4 1/2 Jahre Mirena

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

Fabiennemueller.

4 1/2 Jahre Mirena

Beitragvon Fabiennemueller. » 21.07.2007, 19:34

Hallo an alle Mirenaträger,



auch wenn sich die Inhalte der Erfahrungsberichte wiederholen, möchte ich meine eigene Geschichte mit hintendranhängen.

Ich bin 40 Jahre alt und kinderlos und war vor circa 4 1/2 Jahren auf der Suche nach der perfekten Verhütungsmethode. Ein Kinderwunsch bestand auch damals nicht, jedoch wollte ich mir zu dem Zeitpunkt eine Option auf Nachwuchs offen halten.

So tapste auch ich blauäugig meinem Gynäkologen in die Mausefalle, als er mir von der "Sensation" auf dem Verhütungsmarkt erzählte. Erfreut und mit hohen Erwartungen ließ ich mir schon bald die Mirena legen. Das Legen selbst erfolgte sehr vorsichtig und verursachte keine Beschwerden. Ferner blieb für mindestens ein halbes Jahr meine Menstruation aus. Das fand ich jedoch eher erfreulich.

Circa 2 1/2 Jahre fühlte ich mich auch gut versorgt. Aber dann begann der schleichende Prozess....

Es mehrten sich Scheideninfektionen und Zysten an den Eierstöcken. Meine Lust ließ stetig nach. Ich kämpfte mit Schmierblutungen. Meine mittlerweise wieder einsetzende Periode verlief schmerzhaft und übermäßig lang. Ferner plagten mich permanent Blähung, die sicherlich nichts mit meinen Eßgewohnheiten zu tun hatten. Zu der Zeit war ich Stammgast bei meinem FA und schilderte meine Beschwerden. Meine zaghaft angedeutete Vermutung, dass dies ja eventuell auch mit der Spirale zusammen hängen könnte, wurde wegargumentiert. Er behauptete, dass ganz im Gegenteil Frauen ohne Spirale noch viel häufiger von krankhaften Veränderungen im Unterleiben betroffen seien als ich. Da ich ihn bislang als Facharzt sehr schätzte, glaubte ich ihm arglos. Ich bildete mir ein, dass dies möglicherweise eine Begleiterscheingung meines Älterwerdens sein würde und trug die Mirena tapfer weiter mit mir rum. Ich war leicht reizbar und meine Nerven lagen in der Zeit blank. Die Mirena ist ja auch so praktisch, da man max. 5 Jahre mit der Verhüterei nichts am Hut hat. Und so verging wieder eine Weile, ohne dass mir irgend jemand geholfen hätte.

Als 4 Jahre der 5-jährigen-Tragezeit hinter mir lagen, machte ich mir so langsam Gedanken, was denn nach den 5 Jahre passieren soll. Mein Bauchgefühl streubte sich beim Gedanken, sich eine neue Hormanspirale legen zu lassen. Statt dessen reifte der Entschluss, mich sterilisieren zu lassen. Als ich meinem FA erstmals von meinem Plan erzählte, riet er mir ab, da dies bei Frauen viel zu riskant sei und pries mir statt dessen noch einmal die Mirena an, von der ich bis Eintritt meiner Wechseljahre noch 3 Stück benötigen würde. Und schließlich: Sollte ich dennoch eine Sterilisation wünschen, so könne er dies in seiner angrenzenden Privatklink zum Preise von 750 EUR auch selbst durchführen. Ich dachte an mögliche Komplikationen bei der OP und bat ihn um Ausstellung einer Krankenhauseinweisung, da ich mich in einem Krankenhaus einfach sicherer aufgehoben fühlte. Das hat er mir dann krumm genommen. Mit den Worten "das wird dort in jedem Fall teurer" drückte er mir die Einweisung in die Hand. Beim Krankenhaus meines Vertrauens (dort lag ich bereits schon 2x wegen einer Myom-OP und war sehr zufrieden) erhielt ich schnell einen Termin. Als reine Privatleistung verlangte das Krankenhaus 450 EUR für die OP. Im Zuge der OP wurde die Mirena am 29.05.07 gezogen.

Es ist tatsächlich so, dass ich mich seit dem wie neu geboren fühle. Ich habe wieder eine normale Periode bekommen und meine Libido ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Ich ärgere mich über mich selbst, dass ich die Beschwerden all die Jahre so duldsam ertragen habe. Das Vertrauen zu meinem FA ist im Eimer. Ich habe mir auf Empfehlung diesmal eine Gynäkologin gesucht. Warum spielen die Ärzte nicht mit offenen Karten? Sicherlich gibt es genug Frauen, die die Mirena sehr gut vertragen. Aber es scheint mir, dass es im Gegenzug genug Frauen gibt, die sie eben nicht verträgt. Warum wird man über dieses Risiko vor dieser "langjährigen Bindung" nicht aufgeklärt? Gibt es möglicherweise unter den Frauenärzten mafiaähnliche Strukturen, die nur noch an den schnellen Profit (350 EUR pro Mirena ist kein Pappenstiel) inclusive Nebenkosten (Kosten für Pilzbehandlungen ect.) denken? Ich hoffe doch nicht.

Ich bin auf jeden Fall heilfroh, dass dieses Teil entsorgt ist.

Viele Grüße

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