4 Wochen mit Mirena=Panikattacken, Depressionen...

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semra
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4 Wochen mit Mirena=Panikattacken, Depressionen...

Beitragvon semra » 05.05.2004, 23:29

Hallo zusammen,
ich möchte mich zunächst bei Katja für die Erstellung dieses Forums bedanken. Aufgrund der zahlreichen Erfahrungsberichte konnte ich sofort reagieren und die Mirena nach nur 4 Wochen wieder ziehen lassen.

Ich bin 37 Jahre alt und habe im Januar 2004 meine dritte Tochter geboren. Da wir bisher nur mit Kondomen verhütet hatten und ich absolut nicht mehr schwanger werden wollte, ließ ich mir auf Anraten meiner Frauenärztin am 1.April die Mirena legen. Hatte bisher auch nur Gutes gehört und muss gestehen, dass ich mich auch nicht weiter informiert habe sondern dachte, das wird auch alles seine Richtigkeit haben. Die ersten 3 Monate mit meinen Kleinkindern (4 1/2 Jahre; 18 Monate und 4 Monate alt) waren zwar sehr anstrengend, aber ich war wirklich gut drauf und zufrieden.

Das Einlegen war völlig problemlos und außer leichtem Ziehen im Bauch und Blutungen hatte ich keine großen Anpassungsschwierigkeiten. Gleichzeitig stillte ich auch ab und fühlte mich gut, bis mir dann plötzlich nach ungefähr 2 1/2 Wochen zuerst nur ab und zu, dann immer häufiger Gedanken über den Sinn meines Lebens und den Tod kamen.
Der Gedanke, irgendwann zu sterben bereitete mir große Angst und ließ sich einfach nicht mehr verdrängen. Ich bekam Panikattacken. Eine Woche später konnte ich an nichts anderes mehr denken, fand alles sinnlos, da ich ja sowieso mal sterben würde und konnte mich an nichts mehr freuen. Ich hatte das Gefühl, neben mir zu stehen und mich von außen zu betrachten. Die Kinder konnte ich nur noch mechanisch versorgen.

Es ist sehr schwierig, diesen Zustand, den ich noch nie zuvor hatte, jemand zu erklären, der das noch nie erlebt hat. Aber ich kann nur sagen, es ist mit das Schlimmste, was ich je erlebt habe. Ich dachte, dass ich nun bis an den Rest meines Lebens nur noch an meinen Tod denken könnte.

Ich bin dann zu meiner FA um zu fragen, ob dies mit dem Abstillen zu tun haben könnte. Dort bekam ich dann einen Heulkrampf (Auch zum ersten Mal in meinem Leben). Sie war unheimlich nett zu mir, nahm mir Blut ab, verschrieb mir Östrogene und Johanniskrauttabletten und meinte, es könnte auch von der Spirale kommen.

Nachdem ich dann zum Glück im Internet dieses Forum gefunden hatte, stand mein Entschluß sofort fest, die Spirale wieder ziehen zu lassen. Meine FA meinte zwar, die Blutwerte hätten einen Östrogenmangel wie in den Wechseljahren ergeben und die Beschwerden kämen sicherlich daher. Ich ließ mich aber von meinem Enschluß nicht abbringen und ließ die Mirena am 28.April wieder ziehen.

Heute ist es jetzt genau eine Woche her und genauso schleichend wie diese Depressionen gekommen sind, sind sie auch wieder gegangen. Es hat zum Glück nur eine Woche gedauert, bis es mir wieder gut ging. Jetzt fühle ich mich wieder wie vorher und kann allen Betroffenen nur raten, die Mirena bei event. Beschwerden sofort wieder ziehen zu lassen.

sensiblen Hormonhaushalt eines Menschen und eine Störung dieses sensiblen Hormonhaushaltes kann total gravierende Folgen auf die Psyche haben. Ich habe es am eigenen Leib erlebt.

Viele liebe Grüße

Semra

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