Mein Leidensweg mit den Hormonen....(wenn Du Zeit zum Lesen

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Tigga
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Mein Leidensweg mit den Hormonen....(wenn Du Zeit zum Lesen

Beitragvon Tigga » 10.08.2007, 13:38

Mit großem Interesse habe ich gestern zum ersten Mal die Seite gelesen und schon möchte ich auch meinen Beitrag zu diesem Horror niederschreiben...

Ich habe meine Mirena jetzt seit gut einem Jahr und leide an vielen der beschriebenen Nebenwirkungen die der FA mit keinem Wort erwähnt hat, denn laut ihm ist es ja der Mercedes unter den Spiralen (Verarschung pur)...

Bevor ich überhaupt zur Mirena kam war es ein langer Weg der Verhütungsmethoden und doch bin ich bei der schlimmsten gelandet...

Als ich süße 17 war ging es dann los mit den Hormonen, die Pille. Nach kurzer Zeit fingen die Nebenwirkungen an...Migräneanfälle, weiße Pigmentflecken (die sich ultraschnell ausbreiteten) UND Schwanger. Na ja das Schwanger werden hab ich nicht wirklich auf die Pille zurückgeführt, was sich später als falsch rausstellte.

Nun gut ich entschloß mich dann zu einer Abtreibung, denn mit 17 und keine abgeschlossene Schulausbildung konnte ich mir nicht vorstellen ein Kind groß zu ziehen, zudem bin ich mit dem Freund heute auch nicht mehr zusammen, also wäre ich dann noch allein erziehend dazu. Die Abtreibung hat mir mein Herz zerissen. Man ist ja schwanger bzw. der Körper freut sich, fühlt sich gut, ich fühlte mich pudelwohl ABER mein Verstand sagte mir: Kind nein. Nach 2 Jahren hatte ich das ganze auch einigermaßen verkraftet. Nebenwirkungen wie Migräne wurden immer schlimmer, ich hatte auch mittlerweile die 8? Pille bekommen da es ja nicht besser wurde und was kam wieder? Schwanger.

Sicherlich denkt ihr euch jetzt das ich die Pille nicht regelmäßig genommen hätte oder ausgekotzt oder wie auch immer, nein, regelmäßige Einnahme, leiden unter Nebenwirkungen, alles durchgezogen.. Nun gut, ich war jetzt 19. Der Gang zum FA, wieder Bestätigung der Schwangerschaft, immer noch Schulzeit.. Was tun? Die Gewissensbisse plagten mich. Kind bekommen dem du keine Zukunft bieten kannst oder in den Säuren Apfel beissen und wieder abtreiben. Ich entschied mich für die Abtreibung und schwor mir das ich danach nie wieder so was über mich ergehen lasse und wenn ich 10 Kinder bekomme. Mir schiessen jetzt noch die Tränen in die Augen wenn ich an die Zeit denke, mein Gott ging mir das beschissen. Seelisch und körperlich habe ich mich zerschmettert. Ich hatte dann lange Gespräche mit dem FA der mir dann (doch schon nach der zweiten Schwangerschaft) mitteilte das die Pille bei mir gar nicht wirkt. SUPER. Hätte der da nicht früher drauf kommen können? Meine Mutter sagte mir dann auch, Kind was meinst wie du enstanden bist? Trotz Pille.. (Ja Ja man glaube es kaum aber so was gibt es wirklich).

Na ja der FA ist dann zu dem Entschluß gekommen das ich die Kupferspirale bekomme, obwohl ich noch kinderlos bin, weil diese ja im Falle einer Entzündung unfruchtbar machen kann. Diese wurde mir dann gleichzeitig bei dem zweiten Abbruch eingesetzt.

Nach ca. 1 Monat bekam ich dann meine Regel, dachte ich.. Diese „Regel“ dauerte dann 3 Wochen an. Dachte mir erst nichts dabei, weil nach den Strapazen die meine arme Gebärmutter durchlebt hatte hat mich das nicht besonders gewundert und trotzdem hatte ich ein ungutes Gefühl. Wieder zum FA (der Gang dorthin ist nach den ganzen Sachen nicht wirklich angenehm und auch bis heute so geblieben) und wurde untersucht. Es stellte sich heraus das die Spirale verrutscht war (warum sollte ich auch irgendwas auslassen was einen Leiden lässt). Aber das war nicht mal das Schlimme...Dadurch das die Spirale verrutscht war, bin ich wieder Schwanger geworden und hatte nicht 3 Wochen die Regel sondern eine Fehlgeburt...Totenstille bei mir und in mir...

