1 Monat Mirena...Ergebnis -> Seit 2,5 Jahren ausgenockt!

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redredhead
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1 Monat Mirena...Ergebnis -> Seit 2,5 Jahren ausgenockt!

Beitragvon redredhead » 10.03.2009, 11:01

Kurz nach bestandenem Abitur und meinem 20. Geburtstag habe ich mir im September 2006 die Mirena einsetzen lassen. Über mögliche Nebenwirkungen und Risiken wurde ich von meiner FA nicht im geringsten aufgeklärt. Der einzige Hinweis galt der Prozedur des Einsetzens, die bei jungen Frauen, die noch nicht entbunden haben, durchaus unangenehm und etwas schmerzhaft sein könne.
Am Tag des Einsetzens musste ich mich mit einem Schmerzmittel und einem weiteren Medikament, das das Gewebe im Unterleib etwas „aufweicht“ auf den Eingriff vorbereiten. Das Einsetzen der Mirena war zwar wie vorhergesagt nicht gerade das Höchste aller Gefühle, aber auszuhalten. Mein Kreislauf war danach etwas im Keller und ich war froh, dass meine Mutter mich begleitete und ich so nur noch ins Auto steigen und mit ihr heimfahren musste.

Was ca. 45 min später passierte war dann allerdings jenseits von Gut und Böse. Ich bekam wehenartige Unterleibskrämpfe, die nicht mehr nachliessen. Daraufhin meldete ich mich direkt in der Praxis und bekam mit der Begründung „der Körper werde sich schon an die Spirale gewöhnen“ ein Medikament verschrieben, das die Unterleibskontraktionen solange unterbinden sollte, bis die Anpassung stattgefunden habe. Weit gefehlt....
Die extremen Kontraktionen, die im Nachhinein als Abstoßungsprozesse zu deuten sind, liessen zwar nach, mein allgemeiner Zustand und die Schmerzen im Unterleib verschlechterte sich jedoch rapide. Einige Tage später stand ich wieder bei meiner FA auf der Matte, um die Lage der Spirale kontrollieren zu lassen. Ich hatte die Vermutung, dass sie durch die starken Krämpfe evtl. verrutscht sein könnte. Meine FA bestätigte mir, dass alles in Ordnung sei und meinte auch, dass sie mir die Spirale jetzt nicht entfernen würde und ich die Anfangsphase eben aushalten müsse.

Die nächsten Wochen habe ich fast ausschliesslich im Bett verbracht...ständige Unterleibsschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, extreme Stimmungsschwankungen, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Energielosigkeit, Frieren und Schweissausbrüche...das volle Programm. Da sich das alles überhaupt nicht einpendeln wollte, holte ich mir die Meinung eines zweiten FA ein. Er kontrollierte die Spirale und sagte ebenfalls, dass sie völlig korrekt sitze und ihm kein Fall bekannt sei, bei dem Aufgrund der Mirena solche erheblichen Nebenwirkungen auftraten. Er sei aber bereit mir die HS zu entfernen, wenn ich das denn wolle.
Ich nahm mir nochmal einige Tage Bedenkzeit und war mir schliesslich sicher „das Missteil muss weg!“ Ziemlich genau ein Monat nach dem Einsetzen war es dann soweit. Das Entfernen selbst tat überhaupt nicht weh, es stellte sich aber heraus, dass die Spirale komplett verbogen war...vermutlich durch die ständigen Verkrampfungen.

Ich hatte natürlich gehofft, dass es mir ohne HS wieder Schritt für Schritt besser gehen würde, aber da hatte ich mich getäuscht. Inzwischen sind 2,5 Jahre vergangen und ich bin quasi lebensunfähig...fast 23 Jahre und weder in der Lage eine Ausbildung/Studium aufzunehmen, noch einen halbwegs normalen Alltag zu leben. Es gibt Phasen in denen es mir etwas besser geht und ich mich so einigermaßen auf den Beinen halten kann, die meiste Zeit jedoch ist ein einziges Desaster.
Bis heute kommen zu den Symptomen, die ich schon direkt zu Anfang hatte immer mehr dazu. Ich kann kaum Nahrung aufnehmen und wenn nur unter Schmerzen, oder mit dem Effekt, dass ich mich ca. eine Stunde danach übergeben muss. Mein Gewicht entwickelt sich dennoch (nachdem ich anfangs abgenommen habe) nach oben. Ich sehe deutliche schlechter, der Auegnarzt versicht mir jedoch, dass sich an meiner Sehstärke nichts verändert hat. Ich habe Schmerzen in Armen, Beinen und Rücken, teilweise Taubheitsgefühl verschiedener Gliedmaßen. Meine Haut im Gesicht ist ständig entzündet und heilt nie richtig ab, sodass sich schon kleinere Narben bilden. Das komplette Bindegewebe ist völlig kraftlos und sieht „alt“ aus. Seit ca. einem ¾ Jahr sind Wassereinlagerungen dazugekommen. Meine neuste „Errungenschaft“ sind heftige Schmerzen in der Brust die etwa 2 Wochen pro Monat andauern.

Was soll ich sagen? Ich bin verzweifelt. Mein damaliger Freund hat sich von mir getrennt, weil er nicht mit der Situation umgehen konnte oder wollte. Seit etwa 8 Monaten bin ich in einer neuen Beziehung und das ist auch alles andere als einfach. Mein Freund, meine Familie (vor allem meine Mutter) und Freunde versuchen mich zwar zu stützen, insgesamt fühlt man sich aber doch sehr machtlos. Ich erkenne mich selbst nicht wieder und mir fehlt jegliche Perspektive für die Zukunft.
Ich habe den von vielen hier beschriebene Ärztemarathon natürlich auch hinter mir...selbstverständlich ohne Diagnose. Schon vor Einsetzen der Spirale war ich bei einem Heilpraktiker in Behandlung, der mich bis heute begleitet und versucht schlimmeres zu verhindern.

Ich kann nur jedem raten die Finger von der HS zu lassen.

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