Depressionen und amputierter Eierstock dank Mirena.

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Mewia01
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Depressionen und amputierter Eierstock dank Mirena.

Beitragvon Mewia01 » 27.09.2009, 11:40

Seit Ende 2001 bin ich Trägerin der Hormonspirale Mirena. Mein damaliger Frauenarzt pries mir die Mirena, als nebenwirkungsfreies Verhütungsmittel an und da ich unter starken Blutungen litt, die sich unter Mirena stark abschwächen, lies ich mir die Mirena legen. Einen Beipackzettel über die Mirena wurde mir nicht ausgehändigt. 1997 bekam ich meine erste Tochter und im Jahre 2000 habe ich meine zweite Tochter entbunden.

Ein paar Monate später Anfang 2002 bekam ich grundlos, erste heftige Depressionen und bin bis heute in Neurologischer Behandlung, alle Antidepressiva brachten nur mässigen Erfolg. Zudem wurde bei jeder Ultraschalluntersuchung im rechten Eierstock Ovarialzysten festgestellt, die nach Auskunft meines damaligen Frauenarztes, "nicht weiter behandlungsdürftig wären."

Bis zur Einlage der Mirena, war ich eine kerngesunde und lebenslustige Frau, die mit beiden Beinen im Leben stand. Nach einsetzen der Mirena ging es mit mir schleichend aber stetig bergab. Ich litt zunehmend, unter starker Antriebstörung, Lustlosig- und Freudlosigkeit, ich entwickelte eine starke Akne, Gewichtszunahme, Haarausfall, trockene Haut, schlechtes Immunsystem,Verstopfung, Libidoverlust, starker Bartwuchs an Kinn, Brust und Bauch. Jedesmal wenn es in meinen Leben sressig wurde oder Probleme auftauchten, bekam ich eine mittelgradige Depression, die jedes Mal schlimmer wurden und sich immer mehr verfestigten. Da sich diese Nebenwirkung erst über Monate bzw. über Jahre entwickelten, sah ich keinen Zusammenhang mit der Mirena, zudem kamen die vielen Nebenwirkungen der Antidepressiva, weshalb ich keinen Zusammenhang mit der Mirena sah und ich überhaupt nicht mehr wusste was Sache war. Zudem habe ich bei meinen Neurologen, nie angegeben, dass ich Trägerin, der Hormonspirale bin. (War zu dem Zeitpunkt sowieso irrelevant, weil diese Nebenwirkungen, bei der Mirena nicht aufgeführt wurden)

Alle Blutuntersuchungen eingeschlossen meiner Schilddrüse meiner Hausärztin waren in Ordnung. Ich rannte von Arzt zu Arzt und keiner konnte mir helfen: Mein Neurologe bescheinigt mir nun, chronisch unter Depressionen zu leiden.

Einige Jahre später erzählte ich beiläufig, bei einer Kontrolluntersuchung, von den Depressionen und den immer heftigeren Schmerzen im rechten Eierstock, ob es vielleicht einen Zusammenhang mit der Spirale gäbe? Er meinte, ich sei die erste die ihn das fragen würde und bestritt die Nebenwirkungen. Er war der Meinung, "Ich würde wohl unter den Hausfrauensyndrom leiden, weil ich zuviel Zeit hätte, meine Zipperlein zu pflegen und ich wohl etwas überfordert, mit zwei kleinen Kindern sei." Er gab mir aber noch den wohlmeinenden Rat, die Ursache in meiner Ehe zu suchen und eine Ehetherapie oder einen Psychologen aufzusuchen. Ich verlies die Praxis (übrigens das letze Mal) in den Glauben, ein Hypochonder zu sein. In meiner Ehe, muss ich zugeben, lief es tatsächlich zunehmend schlechter, weil sich mein Mann, mit meinem Zustand überfordert fühlte. Ich hatte eigentlich absolut keinen Grund mich schlecht zu fühlen, weil ich zwei tolle Kinder habe, keine finanziellen Probleme und trotzdem kreuzunglücklich bzw. das Gefühl unter einer Glocke zu leben.

Ich ging jetzt nur noch zu Frauenärzten oder Notärzte, wenn ich unter starken Schmerzen im rechten Eierstock litt und sich wieder einmal Zysten im Eierstock bildeten oder platzten. Auch die sahen die Ursache nicht mit der Mirena. So gingen und kamm die Zysten und kein Arzt kam auch nur auf die Idee, die Hormone abzuklären.

