Meine Geschichte

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

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_Martina_
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Meine Geschichte

Beitragvon _Martina_ » 01.06.2007, 20:19

Hallo zusammen im Forum,

da ich es nun geschafft habe, mich zu registrieren, möchte ich kurz meine Geschichte erzählen.
Wie viele andere hier, lese ich schon einige Monate still mit. Das mit mit was nicht stimmt, und das seit mindestens 3 Jahren, hat mich zu einem anderen Menschen werden lassen. Allerdings ist meine Grundeinstellung immer oder meistens positiv, daher denke ich, es wird auch wieder bessere Zeiten geben.

Als ich nach dem zweiten Kind 1989 nach einer Verhütingsmethode gesucht habe, wurde mir vom Gyn die Kupferspirale ans Herz gelegt. Pille schloß ich schon damals aus, auch weil ich nach den Schwangerschaften und Stillzeit leider wieder mit dem Rauchen anfing.
Die fünf Jahre von 90-95 mit dieser Spirale waren nicht gerade die schönsten. Schlimme Blutungen und noch schlimmere Bauchschmerzen sind die einzige Erinnerung daran.

Dann, Anfang 95`schlug der Gyn mir den Turbo unter den Spiralen vor, die Mirena. Und ich muß gestehen, ich war von seinen Schilderungen begeistert. Er hätte auch Versicherungsverteter werden können, so wie er dieses Teil bewarb.
Das Einsetzen fand ich zwar schmerzhaft, aber nach ein paar Tagen war auch das vergessen. Im Gegensatz zu anderen Frauen hier, hatte ich ab sofort keine Blutung mehr, wenn überhaupt, dann zwei bis dreimal im Jahr einwenig Geschmiere.

Der Wechsel 2000 lief änlich ab, ein wenig Schmerzen und das wars. Aber im Nachhinein weiß ich jetzt, daß schon mit dieser 2. Mirena anscheinend eine andere "Mischung" auf dem markt war. Ich bin schon von Mutter Natur mit extrem vielen Haaren gesegnet, die auch noch schwarz sind. Nun aber wuchsen mir die Haare zum einen extrem schnell, extrem lang und zu meinem Schrecken z.B. auch an den Oberschenkeln. Das Rasieren der Waden machte schon viel Arbeit, ab daran ließ ich ab nun nur noch die Kosmetikerin mit Wachs.
Laut Gyn hatte das natürlich nix mit der Spirale zu tun. Frauen wie ich, die dem südländlichem Typ entsprechen, müßen sich mit sowas abfinden

Schon unter der ersten Spirale begann ich unter Spannungskopfschmerz zu leiden, der mich im Laufe der Jahre zu allen möglichen Untersuchungen gebracht hat. Der meiste und nachhaltigste Erfolg war die Akkupunktur und meine geliebten Schüßlersalze.

Und ab der dritten Mirena kann ich fast auf den Tag genau belegen, wie es urplötzlich in meinem Körper den "Urknall" gab. Fast alle hier beschriebenen Nebenwirkungen bekam ich nun zu spüren. Noch stärkeres Haarwachstum, schwere depressive Stimmungen, eine Gereiztheit die ich vorher so nicht kannte und viele andere Dinge. Seit Jahren habe ich schubweise schlimme Ischiasbeschwerden, habe schin eine kleine OP über mich ergehen lassen. Heute sehe ich den Zusammenhang. Auch weiß ich jetzt, woher mein Verlust jeflicher Libido kam.
Ich fragte immer wieder bei meinem Hausarzt nach, der mich zum Glück total ernst nahm, was wir noch tun könnten. Den laut Blutbild war ich so gesund, wie man es sich nur wünschen konnte. Bei einem Besuch bei ihm wollte ich eines Tages Schlaftabletten in kleiner Dosis, um wenigsten eine Nacht durchschlafen zu können. Und das war mein Tag :)