Das ich damals keine Depressionen bekommen habe sondern erst jetzt von der Mirena ist auch mit Kopfschütteln zu betrachten. Ich glaube ich habe mindestens 5 Jahre gebraucht um nicht bei dem Wort Schwanger in Ohnmacht zu fallen. Die Kupferspirale wurde dann übrigens gerichtet und hat mich 6 Jahre nicht Schwanger werden lassen. Man bedenke dabei auch den wenigen Sex, denn Sex = Schwanger und davon hatte ich mehr als die Schnauze voll.

Trotzdem kam ich mit der Kupferspirale recht gut klar bis letztes Jahr Mai 2006. Was sollte man mit einer Kupferspirale nicht bekommen? Eine Entzündung, was bekam ich? Eine Eierstocksentzündung vom feinsten. Erst dachte ich das ich eine heftige Regel bekomme, daran war ich ja schon gewöhnt das es mich während der Regel zerreißt. Nahm dann Tabletten wie immer, bloß leider Paracetamol (die am stärksten Fiebersenkend sind). Dementsprechend habe ich auch nicht mitbekommen das ich eigentlich übelst Fieber hatte und Fieber deutet auf eine Entzündung hin. Nach 3 Tagen heftigsten Schmerzen und einer Tonne Tabletten schleppte ich mich ins Krankenhaus.

Heraus kam dann das ich eine Eierstocksentzündung hatte und dieser bereits auf 7 cm angeschwollen war und zu platzen drohte. Seufz...Sprüche wie, mit einem Eierstock können sie auch noch Kinder kriegen hätten sich manche Sparen können. Wer will das in dem Moment hören? Denn die Chancen nach 2 Abtreibungen, 1 Fehlgeburt und jetzt einer Entzündung die wohl die Eileiter verkleben mit nur einem Eierstock Kinder zu kriegen ist ja wohl mehr als gering. Ich bekam dann 3 verschiedene Antibiotikas und wundersamer Weise schlug es an über Nacht. Mir blieb also wenigstens schon mal erspart das der Eierstock entfernt werden muss. Nach 4 Tagen im Krankenhaus war dann das gröbste Überstanden und ich dürfte nach Hause.

Was stand wieder an? Der Gang zum FA um über Verhütungsmethoden zu sprechen. (Im nächsten Leben werde ich ein Mann das steht schon mal fest). Da ich mir noch eine Entzündung überhaupt nicht erlauben kann, denn ein Kind möchte defenitiv haben, kam die Kupferspirale ja nicht in Frage. Da kam dann die reizende, mich um den Verstand bringende Mirena ins Gespräch.....

Der Mercedes unter den Spiralen, durch die Hormone angeblich entzündungshemmend (für mich ja wie zugeschneidert, dachte ich), selbstverständlich ohne Nebenwirkungen (wie naiv man doch ist wenn man den Beipackzettel der Pille kennt denn Hormone sind Hormone) und das ausbleiben der Regel, mehr geht nicht. Hörte sich ja an wie ein Sechser im Lotto...

Gruselig wurde mir nur bei dem Gedanken des Wechselns, denn leider ist das bei mir ne Qual bzw. finde ich das mehr als unangenehm. Beneidenswert sind die Frauen die das kaum spüren...Na ja nach kurzem Überlegen entschied ich mich den „Horrortrip“ anzunehmen.

Nach dem das Ding eingesetzt wurde litt ich den restlichen Tag Zuhause und hatte Unterleibsziehen und Krämpfe vom feinsten. Tage später ging es dann ABER ich fühlte mich scheusslich. Ich war traurig, warum auch immer? Vielleicht weil mein Körper „bockig“ war das ich ihm das Kinderkriegen versaut habe? Mein Stress im Job mir auf den Sack ging und ich überlege ob ich diesen wechsle? Ich mich fragte warum ich plötzlich mein Freund „doof“ fand obwohl ich ihn abgöttisch liebe? Na ja ich dachte mir, ist wohl nur eine Phase die sich legt (Frauen haben ja so manchmal ihre „Macken“). Nichts legte sich... von Tag zu Tag, Monat zu Monat fühlte ich mich wie ein altes Wrack was langsam bekloppt wird. Nach einem halben Jahr der Mirena hatte ich den Höchststand erreicht.

Die Regel blieb vollständig aus (auch ein blödes Gefühl so Frau zu sein ohne Bluten) Aggressionen, Depressionen (das erste Mal konnte ich Leute verstehen die sich von Brücken stürzen), totale innere Leere, konnte keine Freude mehr für irgendwas empfinden, wollte mich nur noch verkriechen um keinen zur Last (besonders meinem Freund) zu fallen mit meinen Launen, nicht belastbar (und nach meiner Vorgeschichte dachte ich eigentlich das ich so einiges verkrafte), bei warmen Wetter schwollen mir die Beine an, Schlafstörungen (die ich wieder auf den Stress in der Firma zurückgeführt habe), zickige Launen, „Alles-Egal-Einstellung“, Konzentrationsschwierigkeiten, Heulattacken (das meine Mutter schon Panik kriegte und sich Sorgen machte) und fragte mich ob ich meinen Freund wirklich liebte? Hallo? Der Mann ist der Hammer und wird es bis ans Lebensende bleiben.