Anfang 2007 wechselte ich zu meiner neuen Frauenärztin, die mir recht nett und einfühlsam erschien, weil die Mirena raus musste. Sie stellte wieder Zysten im rechten Eierstock fest und zog mir die Mirena. Sie wollte die Zyste beobachten und ich sollte auf Grund meiner Probleme die Spirale erst einmal weg lassen, um zu sehen ob es besser werden würde aber auch sie sah keinen direkten Zusammenhang mit der Spirale.

Die nächste Kontrolluntersuchung fand zwei Monate später statt. Die Zyste bildete sich zurück und war nicht weiter Kontrollbedürftig. Ich sollte bis zur nächsten Regelblutung warten um mir die nächste Mirena zu legen.

In der kurzen Zeit konnte ich leider keine signifikannte Besserung oder Verschlechterung feststellen. Die Zeit war einfach zu kurz nach der langen Tragezeit. (Das ist mir leider erst heute bewusst).

Allerdings stellten sich wieder heftige und schmerzhafte Regelblutungen ein und entschied mich ein zweites Mal "blauäugig" für die Mirena.

Im April 2007 wurde mir von der Kollegin meiner Frauenärztin in der Gemeinschaftspraxis, die sehr in Hektik war, die zweite Mirena verpasst. Die Einlage war diesmal sehr schmerzhaft und dauerte 10 Minuten. Übung hatte sie keine. Aufklärung hielt sie nicht für nötig, da es ja meine zweite Mirena war. Zur Zyste im rechten Eierstock äusserte sich die Frauenärtin nicht, die auf dem Ultraschall nach Kontrolle ersichtlich war äusserte sie sich nicht. Kassierte 350 Euro und wünschte mir noch einen schönen Tag.

Im Mai 2009 begann der Horror und es ging mit mir auf einmal gesundheitlich bergab. Ich bekam einen sehr dicken Bauch und hatte ständig Sodbrennen. Mir ging es von Monat zu Monat schlechter. Meine Regelblutung blieb auf einmal komplett aus. Ich bekam Schmerzen im rechten Becken und kam nur noch mühsam die Treppen hoch. Ich hatte Probleme beim Atmen und wurde sehr gereizt und weinerlich und jede kleinste Anstrengung war mir zuviel. Im Juli 2009 ging ich wegen der ausbleibenden Periode und meinen Beschwerden zum Frauenarzt, meine damalige Frauenärztin war wegen Mutterschutz nicht mehr tätig, also wurde ich zu der neu eingestellen Ärztin geschickt. Ich schilderte meine Probleme mit der ausbleibenden Periode. Ich hatte den Verdacht, in den Wechseljahren zu sein. Das wurde nur belächelt, weil ich erst 37 Jahre alt bin und ich doch froh sein sollte, wenn die Regelblutung ausbleiben würde, dies sei bei den meisten Mirenanwenderinnen der Fall. Ich bestand diesmal auf einen Hormonstatus und musste regelrecht betteln. Bin leider nur normal sterblicher Kassenpatient. Bei der Ultraschalluntersuchung waren eine 8 cm große mehrkammerige Ovarialzyste mit Einblutungen ersichtlich und auf der linken Seite eine 4 cm große Zyste mit Einblutungen. Mit diesen Befund empfahl sie mir, die Zysten ambulant zu entfernen und meldete mich im Krankenhaus an.

Zuhause googelte ich über die bevorstehende OP um mich zu informieren und bei der Eingabe: Ovarialzysten war der erste vorgeschlagene Eintrag Ovarialzysten und Mirena. Was ich dann las, verschlug mir fast die Sprache. Hunderte von Frauen mit den selben Problemen und Nebenwirkungen in Bezug auf die Mirena. Ich las die ganze Nacht und bekam eine unbändige Wut auf die Frauenärzte, die mich jahrelang anlogen und betrogen, dabei war längst bekannt, dass diese Nebenwirkungen, selbst von Schering eingeräumt wurden und aufklärungspflichtig seien.

Anfang August wurde ich operiert und dabei wollte ich die Mirena gleich mitentfernen, bei der Laproskopie wurde ich auch gleichzeitig sterilisiert.
Der operierende Arzt witzelte noch, dass ich ihn ziemlich viel Arbeit aufgehalst hätte, bei den ganzen Zysten, zudem wurde noch ein Dermoid im rechten Eierstock entfernt. Ansonsten sei aber alles in Ordnung. Die Zysten würden aber histologisch untersucht. So ging ich nach Hause und fühlte mich unendlich befreit, die Spirale endlich los zu sein. Eine Frauenärztin aus den KH, meinte ich soll noch ein paar Monate Geduld haben. Durch die Mirena und Zysten, wurde eine Östrogendominanz hervorgerufen und es würde noch etwas dauern bis sich hormonell alles eingespielt hat.


