Schlechte PAP Werte - meine Geschichte

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Sommerwiese.

Schlechte PAP Werte - meine Geschichte

Beitragvon Sommerwiese. » 08.06.2007, 18:12

Meine MIRENA-Geschichte:

Ich bin 38 Jahre alt und habe eine 10-jährige Tochter. Im November 2002 ließ ich mir, nach großem Lobgesang meines FA, die Mirena einsetzten. Leider versäumte ich es, mich im Vorfeld ausgiebig zu informieren. Nach dem Motto „was der Arzt empfiehlt, kann ja nicht schlecht sein“. Das Einsetzen war sehr unangenehm und nachdem ich Mirena ca. 30 Minuten in meinem Körper hatte, bekam ich auf dem Heimweg im Auto einen sagenhaften Heulkrampf. Ich habe ohne ersichtlichen Grund bestimmt 5 Minuten bitterlich geheult. Heute denke ich, dass das der erste Hormonschock war.

Nach ca. zwei Monaten blieb meine Periode aus, was ich als sehr angenehm empfand.

Recht schnell Zeit sank meine Libido gen Null, ich wurde extrem reizbar und litt unter enormen Stimmungsschwankungen. Hinzu kamen noch Beschwerden wie schmerzhafte Unterleibszysten, trockene Augen, starken und unangenehm riechenden Ausfluss, häufige Schmerzen im Lendenwirbelbereich sowie vermehrter Körperbehaarung (Gesicht, Beine, Bikinizone), Ich fühlte mich häufig überfordert und total ausgepowert. All das schob ich auf „Kinder, Küche und Karriere“. Ich sah überhaupt keinen Zusammenhang mit der Spirale!

Ich ging regelmäßig zur Kontrolle und mein FA war mit mir und Mirena hoch zufrieden.

Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass all meine Beschwerden offenbar durch die Spirale ausgelöst wurde!

Wegen des Ausflusses begab ich mich dann (zeitweise) erfolgreich in homöopathische Behandlung. Meine Heilpraktikerin, die eigentlich in erster Linie meine Tochter behandelte, brachte die Beschwerden sofort in Verbindung mit Mirena und riet mir eindringlich dazu, die Spirale schnellstmöglich entfernen zu lassen. Sie prophezeite mir sogar schlechte PAP-Werte. Aber ich sah noch immer nicht wirklich einen Zusammenhang und wollte die verbleibende Liegezeit meiner Spirale noch abwarten.

Im Dezember 2006 war es dann soweit: Bei meiner regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung wurde ein PAP von III D festgestellt, 3 Wochen später bereits VI A plus HPV Viren high risk. Mein FA riet mir dringend zu einer Konisation. Erst bei meiner Internetrecherche zu diesem Thema stieß ich dann auf das „Forum Hormonspirale“. Was ich in den Erfahrungsberichten anderer Frauen las, hat mich regelrecht schockiert. Vielen ging es genauso wie mir! Es kann ja sicherlich kein Zufall sein, dass dort immer wieder von den gleichen Nebenwirkungen die Rede ist.

Meinen FA darauf angesprochen, bestritt er in knappen Worten jeglichen Zusammenhang. Das alles hätte überhaupt keinen Zusammenhang mit der Mirena.

Die Konisation wurde dann Mitte Februar durchführt. Auffällig war in der Klinik jedoch, dass ich eigentlich mit als erstes gefragt wurde, ob ich eine Hormonspirale trage. Der Knüller war, dass selbst die Krankenschwester, die mich zum OP schob, danach fragte! Sie selber hatte aufgrund der Mirena ebenfalls schlechte PAP-Werte gehabt. Nachdem sie sich die Spirale hat ziehen lassen, sind die Werte aber wieder besser geworden. Ich kam mir schon vor wie in einer „geheimen Mirena-Verschwörung“. Alle wissen um die Risiken, aber keiner spricht davon!

Der Eingriff verlief dann völlig komplikationslos, ich konnte das Krankenhaus am dritten Tag nach der OP wieder verlassen.

Der Befund war Gott sei Dank negativ und auch die erste Vorsorge nach der OP war unauffällig. Und was soll ich sagen - bei dieser Gelegenheit fragte mich mein FA doch allen Ernstes, ob ich mir nicht wieder die Mirena einsetzen lassen wolle!!! Er betonte wiederholt, dass es zwischen meiner Diagnose und Mirena keinen Zusammenhang gäbe!

Im Ergebnis muss ich sagen, dass ich mich eigentlich schon gleich nach der OP irgendwie „befreit“ fühlte, was sicherlich auch einen psychischen Hintergrund hatte, ganz klar. Aber jetzt, vier Monate nach der OP und ohne Mirena, kann ich vermelden, dass ich keinen fiesen Ausfluss mehr habe, meine Libido aus dem Koma erwacht ist, ich mich ausgeglichen und belastbar fühle, sich meine Launen in Grenzen halten, ich nicht mehr unter trockenen Augen leide und auch meine Körperbehaarung nicht mehr so stark ist. Meine Periode hat auch ganz flott wieder eingesetzt und kommt bereits wieder regelmäßig.

Im Fazit steht für mich steht fest, dass ich keine Hormone mehr in meinen Körper lasse! Es gibt sicherlich bequemere Methoden, als mit Kondom und Schaumzäpfchen zu verhüten, aber das ist mir meine Gesundheit wert!
Euch alles Gute!

Sommerwiese

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