Seit heute ohne Mirena

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lilly1970
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Seit heute ohne Mirena

Beitragvon lilly1970 » 05.08.2009, 16:31

Hallo an Euch!

Heute habe ich die Mirena ziehen lassen...ich bin sehr froh über meine Entscheidung und fühle mich jetzt schon irgendwie "befreit". Aber hier erstmal mein "Leidensweg":

Die Mirena habe ich im Oktober 2007 einsetzen lassen. Ich wollte die Pille nicht nehmen und eine sichere und einfache Verhütung. Da hat sich die Mirena ja nur so angeboten! Das Einsetzen war zwar schmerzhaft, aber das habe ich gerne in Kauf genommen und nach einem Tag Bauchweh war wieder alles in Ordnung.

Im April 2008 bekam ich plötzlich Schweißausbrüche, die wirklich heftig waren. Dazu hatte ich eine merkwürdige Unruhe, die ich irgendwie nicht einordnen konnte. Da ich vor einigen Jahren nach einer schweren Erkrankung eine Depression hatte, hab ich gleich gedacht, dass die nun wieder zurückgekommen ist und bin gleich zu meiner Ärztin. Da sie nichts körperliches feststellen konnte hat sie mir dann mein altes Antidepressivum verschrieben. Das hab ich sofort genommen, aber es schlug auch nach einigen Wochen nicht an...komisch, ich schwitze wie verrückt und war richtig übel drauf.

Den Sommer hab ich abwechselnd mit Heulattacken und aggressiven Anfällen verbracht. Ich hab mich total zurückgezogen, weil ich überall verbrannte Erde hinterlassen habe! Im Büro war es nicht auszuhalten, diese Unruhe war wirklich unerträglich! Ich hatte von einer Sekunde auf die Nächste das Gefühl, dass ich alles nicht mehr aushalte und war total kribbelig und nervös. Gleichzeitig wollte ich mir nichts anmerken lassen, was sollte ich auch sagen? Es war einfach nur schrecklich. Und ich nahm doch schon diese Tabletten!

Bei einer Kontrolluntersuchung beim Gyn hab ich meine Probleme angesprochen. Das war im September 08. Er verschrieb mir ein anderes Antidepressivum. Ein paar Gespräche mit ihm brachten das Ergebnis, dass ich offensichtlich ein Problem mit meiner Kindheit habe und das dies Grund für meine Unruhe ist. Ok, dachte ich, einiges ist echt plausibel. Also weiter Tabletten genommen. Und weiter gelitten.

Nie habe ich eine Sekunde gedacht, dass es vielleicht an der Mirena liegen könnte!

Neben meiner Unruhe hatten sich im Verlauf des Jahres folgende Veränderungen meines Körpers eingestellt:

Gewichtszunahme 6-8 kg
Magenprobleme
Übelkeit

Die schlimmsten Probleme aber: agressives und feindseliges Verhalten und Nervosität.

Ich habe mir dann im Dezember, da nichts half, einen Termin bei einem Arzt geholt, der sich auf Naturheilkunde spezialisiert hat. Der nahm aber erstmal Blut ab und was sagte er: "Ihre Hormonwerte erscheinen mir ungewöhnlich für eine 38jährige. Sieht nach Wechseljahren aus. Gehen Sie doch mal zum Frauenarzt."

Ok, da war ich zwar schon, aber nochmal hin. Der war ganz erstaunt über den Östrogenmangel. Eine nochmalige Blutkontrolle brachte die Diagnose: Östrogenmangel, Anti-Müller-Hormon nicht nachweisbar. Der Gyn sagte, ich hätte Hormonwerte einer 58jährigen. Die Wechseljahre hätte ich offensichtlich schon hinter mich gebracht.

Gut, sagte er, dass die Hormonspirale liegt. Die soll liegenbleiben und ich soll zusätzlich ein Östrogengel nehmen.

Ok, hab ich gemacht. Das Antidepressivum hab ich abgesetzt. Zunächst hatte ich das Gefühl, dass es bergauf geht. Aber nach ein paar Wochen wieder das alte Bild:

Agressiv, nervös, unruhig, unkonzentriert, müde und dick.

Und das mit 38! Vorzeitige Wechseljahre und ein Nervenbündel! Wie soll das nur weitergehen? Ich ernähre mich gesund, mache regelmäßig Sport im Fitnessstudio, gehe zum Yoga, trinke kaum Alkohol, rauche nicht. Sex habe ich übrigens auch nicht, weil ich das Gefühl habe, dass da kein Gefühl mehr ist. Habe absolut KEINE Lust.

Vor ein paar Tagen habe ich dann eine Eingebung gehabt: Was wäre, wenn es alles an der Mirena liegt? Kann das sein? Zeitlich passt es ja ziemlich gut zusammen. Ein Blick ins Internet brachte die Bestätigung. Zumindest geht es ganz vielen Frauen ähnlich. Die Entscheidung, die Mirena ziehen zu lassen, war schnell getroffen.

Heute morgen war dann der Termin. Es war eine Vertretungsärztin, da mein Gyn Urlaub hat. Sie wollte mich zuerst dazu bewegen, das Ding drinzulassen. Wir hatten aber dann ein gutes Gespräch. Sie sagte, es sei niemals ganz auszuschließen, das es Nebenwirkungen gebe. Ich soll sie unbedingt darüber informieren, ob es mir demnächst besser geht. Zu der Diagnose Wechseljahre konnte sie nicht viel sagen, sie meint, dass es keinen Zusammenhang zwischen Mirena und Wechseljahren gibt.

Ich werde sehen. Ich bin zumindest schon mal sehr froh, "frei" zu sein und meinen Körper nicht weiter zu vergiften. Und jetzt, wo ich diesen Text geschrieben habe, frage ich mich, warum ich nicht schon viel früher auf die Idee gekommen bin, die Spirale entfernen zu lassen!!!

Ich werde weiter schreiben, wie sich meine Gesundheit nun entwickelt.

Viele Grüße an Euch! Lilly

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