Eileiterschwangerschaft trotz Mirena!!!

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

Kati F.

Eileiterschwangerschaft trotz Mirena!!!

Beitragvon Kati F. » 26.05.2006, 19:30

Hallo,

gerne möchte auch ich einmal meine Erfahrungen mit Mirena schildern.
Gerne darf diese in Ihrem Forum veröffentlicht werden.

Meine derzeitige Mirena-Situation:

Im Moment gleicht mein Leben einem Alptraum.
Ich bin seelisch sehr angeschlagen und mitgenommen und möchte mich gerne einfach mal an Sie wenden. Ich habe Angst, schreckliche Angst sogar.

Ich bin fast 37 Jahre alt und habe 2 Töchter im Alter von 10 und 12 Jahren.
Da ich die Pille nicht vertrage, verhütete ich stets mit einer Spirale. Anfangs wurde mir eine Kupferspirale gelegt, die ich sehr gut vertrug und auch jahrelang verwendete. Als dann die Hormonspirale Mirena aus dem Hause Schering auf den Markt kam, empfahl mir mein Frauenarzt, umbedingt auf dieses höchst sichere und vorteilhafte Verhütungsmittel - mit 2facher Wirkung - umzusteigen. Nachdem ich die Info-Broschüre gut durchgelesen hatte, mein Frauenarzt mir Mirena mehr als schmackhaft gemacht hatte, entschied ich mich, mir die Mirena legen zu lassen.
Inzwischen trage ich Mirena ca. 3 Jahre. Im ersten halben Jahr hatte ich Schwierigkeiten mit Zwischenblutungen. Als das erste halbe Jahr dann aber vergangen war, war ich mehr als zufrieden. Die einzige Nebenwirkung, die ich für mich persönlich feststellte, war, dass ich vom ersten Tag des Tragens der Mirena meine Kontaktlinsen nicht mehr verwenden konnte. Meine Augen waren stets sehr trocken, die Kontaktlinsen hafteten nicht mehr. Meine Regelblutung verschwand vollständig, was ich als Geschenk empfand. Ich konnte mit meinen Kindern ins Schwimmbad, sooft und wann immer ich wollte. Auch sonst beeinträchtigte mich meine Regel in keinster Weise mehr. Das war fast wie ein klein wenig mehr Lebensqualität.

Regelmäßig ging ich zu Kontrollen und ließ den Sitz meiner Mirena überwachen. Ich habe das wirklich sehr verantwortungsbewusst und genau genommen.

Meine letzte Kontrolluntersuchung erfolgte vor ca. 15 Tagen mit zusätzlichem vaginalem Ultraschall. Bei mir saß die Mirena nahezu perfekt.

Am letzten Wochenende bekam ich dann aus heiterem Himmel starke Blutungen und Rückenschmerzen. Zudem hatte ständig Stuhlgang (ich muss dazu sagen, dass ich normalerweise nur 1-2 x Stuhlgang pro Woche habe). Montags ging ich dann gleich zu meinem Frauenarzt. Gewisse Bewegungen erzeugten bei mir Schmerzen, so dass ich befürchtete, dass meine Mirena eventuell doch verrutscht sei. Die Mirena saß aber weiterhin perfekt. Auch an meiner Gebärmutter waren keinerlei Veränderungen festzustellen. Um jeden Verdacht auszuschließen, machte mein Frauenarzt (aber nur auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin) dann aber einen Schwangerschaftstest, der zu meinem vollen Entsetzen positiv ausfiel.
Für mich ein Schock pur.

Inzwischen musste ich mich einer schmerzhaften Ausschabung per Vollnarkose unterziehen.
In meiner Gebärmutter war nichts zu finden. Man entnahm mir meine Mirena und konnte sich nochmals vergewissern, dass diese perfekt gelegen hatte.

Inzwischen macht man tägliche Blutuntersuchungen bei mir und das Schwangerschaftshormon nimmt leider kontinuierlich zu. Es ist also anzunehmen, dass sich ein Ei in meinem Eileiter, in den Eierstöcken oder sogar in der Bauchhöhle eingenistet hat. Ich werde fast verrückt vor Angst.
Habe nun nochmals in der Info-Broschüre von Mirena geblättert, leider ist dort nirgendwo niedergeschrieben, was eigentlich eine Eileiterschwangerschaft ist und wie gefährlich, ja sogar tödlich das sein kann. Ich forste mich gerade durch das Internet und zittere am ganzen Körper.

Sollte es eine Eileiterschwangerschaft sein, werde ich wohl in den nächsten Stunden einen meiner Eileiter verlieren, denn es könnte eine lebensgefährliche Situation für mich entstehen.
Ich sitze hier quasi tränenüberströhmt am Telefon und warte auf einen Anruf, ob ich mich einer Notoperation unterziehen muss. Ich habe eben schon einmal bei meinem Frauenarzt zurückgerufen, leider ist das neue Blutergebnis noch nicht da.
Ich bin sehr verzweifelt und fühle mich irgendwie auch unaufgeklärt. Ich hatte zuvor noch niemals gehört, dass es zu einer Schwangerschaft im Eileiter kommen kann.
Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir niemals im Leben die Mirena legen lassen. Ich habe fürchterliche Angst.
Ich kannte eben auch nur dieses Hochglanz-Prospekt aus dem Hause Schering.

Mein Frauenarzt hat mir gesagt, dass die Mirena nahezu 99,9 % sicher sei, so sicher, wie eine Sterilisation, sicherer, als die Pille. Er hat mir auch gesagt, dass er in 12 Jahren noch niemals einen Fall hatte, indem eine Frau trotz perfekt liegender Mirena schwanger wurde.

In mir kommen viele Fragen auf. Was passiert in meinem Körper?
Könnte es unter Umständen sein, dass meine Mirena keine Hormone mehr abgegeben hat? Könnte ein mechanischer Defekt an meiner Mirena dies alles ausgelöst haben?
Ich habe mich inzwischen auch an die Firma Schering gewendet und angeboten, dass mein Frauenarzt meine Mirena einschickt, damit in der Forschungsabteilung einmal untersucht werden kann, ob an meiner Spirale ein Defekt vorliegt. Ich möchte, dass nicht noch mehr Frauen in diese schreckliche Lage kommen.

Ich bin seelisch wirklich in einem grauenhaften Zustand, kann noch gar nicht verarbeiten, was da eigentlich passiert ist. Ich fühle mich total überrollt. Mein Arzt möchte mir aus aktuellem Anlaß die Mirena natürlich auch nicht mehr legen (will ich auch nicht mehr, mein Vertrauen ich gänzlich weg) und für mich bleibt nun nur noch eine teure Sterilisation.

Ich hoffe, dass mir die Firma Schering zumindest die Kosten (350 Euro) für die nicht funktionierende Spirale zurückerstattet. Wenn ich mir heute einen Radio kaufe, der nach einem Jahr defekt ist, kann ich das doch auch irgendwo reklamieren.

Wissen Sie, ob es für mich irgendwo eine Anlaufstelle gibt, an die ich mich wenden kann und den mir entstandenen Schaden melden kann? Eine Anlaufstelle für Mirena-Geschädigte?
Selbstverständlich habe ich heute auch direkt die Firma Schering angeschrieben und bin auf die Reaktion sehr gespannt.

Bitte drücken Sie mir die Daumen, dass ich aus dieser schlimmen Situation halbwegs gesund wieder herauskomme.


Katja

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