3 Jahre Mirena - nie wieder!

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

Benutzeravatar
DieIda
Mitglied
Beiträge: 1
Registriert: 01.09.2008, 01:47

3 Jahre Mirena - nie wieder!

Beitragvon DieIda » 01.09.2008, 03:16

Hallo zusammen, stelle mich mal kurz vor:
bin 22 Jahre alt, arbeite im Schichtdienst und habe seit Nov. 04 die Mirena. Vorher habe ich seit meinem 13. Lebensjahr immer die Pille genommen, da ich extreme Blutungen hatte und in den 2 Wochen :!: meiner Tage (jeden Monat) solche Schmerzen, dass ich nicht mal richtig aufstehen konnte. In 14 Tagen habe ich knapp 2 Packungen Tampons (etwa 100 Stück) und täglich 12 Riesenbinden verbraucht, konnte nichts essen und hatte Fieber. Ich musste Eisenpräparate nehmen, um nicht umzukippen. Die Pille musste ich häufiger wechseln (insgesamt in 7 Jahren 5 mal), weil ich starke Nebenwirkungen hatte, konnte aber auch nicht ohne sein, weil die Blutungen wieder so extrem wurden (hatte mal ein halbes Jahr Pillenpause).

Meine Ärztin hat mir dann Mirena oder Implanon empfohlen, allerdings kann das Implanon-Stäbchen wandern oder einwachsen, während es bei Mirena keine NW gäbe. Einen Beipackzettel habe ich nie gesehen. Das erste Jahr mit der Mirena war alles toll: keine Blutungen (nicht mal Schmier), fühlte mich fit und wohl. Hab sie sogar Freundinnen empfohlen. Doch dann fing es schleichend an:

Zuerst hatte ich leichte Pilzinfektionen, die schnell wieder weggingen. Ich war ständig krank - unerklärliche Fieberschübe (innerhalb von 3 Std. auf über 40 Grad, 6 Std. später alles wieder gut), Halsschmerzen, so stark, dass ich nicht mehr schlucken konnte, der Geruch meines Schweißes wurde richtig fies (habe früher nie schlecht gerochen, wenn ich geschwitzt habe). Ich hatte starke Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen, wobei ich das nicht der Mirena zuordnete, da ich 2 Jahre davor einen Autounfall hatte und es für daraus resultierende Probleme hielt... Mittlerweile habe ich so starke Nackenschmerzen und Verspannungen, dass ich an manchen Tagen den Kopf nicht zur Seite drehen kann.

Danach kam, dass ich von Mal zu Mal weniger Alkohol vertrug - bis ich mittlerweile schon von einem 0,2er Bier so betrunken bin, dass ich nicht mehr gerade gehen kann! Dann kam der Schwindel - kippte einfach um, obwohl es mir gerade eben noch gut ging und eckte an jedem Türrahmen an... Selbst wenn ich ganz klar im Kopf war, habe ich an Gegenständen vorbeigegriffen und bin überall gegengerempelt, weil ich Entfernungen (auch in meiner Wohnung) gar nicht mehr einschätzen konnte. Ohrenschmerzen und Sehstörungen kamen dazu - konnte manchmal nicht mehr selbst Autofahren, Sehtest war aber okay (Habe Brille bzw. Kontaktlinsen vorher schon gehabt). Ich renne nervös und kurz vorm Weinen herum, verkenne Gegenstände (zB tiefer/flacher Teller nicht zu unterscheiden), sehe offensichtliche Dinge nicht mehr (zB Schornsteinfegeranmeldungszettel in orange auf weißer Tür in meiner Augenhöhe) und kann mich kaum Konzentrieren. Ich fange Sätze an und kann sie nicht zu ende sprechen, weil ich alles vergessen habe oder kann mir keine 3 Teile vom Einkaufszettel merken.

Außerdem piekt der Ziehfaden meinen Freund beim Sex, obwohl der schon so kurz wie möglich ist, und ich spüre den Fremdkörper beim Sex auch.

