Dauerblutung, Haarausfall, Akne, Zysten, Gewichtszunahme...

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Buergi
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Dauerblutung, Haarausfall, Akne, Zysten, Gewichtszunahme...

Beitragvon Buergi » 25.08.2004, 10:08

Hallo Ihr Lieben!

Zuerst einmal vielen Dank Katja, dass du dieses Forum ins Leben gerufen hast und Dank auch an Helmyne und allen anderen, die mir damit sehr geholfen haben.

Kurz zu meiner Person: Ich bin 36 Jahre alt, geschieden und habe eine 13jährige Tochter.

Nach negativer Erfahrung mit der Pille (Thrombose) und Koitus Interruptus (s. meine Tochter) habe ich mir im Februar 2003 nach einem Gespräch mit meinem Frauenarzt die Mirena einsetzen lassen. Schon das Einsetzen war sehr schmerzhaft und gelang Dank eines Gebärmutterknickes erst beim 2. Versuch. Mich durchfuhr dabei ein Schmerz, als hätte man mir ein Schwert bis in den Rücken durchgestoßen.
3 Monate lang hatte ich Dauerblutungen und Dauerschmerzen. Schmerzmittel habe ich in der Zeit in Mengen gefressen. Meine FÄ (Gemeinschaftspraxis) riet mir zum Durchhalten, da sich mein Körper erstmal daran gewöhnen muss. Nach 6 Monaten wurden die Beschwerden erstmal besser. Ich hatte "nur" immer wieder Zwischenblutungen und auch nicht mehr jeden Tag Schmerzen (Unterlaib und Kreuz).
Danach (August) wurde zum 1. mal eine Zyste festgestellt (4 cm). Ich bekam Medikamente, die die Zyste zum Platzen brachte. 4 Wochen später wurden gleich 2 neue (4 + 3 cm groß) festgestellt. Medikamente wollte mir die FÄ nicht nochmal verschreiben mit Hinweis auf Schädlichkeit bei häufiger Einnahme und ich solle erstmal meine nächste Periode abwarten.
Im Gegensatz zu anderen Frauen hatte ich während meiner ganzen Mirena-Zeit pünktlich alle 4 Wochen weiterhin meine Periode - zwar nicht mehr so stark und so schmerzhaft, dafür aber, statt wie vorher 5 Tage lang, meistens 7 - 14 Tage lang. Auch sind immer wieder Zwischenblutungen aufgetreten, so dass ich innerhalb eines Monats manchmal nur 5 Tage ohne Blutungen war.
Auch litt ich über die ganze Zeit an starkem Ausfluss, Juckreiz, kreisrundem Haarausfall, Blähbauch, immer wieder Unterlaibs- und Rückenschmerzen, häufigen Kopfschmerzen und Akne. Zugenommen habe ich während der Tragezeit von Mirena (19 Monaten) etwa 5 kg. Ich hatte zwar schon immer mit Übergewicht zu kämpfen, dafür habe ich davor etwas leichter abgenommen. Unter Mirena ging gar nichts mehr runter!

In diesen 19 Monaten war ich mehrmals bei meinen beiden Frauenärzten, auch wegen meines Haarausfalls beim Hautarzt. Kein Arzt hat meine ganzen gesundheitlichen Probleme auf die Mirena geschoben. Im Gegenteil! Nachdem aber auch Bluttest negativ ausfielen, schoben sie alles auf "Stress". Fühle mich persönlich zwar nicht gestresst, habe aber meine gestörte Beziehung zu meinem damaligen Freund dafür verantwortlich gemacht. Anfang des Jahres hatte ich mich von ihm getrennt, war dann auch ab März gesundlich wieder etwas besser drauf. Lernte einen ganz lieben Mann dann kennen und fühlte mich für 2 Wochen wieder richtig lebendig. So gab ich den Ärzten mit ihrem Stress erstmal Recht.

Dann schritt mein Haarausfall wieder weiter voran und es ging mit den Zysten wieder los und auch mit den anderen Problemen. Wegen dem Haarausfall bin ich dann im Internet auf die Suche nach entsprechenden Seiten gegangen und stieß durch Zufall auf dieses Forum. Ich war schockiert, erleichtert Gleichgesinnte gefunden zu haben und empfand eine Riesenwut auf meine Ärzte.
Habe daraufhin im Juni einen Termin ausgemacht und meiner Ärztin die Fakten (Beipackzettel/Forum) vor Augen geführt. Worauf sie sagte, dass sie mittlerweile 1 oder 2 Patientinnen mit den selben Problemen hätten, aber das wären ja Minderheiten und was ich jetzt von ihre wöllte. Worauf ich - genau wie ihr auch - ihr den Vorwurf machte, dass wir nicht über alle Nebenwirkungen aufgeklärt wurden. Bei dem Termin wollte ich mir dann gleich die Spirale ziehen lassen, was nicht ging, nachdem sie die Rückholbändchen nicht finden konnte. Mit der nächsten Periode sollte ich dann nochmal kommen, aber bitte einem Termin beim Praxisleiter ausmachen.

Nach Wochen mit immer schlimmeren Schmerzen, mittlerweile sogar im linken Bein (dachte schon, ich hätte einen Venenentzündung), ging ich also am 5.7. zu ihm in die Sprechstunde. Aber auch er konnte die Spirale nicht ziehen. Bei der anschließenden Ultraschalluntersuchung (aufgrund der Art der ihm beschriebenen Schmerzen), diagnostizierte er eine Endosmetriosezyste (6 cm groß), die mir meine Gebärmutter beiseite geschoben hatte und dadurch diese großen Schmerzen verursachte.
Am nächsten Morgen lag ich in der Klinik auf dem OP-Tisch, die Zyste wurde entfernt, ich wurde ausgeschabt, ausgespült, die Spirale gezogen und nebenbei habe ich mich sterilisieren lassen (wie tags zuvor besprochen).

Jetzt - 7 Wochen danach - lebe ich mittlerweile ohne Unterlaibs- und Kreuzschmerzen. Kopfschmerzen treten nur noch gelegentlich (wahrscheinlich wie bei jedem anderen Menschen) auf, meine Haut ist besser geworden und ich sehe endlich nicht mehr hochschwanger aus. Mein Gewicht ist zwar noch das selbe, auch mein Haarausfall ist noch nicht zurückgegangen, aber ich fühle mich wieder wie ein Mensch. Nach über 1 1/2 Jahren mit Problemen, in denen ich mich über einzelne schmerzfreie Tage gefreut hatte, genieße ich es wieder leben zu können. Mit einem Körper, der wieder normal reagiert. Am 23.8. war ich nochmal zur Kontrolle beim FA. Alles ist in Ordnung, auch sind keine Zysten mehr entstanden, wohingegen früher bei jedem Besuch welche festgestellt wurden. Jetzt hoffe ich noch, dass es so bleibt und sich das mit meinem Haarausfall auch bald gibt. Ich weiß, alles braucht seine Zeit.

Nochmals vielen Dank an Alle! Ihr habt mir viel Mut gemacht.
Gruß
Tanja

37 Jahre, 1 Kind, Tragezeit Mirena: 18 Monate, Mirenafrei: seit Juli 2004

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