Zysten, Übergewicht, bald ist sie draussen.

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

KatharinaB.

Zysten, Übergewicht, bald ist sie draussen.

Beitragvon KatharinaB. » 10.09.2007, 17:06

Hallo zusammen,

was bin ich froh, dass es dieses Forum gibt...

Eines möchte ich vorausschicken: Ich leide gottseidank nicht unter so starken Nebenwirkungen wie einige von euch, aber eure Berichte haben mich endgültig zu der Entscheidung gebracht, mir die Mirena sobald wie möglich ziehen zu lassen.

Hier meine Zusammenfassung, die leider doch länger geraten ist als beabsichtigt:
Bin 34 Jahre alt, habe bisher noch keine Kinder. Mit Anfang 20 hatte ich zweieinhalb Jahre mit der Pille verhütet, aber starke Nebenwirkungen (PMS, Migräne), deshalb abgesetzt und auf mechanische Verhütungsmittel umgestiegen. Mitte 2001 hatte ich einen Schwangerschaftsabbruch, und der FA riet mir zum Implanon. Ich ließ es mir einsetzen, und es lief wunderbar. Gewichtszunahme über die drei Jahre ca. 5 kg.
Ich möchte betonen, dass ich ein sehr gesunder Mensch bin - zwar habe ich zeit meines Lebens unter leichtem Übergewicht gelitten und rauche seit meinem 17. Lebensjahr, aber ich habe keine Allergien, keine anderen körperlichen "Gebrechen", und bin eigentlich ein sehr aktiver Mensch, der sich gesund ernährt.
Im Spätsommer 2004 stand die Entfernung des Implanons an. Durch einen Umzug musste ich mir einen neuen FA suchen. Der neue entfernte mir das Stäbchen zwar (nicht gerade geübt...), sagte mir aber offen, dass er mir kein neues einsetzen würde, denn er halte nichts davon. Stattdessen schwatzte er mir die Mirena auf mit der Begründung, die sei ja viel rentabler als das Implanon (300 Euro für 3 Jahre vs. 300 Euro für 5 Jahre), und außerdem weniger Nebenwirkungen, weil direkt am Ort des Geschehens usw. Durch den Schwangerschaftsabbruch sei es auch um so besser und schmerzloser möglich, die Spirale zu setzen.
Tja: Beim Einsetzen bin ich fast ohnmächtig geworden vor Schmerzen.
Interessant natürlich: Ich habe keinen Beipackzettel zu Gesicht bekommen. Wundert mich im nachhinein immer noch. Ebenso wie die Tatsache, dass ich bereits 31,5 Jahre alt war, als er sie mir für 5 Jahre einsetzte. Ein Kinderwunsch für die Zukunft bestand aber auch damals schon!
Nun ja, zunächst lief alles o.k. - Periode setzte wieder ein, aber nur in sehr leichter Form, zu Beginn sehr unregelmäßig.
Recht starke Brustschmerzen eine Woche lang vor jeder Menstruation. Na ja, kennt man ja.
Vor knapp 2 Jahren musste ich wegen Jobwechsels umziehen, hatte aber durch beruflichen Stress keine Gelegenheit, mir einen neuen FA zu suchen. Anfang 2006 dann die ersten Anfälle von Ohrenpfeifen. Ich schob es auf den Stress, seltsamerweise tauchte das Pfeifen aber auch in Entspannungsphasen auf bzw. nachdem ich den Stress verringert hatte.
Meine Haut wurde sehr trocken und juckte. Das schob ich auf die veränderte Wasserqualität.
Meine Libido verringerte sich bis zu quasi "nicht-existent". Das hatte für mich ebenfalls den Grund in meiner Arbeitsbelastung.
Anfang 2006 begann die starke und unerklärliche Gewichtszunahme. Erst langsam (5 kg in einem Dreivierteljahr), dann schlagartig (4 kg in drei Monaten). Na ja, man macht ja auch nicht mehr soviel Sport... Komisch nur, dass ich dann 2,5 Monate Diät machte (und ich rede hier von vernünftiger Ernährung, absolutem Verzicht auf Süßes und körperlicher Bewegung) und gerade mal ein Kilo abnahm! Das kam mir dann sehr spanisch vor, denn ich kenne meinen Körper, vor allem, wie er auf Diäten reagiert!
Dann fingen vor drei Monaten die Bauchschmerzen an. Zunächst alle 2 bis 3 Tage ein Bauchziehen, das ca. zwei Minuten andauerte. Dann wurde es häufiger. Also betrieb ich Internetrecherche und stieß auf dieses Forum. Ich war wirklich erschüttert, auch als ich dann den offiziellen Beipackzettel der Mirena fand. Mein Freund sagte sofort, ich solle sie mir ziehen lassen. Ich hatte echt Angst, dass die HS verrutscht sei.
Die Bauchschmerzen sind seit 4 Wochen täglich (außer während der Menstruation). Also ging ich letzte Woche zu einer FÄ, wobei ich ihr schon am Telefon gesagt hatte, dass ich unspezifische, starke Bauchschmerzen hätte und mir die Mirena ziehen lassen wolle, auch aus dem Grund, dass wir Anfang 2008 mit der Familienplanung beginnen wollten.
Diese Aussage aber ließ sie beim Termin einen Tag später völlig unter den Tisch fallen. Sie sagte, die Bauchschmerzen könnten ja auch vom Eisprung kommen... Selten so gelacht! Für wie doof hielt die mich denn? Ach ja, und sie selbst hatte ja auch seit 10 Jahren die Mirena ohne Nebenwirkungen, und alle Frauenärztinnen, die sie kenne, ebenfalls, und auf so Horrorgeschichten im Internet solle man nichts geben. - Im gleichen Atemzug erzählte sie mir eine Horrorgeschichte vom Implanon!!!
Überraschung: Bei der anschließenden Ultraschalluntersuchung war eine schön große Zyste am linken Eierstock zu sehen... Klar, ich weiß, dass Zysten bei hormoneller Verhütung gern mal auftreten und meist gutartig sind bzw. sich von selbst zurückbilden, aber bei mir ist noch nie im Leben eine diagnostiziert worden! Geschweige denn, dass mir eine Zyste diese Schmerzen verursacht hätte! Aussage der FÄ: "Ja, das kann natürlich gut sein, dass die Zyste Ihre Beschwerden verursacht..." Aaah jaaa...
Die HS lag übrigens "gaaanz perfekt, die kann also noch 2 Jahre da liegenbleiben". Hallo? Hatte ich nicht was von "bitte ziehen" gesagt?
Nachdem ich nach insgesamt 25 min. (positiv ausgedrückt: die FÄ hat sehr effizient gearbeitet) wieder auf der Straße stand, wurde ich so sauer, dass für mich eines feststeht: Ich werde mir innerhalb der nächsten 2 Wochen einen FA suchen und dem klipp und klar sagen, dass ich die HS gezogen haben will.
Schließlich sind "gutartige Ovarialzysten" die häufigste Nebenwirkung bei der Mirena, ich hatte noch nie eine (zumindest keine, die Schmerzen verursacht), und jetzt ist eine da! Ein Schelm, der einen Zusammenhang vermutet!

Abschließend noch ein Kommentar für alle, die Frauen mit Nebenwirkungen für hysterisch halten: Ich bin intelligent genug, um zu wissen, dass man im nachhinein gern alle möglichen Symptome dieser einen Ursache zuschreiben kann. Auch bin ich realistisch genug zu wissen, dass die o. g. Symptome (Tinnitus, trockene Haut, Libidoverlust) natürlich auch durch die genannten äußeren Umstände kommen konnten.
Nichtsdestotrotz ist mir die Sache mit dem "diätresistenten" Gewicht suspekt, und die Tatsache der Eierstockzyste hat den Ausschlag gegeben. Wenn die Mirena daran schuld ist, wird doch wohl die beste Behandlung dieses Symptoms darin bestehen, die Ursache zu beseitigen, oder?!?

Liebe Grüße an alle Geplagten - ich werde euch auf dem laufenden halten!

KatharinaB

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