10 Tage nach der OP kam ein Anruf aus dem Krankenhaus, Ich soll mich am nächsten Tag sofort in der Klinik vorstellen. Der histologische Befund ergab, das bei mir ein muzinöser Borderlin Tumor mit Drüsengewebe gefunden worden ist und ich komplett ausgeräumt werden muß. D.h. Eierstöcke, Gebährmutter, Blinddarm und das große Bauchnetz. Ich war fassungslos. Ich dachte, jetzt alle Sorgen los zu sein und nun soll ich komplett kastriert werden. Am darauf folgenden Tag, ging ich zum Vorgespräch für die bevorstehende OP. Die Ärztin schien mir etwas überfordert, da ich mich gegen die Total-OP weigerte. Ich wollte einfach keine Hormone mehr bis an mein Lebensende schlucken, die letzten 8 Jahre Horror reichten. Sie telefonierte mit dem Oberarzt hin und her und wir einigten uns darüber, dass mir nur der rechte Eierstock, der Blinddarm und das große Bauchnetz per Bauchschnitt entfernt werden würde. Ich aber ein erhöhtes Risiko trage, irgendwann an Eierstockkrebs zu erkranken.

Die OP ist jetzt 4 Wochen her und ich leide immer noch unter Schmerzen, hormonell bin ich auch noch nicht auf dem Damm aber ich bin froh darüber nicht alles entfernt zu haben. Dafür darf ich jetzt alle 3 Monate zum Arzt in den nächsten Jahren.

Ich bin fest davon überzeugt, die Eierstockamputation der Mirena zu verdanken. Zysten können, und das ist nun einmal Fakt, bösartig mutieren und keine Ultraschalluntersuchung kann normale Ovarialzysten von bösartigen Veränderungen unterscheiden. Für den Borderlintumor, gibt es nicht einmal einen Bluttest, der den Tunormarker bestimmt. Deshalb auch die Radikal-OP. Das alles steht leider nicht in den Nebenwirkungen der Mirena. Auch steht in der Packungsbeilage nicht der Hinweis, das Ovaraialzysten hormonell aktiv sein können und dadurch immer weitere Zysten hervorrufen. Zysten kommen immer wieder einmal vor aber nicht in dem Ausmaß, wie es bei mir unter der Mirena der Fall war auch wenn meine Frauenärtzin anderer Meinung ist und weiterhin ihre Augen vor den Tatsachen verschließt. Das Geschäft mit der Mirena ist halt rentabler als ein Einzelschicksal. Diese Nebenwirkung, und das wäre eigentlich ihre Plicht, hat sie nicht, an die Arzneimittelkommission, weitergegeben.

Ich habe leider viel zu lange den Frauenärzten vertraut, muss aber zu meiner Verteidigung gestehen, dass ich wie viele andere tausende Mirenageschädigte Frauen, nur Opfer von profitgierigen Frauenärtzen bin, die die Augen vor der Tatsache verschließen, dass die Mirena krankmachend und lebenszerstörend sein kann. Ich bin fest davon überzeugt, dass Frauenärzte sich dieses lukrative Geschäft nicht versauen lassen und sich davor hüten, Nebenwirkungen an die Bundesärtekammer oder Arzneitmittelkomission, weiter geben, jedenfalls gab mein damaliger Frauenarzt, meine Nebenwirkungen nicht weiter und auch meine zweite Frauenärztin scherrte sich keinen Deut darum.

Es mag schon sein, dass es Frauen gibt, die zufrieden mit der Mirena sind aber ich glaube auch, dass es darunter viele Frauen gibt, die durch den schleichenden Prozess gar nicht den Zusammenhang mit der Mirena sehen, wie in meinen Fall. Meisten siegt die Faulheit, mit der Mirena muss ich zugeben, braucht man sich einfach keinen Kopf zu machen. Es gibt keine einfachere Verhütungsmethode zumal die Regelblutung nur noch schwach oder ganz ausfällt.

Aber den Preis den ich dafür gezahlt habe war einfach zu hoch.

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