Nebenwirkungen nach 2 Jahren: Schlafstörungen, Nervosität

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Kirschblüte
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Nebenwirkungen nach 2 Jahren: Schlafstörungen, Nervosität

Beitragvon Kirschblüte » 01.05.2004, 12:22

Am 01.10.01 liess ich mir die Mirena einsetzen; der Grund dafür war, dass ich mit der Pille plötzlich vermehrt Auren (= Augenflimmern als Vorbote einer Migräne) hatte, auch wenn nicht immer eine Migräne folgte. Das Einsetzen war mit keinen Schmerzen verbunden. Die Frauenärztin meinte, sie könne mir nicht versprechen, dass die Auren verschwinden würden unter Mirena. Gleichzeitig startete ich eine Behandlung bei einer chinesischen Aerztin, um meine Kopfschmerzen in den Griff zu kriegen. Migräne hatte ich schon vor der Pille…

Im Oktober letzten Jahres zog mein Freund zu mir, da wir eine grössere Wohnung zu meiner kleinen hinzumieten konnten. Ich freute mich.

Einen Monat später wachte ich plötzlich vor dem Wecker auf. Zuerst eine Stunde früher, dann schon um 3 Uhr. Oft war ich schweissgebadet. Einschlafen konnte ich jeweils nicht mehr oder erst nach 2 Stunden wieder. Ich nahm den Umzug und die damit verbundene Umstellung als Begründung. Ausserdem war zu der Zeit ein Freund von uns mit einer schweren Kopfverletzung im Krankenhaus. Trotzdem wunderte ich mich, denn ich konnte bis dahin immer sehr gut schlafen, auch bei vermehrter Belastung.

Um die Weihnachtszeit wurde das Problem wieder akut. Dem kranken Freund gings besser, die Wohnung war nicht mehr ein Chaos, ich hatte Urlaub. Komisch. Ich vermutete eine Wasserader im neuen Schlafzimmer. Beim Surfen im Internet fand ich heraus, dass schweissgebadetes Erwachen um 3 Uhr sowie lebendige Träume tatsächlich auf eine Wasserader deuten könnten. Eine Feng Shui Beratung bestätigte diesen Verdacht. Also Schlafzimmer wechseln.

Das Problem schien gelöst. Wir schliefen wieder in dem Zimmer, in dem ich schon vor dem Umzug immer bestens schlief. Und es ging. Tagsüber fühlte ich mich allerdings oft zittrig. B-Vitamine sowie Tees für die Nerven halfen nicht, ebenso wenig vermehrtes Jogging. Die Wohnung gefiel mir nicht. Meine Arbeit machte mir nicht Spass und stresste mich, obschon ich nicht übermässig viel zu tun hatte.

Im Februar fingen meine Schlafprobleme wieder an! Jetzt war ich aber beunruhigt. Neben dem bereits bekannten verschwitzten Erwachen um 3 Uhr kamen nun Einschlafprobleme hinzu. Das Zu-Bett-Gehen wurde immer mehr zum Grund, Angst zu haben. Nicht nur Angst vor den Schlafproblemen, sondern Angst, dass das nun für immer so bleibt, dass ich nicht mehr arbeiten könnte und sogar meinen Freund verlieren könnte. Tagsüber war ich nicht fit und dachte ständig an mein Problem.

Nach einer weiteren Nacht mit nur 4 Stunden Schlaf rief ich den Beratungsdienst meiner Krankenkasse an. Die Frau am Telefon war sehr nett und fragte mich allerlei Dinge. Sie kam zum Schluss, dass ich Hormonprobleme habe und schickte mich zur Frauenärztin. Hormonprobleme? Hormone? Mirena!

Meine Frauenärztin verschreibt mir erst mal Schalftabletten auf Kräuterbasis. Sie meint aber, ich könne Mirena jederzeit ziehen lassen.

Nun surfte ich wieder. Zum ersten Mal fand ich auf einer amerikanischen Webseite etwas über Nervosität als Nebenwirkung von Mirena (in Faltblatt, das ich zu Mirena erhalten habe, steht nichts davon). Von Schlafstörungen steht aber auch auf dieser Webseite nichts. Im Gegenteil, auf deutschsprachigen Seiten finde ich, dass Mirena oft eingelegt wird bei Frauen, die Schlafstörungen in ihren Wechseljahren haben!!! Wechseljahre??? Ich bin zwar nicht mehr ganz jung, aber mit 38 doch noch etwas zu jung für die Wechseljahre, oder? Wechseljahre? Heisst doch, keine Mens mehr, oder? Die Mens habe ich nämlich mit Mirena seit einiger Zeit nicht mehr. Ich bin verwirrt!

Die Schlaftabletten auf Kräuterbasis helfen nicht. Auch nicht die chinesischen Kräuter, die ich inzwischen fürs gute Einschlafen nehme. Es wird eher noch schlimmer. Nach einer Nacht mit nur 2 Stunden Schlaf bin ich soweit, dass ich Schlaftabletten will. Ich kriege aber Antidepressiva! Die nehme ich und sie beruhigen mich so weit, dass ich schlafen kann. Dennoch merke ich, dass ich manchmal wach werde; kann aber immerhin wieder einschlafen. Nach einer Woche setze ich die Antidepressiva ab. Es geht einige Nächte gut, dann fängts wieder an. Ich bin am Verzweifeln. Die Mirena muss raus, beschliesse ich. Meine Frauenärztin ist in den Ferien. Also warte ich. Am Sonntag vor ihrer Rückkehr surfe ich abermals auf dem Internet. Und finde das Forum von Katja. Ich muss heulen vor Erleichterung. Da hat eine Frau auch Schlafprobleme mit Mirena! Ich lese alle Berichte und chatte mit Katja. Das tut gut!

Den Termin bei der Frauenärztin kriege ich sofort, am 19.04.04 ist die Mirena ohne Probleme draussen. Ich fühle mich unendlich erleichtert. Meine Frauenärztin ist sehr nett und ermuntert mich, ihr zu erzählen, wie ich meine Zeit ohne Mirena erlebe. Sie will dazulernen.

Das Zittern und die Nervosität sind weg, ebenso das Herzklopfen. Meine Arbeit stresst mich nicht mehr. Ich freue mich am Frühling. Meine Haut ist wieder glatter. Meine abgebrochenen Haare (ein Phänomen, das ich auf mein langsames Aelterwerden abschob) wachsen sicher bald wieder nach. Meine Zahnfleischprobleme will ich nicht allein auf die Mirena abschieben, da bin ich erblich vorbelastet. Dennoch ist es vielleicht kein Zufall, dass sich diese mit der Mirena bemerkbar machten. Schweissgebadet bin ich seit dem Ziehen der Mirena nicht mehr aufgewacht. Einschlafprobleme habe ich noch ab und zu, doch die werden sicher bald verschwinden.

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