzen Kopfes, so benommen, wie ich mich fühlte.
Eigentlich war mein Leben doch in Ordnung, sogar eine Arbeitsstelle hatte ich bekommen :-) Was war es was mich da so belastete????????
Mich beunruhigten Dinge, die ich vorher so abgetan hatte. Und als dann wirklich noch von außen emotionaler Stress kam, bekam ich dermaßen Rückenschmerzen, Nackenmuskelverspannungen (kein Verschleiß laut Orthopäde, - Stressreaktion der Muskeln) Schwindel ...ich fühlte mich einfach nur noch komisch und nicht mehr ich. Zuguter letzt war eine Entspannung überhaupt nicht mehr möglich durch mich. Wie auch, wenn der Stressfaktor in der Gebärmutter sitzt, mein Körper konnte sich einfach nicht mehr regenerieren und erholen..., - kein Wunder, dass ich mit Angst, unbewußt und unbegründet in der Intensität reagierte. Dabei hatte ich früher doch schon viel mehr verkraftet.
Ich bekam nächtliches Herzrasen, konnte mich nicht mehr beruhigen, fing gleich an zu weinen, mein Magen "verdaute nicht mehr" ich konnte essen was ich wollte, das ging so durch... Dann kamen die "Panikattacken" in Geschäften...es kroch mir langsam den Rücken hoch und der Kopf wurde ganz leer, ich dachte ich kippe um. Das war der Zeitpunkt wo der Hausarzt beschloss wir müssen was tun. Also ein ganz neues Antidepressiva mit Reboxetin, ein Noradrenalinwiederaufnahmehemmer. Mag sein, dass mich die Tabletten vor dem allerschlimmsten bewahrt haben. so dass es wenigstens gleichbleibend schlecht blieb :cry: aber besser, NEIN BESSER, wurde es wirklich nicht!!!!
Ich sah meine Möglichkeiten nur noch in dem Beginn einer Psychotherapie. So weit kanns kommen.... Den Tabletten nach sollte es laut Hausarzt nach zwei-wöchiger Einnahme bereits fühlbar für mich sein, dass meine Laune steigen würde, das "sogenannte Wasserglas nicht mehr halbleer sonder halbvoll sei" und auf mein wiederholtes Einbringen der Mirena, ließ er sich dann dazu herab, - ja gut...nehmen sie erstmal die Tabletten, und dann können Sie die Mirena immer noch ziehen lassen ...
Nun gut, es änderte sich aber aufgrund der Tabletten nichts Grundlegendes (und ich habe sie ab November 03 genommen) und als ich dann eines Tages wieder diese fürcherlichen einseitigen Kopfschmerzen hatte und immer noch heulend vom Psychologengespräch nach Hause kam...wußte ich es war soweit!!!
DIE MIRENA KOMMT RAUS. MIR IHR FING MEIN ÜBEL AN und
mit ihr hörte mein Übel auf :-))
24.02.2004
Das Ziehen war kein Problem!!! Ich war überrascht trotz meiner Ängste und Weinerlichkeit, wie wenig ich es gespürt hatte, nur ein kleiner Ruck und sie war weg. Nun war sogar der Frauenarzt auch wahnsinnig gespannt nach dem ganzen Theater und ständigem Hingerenne und Nachgefrage und Angerufe, ob es mir nunmehr besser ginge...
Und siehe da...
Erst war ich skeptisch, ob die gute Laune nicht nur die ersten Tage anhalten würde...aber nein, es ist nicht zu fassen, all das was hier die anderen auch schon erlebt und beschrieben haben, trat ein. Jeden Tag ein wenig mehr kommt mein Leben und ich damit zurück. Ich empfinde wieder Lust. Lust aufs Leben, auf mich selber, auf meinen Freund, ich kann seine Haut an meiner wieder genießen :-) Die Phasen der körperlichen(psychosomatischen) und psychischen Beschwerden werden immer kürzer. Jeden Tag ein bißchen mehr Kraft und Belastbarkeit. Meine Tage hatte ich allerdings noch nicht, bin jetzt ca. 5 Wochen ohne Mirena, habe seit gestern einen ganz leichten Ausfluss wie mit Mirena... daher ist wohl so einiges noch durcheinander.
:arrow: Seit die Mirena draußen ist, passiert das, was keine Tablette der Welt und kein Arzt jemals geschafft hätte, ich erhole mich zusehens. Ich kann wieder lachen wirklich lachen...
Das Leben hat mich wieder und das schönste ist, es wird immer noch besser!!!! :D :D
(ich wartete mit diesem meinen Bericht solange, weil ich mir erst sicher sein wollte, dass ich mir das alles nicht nur einbildete, aber nun ist es an der Zeit zu posten, ich kann mir sicher sein, dass MIRENA mir zwei Jahre meines Lebens genommen hat)
...würde mir jemand diese Story erzählen, ich würds nicht glauben, aber ich erlebe es am eigenen Körper...

Viele Grüße
viv66 (37 Jahre alt und eine Tochter)

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Beitragvon viv66 » 23.04.2004, 09:19

(Nachtrag)
...ach ja, hatte ganz vergessen...in meinem Bericht zu schreiben, dass ich Haarausfall nach einem halben Jahr Mirena auch hatte, so daß ich ein östrogenhaltiges Haarwasser vom Hautarzt verschrieben bekam. Außerdem hatte ich zuguterletzt kurz vor dem Ziehen viele dicke Pickel auf der Kopfhaut...das ist doch alles nicht normal gewesen :-(

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