Schwere Depressionen und Panikattacken

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Domedia

Schwere Depressionen und Panikattacken

Beitragvon Domedia » 04.06.2006, 10:38

Auch ich kann mich wohl einreihen in den Kreis der Mirena-Geschädigten. Obwohl es mir auch jetzt noch schwer fällt zu glauben, dass ein solches Präparat tatsächlich von den meisten Frauenärzten als Verhütungs-Wundermittel gepriesen wird.

Aus diesem Grund ließ auch ich mir gut 4 Monate nach der Geburt meiner Tochter 2002 die Mirena einsetzen – eine erneute Schwangerschaft wollte ich auf jeden Fall verhindern. Kaum Nebenwirkungen, sicherer Verhütung – das klang sehr schön. Meine Periode hatte mich – obwohl schmerzintensiv – eigentlich nie gestört. Ich empfinde das nach wie vor als normalen Vorgang im Körper einer Frau. Kurz und gut: nach dem Einsetzen packte mich eine handfeste Depression, hinter der ich eine postpartale Depression vermutete. Wie auch anders – zwei Frauenärzte verneinten eine Zusammenhang mit der Spirale. Ich blieb ein paar Wochen im Loch (allerdings sehr ungern allein mit meiner Tochter) – irgendwann pendelte sich mein Hormonhaushalt wieder ein. Dann schlichen sich allmählich die Mirena-Nebenwirkungen ein. Ich – die Frau mit der Wunderblase – hatte Harnabgang bei jedem Hüsterchen, Krippeln in den Fingern, Persönlichkeitsveränderungen (Ungeduld vor allem mit meiner Tochter)Depressionen und einen Tag vor dem Ziehen dann eine Angstattacke mit Taubheit im Unterleib. Hinzu kamen im letzten Jahr fast ununterbrochen Scheidenpilz, Jucken an allen Stellen des Unterleibes, ab und an Sehstörungen. Zuguterletzt hatte ich drei eitrige Mandelentzüdnungen - hatte ich seit 20 Jahren nicht mehr. Darmprobleme habe ich natürlich auch. Mittlerweile dachte ich, es geht in Richtung Hypochondrie doch ich begann über die Hormonspirale zu lesen, und beschloss sie, diesen Monat nach mehr als vier Jahren Tragezeit ziehen zu lassen. Unter anderem auch, nachdem ich mit einer neuen Frauenärztin gesprochen hatte: denn auf meine Frage, ob die Inkontinenz von der Mirena kommen könne, verneinte sie das nicht grundsätzlich: „Ausschließen kann ich das nicht.“, so ihre Antwort. Vor 20 Tagen kam das Ding nun raus – eine Woche lang ging es mir super - geblutet habe ich gleich nach zwei Tagen, normales, helles Blut.

Leider ist die gute Zeit vorbei. Ich hatte (16. Tag nach dem Ziehen) und habe einen Zusammenbruch. Über die Angst, wegen dem Kribbeln und der Taubheit, die mich schon eine Weile verfolgen und jetzt massiv auftreten, leide ich nun unter Panik, an einer schlimmen Krankheit zu leiden. Vielleicht hat es mich jetzt ratzfatz in die Wechseljahre katapultiert. (Bin 40 Jahre alt) Mit rationellen Argumenten ist mir im Moment nicht beizukommen, obwohl ich sonst ein totaler Kopf-Mensch bin. Meiner Hausärztin erzählte ich unter Heulen alles (Taubheitsgefühle Nacken, Unterleib, Kribbeln Gesicht-Finger und auch vom Mirena-Ziehen). Sie meinte, ich sollte zum Psychologen und gab mir Antidepressiva mit. Ich nehme das Zeug nicht, obwohl es verlockend ist. Auch ihren Vorschlag, mit meiner FÄ wieder über eine Hormonnahme zu reden, habe ich noch nicht beherzigt. Mein Bruder attestierte mir gestern dann noch eine Persönlichkeitsveränderung in den letzten Jahren – ich sei nur noch gereizt, angespannt, gehetzt, unlocker, kurz und gut: nicht mehr die Schwester, die er so gern mochte.

Ich probiere wegen meiner Angst und den Depressionen rum mit Globuli und Vitaminen, mit Kamillentee und Baldrian. Ich liebäugle auch mit einem pflanzlichen Gestagen (Jemand damit Erfahrung???) Anzumerken bleibt, das es auch Positives zu berichten gibt. Meine permanenten Schmerzen im Lendenwirbel-Bereich sind fast verschwunden. Meine Tochter brülle ich auch nicht mehr stündlich an.

So, ein weiterer Horror-Bericht aus dem Reich der Hormon-Zombies. Ich hoffe wie alle auf ein baldiges Einpendeln meines Hormonhaushaltes und einen Abklingen der Nachwirkungen und hoffe, dass vor allem Kribbeln, Taubheit davon kommen. Und das ich nicht doch noch auf die Antidepressiva-Schiene komme. Drückt mir die Daumen.

Das Schreiben tat mir jetzt richtig gut. Wäre das Forum nicht, wäre ich vermutlich schon in der Klinik gelandet.

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