Denn die erste Frage, die er mir da stellte, war die nach anderen Medikamenten. Da ich ja sonst nichts nehme, außer ab und an eine Aspirin, fragte er nach meiner Verhütung. Als ich sagte, ich habe eine Mirena, fiel er fast vom Stuhl. Er fragte, ob ich je einen Beipackzettel zum lesen bekommen hätte und ich verneinte. Da druckte er mir sofort einen aus. Als ich dann anfing zu lesen, wußte ich gar nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Denn waren auf einmal die ganzen Dinge aufgezählt, die ich auch hatte. Er drängte mich, sofort einen Termin zum Entfernen zu vereinbaren. Machte ich noch am gleichen Tag. Und ebenfalls an diesem Tag begann ich im Internet zu forschen und fand dieses Forum hier. Warum nicht früher ? Diese Frage geht mir manchmal nicht aus dem Kopf.
Vor meinem Termin beim Gyn musste ich noch wegen Ischiasschmerzen zur Osteophatie, was eine gute Bekannte von mir macht. Wie ich dann da so auf dem Bauch vor ihr liege und sie mir an meinem linken bösen Oberschenkel entlang fährt, fragt sie mich doch, ob ich Probleme mit der Gebärmutter hätte, sie fühlt was unter ihren Fingern, was da nicht hingehört. Ich sagte ich, ich hätte im Laufe der Jahre schon viele Zysten, aber im Moment Ruhe. Und sie dann, du hast nicht zufällig eine Mirena? Ich kann euch sagen, zwei solcher Treffer in kürzestem Abstand, wer sollte da noch zweifeln?

Als ich zu meinem langjährigem (20 Jahre) Frauenarzt kam und sagte, ich wolle die Mirena ziehen lassen, hat der mich niedergemacht, als wäre ich eine kleines Mädchen. Wer sagen würde, die Mirena habe solche Nebenwirkungen, wie ich sie beschriebe, der lügt. Wo den mein Hausarzt studiert hätte, um mir solche Flausen in den Kopf zu setzen. Osteopahatie ist der reinste Hokuspokus, warum ich an so was glauben würde, u.s.w. Wenn ich Probleme mit meiner Psyche hätte, wäre ein Psychologe wohl am Besten für mich. Ich bin ja selten auf den Mund gefallen, aber da fehlten selbst mit die Worte. Ich bin da raus mit einem Gefühl von Watte im Kopf, aber immer noch mit dieser Mirena in mir.

Um die Ecke ist ein Kaffee, da bin ich rein und habe mich erst mal beruhigen und überlegen müssen, was nun zu tun ist.
Ich bin dann einfach, aber mit klopfendem Herzen zu einer Pro-Familia Praxis hin, denn hier im Forum hatte ich gelesen, die ziehen die Mirena auch.
Dem Mädchen am Empfang schilderte ich in kurzen Worten mein Anliegen und sie sagte sofort, ich müsse mich nicht rechtfertigen, sondern bekam von ihr einen Termin zum Ziehen ein paar Tage später.
Die Ärztin dort hörte mir zu und wusste um sämtliche Nebenwirkungen. Ich har so froh, dass sie mir nicht sagte, ich würde unter Einbildung leiden. Sie zog mir das Mistding dann, was so gut wie nicht zu spüren war und ich war einfach nur glücklich.
Am nächsten Tag setzte eine Blutung ein, die dann ca. fünf Tage anhielt. Und ich freute mich wie ein kleines Kind. Fast zwölf lange Jahre hatte ich das nicht mehr. Seit dem hatte ich zwei Zyklen mit einmal 24 und 28 Tagen und einer Blutung von 3-4 Tagen. Aber sehr schwach und keinerlei Schmerzen. Ob ich ach einen Eisprung hatte, weiß ich natürlich nicht, aber das wird sicher auch wieder. In Zukunft werden wir erstmal wieder auf Kondome zurück greifen und längerfristig gesehen evtl. mit einer Sterilisation bei mir.

Puh, jetzt habe ich soviel geschrieben und es ist doch nur ein Bruchteil dessen, was dieses Teil in und mir mir angerichtet hat.
Ich freue mich trotzdem auf einen regen Austausch mit euch.

Liebe Grüße

Martina
43 Jahre, 2 Kinder, 20 u. 21. 3x Mirena, 95`,2000`,2005`, seit 23.03.07 endlich ohne

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