In der Zeit nahm ich (1,66 m groß) von 58 auf 76 Kilo zu, habe IMMER Hunger, auch wenn ich mich satt gegessen habe... Mir ist jeden Morgen so übel, dass ich keinen Kaffee mehr trinken kann, und an Essen ist bis 4 Std. nach dem Aufstehen nicht zu denken. Danach habe ich aber den ganzen Tag Hunger, egal wie viel ich esse, das Ganze von dauerndem Sodbrennen begleitet. Inzwischen habe ich diese Übelkeitsattacken auch zwischendurch mal für 1/2 Std.
Mal habe ich Durchfall, mal Verstopfung - vorher nie Probleme gehabt.

Nach 2 Jahren mit Mirena begannen meine depressiven Schübe, fing von jetzt auf gleich an zu heulen und wusste selbst nicht wieso. Dann war ich total gleichgültig, unheimlich genervt, extrem reizbar (bin hochgegangen ohne Ende, hab geschrien und getobt) oder total klammernd, weil ich nicht mehr klarkam wenn jemand das Zimmer verließ. Ich war so Antriebslos, dass ich es kaum geschafft habe meine Tiere zu versorgen und meine Mutter meinen Haushalt komplett mit übernehmen musste. Ich wollte nur noch schlafen - 11 bis 13 Stunden tgl. sind normal (früher höchstens 6 bis 8). Und egal wie lange ich schlafe, ich habe nie das Gefühl ausgeruht zu sein. Ich bin teilweise so müde, dass ich kein Buch halten kann, liege aber 3 Stunden später immernoch wach. Ich habe ständig Kopf- und Unterleibsschmerzen, dazu noch so heftige Krämpfe, dass ich in dem Moment weder gehen noch sprechen kann. Nach 5 Min. stehen habe ich so starke Schmerzen im Bein, dass ich nicht mehr richtig gehen kann - habe früher locker 10 Stunden stehend in einer Kneipe gearbeitet! Außerdem schwellen meine Füße und Beine wenn es warm ist so sehr an, dass mir nichtmal mehr breite Flipflops oder meine normal engen Hosen passen.

Ich habe so starken Juckreiz am ganzen Körper, dass ich mich überall blutig kratze. Meine Haut ist rot gefleckt, ich kriege super schnell nen Sonnenbrand und mein Gesicht ist so fettig, dass es wie eine Gelschicht aussieht. Im ganzen Gesicht habe ich Pickel und Mitesser, hatte selbst in der Pubertät nicht so starke Akne.

Habe etwa jede Woche eine Mini-Schmierblutung (Klamotten befleckt, aber die Menge reicht nichtmal für einen Tampon), habe alle paar Min. Schweißausbrüche am ganzen Körper, bin dann klatschnass. Direkt danach kommt dann eine Schüttelfrostwelle, da sitze ich bei 30 Grad mit Jacke da. Unbegründete Panikattacken, Verfolgungswahn (denke immer jemand ist hinter mir im Auto, lauert im Treppenhaus...), trockene, teilweise stark tränende Augen, ewig verstopfte Nase und ein erhöhter Puls sind mittlerweile normal für mich.

Meine Körperhaare werden dunkler und mehr, bekomme sogar diese langen schwarzen Haare am Kinn. Zwischendurch werden Arme Hände und Beine taub, manchmal dauert es bis zu 4 Std. bis es wieder normal ist. Meine Brust ist schon beim BH empfindlich, mein Freund darf die nicht mehr anfassen, weil ich schon bei leichter Berührung starke Schmerzen habe.

Ich dachte echt schon, dass ich total bekloppt bin und mir das alles einbilde (von wegen psychosomatisch), aber jetzt bin ich erleichtert dass es vielen mit dem Ding so geht. Und für die Wechseljahre bin ich ja wirklich noch zu jung. Übrigens konnte auch kein Arzt eine andere Ursache feststellen.
Werde morgen zur Gyn gehen und mir den Mist ziehen lassen. Hoffe es geht mir danach wieder besser - vielleicht sind die Tage dann ja nicht so schlimm wie früher... Jedenfalls weiß ich, dass ich mir das Teil nie wieder einsetzen lassen würde!

LG, Ida
:arrow:

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste