Angstattacken, Erschöpfungszustände ...

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

Monika.

Angstattacken, Erschöpfungszustände ...

Beitragvon Monika. » 25.05.2008, 16:55

Eigentlich beteilige ich mich nicht gerne an solchen Threads, weil diese oft sehr einseitig sind. Aber wäre ich nicht zufällig auf diese Seite gestoßen, weiß ich nicht, was mit mir noch passiert wäre. Daher möchte ich meine „Geschichte“ hier veröffentlichen, um Frauen, denen es ähnlich geht, etwas an die Hand zu geben.

Ich habe mir auf Empfehlung meines Gyn. die Hormonspirale schmackhaft machen lassen mit den Argumenten, die hinreichend bekannt sind: Keine Nebenwirkungen, nach ca. fünf Monaten keine Blutungen mehr, alles sehr praktisch. Leider habe ich vergessen, ihm mitzuteilen, dass ich schon als 18-Jährige die Pille (damals Femovan) nicht vertragen habe. Ich habe unter dieser Pille regelrecht neben mir gestanden. Nach zwei Tagen musste ich diese absetzen.

Die Spirale wurde mir im Dezember 2005 gelegt. Kurz darauf bekam ich derart heftige Magenbeschwerden, dass eine Magenspiegelung durchgeführt werden sollte, die gründlich misslang. Ab Dezember 2006, also nur drei Monate später, begann der psychische Abbau. Weil die Hormone der Spirale auf das vegetative Nervensystem griffen und meine Hormonlage total veränderten, bekam ich – sonst psychisch absolut stabil, so etwas habe ich noch nie vorher gehabt – die volle Breitseite in Sachen ‚psychische Störung’: Angstattacken, totaler Erschöpfungszustand, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, psychomotorische Unruhezustände, zuletzt sogar Suizidgedanken. Das Ganze ging so weit, dass ich freitagabends notfallmäßig unseren Hausarzt anrief. Dieser kam und verschrieb Amitryptilin. Unter geringster Dosis (3 x 15 Tropfen) war ich derart ruhig gestellt, dass ich quasi das ganze Wochenende auf der Couch lag und Kindern (damals 8 und 6 Jahre alt) einfach nur spielen ließ. Mein Mann traute sich gar nicht mehr aus dem Haus. Nur unter größten Willensanstrengungen war es mir überhaupt möglich, die Kinder, meine Arbeit, das Haus usw. zu versorgen. Dazu kamen permanente Magenbeschwerden mit derartigen Schmerzen, dass diese auch medikamentös behandelt wurden.
Zusätzlich schwollen meine Brüste derart an, dass ich unter größten Schmerzen bzw. Berührungsschmerzen litt. Auch die Blutung hörte nicht auf, statt dessen pendelte diese zwischen mal sehr schwach, dann normal und wiederum so heftig, als hätte ich nie eine HS gehabt.

Ich habe damals an meinem Verstand gezweifelt, wusste nicht mehr ein, noch aus. Nach langen Überlegungen, seit wann es mir so ging, habe ich im Internet recherchiert und mir dann sofort Spirale entfernen lassen, als mir klar wurde, wie alles zusammenpasste. Nach 23 Monaten Dauer (so lange lag die Spirale) habe ich mir diese sofort entfernen lassen. Der Gyn. war sehr entsetzt, denn mit solchen Reaktionen hatte er nicht gerechnet. Da ich aber selber Arzthelferin bin (gelernt beim Gyn., arbeitend beim Psychiater) hat er mir dies durchaus abgenommen mit dem Hinweis, die Mirena nicht mehr so leichtfertig zu legen.

Seit Entfernung der HS (ich habe mir die normale Kupfer-T wieder legen lassen) ist alles wieder im Lot: die anhaltenden Magenschmerzen sind weg, ich war nie wieder psychisch instabil, die Spannungen der Brust haben sich spontan zurückgebildet, mir geht es seitdem einfach wieder gut. Ich habe für mich entschieden, diese Probleme überall öffentlich zu machen: beim Gyn., beim Hausarzt, beim Heilpraktiker, bei Freundinnen und Bekannten. Nur damit man weiß, was kommen könnte und man nicht sagen kann „Das habe ich nicht gewusst oder ich bin dazu überredet worden“.

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