Man redet sich jede dieser Nebenwirkungen irgendwie schön.. Das kommt von daher und das daher.. Ja Ja, Pustekuchen. Ab wann ging es Dir schlagartig schlecht? Seit der neuen Spirale, der lieben Mirena (das Ding sollten sie „Ich mag mein Leben nicht und versaue es mir jetzt richtig“ nennen).

Bewusst ist mir das erst gestern in dem Forum geworden das ich nicht übertreibe oder überschnappe bzw. mit meiner Vermutung vollkommen richtig lag. Leider gibt ne Menge Menschen die behaupten, daß kann überhaupt nicht angehen solche Nebenwirkungen. Man lässt sich das ja dann auch immer zehnmal durch den Kopf gehen und hört auf solche (vorzugsweise Männer die da ja eh Null Ahnung von haben und bereits bei Kopfschmerzen denken das die Welt untergeht) und sucht den Fehler bei sich selbst. Deshalb hatte ich mich eigentlich schon damit abgefunden das Ding, bis ich dann endlich mal mich entschließe ein Kind zu bekommen, trage und die süßen Nebenwirkungen irgendwie schon ertrage.

Wie bekloppt ist man eigentlich? Halbe Lebensqualität und künstlich lächeln damit andere nicht immer die Augen rollen weil sie MAL wieder „schlechte Laune“ hat? Man lebt nur einmal und das sollte man geniessen aber mit einer Mirena lässt sich nichts geniessen außer man steht auf Depressionen und will seinem Leben den schlechten Kick verpassen.

Na ja bis gestern war ich ja noch auf dem Stand, da musst Du durch. Wollte das aber irgendwie erträglicher machen und kam durch eine Freundin auf das Homöopathische Mittel Sepia. Das nahm ich dann auch fleißig (ob nun noch mehr in sich reinstopfen oder nicht, fällt auch nicht mehr auf)..Ob das nur zufällig besser geworden ist oder wirklich an dem Zeug lag kann ich nicht wirklich sagen aber ich fühlte mich irgendwie besser. Glaub im nachhinein kann ich gar nicht sagen ob ich wirklich wieder „die alte“ war denn ich habe schon fast das Gefühl vergessen wie gut ich mich manchmal drauf war und eigentlich ein Mensch war der das Leben genoss trotz der Schicksalsschläge...Irgendwie hatte ich dann fast ein halbes Jahr Ruhe mit den schwersten Depressionen und dem anderen Kram, war aber trotzdem „innen leer“.

Vor zwei Monaten hatte ich dann wohl einen Eisprung und die „Launen“ gingen wieder los, so zwei Wochen vorher. Diesen Monat auch wieder einen Eisprung und wieder Achterbahnfahrt mit den Gefühlen. Nicht auszuhalten und mein armer Mann der immer fragt ob wirklich alles ok ist? Was soll ich ihm sagen, ja eigentlich geht’s mir gut. Ich hab Dich, keine Geldsorgen, tolles Leben, tolle Freunde, nen Job der mir Spass macht (wenn auch nicht immer) und zwei süße Miezekatzen die ich ständig knuddeln könnte...Also was ist los? Hab ne Art „Regellaune“. Und was ist mit den anderen Tagen im Jahr? Schlecht geschissen? Ich hab es ihm immer so beschreiben wollen das ich besessen bin und der Teufel sich Hormon nennt und ich dann nicht ich selbst bin.

Nein, seit gestern habe ich die Bestätigung schwarz auf weiss.. Es ist die Mirena, der Teufel der mich besessen hat. Als ich die ganzen Erfahrungsberichte gelesen habe und ich musste tierisch weinen. Zum einen habe ich den Entschluß gefasst raus mit dem Ding, keine Frage. Ich will Leben. Aber was dann? Neue Verhütungsmethode.. Und da bin ich mit meinem Latein am Ende...Falls jemand da eine hormonfreie Lösung hat hab ich ein offenes Ohr...

Ich danke ich Katja das sie dieses Forum ins Leben gerufen hat weil es mir sehr geholfen hat. Es tat auch sehr gut mal meine Geschichte runterzuschreiben ohne Kritik gleich von allen Seiten zu bekommen, denn die verträgt man mit der Mirena nicht gut (-:

Also Mädels, Finger weg von der Mirena und lebt lieber....

Melle
31 J., keine Kinder, NOCH Mirena-Tägerin..

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